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SGLT2-Hemmer in aller Munde – Kommt nach Diabetes und Herzinsuffizienz nun bald auch die Zulassung für Patienten mit Niereninsuffizienz?


Seit 9 Jahren sind verschiedene Hemmstoffe des Natrium-Glukose-Cotransporters-2 (SGLT-2) zur oralen Behandlung des Diabetes Mellitus zugelassen. Sie sind eher schwache Blutzuckersenker, weshalb meist eine Kombinationsbehandlung erfolgen muss. Sie gehören jedoch zu den wenigen Antidiabetika mit nachgewiesenem Nutzen hinsichtlich der kardiovaskulären Morbidität und Letalität. Dieser Nutzen tritt unabhängig von der Blutzuckersenkung auf und ist auch bei Patienten ohne Diabetes nachgewiesen. Zwei SGLT2- Hemmer haben bereits eine Zulassung für die Behandlung der Herzinsuffizienz erhalten – unabhängig davon, ob ein Diabetes vorliegt oder nicht. Auch in die nationale Versorgungsleitlinie zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz sollen SGLT2-Hemmer in den Behandlungsalgorithmus aufgenommen werden (Konsultationsfassung), trotz einiger Caveats. Sie können in zweiter Linie bei einer kleinen Subgruppe eingesetzt werden (..). Eine weitere Ausweitung der Indikation steht nun wahrscheinlich bevor. Bei niereninsuffizienten Personen verzögerte Dapagliflozin, unabhängig von der Ursache der Nierenerkrankung, in einer randomisierten plazebokontrollierten Studie (DAPA-CKD) die weitere Abnahme der Nierenfunktion und führte sogar zu einem Überlebensvorteil. Dennoch ist es derzeit viel zu früh, SGLT2-Hemmer bei allen niereninsuffizienten Patienten einzusetzen. Auch in der DAPA- CKD-Studie finden sich einige sehr wichtige Unsicherheiten.

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Therapie hospitalisierter COVID-19-Patienten mit Janus-Kinase-Inhibitoren


Der Verlauf von COVID-19 kann in 8 Stadien eingeteilt werden, wobei die letzten 4 als schwer zu bezeichnen sind (Abbildung). Diese Stadien können mit der Viruslast und der immunologischen Reaktion korreliert werden. Eine antivirale Therapie macht nur in den frühen Stadien Sinn – also, wenn keine oder nur geringe Symptome bestehen. Danach fällt die Viruslast ab und die Entzündungsreaktion dominiert das pathologische Geschehen. Daraus ergeben sich für die verschiedenen medikamentösen Ansätze therapeutische Zeitfenster.

 

Wir berichten über eine brasilianische Studie, in der gezeigt werden konnte, dass die Kombination eines JAK-Hemmers (Tofacitinib) mit einem Glukokortikosteroid die Letalität bei hospitalisierten Patienten mit COVID-19-Pneumonie senken kann. Damit steht, nach Glukokortikosteroiden und Anti-IL6-Antikörpern, eine weitere Wirkstoffgruppe zur Verfügung, für die ein Überlebensvorteil bei Patienten mit COVID-19-Pneumonie gezeigt werden konnte.

 

 

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Irrationale Verordnungen von Schilddrüsenhormonenn


Hauptindikation für Schilddrüsenhormone ist die symptomatische Hypothyreose, z.B. nach einer Thyreoiditis oder nach Thyreoidektomie. Dagegen ist die milde subklinische Hypothyreose – Definition: erhöhtes TSH < 10 mU/l bei normalen Werten von fT4 und fT3 – bei jüngeren Personen meist keine Behandlungsindikation. Eine Untersuchung aus den USA zeigt jedoch, dass Levothyroxin seit Jahren unverändert häufig bei subklinischen Hypothyreosen, und nicht selten sogar bei normaler Schilddrüsenfunktion verordnet wird. Thyroxin gehört auch hierzulande zu den am häufigsten verordneten Medikamenten überhaupt und wahrscheinlich auch zu den am häufigsten irrational verordneten.

 

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Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen SARS-CoV-2: erster mRNA-Impfstoff für Heranwachsende ab 12 Jahren zugelassen


Wir fassen wir die Ergebnisse einer randomisierten plazebokontrollierten Studie mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 (Comirnaty®) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-15 Jahren zusammen. Es zeigte sich in dieser Studie eine gute Wirksamkeit, jedoch auch häufig Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Wir sind jedoch der Meinung, dass auf Basis der bisher vorliegenden Daten eine generelle Impfempfehlung bei Kindern und Jugendlichen nicht gerechtfertigt ist.

 

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Zur Sicherheit der mRNA-Vakzine gegen SARS-CoV-2 in der Schwangerschaft


Das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 ist in der Schwangerschaft erhöht. Derzeit gibt es keine offensichtlichen Hinweise für Sicherheitsbedenken einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen im 3. Trimenon. Für Impfungen im Zeitraum der Konzeption und frühen Schwangerschaft ist die Datenlage noch unklar. Das Risiko für den Säugling durch die Impfung einer stillenden Mutter scheint gering.

 

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Therapie bei COVID-19: Aktuelles zur Antikoagulation


Bei ambulanten Patienten im Stadium 1 (ambulante Behandlung, milde Symptome, ohne zusätzlichen O2-Bedarf) wird keine routinemäßige Antikoagulation empfohlen. Eine Antikoagulation mit NMH in prophylaktischer Dosierung kann, soll aber nach individueller Abwägung von höherem Thrombose- und Blutungsrisiko erwogen werden. Bei Patienten im Krankenhaus, sowohl im Stadium 2 als auch im Stadium 3 ist eine prophylaktische Standard-NMH-Dosierung als Routinevorgehen empfehlenswert.

 

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Leichte Muskelbeschwerden unter Statinen – meist kein kausaler Zusammenhang


Um herauszufinden, ob Beschwerden kausal mit der Anwendung eines Arzneimittels zusammenhängen, erhalten Teilnehmer in sog. "N = 1-Studien" über mehrere Behandlungsperioden Plazebo oder das verdächtigte Arzneimittel, wobei die Reihenfolge zufällig festgelegt wird. Dieses Design wurde kürzlich in der SAMSON-Studie mit 60 Patienten mit Muskelbeschwerden unter Statinen ohne relevante Erhöhung der CK verwendet. Es konnte kein Zusammenhang gefunden werden zwischen der Einnahme von Atorvastatin und der Häufigkeit oder Schwere der Symptome im Vergleich zu Plazebo. Solche Studien könnten dazu beitragen, den Nozebo-Effekt von Statinen zu überwinden.

 

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Österreichisches Konsensus-Statement zur Behandlung der therapieresistenten Depression


Im März 2021 hat die Österreichische Gesellschaft für Neuropsychopharmakologie und Biologische Psychiatrie (ÖGPB) ein "Konsensus-Statement" zur Diagnose und Behandlung der therapieresistenten Depression veröffentlicht. Dieses Statement hat beträchtliche inhaltliche und formale Mängel. Die Autoren haben erhebliche Interessenskonflikte mit pharmazeutischen Unternehmern, die das Statement "freundlich unterstützt" haben. Diese Publikation ist als ein weiteres Beispiel anzusehen, wie Leitlinien und Empfehlungen für die Praxis nicht entwickelt werden sollten.

 

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Semaglutid: die Spritze zum Abnehmen?


Adipositas wird heute als globale Epidemie angesehen. Sie ist mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen und mit einer signifikant erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert. Bei adipösen Menschen führt eine Gewichtsabnahme um 5% bereits zu positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Grundlage des Gewichtsmanagements bei Adipositas ist eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Damit ist ein Gewichtsverlust von 5-7% zu erzielen. Zur Unterstützung bzw. Verstärkung der Gewichtsabnahme kommen auch Arzneimittel, diverse Implantate und chirurgische Eingriffe in Frage. Diese Maßnahmen reduzieren nachweislich das Körpergewicht, haben aber zugleich teils erhebliche Nebenwirkungen, die berücksichtigt werden müssen. Zuletzt sind zwei Substanzgruppen aus der Diabetestherapie in den Fokus der Adipositasbehandlung getreten.

 

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Hinweis: die bisher zu den zugelassenen Impfstoffen erschienenen Artikel können kostenfrei als ebook heruntergeladen werden


 

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