<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>DIGAMI-Studie Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
	<atom:link href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/tag/digami-studie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link></link>
	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
	<lastBuildDate>Thu, 01 Apr 1999 10:06:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
	<item>
		<title>Vergessene Therapie des akuten Myokardinfarkts wiederentdeckt?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/vergessene-therapie-des-akuten-myokardinfarkts-wiederentdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 1999 10:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DIGAMI-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Glukose/Insulin/Kalium]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/1999/vergessene-therapie-des-akuten-myokardinfarkts-wiederentdeckt</guid>

					<description><![CDATA[<p>Vor mehr als 35 Jahren wurde von D. Sodi-Pallares et al. erstmals die Infusion von Glukose-lnsulin-Kalium (GIK) als Therapie beim akuten Myokardinfarkt beschrieben (1). Die Autoren berichteten damals über günstigere EKG-Verläufe, geringere lnzidenz von Arrhythmien und bessere Prognose unter GIK-Therapie (s.a. AMB 1997, 31, 72a und 96). Nach anfänglicher Verbreitung dieser Behandlungsform ergaben spätere klinische [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/vergessene-therapie-des-akuten-myokardinfarkts-wiederentdeckt/">Vergessene Therapie des akuten Myokardinfarkts wiederentdeckt?</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor mehr als 35 Jahren wurde von D. Sodi-Pallares et al. erstmals die Infusion von Glukose-lnsulin-Kalium (GIK) als Therapie beim akuten Myokardinfarkt beschrieben (1). Die Autoren berichteten damals über günstigere EKG-Verläufe, geringere lnzidenz von Arrhythmien und bessere Prognose unter GIK-Therapie (s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5868" target="_blank" rel="noopener">AMB 1997, <B>31</B>, 72a</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5902" target="_blank" rel="noopener">96</a>). Nach anfänglicher Verbreitung dieser Behandlungsform ergaben spätere klinische und experimentelle Untersuchungen teilweise kontroverse Resultate. Mit Aufkommen der Thrombolysetherapie und der Thrombozytenaggregationshemmung als primäre Behandlungsansätze beim akuten Myokardinfarkt geriet die Gabe von GIK fast völlig in Vergessenheit. Erneutes Interesse für die GIK-Therapie wurde 1997 durch die günstigen Ergebnisse der DIGAMI-Studie (2) und durch die Publikation einer Metaanalyse geweckt (3). In die Metaanalyse wurden ausschließlich randomisierte Studien mit adäquater GIK-Dosierung und ausreichend frühem Therapiebeginn eingeschlossen. Sämtliche Studien stammten aus der Ära vor der Thrombolysebehandlung. Die Autoren kamen zu dem bemerkenswerten Ergebnis, daß die Letalität im Krankenhaus beim akuten Myokardinfarkt (Zusammenfassung von 9 Studien mit 1932 Patienten) um 28% und in den vier Untersuchungen mit höherer GIK-Dosierung sogar um 48% gesenkt wurde. In einem begleitenden Editorial von C.S. Apstein wurde angesichts der Ergebnisse dieser Metaanalyse die Durchführung weiterer klinischer Studien als dringlich angesehen (4). Zudem wurde vermutet, daß die nur zögerliche Forschung und Evaluation dieser Therapie auch durch das Desinteresse der Pharmaindustrie mitbedingt ist, denn teure Thrombolytika ermöglichen Gewinne, während es bei der kostengünstigen GIK-Therapie nur bescheidene kommerzielle Möglichkeiten gibt.</p>
<p>Die Ergebnisse einer kontrollierten, randomisierten Multicenterstudie zur GIK-Therapie wurden kürzlich von R. Diaz et al. aus Argentinien publiziert (5). Eingeschlossen wurden 407 Patienten mit infarkttypischen Symptomen und Beschwerden von weniger als 24 Stunden Dauer. Nach Randomisierung wurden die Patienten drei Behandlungsarmen zugewiesen. Patienten in der GIK-Hochdosis-Gruppe erhielten 25%ige Glukoselösung mit 50 E Insulin und 80 mmol KCI/I bei einer Infusionsgeschwindigkeit von 1,5 ml/kg KG/h über 24 Stunden. Die Niedrigdosis-Gruppe erhielt 10%ige Glukoselösung mit 20 E Insulin und 40 mmol KCI/I bei einer lnfusionsgeschwindigkeit von 1,0 ml/kg KG/h. Die Kontroll-Gruppe erhielt nur die Standardtherapie. Die mittleren infundierten Volumina betrugen in der Hochdosis-Gruppe 2,4 l/24 h und bei der niedrigeren Dosierung 1,8 l/24 h. Alle drei Gruppen waren in ihren Ausgangsdaten im wesentlichen gleich. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 59 Jahre; in 35% handelte es sich um Vorderwandinfarkte. Insgesamt erhielten 252 Patienten (61,9%) eine Reperfusionstherapie, davon 95% eine thrombolytische Behandlung und 5% eine PTCA. 83% der Patienten erhielten ausschließlich einen peripheren venösen Zugang; bei 17% der GIK-Patienten kam es hierunter zu einer Phlebitis, jedoch bei keinem zu einer schweren Komplikation. In den GIK-Gruppen wurden erwartungsgemäß höhere Serumwerte von Glukose und Kalium nach 24 Stunden gemessen. Glukose- oder Elektrolytentgleisungen wurden jedoch nicht häufiger beobachtet. Trotz der großen Infusionsvolumina in den GIK-Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Inzidenz von Lungenstauung; in den GIK-Gruppen manifestierte sich sogar tendenziell seltener eine Herzinsuffizienz.</p>
<p>Beim Hauptendpunkt &#8222;Tod im Krankenhaus&#8220; ergab sich ein deutlicher Trend zugunsten der zusammengefaßten GIK-Behandlungsgruppen (6,5% versus 11,5% in der Kontroll-Gruppe) und beim kombinierten Endpunkt &#8222;Tod, Herzinsuffizienz und Kammerflimmern&#8220; ein signifikanter Unterschied (11,9% vs. 20,5%) zugunsten der GIK-Therapie. In der Subpopulation mit thrombolytischer Behandlung war der Behandlungsvorteil der GIK-Therapie noch ausgeprägter mit signifikanter Senkung des Risikos für den Tod im Krankenhaus (5,2% vs. 15,2%), entsprechend einer relativen Risikoreduktion von 66%. Das durchschnittliche Zeitintervall zwischen Beschwerde- und Behandlungsbeginn war mit 10 bis 11 Stunden relativ lang; um so bemerkenswerter ist die ausgeprägte Risikosenkung in den GIK-Gruppen. Bei frühem Beginn der GIK-Therapie war der Vorteil noch deutlicher.</p>
<p>Zwischen den beiden GIK-Dosierungen ergab sich hinsichtlich der Letalität im Krankenhaus kein Unterschied. Tendenziell waren unter der höheren Dosierung kardiale Dekompensationen häufiger und maligne Arrhythmien seltener. Allerdings ist die Patientenzahl insgesamt für eine Dosis-/Wirkungs-Untersuchung nicht ausreichend. Nach einem Jahr Nachbeobachtung war der Vorteil der GIK-Therapie zurückgegangen mit einer nicht mehr signifikanten Senkung der Letalität um 19% bzw. 33% bei den Patienten mit thrombolytischer Therapie. Hier zeigte sich jedoch immer noch ein signifikanter Vorteil in der GIK-Hochdosis-Gruppe, was auf eine größere Effektivität dieser Dosierung hinweist.</p>
<p>Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß die GIK-Therapie beim akuten Myokardinfarkt wirksam, sicher, leicht anzuwenden und kostengünstig ist. Unklar ist jedoch, ob und inwieweit die ausgeprägte relative Risikoreduktion bei den Patienten mit Thrombolyse-Behandlung durch die auffallend hohe &#8222;Krankenhausletalität&#8220; in der Kontroll-Gruppe mitbedingt ist. Sie betrug nach Thrombolyse 15,2% und war damit deutlich höher als in vergleichbaren Studien und auch höher als bei den nicht thrombolytisch behandelten Kontrollpatienten. Dies könnte Folge einer Selektion der Patienten sein, da die Indikation zur Thrombolysetherapie nicht randomisiert war und möglicherweise kränkere Patienten häufiger in dieser Weise behandelt wurden. Sicherlich wäre bei einer insgesamt geringeren Letalität der relative Vorteil der GIK-Therapie nicht so ausgeprägt. Auch war aus ethischen Gründen das Mitführen einer Kontroll-Gruppe mit Plazebo-Infusionsbehandlung wegen der zu erwartenden nachteiligen Wirkungen nicht möglich. Die Autoren und C.S. Apstein in seinem Editorial (6) weisen daher darauf hin, daß zur genaueren Abschätzung der Wirksamkeit dieser Therapie eine Untersuchung mit größerer Patientenzahl notwendig ist. Diese wurde von den Autoren bereits initiiert.</p>
<p><B>Fazit:</B> Es ist wohl immer noch keine klare Stellungnahme zur Wirksamkeit der Glukose-Kalium-Insulin-Infusion beim akuten Myokardinfarkt möglich. Immerhin wurde diese neue Studie aus Argentinien zur Veröffentlichung in der Zeitschrift Circulation angenommen.</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Sodi-Pallares, D., et al.: Am. J. Cardiol. 1962, <B>9</B>, 166.<br />2. Malmberg, K. for the DIGAMI (<B>D</B>iabetes mellitus, <B>I</B>nsulin <B>G</B>lucose infusion in <B>A</B>cute <B>M</B>yocardial <B>I</B>nfarction) study group: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9169397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>314</B>, 1512</a>.<br />3. Fath-Ourdoubadi, F.: Circulation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9286943&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>96</B>, 1152</a>.<br />4. Apstein, C.S.: Circulation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9286931&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>96</B>, 1074</a>.<br />5. Diaz, R., et al.: Circulation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9867443&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>98</B>, 2227</a>.<br />6. Apstein, C.S.: Circulation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9826307&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>98</B>, 2223</a>.</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/vergessene-therapie-des-akuten-myokardinfarkts-wiederentdeckt/">Vergessene Therapie des akuten Myokardinfarkts wiederentdeckt?</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leserbrief: Nochmals: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-nochmals-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 1997 11:11:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diabetes mellitus Typ 2]]></category>
		<category><![CDATA[DIGAMI-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Glukose/Insulin-Infusion]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Orale Antidiabetika]]></category>
		<category><![CDATA[Sulfonylharnstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[UGDP-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[UKPDS-Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/1997/leserbrief-nochmals-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf den Offenen Brief von Prof. Dr. Dr. h.c. Berger, Düsseldorf (s.AMB 1997, 31, 72b) hat jetzt das BfArM folgendermaßen geantwortet (gekürzt): Die Hypothese über ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit im Zusammenhang mit einer Sulfonylharnstoffbehandlung von Patienten mit NIDDM geht wesentlich auf die bereits Anfang der 70er Jahre veröffentlichte University Group [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-nochmals-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2/">Leserbrief: Nochmals: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den Offenen Brief von Prof. Dr. Dr. h.c. Berger, Düsseldorf (s.<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5869" target="_blank" rel="noopener">AMB 1997, <B>31</B>, 72b</a>) hat jetzt das BfArM folgendermaßen geantwortet (gekürzt):</p>
<p>Die Hypothese über ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit im Zusammenhang mit einer Sulfonylharnstoffbehandlung von Patienten mit NIDDM geht wesentlich auf die bereits Anfang der 70er Jahre veröffentlichte <B>U</B>niversity <B>G</B>roup <B>D</B>iabetes <B>P</B>rogram (UGDP) Study zurück, deren Randomisierung und statistische Analyse jedoch kritisiert wurden; die Ergebnisse werden daher weitgehend als nicht gesichert betrachtet (1).</p>
<p>Die 1997 publizierte DIGAMI-Study (<B>D</B>iabetes Mellitus, <B>I</B>nsulin <B>G</B>lucose Infusion in <B>A</B>cute <B>M</B>yocardial <B>I</B>nfarction Study; 2) untersuchte die Langzeitmortalität von Patienten mit akutem Herzinfarkt und diabetischer Stoffwechsellage. Diese Studie aktualisiert Ergebnisse aus einer Veröffentlichung von Zwischenergebnissen der DIGAMI-Studie aus dem Jahre 1995, und den weiteren Ausführungen liegt nur die neuere Publikation zugrunde.</p>
<p>306 Patienten erhielten initial eine lnsulin-Glukose-Therapie, nachfolgend weiter Insulin und wurden mit 314 Patienten unter &#8222;Standardtherapie&#8220; (Diät, Sulfonylharnstoffe, falls erforderlich auch Insulin) verglichen.</p>
<p>Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 3,4 Jahren waren 102 Todesfälle in der Insulin-Gruppe (33%) und 138 Todesfälle in der Kontroll-Gruppe (44%) aufgetreten. Das entspricht einem Unterschied zwischen beiden untersuchten Gruppen hinsichtlich der Mortalität von absolut 11% am Ende der Studienlaufzeit Der entsprechende Wert für das erste Jahr der Beobachtung betrug 7%. Es ergibt sich rechnerisch am Ende der Beobachtungszeit eine relative Reduktion der Mortalität von 28% in der Insulin-Gruppe gegenüber der Kontroll-Gruppe. Lediglich nach einer Subgruppen-Analyse konnte bei Patienten, die vor dem Auftreten des Myokardinfarktes kein Insulin benötigt hatten und &#8211; gemäß vorgegebener Definition &#8211; sowieso ein niedriges kardiovaskuläres Risiko aufwiesen, ein größerer Unterschied in der Anzahl der Todesfälle bzw. in der absoluten Reduktion der Mortalität (15%) am Ende der Beobachtungszeit festgestellt werden.</p>
<p>Die Aussagekraft der DIGAMI-Studie ist bezüglich des von Ihnen aufgeworfenen Problems dadurch eingeschränkt, daß<br /><UL></p>
<li>die Kontroll-Gruppe nicht gut beschrieben und offenbar hinsichtlich der antidiabetischen Therapie heterogen war; Patienten dieser Gruppe erhielten z.T. auch Insulin;</li>
<li>die Standardbehandlung (sowohl für die Insulin- wie für die Kontrollgruppe) bei Krankenhauseinweisung wegen eines Herzinfarktes nicht beschrieben ist;</li>
<li>in die Studie auch Patienten aufgenommen werden konnten, die zuvor keinen Diabetes hatten, aber akut eine diabetische Stoffwechsellage aufwiesen;</li>
<li>die Ergebnisse genau genommen nur für Patienten bei und nach akutem Herzinfarkt zutreffen;</li>
<li>der Endpunkt &#8222;long term all cause mortality&#8220; war.</li>
<p></UL><br />Auch diese Studie ist also zur Übertragbarkeit der Ergebnisse auf das Gesamtkollektiv von Patienten mit NIDDM und koronarer Herzkrankheit und damit zur Stützung Ihrer Risikoannahme allein nicht hinreichend geeignet.<br />Zur Zeit werden in der UK Prospective Study (UKPDS) Vor- und Nachteile verschiedener Therapiemöglichkeiten für Patienten mit NIDDM auch hinsichtlich kardiovaskulärer Erkrankungen untersucht (1, 3, 4).</p>
<p>In die Diskussion sind auch die experimentellen Arbeiten zu den Sulfonylharnstoffwirkungen einzubeziehen. Die Arbeit von Cleveland, J.C., et al. (5) beschreibt eine Assoziation zwischen Langzeiteinfluß von Sulfonylharnstoffen und der Verhinderung der ischämischen Präkonditionierung von isoliertem humanem Myokardgewebe.</p>
<p>Wir erachten es gegenwärtig für sinnvoll, die Ergebnisse der UKPDS abzuwarten, die für das nächste Jahr angekündigt sind. Beim jetzigen, wenig gefestigten Kenntnisstand zu dem diskutierten Sachverhalt halten wir regulatorische Entscheidungen zu den oralen Antidiabetika, vor allem zu den Sulfonylharnstoffen, für nicht ausreichend begründet.</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Krentz, A.J., et al.: Drug Safety <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7848543&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1994, <B>11</B>, 223</a>.<br />2. Malmberg, K.: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9169397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>314</B>, 1512</a>.<br />3. Webster; M.W.I., und Scott, R.S.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9250280&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997,<B>350</B> Suppl. l, SI 23</a>.<br />4. Turner, R.C., und Holman, R.R.: Ann. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8949976&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>28</B>, 439</a>.<br />5. Cleveland, J.C., et al.: Circulation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9236412&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>96</B>, 29</a>.</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-nochmals-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2/">Leserbrief: Nochmals: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leserbrief: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. Offener Brief an das BfArM</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2-offener-brief-an-das-bfarm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 1997 10:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Diabetes mellitus Typ 2]]></category>
		<category><![CDATA[DIGAMI-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Glukose/Insulin-Infusion]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Orale Antidiabetika]]></category>
		<category><![CDATA[Sulfonylharnstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[UGDP-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[UKPDS-Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/1997/leserbrief-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2-offener-brief-an-das-bfarm</guid>

					<description><![CDATA[<p>(&#8230;) Neuerliche tierexperimentelle Untersuchungen haben den Verdacht aus einer früheren prospektiven randomisiert kontrollierten lnterventionsstudie (1) erhärtet, daß die orale Therapie mit Sulfonylharnstoffen zumindestens bei denjenigen Typ-2-Diabetikern mit einer koronaren Herzkrankheit ein erhebliches Gefährdungspotential bei Zuständen koronarer Minderdurchblutung nach sich zieht (2) (&#8230;) Neuerliche prospektive Untersuchungen in Schweden haben einen erheblichen Unterschied in der Prognose (Mortalität) [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2-offener-brief-an-das-bfarm/">Leserbrief: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. Offener Brief an das BfArM</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(&#8230;) Neuerliche tierexperimentelle Untersuchungen haben den Verdacht aus einer früheren prospektiven randomisiert kontrollierten lnterventionsstudie (1) erhärtet, daß die orale Therapie mit Sulfonylharnstoffen zumindestens bei denjenigen Typ-2-Diabetikern mit einer koronaren Herzkrankheit ein erhebliches Gefährdungspotential bei Zuständen koronarer Minderdurchblutung nach sich zieht (2) (&#8230;)</p>
<p>Neuerliche prospektive Untersuchungen in Schweden haben einen erheblichen Unterschied in der Prognose (Mortalität) bei Typ-2-Diabetikern nach einem Myokardinfarkt zwischen einer mit oralen Antidiabetika und einer mit Insulin (relative Reduktion der Mortalität um 29%) behandelten Gruppe ergeben (3). Dieser alarmierende Befund ist unserer Ansicht nach und zufolge einer öffentlichen Diskussion während des Jahreskongresses der American Diabetes Association in Boston in der vergangenen Woche durchaus mit einer negativen Wirkung der Sulfonylharnstoffe auf das hypoxische Myokard vereinbar.</p>
<p>Ich möchte daher hiermit das Bundesinstitut auffordern, diesen für mindestens 50% der 4 Mio. Typ-2-Diabetiker in Deutschland relevanten Sachverhalt zu überprüfen, zur Sicherung bzw. Entkräftung der hypothetischen Schädlichkeit der Sulfonylharnstoffe bei diabetischen Patienten mit koronarer Herzkrankheit entsprechende Untersuchungen zu veranlassen und bis zu deren Abschluß sicherzustellen, daß eine entsprechende Warnung in die Produktinformation aufgenommen wird.</p>
<p>Prof. Dr. Dr. h.c. M. Berger<br />Klinik für Stoffwechselerkrankungen und Ernährung, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. UGDP-Studie: Diabetes 1970,<B>19</B> Suppl. 2, 785.<br />2. Leibowitz, G., und Cerasi, E.: Diabetologia <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8739909&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>39</B>, 503</a>.<br />3. DIGAMI-Studie; Malmberg, K., et al.: J. Am. Coll. Cardiol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7797776&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <B>26</B>, 57</a> sowie Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9169397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>314</B>, 1512</a>.</p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-sulfonylharnstoffe-in-der-therapie-des-diabetes-mellitus-typ-2-offener-brief-an-das-bfarm/">Leserbrief: Sulfonylharnstoffe in der Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. Offener Brief an das BfArM</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
