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 AMB 1997, 31, 88a 

Chronischer Kopfschmerz und homöopathische Behandlung


Die Robert-Bosch-Stiftung, Stuttgart, förderte dankenswerterweise eine randomisierte, plazebokontrollierte, doppeltblinde Studie zur Wirksamkeit klassischer Homöopathie bei Patienten mit chronischem Kopfschmerz, die von einer homöopathischen Praxisgemeinschaft in München durchgeführt und von namhaftem psychologischem und biometrischem Sachverstand begleitet war. Die Randomisierung erfolgte sogar durch einen Notar! Da die Ergebnisse in einer in Oslo erscheinenden Fachzeitschrift publiziert wurden (Walach, H., et al.: Cephalgia 1997, 17, 119), die den niedergelassenen Kollegen allgemein nicht zugänglich ist, werden aus der Zusammenfassung des englischen Originals die wesentlichen Ergebnisse referiert: 98 Patienten (65 Frauen, 33 Männer) zwischen 24 und 65 Jahren wurden von einem unbeteiligten Neurologen nach den Kriterien der "International Headache Society" aus 249 Bewerbern (1 mal Kopfschmerz/Woche mindestens 1 Jahr lang) für die Studie ausgewählt, auf die Ein- und Ausschlußkriterien überprüft und zur Einhaltung der Studienbedingungen verpflichtet. Da nach homöopathischem Verständnis die diesbezügliche Behandlung des chronischen Kopfschmerzes nicht von der neurologischen Diagnose abhängt, wurden auch Patienten mit Migräne- und Spannungskopfschmerz eingeschlossen, dagegen keine mit posttraumatischen Kopfschmerzen. Nach sechswöchiger Vorbeobachtung wurden 37 mit Plazebo und 61 mit individualisierten Homöopathika behandelt. Die beiden Gruppen waren zu Behandlungsbeginn gleich bezüglich des mittleren Alters (48,5 Jahre); 76% litten an Migräne, 51 % unter Spannungskopfschmerz und 94% wurden zuvor bereits deswegen behandelt. Die mittlere Kopfschmerzhäufigkeit betrug drei Tage/Woche, die mittlere Krankheitsdauer 24 Jahre.

Ergebnisse: In beiden Gruppen verringerte sich die Kopfschmerzhäufigkeit um einen Tag/Woche; der Medikamentenbedarf gegen akuten Kopfschmerz verringerte sich ebenfalls in gleicher Weise. Die Kopfschmerzhäufigkeit von 21 Patienten wurde um mehr als 41% reduziert. 39 Patienten dagegen zeigten keine Besserung oder verschlechterten sich.

Fazit: In dieser Studie an Patienten mit Migräne und Spannungskopfschmerz bestand bei keinem der untersuchten Parameter ein signifikanter Unterschied zwischen homöopathischer Behandlung und Plazebo.