Wir verwenden Cookies, damit DER ARZNEIMITTELBRIEF optimal für Sie funktioniert. Mit der Nutzung unserer Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

  

COVID-19-Therapie: Aktuelles zum Stellenwert der Antikoagulation


Der Stellenwert einer Antikoagulation in der COVID-19-Therapie bleibt vorerst unsicher. Bei intensivpflichtigen COVID-19-Patienten ist eine höher dosierte Antikoagulation, wie sie seit Mitte 2020 in vielen Zentren routinemäßig praktiziert wird, aktuellen vorläufigen Studiendaten zufolge möglicherweise mit einem ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis verbunden, während mäßig schwer erkrankte (nicht intensivpflichtige) hospitalisierte COVID-19-Patienten profitieren dürften. Viele Fragen sind jedoch noch offen, und die endgültigen Ergebnisse mehrerer laufender kontrollierter randomisierter Studien bleiben abzuwarten. Keine generellen Empfehlungen für eine Antikoagulation können derzeit gegeben werden bei leicht erkrankten (ambulanten) COVID-19-Patienten und bei entlassenen Patienten nach einer COVID-19-Erkrankung. Definitiv keine Indikation für eine Antikoagulation haben asymptomatische SARS-CoV-2-positiv getestete Personen.

 

weiterlesen

  

Der erste zugelassene adenovirale Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2: ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222)


Die durch den ersten in der Europäischen Union zugelassenen Adenovirus-basierten Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 (zuvor AZD1222; AstraZeneca) induzierte Immunität – gemessen an der Induktion neutralisierender Antikörper und spezifischer T-Zellen – ist vergleichbar mit den beiden bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffen, auch bei älteren Menschen. Die klinische Wirksamkeit, also der Schutz vor Erkrankung an COVID-19, liegt bei ca. 70%. Bei einem Vergleich der Wirksamkeit von ChAdOx1 nCoV-19 mit den beiden zugelassenen mRNA-Vakzinen muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Studien mit der ChAdOx1 nCoV-19-Vakzine in 4 Einzelstudien und 3 Regionen der Welt (Großbritannien, Brasilien, Südafrika) durchgeführt wurden. Das Auftauchen stärker ansteckender Virusmutationen in diesen Ländern und das nicht sehr einheitliche Behandlungsprotokoll in den 4 Studien mit der ChAdOx1 nCoV-19-Vakzine (z.B. Dosis, Impfintervall) erlauben keine indirekten Vergleiche mit den mRNA-Impfstoffen.

 

weiterlesen

 

Hinweis: die bisher zu den 3 zugelassenen Impfstoffen erschienenen Artikel können kostenfrei als ebook heruntergeladen werden


 

zum ebook

  

Die beiden ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19


Für die ersten beiden in der EU am 21.12.2020 (BNT162b2) und am 6.1.2021 (mRNA-1273) bedingt zugelassenen mRNA Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 ist nachgewiesen, dass sie bei den untersuchten Personengruppen und den im letzten Quartal 2020 prävalenten Virusvarianten über einen Zeitraum von mindestens 2-3 Monaten symptomatische COVID-19-Infektionen und schwere Verläufe verhindern können. Erfreulicherweise wirken sie auch bei den am meisten durch COVID-19 Bedrohten, den älteren Menschen. Einige wichtige Personengruppen wurden in den Studien jedoch nicht oder nur unzureichend untersucht: Immunsupprimierte, Schwangere, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen ≥ 80 Jahre. Die Ergebnisse dürfen also nicht ohne weiteres auf diese übertragen werden. Auch sollten die genannten relativen Zahlen zur Wirksamkeit (95% bzw. 94,1%) mit großer Vorsicht bewertet werden, denn sie sind an relativ wenigen Infizierten erhoben worden. Da der Impfschutz nicht vollständig ist, die Nachbeobachtungszeit erst wenige Wochen beträgt und die Antikörperspiegel mit der Zeit sinken, kann die Dauer der protektiven Immunität nicht sicher beurteilt werden. Weitere offene Fragen zur Wirksamkeit betreffen …

 

weiterlesen

  

"Frozen shoulder": frühe intraartikuläre Glukokortikosteroid-Injektionen vorteilhaft


Bei einer "Frozen shoulder" mit Symptomdauer unter einem Jahr führte eine intraartikuläre Injektion mit Glukokortikosteroiden zu einer klinisch signifikanten Besserung der Schmerzen innerhalb von 6 Wochen. Dieser Effekt hält bis zu 6 Monaten an. Ein zusätzliches Bewegungsprogramm mit einfachen Übungen, Stretching und Physiotherapie kann den Erfolg dieser Behandlung im Laufe eines Jahres wahrscheinlich noch verbessern. Patienten müssen über den Langzeitverlauf und die bezüglich der Funktionalität oft günstige Prognose im Hinblick auf eine konstruktive Mitarbeit bereits beim ersten Arztkontakt gut aufgeklärt werden.

 

weiterlesen

  

Mini-Dosis Edoxaban bei hochbetagten Patienten mit Vorhofflimmern


Bei hochbetagten Japanern mit nicht valvulärem Vorhofflimmern und Kontraindikationen für eine orale Antikoagulation in den zugelassenen Standarddosierungen hatte eine Mini-Dosis Edoxaban (15 mg/d) hinsichtlich der Prävention von Schlaganfällen und Thromboembolien eine günstige Nutzen-Risiko-Relation. Dies ist das Ergebnis einer bemerkenswerten randomisierten kontrollierten Studie, die an knapp 1.000 Patienten über 80 Jahre (mittleres Alter 86,6 Jahre) durchgeführt wurde (ELDERCARE-AF). Ein Überlebensvorteil ergab sich jedoch nicht. Bevor ein derartiges Vorgehen in die Praxis umgesetzt wird, muss dieser Befund jedoch an hochbetagten Europäern überprüft werden. Bei Patienten dieser Altersgruppe ist mit einer anderen Pharmakogenetik und -kinetik zu rechnen. Ungerechtfertigt reduzierte Dosierungen von DOAK könnten mit erhöhter Mortalität assoziiert sein.

 

weiterlesen

  

Primäre Behandlung chronischer Schlafstörungen bei Erwachsenen: Verhaltenstherapie versus Schlafmittel


Anhaltende Schlafstörungen bei Erwachsenen und ihre Behandlung sind ein sehr häufiges Problem in der Hausarztmedizin. Schafstörungen haben ja zuletzt durch die vielen Unsicherheiten und Ängste zugenommen und betreffen auch vermehrt junge Menschen. Eine aktuelle randomisierte Studie zeigt, dass eine initiale Behandlung chronischer Schlafstörungen mit einfachen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ähnlich wirksam ist wie eine Behandlung mit einem Hypnotikum (Remissionsrate ca. 35%). Allerdings verlängerten Hypnotika (hier Zolpidem bzw. Trazodon) die Schlafdauer stärker als die angewendeten verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. Eine Behandlungssequenz mit primärer Verhaltenstherapie und anschließender dreimonatiger Weiterbehandlung der „Non-Responder“ mit Hypnotika (oder vice versa) erhöht die Remissionsrate auf 50%-60%. Diese Ergebnisse bestätigen die Empfehlungen geltender Behandlungsleitlinien, wonach eine kognitive Verhaltenstherapie wegen der vielen unerwünschten Wirkungen einer Langzeittherapie mit Hypnotika die erste Wahl bei Behandlung von Schlaflosigkeit ist. Hausärzte sollten sich mit dieser Technik vertraut machen.

 

weiterlesen

  

Der Hype um Cannabidiol


Immer mehr Kranke und Gesunde experimentieren mit Cannabidiol (CBD)-haltigen Ölen, Kapseln, Salben, Aromen, Kaugummis, e-liquids für E-Zigaretten oder Kosmetika. Überall schießen CBD-Automaten und Hanfshops aus dem Boden, und es gibt kaum eine günstige Wirkung, die dieser mysteriösen Substanz nicht zugesprochen wird.


weiterlesen