Chronische lymphatische Leukämie: Erstlinientherapie mit neuen Wirkstoffen

AMB 2019, 53, 49

Zusammenfassung: Die Therapiestrategien der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL), der häufigsten Leukämie bei Erwachsenen in Deutschland, haben sich in den letzten 5 Jahren deutlich verändert. Grund hierfür ist die Zulassung neuer Arzneimittel, die durch Hemmung von Kinasen (z.B. Ibrutinib, Idelalisib) die Signalübertragung über den B-Zell-Rezeptor bei Patienten mit CLL unterbrechen bzw. das antiapoptotisch (programmierter Zelltod) wirkende Protein BCL-2 hemmen (Venetoclax). Diese neuen Arzneimittel wurden zunächst bei Patienten mit rezidivierter bzw. refraktärer CLL untersucht, inzwischen aber auch bei Patienten in der Erstlinientherapie verglichen mit der bisherigen Standardtherapie: Kombination verschiedener Zytostatika, z.B. Chlorambucil, Fludarabin, Cyclophosphamid, Bendamustin, mit monoklonalen Antikörpern (moAk), die gegen das CD20-Antigen auf B-Lymphozyten gerichtet sind.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse aus mehreren randomisierten kontrollierten Studien in der Erstlinientherapie der CLL sprechen für eine bessere Wirksamkeit von Ibrutinib gegenüber dem bisherigen Standard (Chemo-/Immuntherapie), belegen jedoch nicht eindeutig einen Vorteil der Kombination von Ibrutinib mit anti-CD20 moAk gegenüber der Monotherapie mit Ibrutinib. Offene Fragen zu Ibrutinib betreffen vor allem das Nebenwirkungsprofil bei langfristiger Anwendung und den Verlauf der CLL nach Absetzen bei schweren Nebenwirkungen. Venetoclax kann derzeit hinsichtlich Wirksamkeit, Sicherheit und Überlegenheit gegenüber Therapiealternativen in der Erstlinientherapie der CLL nicht sicher beurteilt werden, denn die Nachbeobachtungsdauer der vorliegenden Studien ist zu kurz und – mit einer Ausnahme – fehlen aussagekräftige Ergebnisse randomisierter kontrollierter Studien. Beide Arzneimittel, Ibrutinib und Venetoclax, sind sehr teuer; die Jahrestherapiekosten für die Monotherapie liegen bei ca. 80.000 €…bitte Artikel abonnieren

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