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 AMB 2015, 49, 24a 

Leserbrief: Tagesrhythmik der TSH-Werte


Dr. C.L. aus Berlin schreibt (gekürzt): >> Seit Jahren bin ich Leser Ihrer Zeitschrift. Ihr Artikel „Behandlung der manifesten und subklinischen Hypothyreose in der Schwangerschaft“ (1) dürfte ambulant praktizierende Ärzte vieler Fachrichtungen interessieren. Wie in einem kurzen Satz angeklungen (Tagesrhythmus, morgendliche Messung), wird der TSH-Wert von vielen Faktoren beeinflusst, z.B. Alter, Fasten, Medikamente, Schlafentzug. Ich möchte anregen, jeden pathologischen TSH-Wert im Gesamtkontext zu sehen und zu kontrollieren. Im Rahmen akut-stationärer Behandlungen werden oft auffällige Werte gemessen, die dann später nicht immer bestätigt werden können und somit keine Konsequenzen haben. <<

 

Antwort: >> Wir haben uns zur Definition der subklinischen Hypothyreose und zu den oberen TSH-Grenzwerten für die Indikation zur Thyroxin-Substitution bewusst nicht dogmatisch geäußert. TSH hat eine Tagesrhythmik: bei Gesunden mit Maximum zwischen 2 und 4 Uhr und Minimum zwischen 16 und 20 Uhr (2). Der Quotient aus Maximum und Minimum beträgt ungefähr 1,6. (3).

 

Wenn man zu den üblichen Sprechstundenzeiten das Blut für die TSH-Messung zwischen 8 Uhr und dem frühen Nachmittag abnimmt, sind die Unterschiede gering. In einer ausführlichen Übersichtsarbeit zur Therapie mit Schilddrüsenhormonen wird das Phänomen der sich tagsüber verändernden TSH-Werte nicht thematisiert (4). Wichtig für den niedergelassenen Arzt ist die konstante Zusammenarbeit mit möglichst nur einem Labor, das seine Messungen mit international empfohlenen Standards kalibriert (vgl. 2). Alle unplausibel erscheinenden Ergebnisse sollten durch erneute Messung kontrolliert werden, bevor man daraus diagnostische und therapeutische Schlüsse zieht. <<

 

Literatur

  1. AMB2015, 49, 01. Link zur Quelle
  2. Thomas, L.(Hrsg.): Labor und Diagnose. TH Books Verlagsgesellschaft 2012. 8. Auflage.
  3. Chen,J.M., et al.: Aging Clin. Exp. Res. 2013, 25, 153. Link zur Quelle
  4. Biondi, B., undWartofsky, L.: Endocr. Rev. 2014, 35, 433. Link zur Quelle