Wir verwenden Cookies, damit DER ARZNEIMITTELBRIEF optimal für Sie funktioniert. Mit der Nutzung unserer Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

  PDF-Version 
 AMB 2002, 36, 79b 

Ödeme als Nebenwirkung von Pioglitazon (Actos)


Diese unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) ist im Prinzip bekannt; wir haben darüber berichtet (1). Nun wird der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft ein neuer Fall mitgeteilt: Ein 48jähriger Mann mit Diabetes erhielt für einen unbestimmten Zeitraum Pioglitazon zum Teil in Kombination mit Insulin und Metformin. Während dieser Zeit nahm er erheblich an Gewicht zu und wurde schließlich mit massiven Ödemen stationär aufgenommen. Es gelang, die Ödeme zu beseitigen. Die schon bei Aufnahme bestehende deutliche kontraktile Insuffizienz des Herzens war auch bei Entlassung weiterhin vorhanden.

 

Sowohl unter Glitazonen als auch bei Behandlung mit Insulin kann es zu Ödemen kommen, da Insulin-abhängige Mechanismen der Natriumreabsorption in den proximalen Tubuli der Nieren aktiviert werden (2-5). Bei allen Krankheiten, die zu Ödem führen können, ist also Vorsicht geboten. Die Kombination mit Insulin ist geradezu kontraindiziert. Auf diesen Sachverhalt wird in der Fachinformation zu Actos auch hingewiesen.

 

Bei dem genannten Patienten bestand möglicherweise schon vor Beginn der Behandlung mit Actos eine Kardiomyopathie. Ob bei ihm primär die kontraktile Insuffizienz des Herzens durch Actos verschlimmert wurde oder primär die renale Salz- und Wasserretention gesteigert wurde, muß dahingestellt bleiben. Sollte sich die Ejektionsfraktion im Verlauf einiger Monate nach Absetzen von Actos deutlich bessern, muß daran gedacht werden, daß Pioglitazon möglicherweise primär die Herzinsuffizienz verschlechtert hat. Erkrankungen, die schon in der Fachinformation als Kontraindikation für eine Therapie mit Pioglitazon genannt werden, müssen vor Therapiebeginn ausgeschlossen sein.

 

Fazit: Unseres Erachtens sollten Glitazone zur Zeit - wenn überhaupt - nur unter sehr strenger Indikation und enger Überwachung eingesetzt werden und nicht ohne vorherige gute klinische Untersuchung mit Echokardiographie.

 

Literatur

  1. AMB 2002, 36, 17.
  2. Saudek, C.D., et al.: Diabetes 1974, 23, 240.
  3. DeFronzo, R.A., et al.: J. Clin. Invest. 1975, 55, 845.
  4. Hopkins, D.F.: Diabetes Care 1993, 16, 1026.
  5. Takeda: Persönl. Mitteilung.

 

Schlagworte zum Artikel

 

 

Orale Antidiabetika, Pioglitazon,