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Die beiden ersten zugelassenen mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19


Für die ersten beiden in der EU am 21.12.2020 (BNT162b2) und am 6.1.2021 (mRNA-1273) bedingt zugelassenen mRNA Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 ist nachgewiesen, dass sie bei den untersuchten Personengruppen und den im letzten Quartal 2020 prävalenten Virusvarianten über einen Zeitraum von mindestens 2-3 Monaten symptomatische COVID-19-Infektionen und schwere Verläufe verhindern können. Erfreulicherweise wirken sie auch bei den am meisten durch COVID-19 Bedrohten, den älteren Menschen. Einige wichtige Personengruppen wurden in den Studien jedoch nicht oder nur unzureichend untersucht: Immunsupprimierte, Schwangere, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen ≥ 80 Jahre. Die Ergebnisse dürfen also nicht ohne weiteres auf diese übertragen werden. Auch sollten die genannten relativen Zahlen zur Wirksamkeit (95% bzw. 94,1%) mit großer Vorsicht bewertet werden, denn sie sind an relativ wenigen Infizierten erhoben worden. Da der Impfschutz nicht vollständig ist, die Nachbeobachtungszeit erst wenige Wochen beträgt und die Antikörperspiegel mit der Zeit sinken, kann die Dauer der protektiven Immunität nicht sicher beurteilt werden. Weitere offene Fragen zur Wirksamkeit betreffen …

 

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"Frozen shoulder": frühe intraartikuläre Glukokortikosteroid-Injektionen vorteilhaft


Bei einer "Frozen shoulder" mit Symptomdauer unter einem Jahr führte eine intraartikuläre Injektion mit Glukokortikosteroiden zu einer klinisch signifikanten Besserung der Schmerzen innerhalb von 6 Wochen. Dieser Effekt hält bis zu 6 Monaten an. Ein zusätzliches Bewegungsprogramm mit einfachen Übungen, Stretching und Physiotherapie kann den Erfolg dieser Behandlung im Laufe eines Jahres wahrscheinlich noch verbessern. Patienten müssen über den Langzeitverlauf und die bezüglich der Funktionalität oft günstige Prognose im Hinblick auf eine konstruktive Mitarbeit bereits beim ersten Arztkontakt gut aufgeklärt werden.

 

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Mini-Dosis Edoxaban bei hochbetagten Patienten mit Vorhofflimmern


Bei hochbetagten Japanern mit nicht valvulärem Vorhofflimmern und Kontraindikationen für eine orale Antikoagulation in den zugelassenen Standarddosierungen hatte eine Mini-Dosis Edoxaban (15 mg/d) hinsichtlich der Prävention von Schlaganfällen und Thromboembolien eine günstige Nutzen-Risiko-Relation. Dies ist das Ergebnis einer bemerkenswerten randomisierten kontrollierten Studie, die an knapp 1.000 Patienten über 80 Jahre (mittleres Alter 86,6 Jahre) durchgeführt wurde (ELDERCARE-AF). Ein Überlebensvorteil ergab sich jedoch nicht. Bevor ein derartiges Vorgehen in die Praxis umgesetzt wird, muss dieser Befund jedoch an hochbetagten Europäern überprüft werden. Bei Patienten dieser Altersgruppe ist mit einer anderen Pharmakogenetik und -kinetik zu rechnen. Ungerechtfertigt reduzierte Dosierungen von DOAK könnten mit erhöhter Mortalität assoziiert sein.

 

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Primäre Behandlung chronischer Schlafstörungen bei Erwachsenen: Verhaltenstherapie versus Schlafmittel


Anhaltende Schlafstörungen bei Erwachsenen und ihre Behandlung sind ein sehr häufiges Problem in der Hausarztmedizin. Schafstörungen haben ja zuletzt durch die vielen Unsicherheiten und Ängste zugenommen und betreffen auch vermehrt junge Menschen. Eine aktuelle randomisierte Studie zeigt, dass eine initiale Behandlung chronischer Schlafstörungen mit einfachen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ähnlich wirksam ist wie eine Behandlung mit einem Hypnotikum (Remissionsrate ca. 35%). Allerdings verlängerten Hypnotika (hier Zolpidem bzw. Trazodon) die Schlafdauer stärker als die angewendeten verhaltenstherapeutischen Maßnahmen. Eine Behandlungssequenz mit primärer Verhaltenstherapie und anschließender dreimonatiger Weiterbehandlung der „Non-Responder“ mit Hypnotika (oder vice versa) erhöht die Remissionsrate auf 50%-60%. Diese Ergebnisse bestätigen die Empfehlungen geltender Behandlungsleitlinien, wonach eine kognitive Verhaltenstherapie wegen der vielen unerwünschten Wirkungen einer Langzeittherapie mit Hypnotika die erste Wahl bei Behandlung von Schlaflosigkeit ist. Hausärzte sollten sich mit dieser Technik vertraut machen.

 

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Invasive Zervixkarzinome nehmen durch die HPV-Impfung ab – eine bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden


In Schweden wird seit 2007 allen Mädchen zwischen 13-17 Jahren empfohlen, sich gegen das Humane Papillomavirus (HPV) impfen zu lassen und es wurde in den Schulen ein HPV-Impfprogramm eingeführt. Zudem wurde ein freiwilliges Nachverfolgungsprogramm entwickelt. Eine große bevölkerungsbasierte Studie mit über 1,6 Mio Teilnehmerinnen zeigt nun, dass die Inzidenz des invasiven Zervixkarzinoms in den letzten Jahren beträchtlich reduziert werden konnte. Von den über 1.6 Mio Mädchen und Frauen in dem Nachsorgeregister waren 527.871 geimpft, davon 83,2% vor dem 17. Lebensjahr. Im analysierten Nachbeobachtungszeitraum bis Dezember 2017 wurde bei 19 geimpften und 538 ungeimpften Frauen ein invasives Zervixkarzinom diagnostiziert. Nach Berücksichtigung aller verfügbaren Einflussgrößen betrug die Inzidenz-Ratio bei Frauen, die vor ihrem 17. Lebensjahr geimpft wurden 0,12, bei Frauen, die zwischen dem 17.-30. Lebensjahr geimpft wurden 0,47 und bei den ungeimpften Frauen 5,27.  Somit besteht in Ländern, in denen die Akzeptanz für die HPV-Impfung weiter hoch bleibt, die Chance, dass das invasive Zervixkarzinom ganz verschwindet. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, sollten regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen beibehalten werden.

 

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Der Hype um Cannabidiol


Immer mehr Kranke und Gesunde experimentieren mit Cannabidiol (CBD)-haltigen Ölen, Kapseln, Salben, Aromen, Kaugummis, e-liquids für E-Zigaretten oder Kosmetika. Überall schießen CBD-Automaten und Hanfshops aus dem Boden, und es gibt kaum eine günstige Wirkung, die dieser mysteriösen Substanz nicht zugesprochen wird.


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Neue europäische Medizinprodukte-Verordnung wegen der SARS-CoV-2-Pandemie um ein Jahr verschoben


Über die vielen Probleme bei der Bewertung, Zulassung sowie Überwachung von Medizintechnikprodukten in Europa haben wir in der Vergangenheit immer wieder berichtet. Am 26. Mai 2020 sollte nun endlich die neue europäische Verordnung zu Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika in Kraft treten. Über einige Inhalte dieser längst überfälligen Novelle informieren wir in unserem Beiblatt (LINK). Wegen der SARS-CoV-2-Pandemie wurde die Verordnung nun aber erst einmal um ein Jahr verschoben. Das wird viele der Hersteller freuen, für die Verbraucher bedeutet das ein weiteres Jahr Unsicherheiten. Trotz allem Verständnis für die Konzentration auf die Bewältigung der Pandemie, dürfen wir solche wichtigen Reformen nicht aus den Augen verlieren. Eine Rückkehr zur Umsetzung der neuen Medizinprodukte-Verordnung in der ursprünglich geplanten Form und zu einem frühen möglichen Termin halten wir für dringend erforderlich.


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