Wir verwenden Cookies, damit DER ARZNEIMITTELBRIEF optimal für Sie funktioniert. Mit der Nutzung unserer Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

  PDF-Version 
 AMB 2005, 39, 15b 

Wirbt Dr Rath jetzt bei AIDS-Kranken in Südafrika für seine Vitamin-Präparate?


In Europa ist ein gewisser Dr. Rath seit vielen Jahren erfolgreich mit dem Vertrieb seiner Vitaminpräparate. Er preist sie an als Prophylaxe gegen Arteriosklerose und Krebs. Zwar wurde ihm in Deutschland der Vertrieb seines Buches „Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt” und die Werbung für Hochdosis-Präparate verboten (1). Aber immer noch sieht man ganzseitige Zeitungsannoncen und großflächige Straßenreklamen, die auf seine Auftritte hinweisen. Seine home-page ist fünfsprachig. Es gibt eine Dr. Rath Gesundheitsstiftung und eine Dr. Rath Gesundheits-Akademie. Wer Berater für Dr. Raths Gesundheits-Allianz werden will, kann einen schriftlichen Antrag auf Zulassung zur Beratertätigkeit stellen.

Nun hat er seine Aktivitäten nach Südafrika ausgeweitet. Dort hat er den sehr einflussreichen Verband der traditionellen Heiler (THO) für sich gewonnen, der der Pharmakotherapie des HI-Virus kritisch gegenübersteht und mehr auf natürliche Heilweise setzt. Dieser Verband feiert Rath (2, 3) als „den weltbekannten Wissenschaftler, der den Durchbruch bei Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und Viruskrankheiten mit natürlicher Heilweise geschafft hat, ... der den Kampf gegen die pharmazeutischen Investment-Interessen anführt ... mit seiner Kampagne „Brecht die Ketten des Pharmazeutischen Kolonialismus”. In den Augen von „Treatment Action Campaign” (TAC), einer Organisation, die sich für konventionelle AIDS-Prophylaxe und -Therapie mit möglichst generischen AIDS-Medikamenten einsetzt, ist zu erwarten, dass er so die Position der „Natürlichen Heiler” stärkt, seine teuren Vitaminpräparate als natürliche Heilweise anpreist und an die Ärmsten der Armen verkauft. So tritt er als pharmazeutischer Unternehmer mit ganz üblen Methoden in Südafrika auf, bagatellisiert die Problematik, unterstützt Falschinformationen - AIDS sei keine Infektionskrankheit - und hält Betroffene davon ab, ihre Chancen wahrzunehmen. Wie in Europa. Nur in einem anderen Indikationsgebiet. Die Verbote, die in Europa gegen Aktivitäten von Dr. Rath ausgesprochen worden sind, sollten den Afrikanern zu denken geben.

Literatur

  1. AMB 2000, 34, 80.
  2. Treatment Action Campaign: www.tac.org.za
  3. BUKO Pharma-Kampagne, Pressemitteilung, 30.11.2004. www.bukopharma.de

 

Schlagworte zum Artikel

 

 

AIDS, Dr. Rath, HIV-Infektion, Rath, Dr., Vitamine,