International Society of Drug Bulletins
Home
Über den AMB
Kontakt
News
Aktuelle Ausgabe
Archiv / Suche
Login
Neu: CME
Abo und mehr . . .
Presse
Impressum
Disclaimer
Gesamtübersicht
Kostenloses Probeexemplar DER ARZNEIMITTELBRIEF
Unabhängiger Ratgeber Gute Pillen - Schlechte Pillen

Inhalierte isotone Magnesiumsulfat-Lösung verstärkt den Effekt von topischem Salbutamol beim schweren Asthma-Anfall



Magnesium hat vaso- und bronchodilatatorische Eigenschaften, die auf einen kalziumantagonistischen Effekt zurückgeführt werden. Magnesium hemmt in vitro auch die Freisetzung von Azetylcholin aus Nervenendigungen und von Histamin aus Mastzellen. In einer Multicenter-Studie war bereits gezeigt worden, daß i.v. verabreichtes MgSO4 beim akuten Asthmaanfall wirksam ist, aber nur bei Patienten mit hochgradig reduziertem FEV1 (= Forciertes exspiratorisches Volumen in der ersten Sekunde; < 30 % der vorausgesagten Norm; 1).

Im Lancet berichten R. Hughes et al. aus Neuseeland jetzt über die Ergebnisse einer Studie, in der bei 52 Patienten mit akut exazerbiertem Asthma bronchiale (FEV1 < 50% der vorausgesagten Norm) die Wirkung von 2,5 mg in 2,5 ml isotoner NaCl-Lösung inhaliertem Salbutamol doppeltblind mit der von Salbutamol in 2,5 ml isotoner MgSO4-Lösung verglichen wurde (2). Die Inhalation erfolgte mittels eines ?Jet-nebulizers? (Aeroneb Face Mask Nebulizer, hergestellt in Neuseeland). Vor Einschluß in die Studie erhielten die in die Krankenhausambulanz aufgenommenen Patienten zunächst eine Dosis von 2,5 mg Salbutamol als Inhalat und 100 mg Hydrokortison i.v. Nur solche Patienten wurden in die Vergleichsstudie eingeschlossen, die 30 Minuten später noch ein FEV1 < 50% hatten. Zu diesem Zeitpunkt sowie nach weiteren 30 und 60 Minuten erhielten sie die beiden zu vergleichenden Inhalationen (2,5 mg Salbutamol entweder in isotoner NaCl- oder in isotoner MgSO4-Lösung). Die Wirkungen wurden mit einer erneuten FEV1-Messung nach 90 Minuten überprüft. War FEV1 weiterhin < 50%, dann sollten die Patienten stationär aufgenommen werden.

Ergebnisse: Das basale FEV1 war in der MgSO4-Gruppe 31,9% und in der Kochsalz-Gruppe 32,2%, also erheblich reduziert. Insgesamt stieg das FEV1 in der MgSO4-Gruppe etwa doppelt so stark an wie in der Kochsalz-Gruppe. Am meisten profitierten, ähnlich wie in der zitierten Studie von Silverman, Patienten mit dem niedrigsten FEV1 bei Therapiebeginn. Angeblich wurden in der NaCl-Gruppe 12 von 28 Patienten stationär aufgenommen, in der MgSO4-Gruppe 7 von 24; jedoch wenden die Autoren eines lesenswerten Kommentars zu dieser Arbeit ein, daß man es mit den Kriterien für die Aufnahme oder Entlassung wohl nicht so genau genommen habe (3). Trotzdem sind die Ergebnisse dieser einfachen Modifikation der Salbutamol-Inhalation eindrucksvoll; sie sollten an einer größeren Patientenzahl inhaltlich und hinsichtlich der Praktikabilität überprüft werden.

Fazit: In einer ersten Studie senkte Salbutamol in isotoner MgSO4-Lösung inhaliert bei schwerer Exazerbation von Asthma bronchiale den erhöhten Atemwegswiderstand signifikant stärker als Salbutamol in isotonem NaCl gelöst.

Literatur

1.      Silverman, R.A., et al.: Chest 2002, 122, 489. (Erratum: Chest 2002, 122, 1870).

2.      Hughes, R., et al.: Lancet 2003, 361, 2114.

3.      Bucca, C., und Rolla, G.: Lancet 2003, 361, 2095.

 


Download als PDF, Kennlernartikel bzw. Newsletter bestellen.



Schlagworte zum Artikel:

Inhalierte isotone Magnesiumsulfat-Lösung verstärkt den Effekt von topischem Salbutamol beim schweren Asthma-Anfall



Schlagwort: Asthma bronchiale, Info: Wirkungsverstärkung von Salbutamol durch Magnesiumsulfat beim schweren Asthma-Anfall
Schlagwort: Magnesiumsulfat, Info: Wirkungsverstärkung von Salbutamol beim schweren Asthma-Anfall
Schlagwort: Salbutamol, Info: Wirkungsverstärkung durch Magnesiumsulfat beim schweren Asthma-Anfall





Folgende Schlagworte sind diesem Artikel zugeordnet: