Wir verwenden Cookies, damit DER ARZNEIMITTELBRIEF optimal für Sie funktioniert. Mit der Nutzung unserer Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

  PDF-Version 
 AMB 1997, 31, 32b 

Leserbrief: Wirkung von Zidovudin bei Hepatitis C


Fragen von Dr. J.F. aus Gießen: >> Wir sehen bei unseren Patienten auf der Entgiftungsstation häufig Hepatitis-B- und -C-, seltener HIV-Infektionen. Bei chronischer Hepatitis C kann an eine Therapie mit Interferon alpha gedacht werden, sofern ein längeres rauschmittelfreies Intervall erreicht wurde. Bei gleichzeitiger HIV-Infektion verbietet sich dies wohl. Wie aber sieht es mit einer virustatischen Therapie (z.B. Zidovudin) aus? Kann Zidovudin bei gleichzeitig bestehender Hepatitis C eingesetzt werden? Hemmt Zidovudin auch die HCV-Replikation in vivo? <<

Antwort: >> Zur Wirkung von Zidovudin auf Hepatitis-C-Viren liegen nur wenige Daten vor. In einer Pilotstudie aus Japan wurden 22 Patienten mit chronischer Hepatitis C 21 Wochen lang kombiniert mit Interferon alpha (3 oder 6 Mio. E. 3mal pro Woche) plus Zidovudin (500 mg/d) über 8 Wochen behandelt und mit lnterferon-alpha-Monotherapie verglichen. Es fand sich bei Therapieende eine höhere Responserate (HCV-RNA negativ) in der kombiniert behandelten Patientengruppe (50% vs. 32%), jedoch nur bei Infektion mit HCV-Genotyp K1. Über einen relevanten antiviralen Effekt von Zidovudin auf die chronische HCV-lnfektion bei gleichzeitiger HIV-Infektion wurde von zwei italienischen Arbeitsgruppen berichtet. Es ist aber bekannt, daß in Italien der HCV-Genotyp 2 dominiert, während bei uns der HCV-Genotyp 2 nur selten vorkommt, so daß diese Daten nicht ohne weiteres auf die Situation in Deutschland übertragen werden können. Dennoch ist davon auszugehen, daß Zidovudin auch bei dem in unserer Region dominierenden HCV-Genotyp 1 einen gewissen antiviralen Effekt auf die HCV-lnfektion hat. <<

 

Schlagworte zum Artikel

 

 

Hepatitis C, Zidovudin,