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	<title>E. coli Nissle Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
	<lastBuildDate>Sat, 01 Jan 2000 11:04:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>E. coli Nissle zur Behandlung, Remissionsinduktion und Rezidivprophylaxe bei Colitis ulcerosa</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/e-coli-nissle-zur-behandlung-remissionsinduktion-und-rezidivprophylaxe-bei-colitis-ulcerosa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2000 11:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch entzündliche Darmerkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Colitis ulcerosa]]></category>
		<category><![CDATA[E. coli Nissle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der mögliche Zusammenhang zwischen der Darmflora und der Pathogenese bzw. dem Verlauf der Colitis ulcerosa ist in den letzten Jahren zunehmend Gegenstand von Grundlagenstudien und klinischen Arbeiten geworden. Der AMB berichtete zuletzt über eine Studie von W. Kruis et al., bei der die Wirksamkeit der Rezidivprophylaxe mit einem standardisierten E.-coli-Präparat (E. coli Nissle 1917) untersucht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der mögliche Zusammenhang zwischen der Darmflora und der Pathogenese bzw. dem Verlauf der Colitis ulcerosa ist in den letzten Jahren zunehmend Gegenstand von Grundlagenstudien und klinischen Arbeiten geworden. Der AMB berichtete zuletzt über eine Studie von W. Kruis et al., bei der die Wirksamkeit der Rezidivprophylaxe mit einem standardisierten E.-coli-Präparat (E. coli Nissle 1917) untersucht wurde (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5964" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 54</a>). Bei dieser Untersuchung an 120 Patienten mit inaktiver Colitis ulcerosa war E. coli Nissle in der Remissionserhaltung ähnlich wirksam wie Mesalazin; allerdings war die Aussagekraft der Untersuchung durch die sehr kurze Nachbeobachtungsphase (3 Monate) deutlich eingeschränkt.</p>
<p>Im Lancet wurden nun die Ergebnisse einer weiteren Studie zu standardisiertem E. coli Nissle bei Colitis ulcerosa von B. Rembacken et al. aus Leeds vorgelegt (Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10466665&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>354</B>, 635</a>). Eingeschlossen wurden 116 Patienten mit klinisch und koloskopisch aktiver Colitis ulcerosa. Nach Randomisierung in eine E.-coli- und eine Mesalazin-Gruppe erhielten alle Patienten eine einwöchige Antibiose mit 240 mg Gentamicin/d oral, um die native E.-coli-Flora zu supprimieren. Patienten der E.-coli-Gruppe erhielten zusätzlich 2 mal 2 magensaftresistente Kapseln mit 2,5 x 1010 lebenden E. coli Nissle 1917, Patienten der Mesalazin-Gruppe 3 mal 800 mg Mesalazin. Nach Remissionsinduktion erfolgte eine Erhaltungstherapie mit 2 mal 1 Kapsel E. coli Nissle bzw. bei Patienten der Mesalazin-Gruppe mit 3 mal 400 mg Mesalazin. Patienten beider Gruppen erhielten daneben bei milder Proktitis im akuten Schub Hydrocortison-Einläufe und bei schwereren Verläufen 30 bzw. 60 mg Prednisolon/d oral. Hydrocortison-Einläufe wurden maximal 2 Wochen lang appliziert, die Prednisolon-Medikation über maximal 4 Monate ausgeschlichen. Alle 2 Monate erfolgten Nachuntersuchungen und bei Rezidivverdacht eine Bestätigung durch Sigmoidoskopie.</p>
<p>Die Eingangsdaten beider Gruppen waren gleich. Von 59 Patienten in der Mesalazin-Gruppe erreichten 44 (75%) die Remission, in der E.-coli-Gruppe 39 von 57 (68%, n.s.). Hinsichtlich der Zeit bis zur Remission fand sich ebenfalls kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Die Nebenwirkungsrate war insgesamt gering und in beiden Gruppen gleich. Während der einjährigen Nachbeobachtung erlitten 32 Patienten (73%) in der Mesalazin-Gruppe und 26 Patienten (67%) in der E.-coli-Gruppe ein Rezidiv (Unterschied ebenfalls nicht signifikant). Die Autoren kommen zum Schluß, daß die Therapie und die Rezidivprophylaxe mit E. coli Nissle nach einwöchiger Vorbehandlung mit Gentamicin gleich wirksam wie Mesalazin ist.</p>
<p>Weiter zu prüfen ist nun, ob sich additive Effekte bei einer Kombinationstherapie von Mesalazin mit E. coli Nissle zeigen. Kritisch anzumerken ist, daß E.-coli-Präparate, Probiotika und &#8222;functional food&#8220; durch die vertreibenden Firmen für eine Vielzahl von nicht haltbaren Indikationen beworben werden. Die hier berichteten positiven Ergebnisse können nicht auf andere, nicht geprüfte Indikationen übertragen werden. Eine lesenswerte Übersicht von G.T. Macfarlane und J. Cummings zu den Grundlagen und therapeutischen Möglichkeiten von Probiotika findet sich im British Medical Journal (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10195977&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>318</B>, 999</a>). Die Autoren betonen darin, daß es notwendig ist, solche Behandlungsansprüche mit substantiellen Daten zu unterlegen und entsprechende klinische Prüfungen durchzuführen.</p>
<p><B>Fazit:</B> Die Änderung der Darmflora mit E. coli Nissle ist eine interessante und gut verträgliche neuartige Behandlung zur Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa. Unklar ist derzeit jedoch, ob durch eine Kombinationstherapie mit Mesalazin auch additive Effekte zu erzielen sind.</p>
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		<title>Rezidivprophylaxe mit E. coli Nissle bei Colitis ulcerosa?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/rezidivprophylaxe-mit-e-coli-nissle-bei-colitis-ulcerosa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 1998 10:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch entzündliche Darmerkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Colitis ulcerosa]]></category>
		<category><![CDATA[E. coli Nissle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Pathogenese chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen ist trotz intensiver Bemühungen nicht geklärt und eine kausale Therapie bisher nicht möglich. In den letzten Jahren konnten zahlreiche Befunde erhoben werden, die der sogenannten physiologischen Darmflora eine wichtige Rolle in der Pathogenese zusprechen. So können z.B. Lymphozyten aus entzündlich veränderter Darmschleimhaut durch bakterielle Antigene stimuliert werden (sogenannter Toleranzverlust), ein Phänomen, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Pathogenese chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen ist trotz intensiver Bemühungen nicht geklärt und eine kausale Therapie bisher nicht möglich. In den letzten Jahren konnten zahlreiche Befunde erhoben werden, die der sogenannten physiologischen Darmflora eine wichtige Rolle in der Pathogenese zusprechen. So können z.B. Lymphozyten aus entzündlich veränderter Darmschleimhaut durch bakterielle Antigene stimuliert werden (sogenannter Toleranzverlust), ein Phänomen, das sich bei Kontrollen nicht findet Auch ist bei den meisten Tiermodellen entzündlicher Darmerkrankungen die Entwicklung der Entzündung von der Anwesenheit luminaler Bakterien abhängig. Weiterhin sind bei Patienten mit Colitis ulcerosa die adhäsiven E.-coli-Stämme bzw. enterohämorrhagischen E.-coli-Stämme signifikant häufiger. Vor diesem Hintergrund war es naheliegend, durch Veränderung der Darmflora bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen den Krankheitsverlauf bessern zu können. Die möglichen Effekte von E. coli Nissle 1917 (Mutaflor) auf den Krankheitsverlauf bei Patienten mit Colitis ulcerosa in Remission wurde in einer doppeltblinden Studie mit einer standardisierten Rezidivprophylaxe verglichen (Kruis, W., et al.: Aliment. Pharmacol. Ther. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9354192&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>11</B>, 853</a>).</p>
<p>In diese Studie wurden 120 Patienten mit inaktiver Colitis ulcerosa (im Mittel 12 bis 14 Monate in Remission) aufgenommen. Die Mehrzahl der Patienten (66%) hatten eine Proktitis bzw. Proktosigmoiditis ulcerosa. Die Patienten wurden in zwei Gruppen randomisiert und erhielten 2mal 500 mg Mesalazin (5-Aminosalizylsäure, z.B. Claversal, Salofalk)/d plus Plazebo (Gruppe 1) bzw. 200 mg/d des E.-coli-Stamms Nissle 1917 (Serotyp 06: K5 : H1) (entsprechend 50 x 10<sub>9</sub> lebende E.-coli-Bakterien) plus Plazebo (Gruppe 2). Der Studienzeitraum betrug 3 Monate. Insgesamt konnten 103 Patienten ausgewertet werden. Zielkriterium war die Häufigkeit klinischer Rezidive einschließlich endoskopisch oder histologisch erfaßbarer Veränderungen.</p>
<p>Es zeigte sich in Gruppe 1 eine Rezidivrate von 11,3% und in Gruppe 2 von 16% (statistisch kein Unterschied). Tendenziell fand sich in Gruppe 2 ein etwas höherer Krankheitsaktivitätsindex (ebenfalls nicht signifikante Unterschiede). Am Ende der Studie konnten bei der histopathologischen Beurteilung der Biopsien keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nachgewiesen werden. Auf den ersten Blick kann aus diesen Daten der Schluß gezogen werden, daß E. coli Nissle ähnlich effektiv wie Mesalazin die Rezidivrate bei Patienten mit Colitis ulcerosa senkt. Der Beobachtungszeitraum dieser Studie war mit 3 Monaten jedoch sehr kurz und die Patientengruppe mit 120 Patienten relativ klein. Unter der Voraussetzung, daß die Spontanrezidivrate bei Patienten mit Colitis ulcerosa &#8211; wie in der Literatur angegeben (Miner; P., et al.: Dig. Dis. Sci. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7851193&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <B>40</B>, 296</a>) &#8211; innerhalb von 3 Monaten 25 bis 35% beträgt, müßten bei einer Rezidivrate von 16% nach Einnahme von E. coli Nissle 1917 182 bis 315 Patienten (!) in eine Studie eingeschlossen werden, um einen signifikanten Vorteil gegenüber einer Plazebo-Behandlung nachzuweisen. Sind zwischen zwei Behandlungsprinzipien keine sehr großen Unterschiede zu erwarten, sind aus statistischen Gründen mit relativ kleinen Studien keine Aussagen möglich. Weiterhin ist völlig unklar, ob die Einnahme von E. coli Nissle 1917, ähnlich wie Mesalazin, protektiv bezüglich einer möglichen Malignomentwicklung wirkt. Bevor diese und andere Fragen nicht beantwortet sind, kann über den Nutzen von E. coli Nissle 1917 bei der Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa nicht entschieden werden.</p>
<p><B>Fazit:</B> Ein Wechsel von Mesalazin zu E.-coli-Präparaten zur Erhaltung der Remission bei Patienten mit Colitis ulcerosa ist nach diesen Ergebnissen nicht gerechtfertigt.</p>
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