Wir verwenden Cookies, damit DER ARZNEIMITTELBRIEF optimal für Sie funktioniert. Mit der Nutzung unserer Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

  PDF-Version 
 AMB 1998, 32, 31b 

Leserbrief: Chelat-Therapie der Arteriosklerose?


Frage von Dr. T.F. aus Schwetzingen: >> Was ist von der Chelat-Therapie der Arteriosklerose zu halten? <<

Antwort: >> Vor mehr als 30 Jahren wurde über die Chelat-Therapie der Verkalkungen bei Arteriosklerose sehr intensiv diskutiert. Unter dem Einfluß der sich ausbreitenden Behandlung mit Kalziumantagonisten wurde es um die Chelat-Therapie stiller; sie ist aber bis heute nicht völlig von der Bildfläche verschwunden. Es werden dabei 0,5-3 g Natrium-EDTA in 500-1000 ml Kochsalzlösung über 3 bis 4 Stunden infundiert. Meist werden etwa 30 Behandlungen empfohlen. Es gibt jedoch keine kontrollierten Untersuchungen mit positiver Wirkung. Eine kontrollierte dänische Studie ergab keinen Effekt. Viele Berufsgesellschaften raten von der Chelat-Therapie wegen nicht erwiesener Wirksamkeit ab. Alle weisen auf die unerwünschten Nebenwirkungen hin, nämlich Hypokalziämie mit Tetanie, EKG-Veränderungen, allergische Reaktionen, Knochenmarkdepression und Nierenschäden. Auch tödliche Zwischenfälle wurden beschrieben. Die Chelat-Therapie sollte also nicht angewendet werden, bevor nicht eine neue randomisierte, kontrollierte Studie ihre Wirksamkeit nachweist. <<

Empfohlene Literatur

1. Grier; M.T., und Meyers, D.G.: Ann. Pharmacotherapy 1993, 27, 1504.
2. Rathmann, R.L., und Golightly, L.K.: Drug Intell. Clin. Pharm. 1984, 18, 1000.
3. McGillem, M.J., und Mancini, G.B.J.: N. Engl. J. Med. 1988, 318, 1618.
4. Magee, R.: Med. J. Australia 1985, 142, 514.

 

Schlagworte zum Artikel

 

 

Arteriosklerose, Chelat-Therapie, EDTA-Natrium,