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 AMB 2015, 49, 31b 

Verlängerung der QT-Zeit durch Hydroxyzin


Das Pharmacovigilance Risk Assessment Committee (PRAC) der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) warnt vor der Anwendung des Antihistaminikums Hydroxyzin (z.B. Atarax®; 1). Insbesondere bei Patienten mit erhöhtem Risiko (s. Tab. 1) und bei zusätzlicher Therapie mit QT-Zeit-verlängernden Arzneimitteln (Übersicht bei 2) ist die Wahrscheinlichkeit für ein Long-QT-Syndrom mit Torsade-de-pointes-Tachykardien erhöht. Das Long-QT-Syndrom manifestiert sich in Schwindelattacken, Synkopen sowie plötzlichem Herztod. Es ist durch ein EKG diagnostizierbar. Die frequenzkontrollierte QT-Dauer (QTc-Wert) wird bei Männern ab 460 msec und bei Frauen ab 470 msec als pathologisch gewertet (3).

 

Hydroxyzin wird zur Behandlung von Juckreiz bei Urtikaria und Neurodermitis, aber auch bei Angststörungen, Schlafstörungen und zur Medikation vor operativen Eingriffen angewendet (4). Das erhöhte Risiko besteht unabhängig von der Indikation. Das PRAC empfiehlt, Hydroxyzin nur noch in der niedrigsten effektiven Dosis und so kurz wie möglich zu geben. Ist Hydroxyzin nicht zu vermeiden, darf die Tagesdosis 100 mg bei Erwachsenen nicht übersteigen; bei älteren Menschen darf sie maximal 50 mg/d und bei Kindern bis 40 kg Körpergewicht maximal 2 mg/kg betragen. Von Hydroxyzin ist bei älteren Menschen auch wegen seiner anticholinergen Nebenwirkungen abzuraten. Es steht daher auch in den Listen der für ältere Patienten potenziell inadäquaten Arzneimittel (vgl. 5, 6). Immerhin wurden im Jahr 2013 insgesamt 3,77 Mio. DDD verordnet (7).

 

Literatur

  1. http://www.ema.europa.eu/... Link zur Quelle
  2. AMB2004, 38, 49. Link zur Quelle
  3. Seel,D.: Dissertation 2011. Link zur Quelle
  4. http://www.fachinfo.de/suche/fi/000182Link zur Quelle
  5. http://priscus.net/download/PRISCUS-Liste_PRISCUS-TP3_2011.pdf. Link zur Quelle AMB2012, 46, 25. Link zur Quelle
  6. AMB 2005, 39,44. Link zur Quelle
  7. Schwabe, U., und Paffrath,D. (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report 2014. Springer-Verlag Berlin Heidelberg,2014. S. 325.