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 AMB 2006, 40, 02 

Neue Arzneimittel 2004


Im Oktober 2005 erschien der Arzneiverordnungs-Report 2005 (1). Er beschreibt wie alljährlich die Verordnungspraxis im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nach Analyse der 400 Millionen ausgestellten Rezepte. Durch das GKV-Modernisierungsgesetz haben sich bekanntermaßen ganz erhebliche Änderungen ergeben, die die Kosten in diesem Bereich um 2,5 Milliarden EUR auf 21,7 Milliarden EUR gesenkt haben. Auf die damit zusammenhängenden Probleme wollen wir hier aber nicht eingehen.

Der Arzneiverordnungs-Report bewertet in jedem Jahr die neu eingeführten Arzneimittel nach einem einheitlichen Schema: A = Innovative Struktur bzw. neuartiges Wirkprinzip mit therapeutischer Relevanz. B = Verbesserung pharmakodynamischer oder pharmakokinetischer Eigenschaften bereits bekannter Wirkprinzipien. C = Analogpräparat mit keinem oder nur marginalen Unterschieden zu bereits eingeführten Präparaten. D = nicht ausreichend gesichertes Wirkprinzip oder unklarer therapeutischer Stellenwert. Neben dieser schematischen Einordnung gibt es eine frei formulierte Stellungnahme, die wir in Tab. 1 zusammengefasst haben. Darüber hinaus sind in Tab. 1 die „Kleinen Mitteilungen” zitiert, in denen wir die Substanzen vorgestellt haben. Die Tabelle zeigt, dass es zwar 15 innovative Arzneimittel gibt, die klinische Bedeutung dieser Innovationen zumindest in der nahen Zukunft aber gering sein wird, weil die Indikation selten ist oder ein Vergleich des Preis/Leistungsverhältnises mit bewährten Substanzen (noch) fehlt. 16 Präparate sind als Analogpräparate eingeordnet worden. Sie haben keinen wesentlichen zusätzlichen Nutzen, sind aber oft teurer. Trotzdem haben sich viele rasch eingeführt. So wurde z.B. - für uns völlig unverständlich - der neue COX-2-Inhibitor Etoricoxib (Arcoxia®) 99000 mal verordnet, Pregalabin (Lyrica®), ein zur Schmerztherapie geeignetes Antiepileptikum, 90000 mal und Olopatadin (Opatanol®), ein lokal anwendbares Antihistaminikum, 57000 mal. Daran kann man erkennen, wie bei vielen Ärzten die Marketing-Instrumente der Hersteller das Verordnungsverhalten beeinflussen können.

Fazit: Viele unserer Leser werden sich nach dem Studium der Tabelle bestätigt sehen in der Regel: „Neue Arzneimittel zunächst nur ausnahmsweise benutzen!”

Literatur

  1. Schwabe, U., und Paffrath, D.: Arzneiverordnungs-Report 2005. Springer, Berlin, Heidelberg, New York.
  2. AMB 2004, 38, 70 und 95b.
  3. AMB 2005, 39, 5.
  4. AMB 2003, 37, 35.
  5. AMB 2005, 39, 81.
  6. AMB 2003, 37, 4 und 76a; 2005, 39, 37.
  7. AMB 2005, 39, 31b.
  8. AMB 2004, 38, 30b.
  9. AMB 2006, 40, 4.
  10. AMB 2006, 40, im Druck.

 

Schlagworte zum Artikel

 

 

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