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	<title>5-ASA Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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		<title>Durch Medikamente induzierte Pankreatitis. Mechanismen und genetische Prädispositionen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/durch-medikamente-induzierte-pankreatitis-mechanismen-und-genetische-praedispositionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2002 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammenfassung: Die akute Pankreatitis ist gekennzeichnet durch eine hohe Komorbidität. Bei nekrotisierenden Verlaufsformen beträgt die Letalität 15%. Gallensteine und Alkohol sind die häufigsten pathogenetischen Auslöser. Durch Medikamente verursachte akute Pankreatitiden sind relativ selten (1-3% der Patienten). Da sie jedoch als iatrogen anzusehen sind, ist ihre Diagnostik und Pathophysiologie besonders wichtig. Zur Analyse des möglichen kausalen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Zusammenfassung: Die akute Pankreatitis ist gekennzeichnet durch eine hohe Komorbidität. Bei nekrotisierenden Verlaufsformen beträgt die Letalität 15%. Gallensteine und Alkohol sind die häufigsten pathogenetischen Auslöser. Durch Medikamente verursachte akute Pankreatitiden sind relativ selten (1-3% der Patienten). Da sie jedoch als iatrogen anzusehen sind, ist ihre Diagnostik und Pathophysiologie besonders wichtig. Zur Analyse des möglichen kausalen Zusammenhangs zwischen der Einnahme bestimmter Medikamente und dem Auftreten einer Pankreatitis wurde die Literatur bis zum Jahr 2001 kritisch gesichtet und die daraus abzuleitende Kausalität in <i>weitgehend gesichert</i>, <i>wahrscheinlich</i> und <i>fraglich</i> eingeteilt.</b></p>
<p><b>Einleitung:</b> Die Inzidenz der akuten Pankreatitis scheint in den westlichen Ländern zuzunehmen (1). Ätiologisch ist eine Choledocholithiasis bei 40-50% der Patienten der häufigste Auslöser. Die durch Alkohol induzierte Pankreatitis wird mit einer Häufigkeit von 30-40% angegeben; ca. 25% der akuten Pankreatitiden werden als idiopathisch bezeichnet, weil anamnestische oder klinische Hinweise auf die Ätiologie fehlen. Auf Grund neuerer Untersuchungen muß davon ausgegangen werden, daß bei vielen Patienten mit idiopathischer akuter Pankreatitis eine genetische Prädisposition, d.h. eine sogenannte hereditäre Pankreatitis vorliegt. Durch Medikamente induzierte akute Pankreatitiden sind mit einer geschätzten Häufigkeit von 1-3% selten. Ihre Pathogenese ist weitgehend ungeklärt. Diskutiert wird u.a. eine Sensibilisierung des exokrinen Pankreas für exogene physiologische oder pathologische Stimuli mit vorzeitiger intrapankreatischer Aktivierung von Verdauungsproteasen. Dieser Mechanismus ist bei der durch Insektizide vom Typ der Cholinesterase-Inhibitoren induzierten Pankreatitis belegt und bei der durch Östrogene verursachten Pankreatitis wahrscheinlich. Ein zweiter Mechanismus ist die Beeinträchtigung der mitochondrialen Atmungskette im exokrinen Pankreas. Dieser Mechanismus wird bei der Ciclosporin-assoziierten Pankreatitis vermutet. Bei den meisten Medikamenten, die mit einer Pankreatitis in Verbindung gebracht werden, ist jedoch der Schädigungsmechanismus noch nicht aufgeklärt. Dies gilt auch für die häufige und klinisch oft besonders schwer verlaufende Pankreatitis, die unter der modernen AIDS-Therapie (HAART = <b>H</b>ighly <b>A</b>ctive <b>A</b>ntiretroviral <b>T</b>herapies) beobachtet wird.</p>
<p><b>Klassifizierung der durch Medikamente induzierten Pankreatitis:</b> Die vorliegende Arbeit basiert auf der Analyse von Übersichtsarbeiten und auf einer ausführlichen Recherche von ca. 200 Einzelfallberichten, die in Abhängigkeit von ihrer Plausibilität eingestuft wurden. Die Einteilung erfolgte in die Kategorien: <i>weitgehend gesicherter</i> Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Auftreten der Pankreatitis bzw. <i>wahrscheinlicher</i> und <i>fraglicher</i> Zusammenhang. Die Klassifikation erfolgte in Anlehnung an die Arbeit von Karch und Lasagna (2; Tab. 1). Acht Übersichtsarbeiten dienten als Grundlage der Bewertung (3-10). Neben den Bewertungskriterien einer ausreichenden Plausibilität für eine medikamentös induzierte Pankreatitis wurden grundsätzlich nur Berichte mit gut dokumentierten Angaben zur Diagnosesicherung der akuten Pankreatitis berücksichtigt. Hierzu zählten: definierte Erhöhung der Pankreasenzyme im Serum, Nachweis einer Pankreatitis durch bildgebende Verfahren und charakteristische klinische Symptome. Kalzifikationen im Pankreas oder ein irregulär geformter Pankreasgang in der ERP wurden als chronische Pankreatitis gewertet; diese Patienten wurden nicht in die Analyse eingeschlossen.</p>
<p>In einer von Eland et al. 1999 veröffentlichten Studie wurden insgesamt 55 Patienten berücksichtigt, die dem niederländischen Zentrum für Nebenwirkungsüberwachung (Center for Monitoring of Adverse Reactions; 45 Fälle) und dem Institut LAREB (Netherlands Pharmacovigilance Foundation; 13 Berichte) gemeldet wurden (4). Es lagen drei Doppelregistrierungen vor. 11 Patienten wurden ausgeschlossen, da sich die Diagnose einer akuten Pankreatitis retrospektiv nicht verifizieren ließ; 5 Fälle wurden einer chronischen Pankreatitis zugeschrieben, und in 6 weiteren Fällen waren die Kriterien einer möglichen medikamentösen Ursache nicht erfüllt. Bei 10 Patienten war ein plausibler zeitlicher Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und dem Auftreten einer akuten Pankreatitis nicht herzustellen. Die Analyse der verbleibenden 34 Fälle ergab folgende Resultate: es fand sich eine positive Reexposition bei <i>Azathioprin</i>, <i>Cimetidin</i>, <i>Interferon alfa</i>, <i>Methyldopa</i>, <i>Olsalazin</i> sowie <i>Oxyphenbutazon</i>. Des weiteren konnte eine <i>definitive</i> Assoziation mit <i>Metronidazol</i> auf Grund zweimaliger Schübe einer akuten Pankreatitis nach Metronidazol-Gabe hergestellt werden. Als <i>wahrscheinlich</i> wurde in dieser Analyse der Kausalzusammenhang mit folgenden Medikamenten eingestuft: <i>Doxycyclin</i>, <i>Enalapril</i>, <i>Famotidin</i>, <i>Ibuprofen</i> (jeweils ein Fall), <i>Mesalazin</i> (2 Fälle) sowie ein Fallbericht über <i>Sulindac</i> ohne weitere Begleitmedikation mit drei Pankreatitisschüben binnen 15 Monaten unter Therapie. Ein <i>möglicher</i> Kausalzusammenhang ergab sich bei folgenden Medikamenten: <i>Alendronsäure</i> (ein Fall einer 33jährigen Patientin, die an der Pankreatitis starb), <i>Captopril</i> (ein Fall; 2 Schübe einer akuten Pankreatitis im Abstand von 18 Monaten unter der bestehenden Medikation), <i>Ciclosporin</i>, <i>Ciprofibrat</i>, <i>Didanosin</i>, <i>Ibuprofen</i>, <i>Lamivudin</i>, <i>Mesalazin</i>, <i>Tetracyclin</i> (jeweils ein Fall). Darüber hinaus fanden sich Patienten mit gleichzeitiger Einnahme von <i>Metronidazol/Wismut mit Tetracyclin</i> (ein Fall), <i>Nelfinavir/Nevirapin mit Azidothymidin</i> (ein Fall), <i>Sulindac mit Ergotamin</i> (ein Fall) und <i>Propyphenazon mit Paracetamol und Koffein</i>.</p>
<p>In einer erst kürzlich erschienenen, sehr gut recherchierten Veröffentlichung von Andersen et al. (3), die auf 47 spontanen Berichten einer durch Medikamente induzierten Pankreatitis in Dänemark in den Jahren 1968-1999 beruht, wurden als <i>gesicherte</i> Ursache für eine akute Pankreatitis folgende Medikamente eingeordnet: <i>Mesalazin</i> (9 Fälle), <i>Azathioprin</i> (5 Fälle) und <i>Simvastatin</i> (ein Fall). Bei allen Fällen war zumindest ein Pankreatitisschub bei Reexposition dokumentiert (Mesalazin 3 Fälle, Azathioprin 2 Fälle, Simvastatin ein Fall). Bei dem Patienten mit Simvastatin bestand keine weitere Begleitmedikation. Als <i>wahrscheinlich</i> verursachend wurden folgende Medikamente eingestuft: <i>5-Aminosalizylsäure-Präparate</i> (11 Fälle), <i>ACE-Hemmer</i> (2 Fälle), <i>Östrogene</i> (2 Fälle), <i>nichtsteroidale Antiphlogistika</i> (NSAID; ein Fall), <i>Nitrofurantoin</i> (ein Fall), <i>Valproinsäure</i> (4 Fälle), <i>Codein</i> (ein Fall), <i>antivirale Substanzen in der AIDS-Therapie</i> (5 Fälle, <i>Stavudin</i> mit 2 Fällen), <i>Interferon alfa</i> (2 Fälle), <i>Paracetamol</i> (ein Fall), <i>Griseofulvin</i> (ein Fall), <i>Ticlopidin</i> (ein Fall), <i>Allopurinol</i> (ein Fall), <i>Antidepressiva</i> (3 Fälle), <i>Cholesterin senkende Medikamente</i> (3 Fälle), <i>Lithium/Clozapin</i> (2 Fälle), <i>Furosemid</i> (ein Fall) sowie eine <i>Kombinations-Impfung gegen Masern und Mumps</i> (MMR, ein Fall).</p>
<p>In einer weiteren Arbeit von Werth et al. (5), die auf Erfahrungen der schweizerischen Arzneimittel-Nebenwirkungszentrale (SANZ) in den Jahren 1981-1993 beruht und 24 Fälle berücksichtigte, zeigte sich als häufigste Ursache der Pankreatitiden eine Medikation mit <i>Sulfonamid-Derivaten</i> (5 Fälle), <i>Valproinsäure</i> (3 Fälle) und <i>NSAID</i> (2 Fälle). Einzelfallberichte in der Schweiz liegen über <i>Paracetamol</i>, <i>Asparaginase</i>, <i>Azathioprin</i>, <i>Ceftriaxon</i>, <i>Kortikosteroide</i>, <i>Ciclosporin</i>, <i>Cytarabin</i>, <i>Didanosin</i>, <i>Doxycyclin</i>, <i>Felodipin</i>, <i>Fluconazol</i>, <i>Germanium</i>, <i>Pentamidin</i> sowie <i>Phenprocoumon</i> vor. Leider gibt es in dieser Arbeit keine weiteren Ausführungen zur Wertigkeit der einzelnen Substanzen hinsichtlich einer wiederholten Exposition oder der Begleitmedikation, so daß eine Einordnung nach den in Tab. 1 angegebenen Kriterien nicht möglich ist.</p>
<p>In einer Metaanalyse der englischsprachigen Literatur von Mallory et al. (9) wurde eine <i>sichere</i> Assoziation des Auftretens einer akuten Pankreatitis mit folgenden Medikamenten hergestellt: <i>Azathioprin</i> (Reexposition positiv), <i>Hydrochlorothiazid</i> (keine Reexpositionsdaten), <i>Östrogene</i> (Reexposition positiv), <i>Furosemid</i>, <i>Sulfonamide</i> und <i>Tetracycline</i>. Als <i>wahrscheinlich</i> waren folgende Medikamente kausal mit dem Auftreten einer akuten Pankreatitis verknüpft: <i>Asparaginase</i>, (<i>Hyperkalziämie)</i>, <i>Chlortalidon</i>, <i>Kortikosteroide</i>, <i>Etacrynsäure</i>, <i>Phenformin</i> sowie <i>Procainamid</i>.</p>
<p>Die Auswertung der Daten ist in den Tab. 2 und 3 systematisch und alphabetisch wiedergegeben. Es muß als Versuch angesehen werden, das derzeitige Wissen über die medikamentös induzierte Pankreatitis in komprimierter und übersichtlicher Weise darzustellen. Experimentelle Daten stehen leider nur sehr begrenzt zur Verfügung, und eine Reexposition ist aus ethischen Gründen oft nicht vertretbar. Bei der Bewertung der Plausibilität des Kausalzusammenhangs muß auch berücksichtigt werden, daß die Grunderkrankung selbst mit einer Pankreatitis assoziiert sein kann. Dies gilt insbesondere für die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, deren Therapie nicht selten das Immunsuppressivum Azathioprin und 5-Aminosalizylsäure-Präparate beinhaltet (11-16). Somit ist oft nicht zu klären, ob die Therapie des M. Crohn oder die häufigere Inzidenz von Pankreatitiden bei M. Crohn für die Assoziation verantwortlich ist. Eine neuere Studie konnte inzwischen einen erhöhtes relatives Risiko auch für Azathioprin allein belegen (9). Im gleichen Maße ist dies auch für HIV-Therapeutika (HAART) zu postulieren, da sowohl die Proteasen-Inhibitoren und die Nukeosid-Analoga als auch die HIV-Erkrankung selbst mit einer erhöhten Prävalenz akuter Pankreatitiden assoziiert sind (17-20). Neben der postulierten direkten Schädigung des Pankreas durch das Medikament im Sinne z.B. einer Idiosynkrasie könnten auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) Ursache der Pankreatitis sein. Dies wird zum Beispiel bei Patientinnen vermutet, die unter der Einnahme von weiblichen Geschlechtshormonen eine Hyperlipidämie oder Thrombosen entwickeln (21-23). Andererseits wurde gezeigt, daß Östrogene auch die Sensibilität des Pankreas für exogene Stimuli verändern (24) und bei bestehender genetischer Prädisposition eine Pankreatitis auslösen können (25). Leider gelingt es auch im Tierversuch nicht immer, die pathogenetische Ursache einer medikamentös induzierten Pankreatitis aufzuklären (26). Auf Grund neuerer Untersuchungen wird aber immer wahrscheinlicher, daß auch genetische Faktoren an der medikamentös induzierten Pankreatitis beteiligt sind (27), indem z.B. Patienten für die Entwicklung einer Pankreatitis prädisponiert werden oder die Metabolisierung bestimmter Medikamente so verändert ist, daß sie verstärkt UAW entfalten.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
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<li>Karch, F.E., und Lasagna, L.: Clin. Pharmacol. Ther. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=837643&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1977, <b>21</b>, 247.</a></li>
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</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2002/07/Abbildung-2002-49-3.gif" alt="Abbildung 2002-49-3.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Mesalazin (5-ASA) oder Budesonid zur Therapie des mäßig aktiven Schubes bei M. Crohn?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/mesalazin-5-asa-oder-budesonid-zur-therapie-des-maessig-aktiven-schubes-bei-m-crohn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 1998 10:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[5-Aminosalizylsäure]]></category>
		<category><![CDATA[5-ASA]]></category>
		<category><![CDATA[Budesonid]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch entzündliche Darmerkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[M. Crohn]]></category>
		<category><![CDATA[Mesalazin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Systemisch wirkende Glukokortikoide sind beim akuten Schub des M. Crohn Medikamente der ersten Wahl. So kann durch eine Therapie mit Prednison in absteigender Dosierung (z.B. initial 60 mg/d, Reduktion über 7 Wochen auf 10 mg/d) in ca. 70% eine Remission erreicht werden. Gleichzeitig treten aber häufig (bei bis zu 70% der so behandelten Patienten) Nebenwirkungen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Systemisch wirkende Glukokortikoide sind beim akuten Schub des M. Crohn Medikamente der ersten Wahl. So kann durch eine Therapie mit Prednison in absteigender Dosierung (z.B. initial 60 mg/d, Reduktion über 7 Wochen auf 10 mg/d) in ca. 70% eine Remission erreicht werden. Gleichzeitig treten aber häufig (bei bis zu 70% der so behandelten Patienten) Nebenwirkungen auf. Verschiedene Studien belegen, daß auch durch eine hochdosierte Therapie mit 5-ASA-Präparaten (4 g/d) bei Patienten mit mäßig-aktivem M. Crohn eine Remission erreicht werden kann (1, 2). Seit einigen Jahren wird auch Budesonid zur Therapie des aktiven M. Crohn eingesetzt (3). Budesonid ist ein hochpotentes Steroid mit einer 15 bis 20mal höheren Rezeptoraffinität als Prednison. Nach intestinaler Absorption unterliegt Budesonid in der Leber einem hohen &#8222;First-pass-Effekt&#8220;, wodurch Abbauprodukte mit niedriger Rezeptoraffinität entstehen und weniger systemische Nebenwirkungen resultieren. In einer dänischen Studie von Thomsen, O.O., et al. wurde jetzt die remissionsinduzierende Wirkung von Budesonid und 5-ASA miteinander verglichen (4).</p>
<p>In die Studie wurden 182 Patienten mit mäßig aktivem M. Crohn &#8211; definiert durch einen Crohn s Disease Activity Index (CDAI) zwischen 200 und 400 Punkten &#8211; aufgenommen, die einen Befall des Ileums, der Ileozökalregion oder des Colon ascendens hatten. Entsprechend der Freisetzungskinetik der verwendeten Präparate von Budesonid und 5-ASA war in diesen Abschnitten des Intestinaltraktes mit den höchsten luminalen Wirkstoffkonzentrationen zu rechnen. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert und 16 Wochen lang behandelt. Patienten der ersten Gruppe erhielten oral 9 mg Budesonid/d (Entocort), die der zweiten oral 4 g 5-ASA/d (Pentasa). 77 Patienten der Gruppe 1 (83%) und 50 Patienten der Gruppe 2 (56%) konnten 16 Wochen lang nach obigem Schema behandelt werden. Primärer Endpunkt war eine klinische Remission mit einem CDAI von < 150 Punkten.

Tabelle 1 gibt die Ergebnisse wieder. Bei Patienten mit relativ hoher Krankheitsaktivität (CDAI zwischen 300 und 400 Punkten) konnte durch Budesonid in nur 42% und durch 5-ASA in nur 11% eine Remission erreicht werden. Auch bei Patienten mit alleinigem Kolonbefall lagen die Remissionsraten niedriger als in der Gesamtgruppe (56% vs. 23%). Schwere Nebenwirkungen traten in der Gruppe der mit 5-ASA behandelten Patienten häufiger auf (abdominelle Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen).

<B>Fazit:</B> Bei Patienten mit mäßig aktivem M. Crohn und Befall des Ileums, Colon ascendens oder beiden ist Budesonid wirksamer als 5-ASA. Bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität (definiert durch einen CDAI > 300 Punkten) und bei Patienten mit Befall der distalen Darmabschnitte (Kolon und Rektum) sind systemisch wirkende Steroide weiterhin Mittel der 1. Wahl (5).</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Singleton, J.W., et al.: Gastroenterology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8482443&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>104</B>, 1293</a>.<br />2. Groos, V., et al.: Z. Gastroenterologie <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7502549&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <B>33</B>, 581</a>.<br />3. AMB 1994, <B>28</B>, 84.<br />4. Thomsen, O.O., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9691103&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>339</B>, 370</a>.<br />5. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5866" target="_blank" rel="noopener">AMB1997, <B>31</B>, 71a</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/1998/10/Abbildung-1998-78a-1.gif" alt="Abbildung 1998-78a-1.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Rezidivprophylaxe beim M. Crohn mit 5-Aminosalizylsäure-Präparaten -eine Metaanalyse</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/rezidivprophylaxe-beim-m-crohn-mit-5-aminosalizylsaeure-praeparaten-eine-metaanalyse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 1998 11:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[5-Aminosalizylsäure]]></category>
		<category><![CDATA[5-ASA]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch entzündliche Darmerkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[M. Crohn]]></category>
		<category><![CDATA[Mesalazin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Betreuung von Patienten mit M. Crohn ist das Rezidiv ein häufiges Problem. Die Häufigkeit klinisch relevanter Rezidive innerhalb von zwei Jahren nach Überwinden des akuten Schubes beträgt ca. 50% bis 70%. Ziel einer remissionserhaltenden Therapie ist somit die Senkung dieses Risikos. Verschiedene Studien zur Remissionserhaltung nach konservativer Therapie oder Operation hatten deutlich unterschiedliche [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Betreuung von Patienten mit M. Crohn ist das Rezidiv ein häufiges Problem. Die Häufigkeit klinisch relevanter Rezidive innerhalb von zwei Jahren nach Überwinden des akuten Schubes beträgt ca. 50% bis 70%. Ziel einer remissionserhaltenden Therapie ist somit die Senkung dieses Risikos. Verschiedene Studien zur Remissionserhaltung nach konservativer Therapie oder Operation hatten deutlich unterschiedliche Ergebnisse, was u.a. durch die verschiedenen Definitionen der Remissionsphase bzw. des Rezidivs und durch unterschiedliche diagnostische Verfahren begründet ist. Faßt man die verschiedenen Studien zur Remissionserhaltung mit 5-Aminosalizylsäure (5-ASA, Mesalazin) in einer Metaanalyse zusammen (Am. J. Gastroenterol. 1994, <B>89</B>, 692), senkt die Behandlung mit 5-ASA das Rezidivrisiko innerhalb von zwei Jahren um ca. 20% bis 25%. Dies bedeutet, daß von fünf Patienten mit M. Crohn ein Patient von der Rezidivprophylaxe profitiert. Vor diesem Hintergrund hat eine Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (Z. Gastroenterologie 1997, <B>35</B>, 541) die Rezidivprophylaxe zwar generell befürwortet; eine Charakterisierung der Patienten, die mit höherer Wahrscheinlichkeit von einer Rezidivprophylaxe profitieren, war aufgrund der Datenlage jedoch nicht möglich.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund verdient die neueste Metaanalyse zur Rezidivprophylaxe beim M. Crohn Beachtung (Gastroenterology 1997, <B>113</B>, 1465). In diese Metaanalyse wurden von 185 Studien 15 kontrolliert-randomisierte Therapiestudien aufgenommen. Darin wurde das klinisch relevante Rezidiv als ein Wiederanstieg des M. Crohn-Aktivitäts-Index auf über 150 Punkte bzw. als ein Anstieg um 60 bis 100 Punkte über den Ausgangswert verstanden. In die Metaanalyse gingen Studien ein, in denen mikroverkapselte 5-ASA-Präparate bzw. Präparate verwendet wurden, die den Wirkstoff pH-abhängig freisetzen. 5-ASA wurde in Dosierungen von 1 bis 4 g/d eingesetzt. Die Remission konnte durch konservative Verfahren (10 Studien), chirurgische Strategien (3 Studien) und kombinierte Verfahren (medikamentös und chirurgisch, 2 Studien) erreicht werden. Die Nachbeobachtungsphase reichte von 4 bis 48 Monate. Der Anteil der Patienten mit Ileumbefall variierte von 12% bis 65% (65% entspricht einem selektionierten Patientenkollektiv!). Schon diese Angaben machen die große Heterogenität der verschiedenen Studien und des in die Auswertung eingegangenen Kollektivs von 2097 Patienten deutlich.</p>
<p>Als Ergebnis konnten die Autoren herausarbeiten, daß 5-ASA zwar statistisch signifikant die Rezidivrate senkt (-6,3%; 95%-Vertrauensintervall: -10,4% bis -2,1%); der klinische Wert ist aber eher gering. So sinkt das Risiko eines symptomatischen Rezidivs nach medikamentös-induzierter Remission um 4,7%, nach chirurgisch induzierter Remission um 13,1%. Das Risiko eines Rezidivs wird durch eine Therapie mit 5-ASA, insbesondere bei Patienten mit isoliertem Ileumbefall, Zustand nach chirurgisch induzierter Remission und langer Krankheitsdauer, gesenkt. Diese Beobachtungen erklären sich auch aus der Pharmakokinetik der Präparate, die im Ileum bzw. Ileozökalbereich die höchsten luminalen Wirkkonzentrationen erreichen. Der günstige Effekt bei Patienten, bei denen chirurgisch eine Remission erreicht wurde, ist allerdings nur durch vier Studien abgesichert. Die Nebenwirkungsrate der 5-ASA-Medikation ist mit 13,7% (Kontrollgruppe: 14,9%) niedrig; die Rezidivprophylaxe ist also gut verträglich. Leider wurde keine Differenzierung nach unterschiedlichen 5-ASA-Dosierungen durchgeführt, da nur in zwei Studien weniger als 2 g/d eingesetzt wurden. In Analogie zur Akuttherapie scheinen höhere Dosen (3-4 g/d) auch bei der Rezidivprophylaxe sinnvoll zu sein. Damit erhöhen sich aber die Tagestherapiekosten.</p>
<p><B>Fazit:</B> Eine Rezidivprophylaxe des M. Crohn mit 5-ASA ist bei Patienten mit Ileumbefall (Ileitis terminalis) und chirurgisch induzierter Remission wirksam. Dies ist jedoch nur eine kleine Subgruppe der Patienten mit M. Crohn. Ob die übrigen Patienten von einer höher dosierten 5-ASA-Rezidivprophylaxe profitieren, muß durch weitere Studien geklärt werden.</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Messon, A., et al.: Am. J. Gastroenterol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8172139&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1994, <B>89</B>, 692</a>.<br />2. Stange, E.F., et al.: Z. Gastroenterologie <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9340931&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>35</B>, 541</a>.<br />3. Cologero, C., et al.: Gastroenterology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9352848&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>113</B>, 1465</a>.</p>
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