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	<title>Erythropoietin Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
	<lastBuildDate>Sat, 10 Jan 2015 12:31:50 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Neue Metaanalyse zur Letalität unter Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffen bei Patienten mit Tumoranämie</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/neue-metaanalyse-zur-letalitaet-unter-erythropoese-stimulierenden-wirkstoffen-bei-patienten-mit-tumoranaemie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2015 12:30:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anämie]]></category>
		<category><![CDATA[Bronchialkarzinom]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Karzinome]]></category>
		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
		<category><![CDATA[Tumoranämie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2009, 43, 37 Neue Metaanalyse zur Letalität unter Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffen bei Patienten mit Tumoranämie Auf Metaanalysen zu Wirksamkeit und Risiken der rekombinanten humanen Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffe (erythropoiesis-stimulating agents = ESA) zur Behandlung der Anämie bei Tumorpatienten sind wir in den letzten Jahren wiederholt eingegangen (1-3). Diese Metaanalysen basierten auf Auswertung der in der Fachliteratur publizierten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2009, <strong>43</strong>, 37</p>
<h2>Neue Metaanalyse zur Letalität unter Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffen bei Patienten mit Tumoranämie</h2>
<p>Auf Metaanalysen zu Wirksamkeit und Risiken der rekombinanten humanen Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffe (erythropoiesis-stimulating agents = ESA) zur Behandlung der Anämie bei Tumorpatienten sind wir in den letzten Jahren wiederholt eingegangen (1-3). Diese Metaanalysen basierten auf Auswertung der in der Fachliteratur publizierten klinischen Studien. Eine aktuelle, umfassende Metaanalyse hat demgegenüber individuelle Patientendaten von insgesamt 53 randomisierten kontrollierten Studien (RCT) mit 13 933 Patienten ausgewertet, von denen 7 634 (55%) mit ESA behandelt wurden und 6 299 (45%) im Kontroll-Arm waren (4). Diese Metaanalyse wurde unter Leitung deutscher Hämatologen und Biometriker sowie Schweizer Epidemiologen durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der medizinischen Fakultät der Universität Köln und Oncosuisse finanziell unterstützt. Für diese Analyse haben auch pharmazeutische Hersteller von ESA (Johnson &amp; Johnson, Hoffmann-La Roche, AMGEN) sowie die Leiter internationaler klinischer Studien Daten zur Verfügung gestellt. Eine Chemotherapie zur Behandlung der Tumorerkrankung (vorwiegend Mammakarzinom und gynäkologische Tumore sowie Bronchialkarzinom) erhielten die Patienten in 38 der 53 eingeschlossenen klinischen Studien (72%), eine Bestrahlung in drei (6%) und eine kombinierte Behandlung (Chemotherapie plus Bestrahlung) in fünf (9%) der berücksichtigten RCT. In weiteren fünf RCT (9%) wurden weder eine Chemo- noch eine Strahlentherapie verabreicht. Primäre Endpunkte der Metaanalyse waren Letalität während der aktiven Studienphase (Zeitraum von Randomisierung bis 28 Tage nach Beendigung der Studie) und Gesamtüberleben aller Patienten bzw. der Patienten unter Chemotherapie. Gleichzeitig wurde die Qualität der Studien (z.B. Verfahren der Randomisierung, Verblindung, langfristige Beobachtung, vorzeitiger Abbruch) bewertet. Die Gabe von ESA erhöhte die Letalität während der aktiven Studienphase (Hazard Ratio = HR: 1,17; 95%-Konfidenzintervall = CI: 1,06-1,30) und verschlechterte das Gesamtüberleben (HR: 1,06; CI: 1,00-1,12). Auch bei den 10 441 Patienten mit Chemotherapie erhöhte die Gabe von ESA die Letalität (HR: 1,10; CI: 0,98-1,24) und verschlechterte das Gesamtüberleben (HR: 1,04; CI: 0,97-1,11). Bemerkenswert waren die Defizite in der Qualität der RCT. So wurde nur in 16 der 53 Studien (30%) über die Art der Randomisierung adäquat berichtet. Das Überleben war primärer Endpunkt in nur fünf (9%) und sekundärer Endpunkt in 15 (28%) der RCT. Etwa ein Viertel der Studien wurde vorzeitig beendet. Obwohl die eingeschlossenen Studien klinisch sehr unterschiedliche Patientenkollektive und verschiedene ESA bzw. Applikationsintervalle der ESA umfassten, war die Heterogenität der Ergebnisse hinsichtlich der primären Endpunkte in den RCT sehr gering. Aussagen zu Auswirkungen eines On-label- bzw. Off-label-use der ESA auf die primären Endpunkte waren nicht möglich. Diese Metaanalyse konnte die in klinischen Studien früher geäußerte Vermutung nicht bestätigen, nämlich dass eine ungleiche Verteilung der initialen Patientenmerkmale zwischen experimentellem und Kontrollarm die erhöhte Letalität unter ESA erklären könnte. Erhöhte Letalität und Verschlechterung des Gesamtüberlebens unter bzw. nach Gabe von ESA waren in den RCT mit guter Qualität eher deutlicher, und es ergaben sich keine Hinweise auf eine ungleiche Verteilung der initialen Patientenmerkmale mit prognostischer Bedeutung. Darüber hinaus fand sich keine eindeutige Korrelation zwischen Behandlung mit ESA, Hämoglobin(Hb)-Wert bei Studienbeginn, Hb-Zielwert, geplanter Dosierung der ESA und Letalität. Auffällig war jedoch, dass Patienten mit niedrigen Hämatokrit-Werten (&lt; 0,235) bei Studienbeginn, die mit ESA behandelt wurden, ein höheres Letalitätsrisiko hatten als andere Subgruppen. Die Autoren der Metaanalyse vermuten, dass niedrige Hämatokrit-Werte als Marker einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung und erhöhter Anfälligkeit gegenüber den negativen Effekten der ESA gelten könnten.</p>
<p><b>Fazit:</b> Eine Metaanalyse, die auf der Auswertung individueller Patientendaten in insgesamt 53 randomisierten kontrollierten Studien basiert, bestätigt die erhöhte Letalität und Verkürzung des Gesamtüberlebens bei Tumorpatienten unter bzw. nach Behandlung mit Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffen (ESA). Die ausführlichen Hinweise zur Verordnung von ESA bei Tumorpatienten mit Chemotherapie-assoziierter Anämie, die wir zitiert haben (3), müssen deshalb ebenso wie die zugelassenen Anwendungsgebiete der ESA sorgfältig beachtet werden. Zukünftige Metaanalysen werden sich der Beeinflussung der Lebensqualität und der potenziellen Stimulation des Tumorwachstums durch ESA widmen.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>AMB 2002, <b>36</b>, 12. <a href="http://www.arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6134" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>AMB 2005, <b>39</b>, 13. <a href="http://www.arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6473" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>AMB 2008, <b>42</b>, 70b. <a href="http://www.arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6890" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Bohlius, J., et al.: Lancet 2009, <b>373</b>, 1532. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=19410717&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=An%C3%A4mie," target="_self">Anämie,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Bronchialkarzinom," target="_self">Bronchialkarzinom,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Brustkrebs," target="_self">Brustkrebs,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoese-stimulierende%20Wirkstoffe," target="_self">Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoietin," target="_self">Erythropoietin,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=ESA," target="_self">ESA,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Karzinome," target="_self">Karzinome,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Mammakarzinom," target="_self">Mammakarzinom,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tumoran%C3%A4mie," target="_self">Tumoranämie,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Alle Artikel zum Schlagwort: Bronchialkarzinom</strong></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=47" target="_self">Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=47" target="_self">2013, <b>47</b>, 47</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2012&amp;S=07b" target="_self">Leserbrief: Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-CT bei Risikopatienten?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2012&amp;S=07b" target="_self">2012, <b>46</b>, 07b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=81" target="_self">„Pay for Performance”-Programm für Bevacizumab bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung: Innovatives oder unseriöses Angebot?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=81" target="_self">2011, <b>45</b>, 81</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=01" target="_self">Neue Arzneimittel 2009</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=01" target="_self">2011, <b>45</b>, 01</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=37" target="_self">Neue Metaanalyse zur Letalität unter Erythropoese-stimulierenden Wirkstoffen bei Patienten mit Tumoranämie</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=37" target="_self">2009, <b>43</b>, 37</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2008&amp;S=70b" target="_self">Neue Anwendungsbeschränkungen und Warnhinweise für Erythropoese-stimulierende Arzneimittel bei Tumorpatienten</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2008&amp;S=70b" target="_self">2008, <b>42</b>, 70b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2007&amp;S=01" target="_self">Neu eingeführte Arzneimittel 2005</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2007&amp;S=01" target="_self">2007, <b>41</b>, 01</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2006&amp;S=02" target="_self">Neue Arzneimittel 2004</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2006&amp;S=02" target="_self">2006, <b>40</b>, 02</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2005&amp;S=61" target="_self">Wirksamkeit und Sicherheit von Erlotinib bei Patienten mit zytostatisch vorbehandeltem nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2005&amp;S=61" target="_self">2005, <b>39</b>, 61</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2004&amp;S=53" target="_self">Gefitinib beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom: Welche Patienten profitieren von dieser Substanz?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2004&amp;S=53" target="_self">2004, <b>38</b>, 53</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=70b" target="_self">So langsam mahlen die Mühlen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=70b" target="_self">2003, <b>37</b>, 70b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=39c" target="_self">Leserbrief: Pulmonale unerwünschte Arzneimittelwirkungen nach Gefitinib. Erratum und Richtigstellung</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=39c" target="_self">2003, <b>37</b>, 39c</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=23" target="_self">Lebensbedrohliche Arzneimittelwirkungen nach Gabe von Gefitinib bei Patienten mit nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2003&amp;S=23" target="_self">2003, <b>37</b>, 23</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2002&amp;S=69b" target="_self">Behandlung des fortgeschrittenen kleinzelligen Bronchialkarzinoms (SCLC) mit Cisplatin und Irinotecan: Fortschritt gegenüber etablierten Protokollen?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2002&amp;S=69b" target="_self">2002, <b>36</b>, 69b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2000&amp;S=38a" target="_self">Polychemotherapie des fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms mit Cisplatin und Gemcitabin</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2000&amp;S=38a" target="_self">2000, <b>34</b>, 38a</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1999&amp;S=30a" target="_self">Randomisierte Studie zur Wirksamkeit von Gemcitabin plus Cisplatin beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC)</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1999&amp;S=30a" target="_self">1999, <b>33</b>, 30a</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1997&amp;S=94a" target="_self">Richtlinien der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zur diagnostischen Abklärung und Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem, nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC)</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1997&amp;S=94a" target="_self">1997, <b>31</b>, 94a</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/therapie-mit-erythropoietin-ist-beim-myokardinfarkt-nutzlos-und-gefaehrlich-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2014 13:07:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[REVEAL-Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/?p=2510</guid>

					<description><![CDATA[<p>AMB 2011, 45, 62a Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich Zwanzig Autoren berichteten im JAMA jüngst über eine prospektive randomisierte plazebokontrollierte Studie, in der Epoetin alfa (EPO) beim ST-Hebungsinfarkt gegen Plazebo getestet wurde (1). Offenbar glaubt man immer noch an die Omnipotenz dieses Hormons. Die Studie wurde nicht von einem der Hersteller [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2011, <strong>45</strong>, 62a</p>
<h2>Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich</h2>
<p>Zwanzig Autoren berichteten im JAMA jüngst über eine prospektive randomisierte plazebokontrollierte Studie, in der Epoetin alfa (EPO) beim ST-Hebungsinfarkt gegen Plazebo getestet wurde (1). Offenbar glaubt man immer noch an die Omnipotenz dieses Hormons. Die Studie wurde nicht von einem der Hersteller von EPO initiiert, und die Autoren geben bei der Offenlegung ihrer Interessenkonflikte an, nicht mit den Herstellerfirmen verbunden zu sein. Die Arbeit wurde vom National Institute on Ageing (USA) finanziert.</p>
<p>Die rationale Grundlage für die Studie ergab sich aus der Hoffnung, eine „<b>R</b>eduction of infarct <b>E</b>xpansion and <b>V</b>entricular remodeling with <b>E</b>rythropoetin <b>A</b>fter <b>L</b>arge myocardial infarction” zu erzielen. Diese Hoffnung leiten die Autoren ab von den dem EPO zugeschriebenen „pleiotropen Effekten auf Zellen und Gewebe, inklusive der Stimulation von Angiogenese und Schutz vor Apoptose”.</p>
<p>In die Multicenterstudie wurden an 22 Zentren im Zeitraum 10/2006 bis 2/2010 insgesamt (nur) 222 Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) eingeschlossen, die innerhalb von acht Stunden eine Akut-PCI (perkutane koronare Intervention) erhielten. Ihnen wurde einmalig vier Stunden nach der PCI eine Dosis EPO oder Plazebo infundiert. In einer ersten dreiarmigen Dosiseskalationsphase erhielten drei kleinere Kohorten 15.000, 30.000, 60.000 I.E. EPO oder Plazebo und eine größere Kohorte in der sog. Effektivitätsphase 60.000 IE EPO oder Plazebo. Insgesamt wurden 123 Infarktpatienten mit EPO behandelt. Primärer Studienendpunkt war die Infarktausdehnung, ermittelt im MRT. Sekundäre Endpunkte waren unter anderen Sicherheitsereignisse.</p>
<p><b>Ergebnisse:</b> Die Infarktgröße nach der PCI unterschied sich nicht zwischen Plazebo- und EPO-Behandelten, weder nach 2-6 Tagen noch nach 12 Wochen. Der erhoffte Effekt trat also nicht ein. Bei den älteren Infarktpatienten war die Infarktausdehnung in der EPO-Gruppe sogar signifikant größer. Zudem wurden unter EPO signifikant mehr unerwünschte Wirkungen beobachtet. Der kombinierte Endpunkt (Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Stent-Thrombose) trat bei 4% der mit EPO Behandelten und bei keinem unter Plazebo auf (p = 0,04). Diese erhöhte Komplikationsrate deckt sich mit Beobachtungen bei chronischer Anwendung von EPO bei anderen Indikationen (2). Auch hier werden vermehrt Blutdruckanstiege und Thrombosen sowie erhöhte Blutviskosität beschrieben.</p>
<p><b>Fazit:</b> Erythropoietin, beim akuten Myokardinfarkt injiziert, verringert nicht die Infarktgröße und hat nicht die erhoffte „kardioprotektive” Wirkung. Im Gegenteil, das Risiko, insbesondere für Thrombosen, steigt. Diese Beobachtung sollte generell zu einer größeren Vorsicht im Umgang mit Erythropoietin bei herzkranken Patienten mahnen.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Najjar, S.S., et al. (REVEAL = <b>R</b>eduction of infarct <b>E</b>xpansionand <b>V</b>entricular remodeling with <b>E</b>rythropoietin <b>A</b>fter <b>L</b>argemyocardial infarction): JAMA 2011, <b>305</b>, 1863. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21558517&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>AMB 2008, <b>42</b>,70b. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6890" target="_blank"><img decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoese-stimulierende%20Wirkstoffe," target="_self">Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoietin," target="_self">Erythropoietin,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=ESA," target="_self">ESA,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Herzinfarkt," target="_self">Herzinfarkt,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Myokardinfarkt," target="_self">Myokardinfarkt,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=REVEAL-Studie," target="_self">REVEAL-Studie,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Aktuelle Artikel zum Schlagwort: Myokardinfarkt</strong></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=72DB01" target="_self">Posaconazol ist Benznidazol bei chronischer Chagas-Krankheit deutlich unterlegen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=72DB01" target="_self">2014, <b>48</b>, 72DB01</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=61b" target="_self">Neues zu Dauer und Intensität der dualen Plättchenhemmung nach Implantation koronarer Stents</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=61b" target="_self">2014, <b>48</b>, 61b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=45" target="_self">Perioperative Prophylaxe ischämischer Komplikationen mit Clonidin und ASS bei nicht-kardialen Operationen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=45" target="_self">2014, <b>48</b>, 45</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=32" target="_self">Effekt von Metformin auf die Myokardfunktion nach Herzinfarkt bei Nicht-Diabetikern</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=32" target="_self">2014, <b>48</b>, 32</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=06" target="_self">Reduziert die Influenza-Impfung das Risiko für Herzinfarkt?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=06" target="_self">2014, <b>48</b>, 06</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=04" target="_self">Diabetiker mit Koronarer Herzkrankheit: aortokoronare Bypass-Operation, perkutane Koronarintervention oder „nur“ Arzneimittel?</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=04" target="_self">2014, <b>48</b>, 04</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=01" target="_self">Neue US-amerikanische Leitlinien zur Prävention kardiovaskulärer Krankheiten: Indikation für Statine stark ausgeweitet</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=01" target="_self">2014, <b>48</b>, 01</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
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		<title>Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/therapie-mit-erythropoietin-ist-beim-myokardinfarkt-nutzlos-und-gefaehrlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2014 07:29:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2011 Band 45]]></category>
		<category><![CDATA[Monat 8]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[REVEAL-Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/?p=1699</guid>

					<description><![CDATA[<p>AMB 2011, 45, 62a &#160; Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich &#160; Zwanzig Autoren berichteten im JAMA jüngst über eine prospektive randomisierte plazebokontrollierte Studie, in der Epoetin alfa (EPO) beim ST-Hebungsinfarkt gegen Plazebo getestet wurde (1). Offenbar glaubt man immer noch an die Omnipotenz dieses Hormons. Die Studie wurde nicht von einem der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2011, <strong>45</strong>, 62a</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Therapie mit Erythropoietin ist beim Myokardinfarkt nutzlos und gefährlich</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwanzig Autoren berichteten im JAMA jüngst über eine prospektive randomisierte plazebokontrollierte Studie, in der Epoetin alfa (EPO) beim ST-Hebungsinfarkt gegen Plazebo getestet wurde (1). Offenbar glaubt man immer noch an die Omnipotenz dieses Hormons. Die Studie wurde nicht von einem der Hersteller von EPO initiiert, und die Autoren geben bei der Offenlegung ihrer Interessenkonflikte an, nicht mit den Herstellerfirmen verbunden zu sein. Die Arbeit wurde vom National Institute on Ageing (USA) finanziert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die rationale Grundlage für die Studie ergab sich aus der Hoffnung, eine „<b>R</b>eduction of infarct <b>E</b>xpansion and <b>V</b>entricular remodeling with <b>E</b>rythropoetin <b>A</b>fter <b>L</b>arge myocardial infarction” zu erzielen. Diese Hoffnung leiten die Autoren ab von den dem EPO zugeschriebenen „pleiotropen Effekten auf Zellen und Gewebe, inklusive der Stimulation von Angiogenese und Schutz vor Apoptose”.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In die Multicenterstudie wurden an 22 Zentren im Zeitraum 10/2006 bis 2/2010 insgesamt (nur) 222 Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) eingeschlossen, die innerhalb von acht Stunden eine Akut-PCI (perkutane koronare Intervention) erhielten. Ihnen wurde einmalig vier Stunden nach der PCI eine Dosis EPO oder Plazebo infundiert. In einer ersten dreiarmigen Dosiseskalationsphase erhielten drei kleinere Kohorten 15.000, 30.000, 60.000 I.E. EPO oder Plazebo und eine größere Kohorte in der sog. Effektivitätsphase 60.000 IE EPO oder Plazebo. Insgesamt wurden 123 Infarktpatienten mit EPO behandelt. Primärer Studienendpunkt war die Infarktausdehnung, ermittelt im MRT. Sekundäre Endpunkte waren unter anderen Sicherheitsereignisse.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Ergebnisse:</b> Die Infarktgröße nach der PCI unterschied sich nicht zwischen Plazebo- und EPO-Behandelten, weder nach 2-6 Tagen noch nach 12 Wochen. Der erhoffte Effekt trat also nicht ein. Bei den älteren Infarktpatienten war die Infarktausdehnung in der EPO-Gruppe sogar signifikant größer. Zudem wurden unter EPO signifikant mehr unerwünschte Wirkungen beobachtet. Der kombinierte Endpunkt (Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Stent-Thrombose) trat bei 4% der mit EPO Behandelten und bei keinem unter Plazebo auf (p = 0,04). Diese erhöhte Komplikationsrate deckt sich mit Beobachtungen bei chronischer Anwendung von EPO bei anderen Indikationen (2). Auch hier werden vermehrt Blutdruckanstiege und Thrombosen sowie erhöhte Blutviskosität beschrieben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fazit:</b> Erythropoietin, beim akuten Myokardinfarkt injiziert, verringert nicht die Infarktgröße und hat nicht die erhoffte „kardioprotektive” Wirkung. Im Gegenteil, das Risiko, insbesondere für Thrombosen, steigt. Diese Beobachtung sollte generell zu einer größeren Vorsicht im Umgang mit Erythropoietin bei herzkranken Patienten mahnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol>
<li>Najjar, S.S., et al. (REVEAL = <b>R</b>eduction of infarct <b>E</b>xpansionand <b>V</b>entricular remodeling with <b>E</b>rythropoietin <b>A</b>fter <b>L</b>argemyocardial infarction): JAMA 2011, <b>305</b>, 1863. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21558517&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>AMB 2008, <b>42</b>,70b. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6890" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoese-stimulierende%20Wirkstoffe," target="_self">Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Erythropoietin," target="_self">Erythropoietin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=ESA," target="_self">ESA,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Herzinfarkt," target="_self">Herzinfarkt,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Myokardinfarkt," target="_self">Myokardinfarkt,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=REVEAL-Studie," target="_self">REVEAL-Studie,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe, als Therapie des Myokardinfarkts nutzlos und gefährlich *Erythropoietin, als Therapie des Myokardinfarkts nutzlos und gefährlich *ESA, als Therapie des Myokardinfarkts nutzlos und gefährlich *Herzinfarkt, Therapie mit Erythropoietin nutzlos und gefährlich, REVEAL-Studie *Myokardinfarkt, Therapie mit Erythropoietin nutzlos und gefährlich, REVEAL-Studie *REVEAL-Studie, Erythropoietin als Therapie des Myokardinfarkts nutzlos und gefährlich, REVEAL-Studie</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Cochrane-Review: Erythropoietin bei Patienten mit maligner Erkrankung</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/cochrane-review-erythropoietin-bei-patienten-mit-maligner-erkrankung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2005 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anämie]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/2005/cochrane-review-erythropoietin-bei-patienten-mit-maligner-erkrankung</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wir hatten im Jahre 2002 ausführlich über eine Meta-Analyse zur Wirksamkeit der Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie mit rekombinantem Erythropoietin (rhEPO) informiert (1). Diese Meta-Analyse berücksichtigte ausschließlich die bis 1999 publizierten, randomisierten, kontrollierten klinischen Studien (n = 22), in denen insgesamt 1927 Patienten mit Epoetin alfa (Erypo®) oder Epoetin beta (NeoRecormon®) behandelt worden waren. Im Jahre [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hatten im Jahre 2002 ausführlich über eine Meta-Analyse zur Wirksamkeit der Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie mit rekombinantem Erythropoietin (rhEPO) informiert (1). Diese Meta-Analyse berücksichtigte ausschließlich die bis 1999 publizierten, randomisierten, kontrollierten klinischen Studien (n = 22), in denen insgesamt 1927 Patienten mit Epoetin alfa (Erypo<sup>®</sup>) oder Epoetin beta (NeoRecormon<sup>®</sup>) behandelt worden waren. Im Jahre 2004 ist ein Cochrane-Review erschienen, der diese Meta-Analyse ergänzt und 27 randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit insgesamt 3287 erwachsenen Patienten ausgewertet hat (2). Ziel dieser systematischen Übersicht war es, die Wirksamkeit von rhEPO hinsichtlich primärer (hämatologisches Ansprechen, Transfusionshäufigkeit, Gesamtüberleben) und sekundärer Zielparameter (Tumoransprechen, „Lebensqualität”) sowie die unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) zu untersuchen. Alle ausgewerteten Studien verglichen eine Behandlung mit Epoetin alfa bzw. Epoetin beta plus, falls erforderlich, zusätzliche Transfusion(en) von Erythrozytenkonzentraten mit einer alleinigen Transfusion von Erythrozytenkonzentraten. Diese aktuelle Cochrane-Übersicht bestätigt die Ergebnisse der früheren Meta-Analyse und verdeutlicht ebenfalls gravierende Mängel im Design sowie in der Analyse und Interpretation der Ergebnisse der klinischen Studien. Die in den Jahren 1985-2001 publizierten randomisierten, kontrollierten klinischen Studien ergeben ausreichende Evidenz dafür, dass durch eine Behandlung mit Epoetin alfa bzw. beta bei Patienten mit Tumorerkrankungen und einem Hb-Wert < 10 g/dl zu Beginn der Studie ein signifikant besseres hämatologisches Ansprechen als durch Plazebo erreicht werden kann. Das hämatologische Ansprechen wurde in den meisten Studien definiert als transfusionsunabhängiger Anstieg des Hb-Werts ≥ 2 g/dl. Gleichzeitig konnte in diesen Studien gezeigt werden, dass durch Epoetin alfa bzw. beta der Transfusionsbedarf durchschnittlich um ein Erythrozytenkonzentrat im Studienzeitraum (in den meisten Studien 12-24 Wochen) reduziert werden kann. Überzeugende Evidenz, dass Epoetin alfa bzw. beta das Gesamtüberleben von Tumorpatienten verlängert, die Ansprechraten des Tumors auf die Chemotherapie verbessert und/oder die „Lebensqualität” einschließlich der sogenannten Fatigue-Symptomatik günstig beeinflusst, ergab sich auch in der Cochrane-Auswertung nicht. Sowohl thromboembolische Komplikationen als auch arterielle Hypertonie traten in den randomisierten klinischen Studien mit Angaben zu diesen UAW häufiger bei den mit Epoetin alfa bzw. beta behandelten Patienten auf (statistisch nicht signifikant). Diese UAW müssen deshalb, ebenso wie die bisher fast ausschließlich bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz aufgetretene „Pure red-cell aplasia”, sorgfältig in zukünftigen Studien analysiert werden.</p>
<p>Die bisher vorliegenden Meta-Analysen basieren ausschließlich auf klinischen Studien zur Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie mit Epoetin alfa bzw. beta. Inzwischen ist in Deutschland mit Darbepoetin alfa (Aranesp<sup>®</sup>) ein Erythropoietin-Analog zugelassen, das im Vergleich zu Epoetin alfa bzw. beta mehr Stickstoff-gebundene Kohlehydrat-Seitenketten (5 vs. 3), mehr Sialinsäure-Reste und eine andere Aminosäurensequenz hat. Diese biochemischen Veränderungen beeinflussen in erster Linie die Pharmakokinetik (längere Serumhalbwertszeit), nicht jedoch den Wirkungsmechanismus (Stimulation der Erythropoese nach Bindung an den Erythropoietin-Rezeptor). Bisher liegen nur sehr wenige randomisierte klinische Studien bei Patienten mit Tumor-assoziierter Anämie unter Chemotherapie vor, in denen die Wirksamkeit bzw. Sicherheit der Epoetine mit Darbepoetin alfa verglichen wurden (3, 4). Eindeutige Hinweise für Unterschiede in der klinischen Wirksamkeit oder im Auftreten von UAW ergaben sich in diesen Studien nicht.</p>
<p><b>Fazit:</b> In einem aktuellen Cochrane-Review konnten Ergebnisse früherer Meta-Analysen bestätigt werden, dass eine Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie mit Epoetin alfa oder Epoetin beta gegenüber Plazebo das hämatologische Ansprechen verbessert und den Transfusionsbedarf reduziert. Eindeutige Hinweise auf ein besseres Tumoransprechen, eine Verlängerung des Gesamtüberlebens und eine Besserung der „Lebensqualität” ergaben sich jedoch in dieser Meta-Analyse randomisierter klinischer Studien nicht. Die Ergebnisse der wenigen bisher durchgeführten vergleichenden klinischen Studien sprechen nicht dafür, dass sich Darbepoetin alfa bei Tumor-assozierter Anämie in Wirksamkeit oder Sicherheitsprofil gegenüber Epoetin alfa bzw. Epoetin beta signifikant unterscheidet.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>AMB 2002, <b>26</b>, 25.</li>
<li>Bohlius, J., et al.: Cochrane Database Syst. Rev. 2004, <b>3</b>, CD003407.</li>
<li>Schwartzberg, L.S., et al.: The Oncologist 2004, <b>9</b>, 696.</li>
<li>Waltzman, R., et al.: Blood 2004, <b>104</b>, 4233a.</li>
</ol>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/cochrane-review-erythropoietin-bei-patienten-mit-maligner-erkrankung/">Cochrane-Review: Erythropoietin bei Patienten mit maligner Erkrankung</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kosten/Nutzen-Analyse zur Gabe rekombinanter hämatopoetischer Wachstumsfaktoren bei myelodysplastischen Syndromen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/kosten-nutzen-analyse-zur-gabe-rekombinanter-haematopoetischer-wachstumsfaktoren-bei-myelodysplastischen-syndromen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2004 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[G-CSF]]></category>
		<category><![CDATA[Granulozyten-Kolonien stimulierender Faktor]]></category>
		<category><![CDATA[Lenograstim]]></category>
		<category><![CDATA[Myelodysplastisches Syndrom]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/2004/kosten-nutzen-analyse-zur-gabe-rekombinanter-haematopoetischer-wachstumsfaktoren-bei-myelodysplastischen-syndromen</guid>

					<description><![CDATA[<p>Anämien sowie häufig notwendige Bluttransfusionen mit der Folge einer sekundären Hämochromatose sind wichtige klinische Probleme bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS). In verschiedenen Studien sprach die Anämie bei solchen Patienten auf die Behandlung mit rekombinantem Erythropoietin (rhEPO) nur bei 10-20% an. In einigen Studien wurde jedoch über ein besseres Ansprechen der Anämie (bei ca. 40% [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anämien sowie häufig notwendige Bluttransfusionen mit der Folge einer sekundären Hämochromatose sind wichtige klinische Probleme bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS). In verschiedenen Studien sprach die Anämie bei solchen Patienten auf die Behandlung mit rekombinantem Erythropoietin (rhEPO) nur bei 10-20% an. In einigen Studien wurde jedoch über ein besseres Ansprechen der Anämie (bei ca. 40% der Patienten) nach Gabe von rhEPO plus Granulozyten-Kolonien stimulierendem Faktor (G-CSF) berichtetet und daraus ein synergistischer Effekt der beiden hämatopoetischen Wachstumsfaktoren in vivo abgeleitet (1-3). Besonders Patienten mit refraktärer Anämie mit Ringsideroblasten (RARS) scheinen von dieser Kombinationstherapie zu profitieren (2). Transfusionsbedarf (< 2 Erythrozytenkonzentrate/Monat) und EPO-Konzentration im Serum (≤ 500 U/l) wurden als prädiktive Faktoren beschrieben, die mit einem besseren Ansprechen auf rhEPO plus G-CSF assoziiert sind (3).</p>
<p>Prospektive randomisierte klinische Studien zu den Kosten einer derartigen Kombinationstherapie und zum Einfluß auf die „Lebensqualität” wurden bisher nicht durchgeführt. In einer französischen multizentrischen randomisierten Studie (4) wurde deshalb die Gabe von rhEPO plus G-CSF bei Patienten mit MDS verglichen mit einer ausschließlich supportiven Therapie (Ziel: Hb-Wert > 8 g/dl, ggf. Eisen-Chelat-Bildner). Eingeschlossen wurden insgesamt 60 Patienten mit (a) refraktärer Anämie (RA), RARS oder refraktärer Anämie mit Exzeß an Blasten (RAEB, Blasten < 10% im Knochenmark); (b) Hb-Werten < 10 g/dl oder Transfusion von mindestens zwei Erythroztenkonzentraten in den vorausgegangenen zwei Monaten sowie (c) Serum-EPO Konzentrationen ≤ 500 IU/l. Die Patienten erhielten im <i>Arm A</i> rhEPO plus G-CSF sc. (20000 IU Epoetin alfa = Erypo<sup>®</sup> bzw. 105 µg Lenograstim = Granocyte<sup>®</sup>, jeweils dreimal/Woche) und im <i>Arm B</i> eine supportive Behandlung. Patienten, die auf die Behandlung in Arm A nach 12 Wochen ansprachen, wurde rhEPO für weitere 40 Wochen verabreicht. Primärer Endpunkt der Studie war das hämatologische Ansprechen nach 12 Wochen (Anstieg des Hb-Werts, Änderungen im Transfusionsbedarf), sekundäre Endpunkte waren die direkten Kosten und der Einfluß der Therapie auf die „Lebensqualität” während der einjährigen Studienperiode. 24 der 30 Patienten in Arm A und 26 der 30 Patienten in Arm B konnten hinsichtlich des hämatologischen Ansprechens nach 12 Wochen ausgewertet werden. Dabei zeigten 10 von 24 Patienten (42%) in Arm A und keiner von 26 Patienten in Arm B ein hämatologisches Ansprechen (Hb-Anstieg auf ≥ 11,5 g/dl). Die Ansprechraten, bezogen auf die unterschiedlichen Subtypen des MDS, betrugen 50% (RA), 46% (RARS) und 20% (RAEB). Schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten unter der Behandlung mit rhEPO plus G-CSF nicht auf. Basierend auf einer „Intention-to-treat”-Analyse der einjährigen Studiendauer lagen die mittleren direkten Kosten/Patient (z.B. Transfusionen, Arzneimittel, Krankenhausaufenthalte) in Arm A bei 26723 EUR und in Arm B bei 8746 EUR, wobei dieser Unterschied im wesentlichen durch die Arzneimittelkosten (19121 EUR in Arm A verglichen mit 0 EUR in Arm B) verursacht wurde. Da nur wenige Patienten rhEPO allein oder in Kombination mit G-CSF über die vorgesehene Behandlungsdauer von 52 Wochen erhielten, fand sich kein signifikanter Unterschied in den Transfusionskosten zwischen Arm A und B. Bei Studienbeginn füllten mehr als 90% der Patienten den Fragebogen zur „Lebensqualität” aus. Im Verlauf der Studie nahm dieser Prozentsatz deutlich ab und nur 50% (Arm A) bzw. 67% (Arm B) machten nach 52 Wochen noch Angaben dazu. Ein signifikanter Einfluß der Behandlung mit rhEPO plus G-CSF auf die „Lebensqualität” war nicht erkennbar.</p>
<p><b>Fazit:</b> Eine randomisierte Studie bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS zeigte bei etwa 40% der Patienten ein hämatologisches Ansprechen auf die Kombinationstherapie mit rhEPO plus G-CSF. Erstmals in dieser Studie, an allerdings kleinen Patientenzahlen, durchgeführte Kosten/Nutzen-Analysen ergaben, daß die Behandlung mit rhEPO plus G-CSF etwa drei- bis viermal teurer ist als die supportive Behandlung und zu keiner signifikanten Verbesserung der „Lebensqualität” führt. Die Indikation zu einer „Off-Label”-Behandlung mit rhEPO plus G-CSF bei Patienten mit MDS muß sich deshalb an prädiktiven Faktoren für das hämatologische Ansprechen (z.B. Serum-EPO-Konzentration, Transfusionsbedarf) orientieren und bei fehlender Wirksamkeit spätestens nach 3-4 Monaten beendet werden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Hellström-Lindberg, E., et al.: Brit. J. Haematol <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7833279&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>89</b>, 67</a>.</li>
<li>Hellström-Lindberg, E., et al.: Blood <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9639501&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>92</b>, 68</a>.</li>
<li>Hellström-Lindberg, E., et al.: Brit. J. Haematol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12648074&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>120</b>, 1037</a>.</li>
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</ol>
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		<title>Rekombinantes Erythropoietin verkürzt Progreß-freies und Gesamtüberleben bei Patienten mit Kopf- bzw. Halstumoren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 2004 11:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Hals-Tumore]]></category>
		<category><![CDATA[Kopftumore]]></category>
		<category><![CDATA[Plattenepithelkarzinom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf Pathogenese und Behandlungsmöglichkeiten der Tumor-assoziierten Anämie sind wir in den vergangenen Jahren wiederholt ausführlich eingegangen (1-3). Der Einsatz der derzeit zur Behandlung der Tumoranämie bei Patienten mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen oder Plasmozytom unter Chemotherapie zugelassenen rekombinanten Erythropoietine (rhEPO), Epoetin alfa (Erypo®), Epoetin beta (NeoRecormon®) und Darbepoetin alfa (Aranesp®), ist z.T. aggressiv beworben worden. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf Pathogenese und Behandlungsmöglichkeiten der Tumor-assoziierten Anämie sind wir in den vergangenen Jahren wiederholt ausführlich eingegangen (1-3). Der Einsatz der derzeit zur Behandlung der Tumoranämie bei Patienten mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen oder Plasmozytom <i>unter Chemotherapie</i> zugelassenen rekombinanten Erythropoietine (rhEPO), Epoetin alfa (Erypo<sup>®</sup>), Epoetin beta (NeoRecormon<sup>®</sup>) und Darbepoetin alfa (Aranesp<sup>®</sup>), ist z.T. aggressiv beworben worden. Dies hat dazu geführt, daß rhEPO häufig unkritisch bei Tumorpatienten eingesetzt wird und zu den 10 kostenintensivsten, ambulant verordneten Arzneimitteln in Berlin zählt (4). Nach aktuellen Schätzungen erhält in den USA jeder dritte Tumorpatient rhEPO; daraus resultieren jährliche Kosten für das Gesundheitssystem in Höhe von ca. 2,5 Mrd. U.S. Dollar (5). Randomisierte klinische Studien und Metaanalysen haben gezeigt, daß rhEPO bei Tumorpatienten mit Anämie zu einem Anstieg des Hämoglobin(Hb)-Werts führen und den Bedarf an Erythrozyten-Konzentraten reduzieren kann (6). Ein günstiger Einfluß von rhEPO auf die Lebensqualität (7) und das Überleben (8) der Tumorpatienten ist jedoch umstritten bzw. nicht überzeugend belegt. Bisher vorliegende pharmakoökonomische Analysen zur Kosteneffizienz einer Therapie mit rhEPO bei Tumorpatienten ergaben, daß rhEPO einen eher geringen klinischen Nutzen sowie eine geringe Verbesserung der Lebensqualität erzeugt, hierfür jedoch sehr hohe Kosten aufzubringen sind (9).</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sind die überraschenden Ergebnisse einer kürzlich publizierten Studie zum Stellenwert von Epoetin beta für die lokale Tumorkontrolle und das Überleben von Patienten mit Kopf- und Halstumoren auf großes Interesse gestoßen (10). Insgesamt wurden in diese multizentrische, doppeltblinde, randomisierte und plazebokontrollierte Studie 351 Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle, des Oro- und Hypopharynx oder des Larynx eingeschlossen. Die Einschlußkriterien umfaßten einen Hb-Wert < 12,0 g/dl (Frauen) bzw. < 13,0 g/dl (Männer) und einen Karnofsky-Index ≥ 60. Nach Randomisierung erhielten die Patienten Plazebo oder Epoetin beta (300 IU/kg), verteilt als dreimal wöchentliche Gabe s.c. 10-14 Tage vor und während der gesamten Strahlentherapie. Bei einem Hb-Anstieg auf Werte ≥ 14,0 g/dl (Frauen) bzw. ≥ 15,0 g/dl (Männer) wurde die Epoetin-Gabe unterbrochen. Für die Randomisierung und Auswertung der Ergebnisse wurden die Patienten in 3 Gruppen stratifiziert: 1. postoperative Bestrahlung nach vollständiger (R0) Resektion des Tumors; 2. postoperative Bestrahlung des unvollständig resezierten Tumors (R1 oder R2); 3. primäre Bestrahlung. Primärer Endpunkt der Studie war das lokoregionäre Progreß-freie Überleben, das als Zeit bis zum lokoregionären Tumorprogreß oder Tod definiert wurde. Weiterhin ausgewertet wurden der lokoregionäre Tumorprogreß, das Gesamtüberleben, Veränderungen der hämatologischen Parameter und unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Die Analysen wurden nach dem ”Intention-to-treat”-Prinzip durchgeführt. Der Sponsor der Studie (Hoffmann La Roche) war bei Studiendesign, Datenerfassung, Durchführung der Studie, statistischen Analysen und Interpretation sowie Publikation der Ergebnisse beteiligt.</p>
<p><b>Ergebnisse:</b> Erwartungsgemäß kam es unter Epoetin beta zu einem deutlichen Anstieg der mittleren Hb-Werte, die nach 4 Wochen Behandlung bei 14,8 g/dl (Plazebo: 12,4 g/dl) und nach 9 Wochen bei 15,4 g/dl (Plazebo: 12,9 g/dl) lagen. Das lokoregionäre Progreß-freie Überleben war jedoch für die mit Epoetin beta behandelten Patienten signifikant schlechter als für die Patienten in der Plazebo-Gruppe (Relatives Risiko: 1,62; 95%-Konfidenzintervall: 1,22-2,14; p = 0,0008). Das mediane lokoregionäre Progreß-freie Überleben betrug für die Plazebo-Gruppe 745 Tage und die Epoetin-beta-Gruppe 406 Tage (p = 0,04). Insbesondere Patienten mit postoperativer Bestrahlung eines unvollständig resezierten Tumors oder primärer Strahlenbehandlung zeigten unter Epoetin beta signifikant häufiger einen lokoregionären Progreß oder Verkürzung des Überlebens. Patienten mit Tumoren des Hypopharynx hatten unter Epoetin beta einen besonders ungünstigen Krankheitsverlauf. Vaskuläre Erkrankungen (z.B. arterieller Hochdruck, Hämorrhagien, venöse Thrombosen, Lungenembolien, zerebrovaskuläre Erkrankungen) traten unter Epoetin beta häufiger auf als unter Plazebo (11% vs. 5%). Ansonsten wurden keine signifikanten Unterschiede in den UAW beobachtet.</p>
<p>Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, daß sich Hypothesen auf Grund tierexperimenteller Untersuchungen (Hypoxie im Tumor ist ein negativer prognostischer Faktor, Anhebung des Hb-Werts führt zu einer verbesserten Strahlenempfindlichkeit des Tumors und verbessert die Prognose) in klinischen Studien häufig nicht bestätigen lassen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sind auch die bisher nicht vollständig publizierten Ergebnisse einer Studie mit Epoetin alfa bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom erwähnenswert. In dieser von Johnson &#038; Johnson geplanten und finanziell unterstützten, randomisierten, multizentrischen, doppeltblinden und plazebokontrollierten Studie wurden 939 Patientinnen eingeschlossen und die prophylaktische Wirksamkeit von Epoetin alfa zusätzlich zur primären Chemotherapie untersucht (11). Nachdem Analysen einen signifikanten Unterschied im Überleben nach 12 Monaten zeigten (Plazebo: 76% vs. Epoetin alfa: 70%; p = 0,0117), wurde die Studie auf Empfehlung des unabhängigen ”Data Monitoring Committee” abgebrochen. Besorgniserregend ist insbesondere der Anstieg der Letalität in den ersten 4 Monaten (41 Tote in der Epoetin-alfa- vs. 16 Tote in der Plazebo-Gruppe), der im Wesentlichen auf einen Krankheitsprogreß, aber auch auf eine Zunahme an thrombotischen und vaskulären Ereignissen unter Epoetin alfa zurückzuführen ist. Als mögliche Gründe für diese ungünstigen Ergebnisse unter rhEPO werden von den Autoren spezifische Wirkungen von rhEPO (z.B. antiapoptotische Mechanismen, Einfluß von rhEPO auf Wachstum und Angiogenese von Tumoren; 10) sowie Fehler im Design und in der Durchführung der Studie diskutiert (11). Deutliche Hinweise für ein signifikant häufigeres Auftreten von symptomatischen venösen Thrombosen fanden sich auch in einer kürzlich publizierten retrospektiven Fall-Kontroll-Studie bei Patientinnen mit Zervix- oder Vulvakarzinom, die parallel zur Bestrahlung und Chemotherapie mit rhEPO behandelt wurden (12).</p>
<p><b>Fazit:</b> Randomisierte klinische Studien zum Einsatz von rhEPO parallel zur Bestrahlung bei Patienten mit Kopf- und Halstumoren (Therapieziel: Verbesserung der lokalen Tumorkontrolle und des Überlebens) bzw. parallel zur Chemotherapie bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom (Therapieziel: Verbesserung des Überlebens durch Vermeiden einer Anämie) ergaben eine Verkürzung des Progreß-freien bzw. Gesamtüberlebens unter rhEPO gegenüber Plazebo. Der von der pharmazeutischen Industrie als Vermarktungsstrategie für rhEPO häufig eingesetzte Slogan: ”Gewinn von Lebenszeit und Lebensqualität” ist somit vermutlich falsch. Ein unkritischer Einsatz von rhEPO gefährdet Tumorpatienten. Außerhalb kontrollierter klinischer Studien sollte deshalb nach unserer Einschätzung rhEPO bei den genannten Tumorentitäten nicht mehr eingesetzt werden. Für die Gabe von rhEPO bei hämatologischen Neoplasien <i>unter Chemotherapie</i> gelten weiterhin die eher restriktiven Empfehlungen der American Society of Hematology bzw. der American Society of Clinical Oncology (13). Grundsätzlich muß bei Tumorpatienten, die mit rhEPO behandelt werden, auf eine erhöhte Inzidenz vaskulärer Komplikationen, insbesondere venöser Thrombosen, geachtet werden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
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<li>Bottomley, A., et al.: Lancet Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11902500&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>3</b>, 145.</a></li>
<li>Littlewood, T.J., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11387359&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>19</b>, 2865</a>.</li>
<li>Neymark, N: ESO Scientific Updates. Hrsg.: Bokemeyer, C. und Ludwig, H. 2001, S. 189.</li>
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<li>Leyland-Jones, B., et al.: Lancet Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12901958&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>4</b>, 459.</a></li>
<li>Wun, T., et al.: Cancer <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=14508840&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>98</b>, 1514.</a></li>
<li>Rizzo, J.D., et al.: Blood <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12239138&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>100</b>, 2303.</a></li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Wirksamkeit von rekombinantem Erythropoietin (rhEPO) bei schwerkranken Patienten auf Intensivstationen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wirksamkeit-von-rekombinantem-erythropoietin-rhepo-bei-schwerkranken-patienten-auf-intensivstationen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Apr 2003 10:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben uns wiederholt mit dem Stellenwert des rhEPO für die Therapie der durch Tumorerkrankungen oder deren zytostatische Behandlung ausgelösten Anämie beschäftigt und zuletzt Empfehlungen für die rationale Verordnung von rhEPO bei Tumorpatienten ausgesprochen (1). Diese Empfehlungen orientierten sich im wesentlichen an Evidenz-basierten klinischen Richtlinien, die inzwischen von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben uns wiederholt mit dem Stellenwert des rhEPO für die Therapie der durch Tumorerkrankungen oder deren zytostatische Behandlung ausgelösten Anämie beschäftigt und zuletzt Empfehlungen für die rationale Verordnung von rhEPO bei Tumorpatienten ausgesprochen (1). Diese Empfehlungen orientierten sich im wesentlichen an Evidenz-basierten klinischen Richtlinien, die inzwischen von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) und der American Society of Hematology (ASH) ausführlich publiziert wurden (2). Schwerkranke Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, benötigen häufig Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten (3). Da ähnliche pathophysiologische Mechanismen wie bei Tumorpatienten für das Auftreten der Anämie bei diesen Patienten verantwortlich sind, war es naheliegend &#8211; auch aus kommerzieller Sicht der Hersteller von rhEPO &#8211; die Wirksamkeit des Hormons bei Patienten mit Anämie auf Intensivstationen (ITS) zu untersuchen. Eine erste kleine Studie an 160 schwerkranken Patienten auf ITS hatte kürzlich gezeigt, daß eine zunächst tägliche, dann zweitägige Gabe von rhEPO (300 U/kg) die Transfusionshäufigkeit signifikant senkt (4). Die günstigen Ergebnisse dieser Studie wurden inzwischen in einer von Ortho Biotech finanziell unterstützten großen prospektiven, randomisierten, doppeltblinden multizentrischen Studie überprüft, in die Patienten sowohl chirurgischer als auch internistischer ITS eingeschlossen wurden (5). Patienten, die die Einschlußkriterien für diese Studie erfüllten (d.h. Aufenthalt auf ITS mindestens 3 Tage, Alter ≥ 18 Jahre, Hämatokrit < 38%, schriftliches Einverständnis) wurden nach Randomisierung mit rhEPO (Epoetin alfa) oder Plazebo behandelt. Epoetin alfa (40000 U) wurde einmal wöchentlich an den Tagen 1 (entsprach Tag 3 auf der ITS), 7 und 14 verabreicht. Patienten, die an Tag 21 noch auf der ITS lagen, erhielten eine 4. Gabe am Tag 28. Parallel wurde ab Tag 1 der Studie Eisen per os oder über Magensonde bzw. bei Patienten, die auf die orale Gabe unzureichend ansprachen, auch parenteral gegeben. Die Indikation für Transfusionen wurde bei Hb-Werten < 9 g/dl oder Hämatokrit < 27% individuell von den behandelnden Ärzten gestellt. Primärer Endpunkt der Studie war die Unabhängigkeit von Transfusionen (Studientag 1-28); sekundäre Endpunkte waren die kumulative Zahl der Transfusionen und die Letalität, jeweils bis Studientag 28, Veränderungen des Hb-Werts und die Zeit bis zur ersten Transfusion oder bis zum Tod. 9674 der insgesamt 33685 ausgewählten Patienten erfüllten die Einschlußkriterien, von denen wiederum nur 1302 Patienten (13%) randomisiert wurden. Bei den übrigen Patienten konnte das Einverständnis für die Studienteilnahme nicht eingeholt werden oder es wurde verweigert. Wesentliche Ergebnisse dieser Studie sind in Tab. 1 zusammengefaßt. Hieraus ergibt sich für Patienten, die rhEPO erhielten, eine relative Risiko-Reduktion (RRR) von 19%, eine absolute RR von 9,9% und eine ”Number Needed to Treat” (NNT) von 10. Erwartungsgemäß war auch der Anstieg der Hb-Werte, ermittelt im Median nach 23 Tagen, mit 1,32 g/dl gegenüber 0,94 g/dl (Plazebo) signifikant höher. Klinisch wichtige Endpunkte, wie z.B. Letalität nach 28 Tagen (rhEPO 14% vs. Plazebo 15%), oder zusätzlich analysierte Parameter wie Morbidität, Dauer des Aufenthalts auf der ITS und Zahl der Tage mit künstlicher Beatmung konnten durch rhEPO nicht günstig beeinflußt werden. Prädiktive Faktoren für das Ansprechen auf die Therapie mit rhEPO wurden bei diesem sehr heterogenen Patientenkollektiv nicht analysiert und Kosten-Nutzen-Analysen nicht durchgeführt.</p>
<p><b>Fazit:</b> rhEPO führt bei schwerkranken Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, zu einer signifikanten Abnahme der Transfusionsbedürftigkeit und zu einem signifikanten Anstieg des Hämoglobins. Weniger Bluttransfusionen wären vermutlich auch durch konsequentes Beachten der Indikation für Transfusionen bei Intensivpatienten (6, 7) zu erreichen gewesen. Klinisch relevante Endpunkte (z.B. Letalität, Liegedauer auf der Intensivstation) wurden durch rhEPO nicht signifikant beeinflußt bzw. nicht systematisch analysiert (z.B. Kosten-/Nutzen-Relation). Eine generelle Injektion von rhEPO bei schwerkranken Patienten auf Intensivstationen mit Hb-Werten < 8,5 g/dl wird daher von uns derzeit nicht empfohlen.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6151" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 25</a>.</li>
<li>Rizzo, J.D., et al.: Blood <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12239138&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>100</b>, 2303</a>.</li>
<li>Vincent, J.L., et al.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12243637&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 1499</a>.</li>
<li>Corwin, H.L., et al.: Crit. Care Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10579246&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>27</b>, 2346</a>.</li>
<li>Corwin, H.L., et al.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12472324&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 2827</a>.</li>
<li>Hebert, P.C., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9971864&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>340</b>, 409</a>.</li>
<li>Carson, J.L.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12472331&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 2884</a>.</li>
</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2003/04/Abbildung-2003-29-1.gif" alt="Abbildung 2003-29-1.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Nochmals: Arzneitherapien an der Obergrenze der finanziellen Belastbarkeit</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/nochmals-arzneitherapien-an-der-obergrenze-der-finanziellen-belastbarkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Dec 2002 11:03:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben uns in diesem Jahr ausführlich an Beispielen aus der Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie mit kostenintensiven Arzneimitteln beschäftigt. (AMB 2002, 36, 25; 33 und 65). Diese Hauptartikel bezogen sich auf Vorträge eines von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) organisierten Themenschwerpunkts ”Arzneitherapien an der Obergrenze der finanziellen Belastbarkeit” anläßlich des 26. Interdisziplinären Forums der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben uns in diesem Jahr ausführlich an Beispielen aus der Hämatologie, Onkologie und Gastroenterologie mit kostenintensiven Arzneimitteln beschäftigt. (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6151" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 25</a>; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6160" target="_blank" rel="noopener">33</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6192" target="_blank" rel="noopener">65</a>). Diese Hauptartikel bezogen sich auf Vorträge eines von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) organisierten Themenschwerpunkts ”Arzneitherapien an der Obergrenze der finanziellen Belastbarkeit” anläßlich des 26. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer. Alle Referate und Diskussionen dieses Symposiums können im Band 26 (2002/2003) ”Fortschritt und Fortbildung in der Medizin”, herausgegeben von der Bundesärztekammer und erschienen im Deutschen Ärzte-Verlag Köln, nachgelesen werden.</p>
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		<title>Arzneitherapien an der Obergrenze der finanziellen Belastbarkeit (Teil 1). Beispiele Erythropoietin und intravenöse Immunglobuline in der Hämotologie/Onkologie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Apr 2002 10:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Teil 2 dieser Übersicht, in der beispielhaft Rituximab und Folinsäure besprochen werden, und das gemeinsame Literaturverzeichnis von Teil 1 und Teil 2 erscheinen in der nächsten Ausgabe. Zusammenfassung: Die Kosten der innovativen Medikamente in der Hämatologie und Onkologie sind hoch. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß sie nur bei Indikationen angewandt werden, die anerkannt [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Teil 2 dieser Übersicht, in der beispielhaft Rituximab und Folinsäure besprochen werden, und das gemeinsame Literaturverzeichnis von Teil 1 und Teil 2 erscheinen in der nächsten Ausgabe.</p>
<p><b>Zusammenfassung: Die Kosten der innovativen Medikamente in der Hämatologie und Onkologie sind hoch. Es ist daher unbedingt erforderlich, daß sie nur bei Indikationen angewandt werden, die anerkannt und/oder zugelassen sind oder im Rahmen kontrollierter Studien. Eine Therapie mit Erythropoietin darf bei Tumor-assoziierten Anämien nur eingeleitet werden, wenn andere Ursachen der Anämie ausgeschlossen sind. Die derzeit empfohlene Dosis beträgt 3 mal 150 I.E./kg Körpergewicht und Woche. Ist diese Dosis wirkungslos, kann sie versuchsweise verdoppelt werden. Sichere Hinweise auf eine Dosis/Wirkungs-Beziehung gibt es allerdings nicht. Eindeutige Aussagen zur Kosteneffektivität dieser Therapie und zum Einfluß auf die ”Lebensqualität” fehlen.</b></p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Immunglobuline werden bei der Idiopathischen thrombozytopenischen Purpura nach den Empfehlungen der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie nur bei schweren lebensbedrohlichen Blutungen eingesetzt. Bei Multiplem Myelom bzw. Chronischer lymphatischer Leukämie empfiehlt die europäische Arzneimittelbehörde Immunglobuline bei schwerer Hypogammaglobulinämie und wiederholten Infektionen.</b></p>
<p>Einleitung: Jährlich erkranken etwa 340000 Patienten in Deutschland neu an soliden Tumoren oder hämatologischen Neoplasien. Für etwa die Hälfte dieser Patienten stehen derzeit keine kurativen Therapiestrategien zur Verfügung; es muß deshalb weiter nach effektiveren und besser verträglichen Therapien gesucht werden. In den letzten Jahren sind mehrere neue Substanzen, z.T. mit sehr spezifischen molekularen Angriffspunkten (z.B. monoklonale Antikörper, Inhibitoren der Signaltransduktion und der Angiogenese), in die Tumortherapie eingeführt worden. Sie haben das Spektrum der therapeutischen Möglichkeiten erweitert und auch die Wirksamkeit bereits bestehender Therapien für einige, allerdings seltene Tumorerkrankungen verbessert.</p>
<p>In Deutschland ist 1999 der Umsatz onkologischer Spezialpräparate gegenüber 1998 um 6,0% gestiegen; insgesamt wurden ca. 700 Mio. € ausgegeben. Die entsprechenden Zahlen für das Jahr 2000 gegenüber 1999 sind 8,8% und 756 Mio. € (1). Zu diesen Spezialpräparaten werden neben den Zytostatika auch verschiedene (Anti-)Hormone und die im Rahmen supportiver Therapiekonzepte verabreichten Arzneimittel (z.B. Antiemetika, hämatopoetische Wachstumsfaktoren, Bisphosphonate) gerechnet. Auch die Verordnungen und der Umsatz von Immuntherapeutika (u.a. Interferone, Immunglobuline), die ebenfalls bei Tumorerkrankungen eingesetzt werden, sind in den vergangenen Jahren stetig stark gestiegen (1). Eine aktuelle strategische Studie (51) schätzt den europäischen Markt für Krebsmedikamente auf einen Umsatz von 5,8 Mrd. € für das Jahr 2003, wobei Zytostatika etwa 53%, Hormonpräparate 40% und Zytokine 7% ausmachen werden.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund und wegen zunehmender Sparzwänge in unserem Gesundheitssystem mit bevorstehenden Entscheidungen zur Rationierung ist es auch in der Behandlung von Tumorerkrankungen außerordentlich wichtig, etablierte und neu eingeführte Therapiestrategien hinsichtlich Effektivität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit in kontrollierten klinischen Studien zu überprüfen. Ziel dieser Studien ist es auch, überflüssige oder unwirksame Arzneimittel zu identifizieren und dadurch eine gute, wirtschaftliche Aspekte berücksichtigende onkologische Versorgung zu realisieren. Leider stehen diesen Zielen zahlreiche Hürden im Wege: Qualitätsdefizite klinischer Studien oder Metaanalysen, z.T. sehr aggressive Marketingstrategien der Pharmaindustrie nach Zulassung kostenintensiver onkologischer Spezialpräparate sowie unkritischer Einsatz neuer Arzneimittel außerhalb klinischer Studien und zugelassener Anwendungsgebiete (”Off-label-Verordnungen”; 2, 3).</p>
<p>Neben einer Beseitigung der Mängel bei Durchführung und Auswertung klinischer Studien in der Onkologie ist es deshalb wichtig,</p>
<p>· die unabhängigen Informationsmöglichkeiten über neue Therapiestrategien in der Onkologie zu nutzen und zu verbessern,</p>
<p>· unabhängige, evidenzbasierte Empfehlungen für den Einsatz kostenintensiver Arzneimittel zu erarbeiten,</p>
<p>· die durch die Pharmaindustrie gelenkte ärztliche Fortbildung einzuschränken,</p>
<p>· neue Arzneimittel in der Onkologie systematisch pharmakoökonomisch zu evaluieren, wobei Interessenkonflikte vermieden werden müssen (2-4).</p>
<p>An vier Beispielen (Erythropoietin, i.v. Immunglobuline, Rituximab, hochdosierte Folinsäure) sollen im folgenden einige Qualitätsdefizite klinischer Studien aufgezeigt, die Kosten dieser Therapiestrategien in der Hämatologie bzw. internistischen Onkologie verdeutlicht und Empfehlungen für den rationalen und wirtschaftlichen Einsatz diskutiert werden.</p>
<p><b>Rekombinantes Erythropoietin zur Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie</b></p>
<p>Bei vielen Tumorpatienten kommt es infolge der malignen Grunderkrankung oder der myelosuppressiven Chemo- und/oder Strahlentherapie zu Anämien, deren Pathogenese dementsprechend multifaktoriell ist. Neben einer verminderten Erythropoese im Knochenmark (Myelosuppression), einem Mangel an nutritiven Faktoren (Eisen, Folsäure, Vitamin B<sub>12</sub>), okkulten Blutverlusten und einem verstärkten peripheren Abbau von Erythrozyten infolge Hämolyse ist insbesondere die ”Anemia of chronic disease” pathophysiologisch von Bedeutung (5). Diese häufige Anämieform bei chronischen (entzündlichen) oder Tumorerkrankungen resultiert aus einer inadäquaten Produktion von Erythropoietin (EPO), einer Hemmung der Proliferation erythroider Vorläuferzellen und einer Störung der Eisenverwertung. Inflammatorische Zytokine (z.B. Interleukin-1, Tumor-Nekrose-Faktor) sind wesentlich an der Pathogenese beteiligt. Verschiedene Zytostatika, insbesondere platinhaltige, die zu einer verminderten Produktion von EPO führen, können eine Tumoranämie auslösen oder verstärken (6). Als Therapieoptionen stehen neben der Beseitigung des Mangels nutritiver Faktoren in erster Linie die Gabe von Erythrozytenkonzentraten und/oder rekombinantem (rh) EPO zur Verfügung. In den letzten Jahren sind bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien und soliden Tumoren zahlreiche unkontrollierte und kontrollierte Studien durchgeführt worden, die gezeigt haben, daß durch Gabe von rhEPO die Hämoglobinkonzentration gesteigert und der Bedarf an Transfusionen reduziert werden kann (7). Dies hat zu einer beträchtlichen Zunahme der Verordnungen von rhEPO für onkologische Indikationen geführt. Allerdings kamen Kosten-/Effektivitäts-Analysen zu widersprüchlichen Ergebnissen, und unabhängige Empfehlungen für einen rationalen, wirtschaftlichen Einsatz von rhEPO wurden erst kürzlich publiziert (8). Man schätzt, daß heute etwa ein Drittel aller Tumorpatienten mit deutlicher Anämie (Hb < 10,0 g/dl) mit rhEPO behandelt werden.</p>
<p><b>Wirkungsmechanismus:</b> Das Gen für EPO, ein vorwiegend in peritubulären Zellen der Nierenrinde produziertes Hormon, wurde 1985 kloniert und danach die rekombinante Form des Hormons hergestellt. Primärer Stimulus für die endogene Produktion von EPO ist die Gewebehypoxie. Die Erythrozytenmasse wird unter physiologischen Bedingungen in erster Linie durch eine Modulation der EPO-Konzentration im Blut reguliert (9). EPO bindet an seinen Rezeptor auf erythroiden Progenitorzellen und stimuliert ihre Proliferation, Differenzierung und Resistenz gegenüber dem programmierten Zelltod (Apoptose). Daraus resultiert eine Expansion erythroider Progenitorzellen (BFU-E und CFU-E), eine vorzeitige Freisetzung reifer Normoblasten aus dem Knochenmark und eine Erhöhung des pro einzelnen Erythrozyten synthetisierten Hämoglobins.</p>
<p><b>Anwendungsgebiete und klinische Studien:</b> Neben den seit mehreren Jahren etablierten Anwendungsgebieten (renale Anämie, Unterstützung der autologen Blutgewinnung) kann Epoetin alfa (Erypo) seit Mitte des Jahres 2000 entsprechend einer Indikationserweiterung ”zur Behandlung der Anämie und Reduktion des Transfusionsbedarfs bei Erwachsenen mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen und Multiplem Myelom, die eine Chemotherapie erhalten und bei denen das Risiko einer Transfusion auf Grund des Allgemeinzustands (z.B. kardiovaskulärer Status, vorbestehende Anämie zu Beginn der Chemotherapie) besteht”, verordnet werden (vgl. AMB<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5773" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>34</b>, 77</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5655" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>35</b>, 55a</a>). Für Epoetin beta (NeoRecormon) erfolgte Anfang 2001 eine Erweiterung des Anwendungsgebiets &#8211; bisher: Vorbeugung und Behandlung der Anämie bei erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren unter platinhaltiger Chemotherapie &#8211; ”zur Behandlung der Anämie bei Patienten mit Multiplem Myelom, niedrig-malignem Non-Hodgkin-Lymphom oder chronischer lymphatischer Leukämie, die einen relativen Erythropoietinmangel aufweisen und eine antitumorale Therapie erhalten”.</p>
<p>Eine Metaanalyse aus dem Jahr 1999, die bis Mai 1996 publizierte klinische Studien zur Wirksamkeit von rhEPO bei Tumorpatienten berücksichtigte, ergab, daß etwa 79% der Patienten mit Plasmozytom, 40% der Patienten mit soliden Tumoren, jedoch nur 13% der Patienten mit myelodysplastischem Syndrom auf die Gabe von rhEPO ansprechen (10). Als Ansprechen wurde ein Anstieg des Hämatokrit-Wertes um 6%-Punkte bzw. des Hämoglobin(Hb)-Werts um 2,0 g/dl gewertet. Wichtige Zusatzinformationen ergab eine neuere Metaanalyse zur Wirksamkeit der rhEPO-Behandlung bei Patienten mit Tumortherapie-assoziierter Anämie (7). Diese Metaanalyse berücksichtigte ausschließlich randomisierte, kontrollierte Studien (n = 22), die bis 1999 publiziert worden waren mit insgesamt 1927 Patienten (auswertbar: 1838 = 95%). Ziel der Metaanalyse war es, die Wirksamkeit von rhEPO auf die Transfusionshäufigkeit und auf die ”Lebensqualität” quantitativ zu erfassen. Darüber hinaus sollte ermittelt werden, ob ein Beginn der Gabe von rhEPO schon bei höheren Hb-Werten die Therapieergebnisse günstig beeinflußt. Alle bisher durchgeführten klinischen Studien verglichen die Behandlung mit rhEPO (zusätzliche Transfusion, falls erforderlich) mit der alleinigen Gabe von Erythrozytenkonzentraten. Angaben zum Einfluß von rhEPO auf die Transfusionshäufigkeit fanden sich in 14 Studien und statistisch signifikante Unterschiede zu Gunsten der mit rhEPO behandelten Patientengruppe in 6 Studien. Klinische Studien, die höheren Qualitätsansprüchen genügen (d.h. doppeltblinde Studien mit < 10% Patientenausschlüssen) zeigten einen signifikant geringeren Effekt von rhEPO auf die Transfusionshäufigkeit (Odds ratio: 0,45; Odds ratio = relative Wahrscheinlichkeit, daß mit rhEPO behandelte Patienten transfundiert werden im Vergleich zur Kontroll-Gruppe) als Studien mit schlechterer Qualität (Odds ratio: 0,14). Die basierend auf den Ergebnissen der Studien mit besserer Qualität ermittelte ”Number Needed to Treat” (NNT) beträgt 5,2 und bedeutet, daß etwa fünf Patienten mit rhEPO behandelt werden müssen, um während einer Beobachtungsdauer von 12 Wochen bei einem anämischen Patienten mit einem Hb-Wert £ 10g/dl eine Transfusion zu vermeiden. Insgesamt wurde in neun klinischen Studien der Einfluß von rhEPO auf die ”Lebensqualität” analysiert, wobei jedoch nur in sieben Studien statistische Vergleiche zwischen Kontroll- und rhEPO-Arm durchgeführt wurden. Ein statistisch signifikanter Unterschied zu Gunsten des rhEPO-Armes fand sich nur in zwei klinischen Studien, in denen Patienten mit mittleren Hb-Ausgangswerten von 10,0 g/dl oder weniger behandelt wurden. Eine Metaanalyse hinsichtlich des Einflusses von rhEPO auf die ”Lebensqualität” war nicht möglich, da in den Studien unterschiedliche Meßinstrumente zur Ermittlung der ”Lebensqualität” benutzt wurden. Überzeugende Evidenz, daß rhEPO die Häufigkeit von Transfusionen vermindert, resultiert aus klinischen Studien, in denen Patienten mit mittleren Hb-Werten von 10,0 g/dl oder weniger eingeschlossen wurden. Ausreichende Evidenz zur Beantwortung der Frage, ob ein Beginn der rhEPO-Gabe bei Hb-Werten > 10,0 g/dl mehr Patienten eine Transfusion erspart oder die ”Lebensqualität” verbessert, liegt nicht vor. Prädiktive Faktoren für das Ansprechen auf die Therapie mit rhEPO (z.B. die endogene EPO-Konzentration im Serum vor Therapiebeginn bzw. das Verhältnis der gemessenen zur an Hand des Hb-Werts vorhergesagten EPO-Konzentration im Serum) wurden in den kontrollierten klinischen Studien nicht ermittelt, allerdings auch nicht systematisch analysiert.</p>
<p>Die Metaanalyse der randomisierten klinischen Studien deckte zahlreiche Mängel auf u.a. im Design sowie in der Analyse und der Interpretation der Ergebnisse. Zukünftige Studien sollten deshalb die kürzlich revidierten CONSORT (<b>Con</b>solidated <b>S</b>tandards <b>o</b>f <b>R</b>eporting <b>T</b>rials)-Empfehlungen beachten (11; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5646" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 46</a>), den Grenzwert für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten genauer festlegen und Patienten prospektiv hinsichtlich relevanter klinischer Merkmale (z.B. Tumortyp, vorausgegangene Behandlung, verabreichtes Therapieregime, prädiktive Faktoren für das Therapieansprechen) stratifizieren.</p>
<p><b>Unerwünschte Arzneimittelwirkungen:</b> RhEPO wird meistens gut vertragen. Sehr selten wurden Grippe-ähnliche Symptome nach Erstinjektion, Hautausschlag, Hypertonie, Kopfschmerzen, thromboembolische Komplikationen, Knochen- oder Muskelschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle beschrieben. Das Auftreten einer Hypertonie steht vermutlich im Zusammenhang mit dem Anstieg des Hb-Werts. Deshalb sollten Hb-Werte > 14,0 g/dl unter der Therapie mit rhEPO vermieden werden. Ob eine transfusionsbedürftige isolierte Erythroblastopenie (erworbene ”Pure Red-Cell Aplasia”), wie sie nach rhEPO-Behandlung bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sehr selten beobachtet wurde (Bildung neutralisierender Antikörper gegen rhEPO), auch bei Patienten mit Tumoranämie auftreten kann, ist nicht bekannt (49).</p>
<p><b>Kosten:</b> Eine Therapie von acht Wochen mit rhEPO in der derzeit empfohlenen Dosierung (3 mal 150 I.E./kg Körpergewicht und Woche s.c.; bei ungenügendem Anstieg der Retikulozyten bzw. des Hb-Werts Steigerung der Dosis auf 3 mal 300 I.E./kg Körpergewicht und Woche s.c.) kostet bei einem 70 kg schweren Patienten ca. 4910 € bzw. bei Dosissteigerung nach 4 Wochen ca. 7415 € (Grundlage der Berechnung: Preise in der Roten Liste 2001). Bei s.c. Applikation können auf Grund der günstigen Pharmakokinetik gegenüber der i.v. Gabe 23-52% der Dosis gespart werden. Der Arzneiverordnungs-Report 2001 ergibt für 2000 deutlich gestiegene Verordnungen (Definierte Tagesdosen = DDD, Änderung gegenüber 1999: +12,3%; Umsatz +24,1%; 1) von Epoetin alfa und beta, wobei genaue Angaben zur Zahl der Verordnungen für die onkologischen Indikationen nicht vorliegen. In Österreich zählte rhEPO 1998 zu den wachstumsstärksten Arzneimittelgruppen, und der Umsatz von rhEPO für onkologische Indikationen wird auf 50-64 Mio. € geschätzt (C. Wild, TA-Datenbank-Nachrichten). In den USA beträgt der Umsatz von rhEPO für onkologische Indikationen bei ca. 200000 jährlich behandelten Patienten etwa 2,5 Mrd. $, in Deutschland 220 Mio. € (1, 13).</p>
<p><b>Empfehlung zur rationalen Verordnung:</b> RhEPO ist für die Behandlung der Tumor-assoziierten Anämie (Hb ≤ 10,5 g/dl) bei Patienten mit malignen Lymphomen, Plasmozytom oder soliden Tumoren, die vor Beginn der Chemotherapie oder nach dem ersten Therapiezyklus eine Anämie haben, ein geeignetes, jedoch teures Arzneimittel, das zum Anstieg des Hb-Werts führen und den Bedarf an Erythrozytenkonzentraten reduzieren kann. Die Metaanalyse der bisher vorliegenden kontrollierten klinischen Studien zur Therapie der Tumortherapie-assoziierten Anämie mit rhEPO ergab, daß etwa fünf Patienten mit rhEPO behandelt werden müssen, um einem Patienten eine Transfusion zu ersparen (7; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6134" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 12</a>). Eine Therapie mit rhEPO bei Tumorpatienten darf nur begonnen werden, wenn andere Ursachen für die Anämie (z.B. Mangel an nutritiven Faktoren wie Eisen, Vitamin B<sub>12</sub>, Folsäure) ausgeschlossen worden sind. Die derzeit empfohlene Dosierung von rhEPO beträgt 3 mal 150 I.E./kg Körpergewicht und Woche. Bei ungenügendem Anstieg der Retikulozyten bzw. des Hb-Werts kann eine Steigerung der Dosis auf 3 mal 300 I.E./kg Körpergewicht und Woche versucht werden, wobei Evidenz für eine Dosis-Wirkungs-Beziehung bei Tumorpatienten nicht vorliegt. Randomisierte klinische Studien zur Wirksamkeit der zumindest in den USA bereits häufig verabreichten Dosis von einmal 40000 I.E./Woche und ggf. Erhöhung der Dosis nach 4-6 Wochen liegen nicht vor. Eindeutige Aussagen zum Einfluß von rhEPO auf die ”Lebensqualität” von Tumorpatienten und Kosten-/Effektivitäts-Analysen dieser Therapie sind anhand der vorliegenden Studien nicht möglich. Diese Fragen sollten ebenso wie die Definition prädiktiver Faktoren in weiteren prospektiven kontrollierten Therapiestudien untersucht werden.</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Intravenöse Immunglobuline in der Hämatologie</b></p>
<p><b> </b></p>
<p>Intravenös verabreichbare Immunglobuline (IVIG) sind in den letzten 10-15 Jahren neben den etablierten Anwendungsgebieten (Substitution bei primären oder sekundären Antikörpermangel-Syndromen) zunehmend häufig zur Behandlung von Erkrankungen mit vermuteter autoimmuner Ursache (z.B. idiopathische thrombozytopenische Purpura, autoimmunhämolytische Anämie, Hemmkörperhämophilie, Guillain-Barré-Syndrom, Multiple Sklerose, Dermatomyositis, Systemischer Lupus erythematodes, Rheumatoide Arthritis) und bei Sepsis eingesetzt worden. So ist z.B. der Verbrauch von IVIG in den Niederlanden (15 Mio. Einwohner) von 150 kg im Jahr 1990 auf 250 kg im Jahr 1995 (14) gestiegen, und in Deutschland betrug der Umsatz im Jahr 2000 98 Mio. € (+22% gegenüber 1999; 1, 15). Da mehr als 50% der Verordnungen von IVIG die sog. ”Off-Label-Therapie” betreffen und für viele Erkrankungen außerhalb der zugelassenen Indikationen gesicherte Erkenntnisse zur Wirksamkeit aus kontrollierten klinischen Studien nicht vorliegen, sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Empfehlungen zum Einsatz von IVIG in prophylaktischer und in therapeutischer Absicht herausgegeben worden (16-19). Anhand einer systematischen Auswertung der in der englischen Fachliteratur zwischen 1981 und 1997 publizierten Arbeiten konnte kürzlich gezeigt werden, daß IVIG alleine in der Hämatologie bei 28 unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt wurden (14). Für die meisten dieser Erkrankungen liegen keine kontrollierten klinischen Studien vor. Konsensus-Erklärungen für die ”Off-Label-Therapie” raten entweder von einer IVIG-Gabe ab (z.B. bei aplastischer Anämie oder mikroangiopathischer hämolytischer Anämie) oder empfehlen den Einsatz nur nach Versagen der Standardtherapie bzw. bei Kontraindikationen für die Standardtherapie (z.B. bei autoimmunhämolytischer Anämie; 20). Am Beispiel der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP), der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und des Multiplen Myeloms soll die vorliegende Evidenz für die Gabe von IVIG und Empfehlungen für den rationalen Einsatz kurz diskutiert werden.</p>
<p><b>Wirkungsmechanismus:</b> IVIG-Präparationen enthalten > 97% intakte polyspezifische IgG-Moleküle mit einer Verteilung der IgG-Subklassen ähnlich wie im normalen Serum. Daneben finden sich in IVIG Spuren von IgA und IgM, löslichen CD4-, CD8- und HLA-Molekülen, verschiedene Zytokine sowie Antikörper gegen eine große Zahl von Zytokinen, deren physiologische und klinische Relevanz jedoch noch unklar ist (21). Die Halbwertszeit der IVIG beträgt ungefähr drei Wochen; ihr Wirkungsmechanismus ist komplex und nur z.T. bekannt. Er umfaßt neben der Substitution von IgG-Antikörpern (z.B. im Rahmen sekundärer Antikörpermangel-Syndrome bei CLL oder Multiplem Myelom), die Blockade von Fc-Rezeptoren, die Hemmung der Komplementaktivierung, die Zufuhr anti-idiotypischer Antikörper, Anti-Zytokineffekte, die Modulation von B- und T-Zell-Aktivierung und die verstärkte Clearance von Autoantikörpern (21). Diese Aktivitäten spiegeln die Funktionen zirkulierender Immunglobuline für die Homöostase des normalen Immunsystems wider.</p>
<p><b>Anwendungsgebiete und klinische Studien:</b> Im Jahre 1996 sind von der American Society of Hematology (ASH) evidenzbasierte Richtlinien zur Diagnostik und Therapie der ITP bei Kindern, Erwachsenen, Schwangeren und Neugeborenen (von Müttern mit ITP) publiziert worden (22; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5831" target="_blank" rel="noopener">AMB 1997, <b>31</b>, 38</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5846" target="_blank" rel="noopener">53a</a>). Die Erarbeitung dieser Richtlinien, die u.a. auf einer gründlichen Literatursuche aus den Jahren 1966-1994 basierte, wurde durch die Tatsache erschwert, daß für fast alle klinisch relevanten Aspekte die Evidenz der Kategorie I (d.h. aus randomisierten klinischen Studien) fehlte und Empfehlungen häufig nur auf der Basis von Evidenz der Kategorie V (d.h. kleine Fallstudien ohne Kontroll-Gruppe) gegeben werden konnten. Die meisten Studien wählten zudem als primären Endpunkt den Surrogatmarker ”Anstieg der Thrombozyten” an Stelle klinisch relevanter Endpunkte, wie z.B. Häufigkeit von Blutungskomplikationen, Rezidive, Entwicklung einer chronischen ITP oder Letalität (50). Von acht bis 1997 publizierten randomisierten Studien zur Wirksamkeit von IVIG bei ITP wurden sieben bei Kindern mit neu diagnostizierter, unbehandelter ITP durchgeführt (14). Während für Kinder Evidenz der Kategorie I hinsichtlich eines rascheren Anstiegs der Thrombozyten nach IVIG vorliegt, findet sich in der Literatur für Erwachsene mit ITP keine Evidenz für die Wirksamkeit einer initialen Gabe von IVIG. Auch für die klinisch häufig durchgeführte Gabe bei Patienten, die gegenüber der initialen Behandlung mit Kortikosteroiden refraktär waren, liegt nur Evidenz der Kategorie V vor. Dementsprechend konnten evidenzbasierte Richtlinien für die Gabe von IVIG bei Erwachsenen mit ITP nicht formuliert werden. Es wurden daher nur Empfehlungen ausgesprochen, die auf der (subjektiven) Meinung der dem Komitee angehörenden Hämatologen basieren (22). Auch für die Beantwortung der wegen der Kosten wichtigen Frage nach der Dosierung der IVIG bei ITP existieren nur wenige randomisierte Studien mit kleinen Patientenzahlen, die keine endgültige Aussage erlauben. Nachdem ursprünglich eine Dosierung von 0,4 g/kg Körpergewicht/d über fünf Tage bzw. von 1 g/kg/d an zwei aufeinander folgenden Tagen empfohlen wurde, ergaben randomisierte Studien keinen Vorteil der zweimaligen Gabe von 1 g/kg/d gegenüber der einmaligen Gabe dieser Dosis (23); es fand sich jedoch ein Vorteil einer einmaligen Dosis von 1 g/kg/d gegenüber 0,5 g/kg/d (24).</p>
<p>Patienten mit CLL oder Multiplem Myelom haben neben Störungen der zellulär vermittelten Immunität und neben unspezifischen Defekten der Monozyten, NK-Zellen und Komplementaktivierung häufig eine Hypogammaglobulinämie, die sie für z.T. lebensbedrohliche bakterielle Infektionen anfällig macht. Die Hypogammaglobulinämie kann durch Therapiemaßnahmen (z.B. Kortikosteroide, alkylierende Zytostatika, Purin-Analoga, monoklonale Antikörper, Hochdosis-Chemotherapie) noch verstärkt werden. Darüber hinaus haben insbesondere Patienten mit CLL häufiger Autoimmunopathien, wie z.B. autoimmunhämolytische Anämien (AIHA) und ITP (25). Es war deshalb naheliegend, den Wert der IVIG als Substitution bei Hypogammaglobulinämie zur Infektionsprophylaxe und Behandlung der autoimmun bedingten Zytopenien zu untersuchen. Bei Patienten mit CLL und Hypogammaglobulinämie und/oder häufigen bakteriellen Infektionen wurden bisher vier randomisierte Studien (IVIG versus Plazebo oder versus keine Therapie) durchgeführt, die alle eine Reduktion schwerer bakterieller Infektionen nach IVIG ergaben (14). Eine weitere randomisierte Studie verglich zwei unterschiedliche Dosierungen der IVIG (0,25 g/kg versus 0,5 g/kg jeweils alle vier Wochen); die höhere Dosierung brachte keinen Vorteil (26). Die Wirksamkeit einer prophylaktischen antibiotischen Therapie bei Patienten mit CLL wurde bisher nicht mit der von IVIG verglichen. Bei Patienten mit Multiplem Myelom konnten IVIG in einer doppeltblinden randomisierten Studie bakterielle Infektionen reduzieren, wobei insbesondere Patienten mit schlechtem Ansprechen auf eine Pneumovax-Vakzinierung und guter Knochenmarkfunktion profitierten (27). Kontrollierte klinische Studien zum Einsatz von IVIG bei Patienten mit CLL und AIHA oder ITP liegen nicht vor. Ein Therapieversuch mit IVIG sollte deshalb nur nach Versagen der Standardtherapie bzw. bei schwerer Blutungsneigung erfolgen.</p>
<p><b>Unerwünschte Arzneimittelwirkungen:</b> Bei den UAW von IVIG muß zwischen häufigen Allgemeinreaktionen (Fieber, Schüttelfrost, gastrointestinale Beschwerden, Kopf-, Glieder-, Rückenschmerzen, Dyspnoe, Bronchospasmus), seltenen echten allergischen Reaktionen (Atemnot, Schwindel, Kreislaufkollaps bis hin zur Bewußtlosigkeit) und schweren, fast ausschließlich bei Patienten mit angeborenem selektivem IgA-Mangel auftretenden anaphylaktischen Reaktionen unterschieden werden (17, 28). Die Allgemeinreaktionen treten in Abhängigkeit von der verabreichten Einzeldosis und der Infusionsgeschwindigkeit bei 2-6% der Patienten auf und werden häufiger bei Patienten mit Antikörpermangel-Syndromen beobachtet (28). Für die Allgemeinreaktionen werden u.a. eine rasche Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen mit Überforderung nachgeordneter Abbaumechanismen und eine dosisabhängige Ausschüttung endogener Kinine und/oder Mediatoren verantwortlich gemacht. In den letzten Jahren häufen sich Berichte über UAW einer hochdosierten IVIG-Therapie an den Nieren (Auslösung eines akuten Nierenversagens; 29). Als Risikofaktoren gelten eine vorbestehende Einschränkung der Nierenfunktion, Diabetes mellitus und höheres Lebensalter. Die Pathogenese der durch IVIG ausgelösten Nierenschädigung ist unklar. Diskutiert werden u.a. eine osmotisch bedingte Schädigung der proximalen Nierentubuli durch den Zusatz stabilisierender Stoffe (z.B. Saccharose) und ischämische Störungen. Die für IVIG üblichen Reinigungsschritte über die Cohn-Fraktionierung hinaus gelten als sicher im Hinblick auf die Virusinaktivierung gegenüber Hepatitis B und C und HIV. Heute dürfen nur noch IVIG zugelassen werden, für deren Herstellung Plasma von Anti-HBV-, Anti-HCV- und HIV-negativen Spendern verwendet wurde.</p>
<p><b>Kosten:</b> Die Behandlung mit IVIG ist sehr teuer, insbesondere bei längerer oder hochdosierter Gabe (z.B. bei ITP). Die Apotheken-Verkaufspreise (Grundlage: Rote Liste 2001) schwanken für 1,0 g der verschiedenen 7S-IVIG-Präparate zwischen 74 und 113 €. Demgegenüber liegen die Kosten für 1,0 g in Krankenhausapotheken bei ca. 26 €. Eine einmalige Substitution von IVIG (0,4 g/kg Körpergewicht) bei einem 70 kg schweren Patienten (z.B. mit CLL) kostet dementsprechend im ambulanten Bereich ca. 2140 € und stationär ca. 716 €. Diese Substitution muß bei entsprechender Indikation (s.o.) alle 3-4 Wochen wiederholt werden. Die Behandlung der ITP mit IVIG (1,0 g/kg) bei einem 70 kg schweren Patienten kostet ambulant ca. 5370 € und stationär 1790 €. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit, die Indikation für IVIG stets genau zu prüfen und die Dosierung entsprechend den aktuellen Richtlinien vorzunehmen (16-19, 22).</p>
<p><b>Empfehlung zur rationalen Verordnung:</b> Die Empfehlungen zur Gabe von IVIG bei ITP orientieren sich derzeit an den Richtlinien der ASH (22; s.a. AMB <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5831" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>31</b>, 38</a>und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5847" target="_blank" rel="noopener">53b</a>). Eine Untersuchung in Großbritannien zur Behandlung der akuten ITP bei Kindern hat die Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieser Richtlinien in die klinische Praxis eindrucksvoll verdeutlicht (30). In dieser Auswertung erhielten 94 von insgesamt 356 Kindern mit Thrombozytenwerten < 20/nl IVIG als initiale Therapie, obwohl hierfür keine Indikation (z.B. Blutungsneigung) vorlag. Es darf vermutet werden, daß auch Erwachsene mit ITP zu häufig bzw. in zu hoher Dosierung IVIG erhalten und hierdurch erhebliche Kosten verursacht werden. Die von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) ausgesprochene Empfehlung, Patienten mit Multiplem Myelom und CLL mit schwerer sekundärer Hypogammaglobuliämie und wiederholten Infektionen mit IVIG (Dosis: 0,2-0,4 g/kg alle 3-4 Wochen) zu substituieren (31), wird nur durch wenige randomisierte Studien mit kleinen Patientenzahlen gestützt. Alternative, kostengünstigere Therapiestrategien (z.B. prophylaktische Gabe von Antibiotika) sind bisher leider nicht in kontrollierten klinischen Studien geprüft worden.</p>
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		<title>Metaanalyse kontrollierter klinischer Studien zur Behandlung der Tumortherapie-assoziierten Anämie mit Erythropoietin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Feb 2002 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Anämie]]></category>
		<category><![CDATA[Epoetin alfa]]></category>
		<category><![CDATA[Epoetin beta]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Erythropoietin]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Detaillierte Angaben zur Zahl der Verordnungen von rekombinantem humanem Erythropoietin (rhEPO) für onkologische Indikationen in Deutschland liegen leider nicht vor. Die kürzlich von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin mitgeteilten Zahlen zu den kostenintensivsten Arzneimitteln (Epoetin alfa = Erypo und Epoetin beta = NeoRecormon an Position 2 bzw. 7; vgl. AMB 2001, 35, 95) sprechen jedoch ebenso [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Detaillierte Angaben zur Zahl der Verordnungen von rekombinantem humanem Erythropoietin (rhEPO) für onkologische Indikationen in Deutschland liegen leider nicht vor. Die kürzlich von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin mitgeteilten Zahlen zu den kostenintensivsten Arzneimitteln (Epoetin alfa = Erypo und Epoetin beta = NeoRecormon an Position 2 bzw. 7; vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5590" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 95</a>) sprechen jedoch ebenso wie die im Arzneiverordnungs-Report 2000 (1) für 1999 mitgeteilten Verordnungen von Epoetin alfa und beta (definierte Tagesdosen = DDD, Steigerung gegenüber 1998: 19,6%) für einen deutlich gestiegenen Verbrauch auch für onkologische Indikationen. In Österreich zählte rhEPO bereits 1998 zu den wachstumsstärksten Arzneimittelgruppen, und der Umsatz von rhEPO für onkologische Indikationen wurde auf 50-64 Mio. € geschätzt (2). In den USA beträgt der Umsatz von rhEPO für onkologische Indikationen bei ca. 200000 jährlich behandelten Patienten etwa 2,5 Milliarden $ (3).</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sind unabhängige Analysen der vorliegenden Studien zum Stellenwert des rhEPO für die Therapie der durch Tumorerkrankungen oder deren Behandlung ausgelösten Anämie von großer Bedeutung (vgl. AMB 1996, <b>30</b>, 46; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5965" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>32</b>, 55a</a>; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5773" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>34</b>, 77</a>; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5655" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>35</b>, 55a</a>). Eine kürzlich publizierte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse der bis 1999 publizierten randomisierten klinischen Studien zur Wirksamkeit der rhEPO-Behandlung bei Patienten mit Tumortherapie-assoziierter Anämie ist folgenden Fragen nachgegangen (4): a. Wie wirksam ist die Behandlung mit rhEPO hinsichtlich Transfusionshäufigkeit und Verbesserung der &#8222;Lebensqualität&#8220; bei Patienten mit Anämie, die durch Chemotherapie oder Bestrahlung verursacht wurde? b. Können die Therapieergebnisse durch einen frühzeitigen Beginn der Gabe von rhEPO, z.B. bei Hb-Werten ≥ 12,0 g/dl oder als Prophylaxe, verbessert werden?</p>
<p>Insgesamt wurden 22 klinische Studien mit 1927 Patienten, von denen 1838 (95%) auswertbar waren, berücksichtigt. Alle diese Studien verglichen eine Behandlung mit rhEPO plus zusätzliche Transfusion, falls erforderlich, mit einer alleinigen Gabe von Erythrozytenkonzentraten. Angaben zum Einfluß von rhEPO auf die Transfusionshäufigkeit fanden sich in 14 Studien und statistisch signifikante Unterschiede zugunsten der mit rhEPO behandelten Patienten in 6 Studien. Klinische Studien, die höheren Qualitätsansprüchen genügten (d.h. doppeltblinde Studien mit < 10% Patientenausschlüssen) zeigten einen signifikant geringeren Effekt von rhEPO auf die Transfusionshäufigkeit (Odds ratio: 0,45; Odds ratio: relative Wahrscheinlichkeit, daß mit rhEPO behandelte Patienten transfundiert werden im Vergleich zur Kontrollgruppe) als Studien mit schlechterer Qualität (Odds ratio: 0,14). Die auf den Studien mit höherer Qualität basierende "Number Needed to Treat" (NNT) beträgt 5,2. Dies bedeutet, daß etwa 5 Patienten mit rhEPO behandelt werden müssen, um bei einem Patienten eine Transfusion zu vermeiden. Insgesamt wurde in 9 klinischen Studien der Einfluß von rhEPO auf die "Lebensqualität" analysiert, wobei jedoch nur in 7 Studien statistische Vergleiche zwischen Kontroll- und rhEPO-Arm durchgeführt wurden. Ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten des rhEPO-Arms fand sich nur in 2 klinischen Studien, in denen Patienten mit mittleren Hb-Ausgangswerten von 10,0 g/dl oder weniger behandelt wurden. Eine Metaanalyse hinsichtlich des Einflusses von rhEPO auf die "Lebensqualität" war nicht möglich, da in den Studien unterschiedliche Meßinstrumente zur Ermittlung der "Lebensqualität" benutzt wurden. Prädiktive Faktoren für das Ansprechen auf die Therapie mit rhEPO wurden in den kontrollierten klinischen Studien nicht ermittelt, allerdings auch nicht systematisch analysiert.</p>
<p>Die Metaanalyse der randomisierten klinischen Studien deckte zahlreiche Mängel auf, u.a. im Design der Studien sowie in der Analyse und Interpretation der Ergebnisse. Zukünftige Studien sollten deshalb die kürzlich revidierten CONSORT (<b>Con</b>solidated <b>S</b>tandards <b>o</b>f <b>R</b>eporting <b>T</b>rials)-Richtlinien beachten (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5646" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 46</a>), den Grenzwert für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten genau festlegen und Patienten prospektiv hinsichtlich klinischer Merkmale (z.B. Tumortyp, vorausgegangene Behandlung, verabreichtes Therapieregime, prädiktive Faktoren für Therapieansprechen) stratifizieren.</p>
<p><b>Fazit:</b> rhEPO reduziert den Transfusionsbedarf anämischer Tumorpatienten, die Chemotherapie oder Bestrahlung erhalten. Etwa 5 Patienten müssen mit rhEPO behandelt werden, um einem Patienten eine Transfusion zu ersparen. Nur solche Studien, in denen Patienten mit Hb-Werten ≤ 10,0 g/dl mit rhEPO behandelt wurden, ergaben signifikante Verbesserungen der &#8222;Lebensqualität&#8220;.</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Arzneiverordnungs-Report 2000. Hrsg. U. Schwabe und D. Paffrath. Springer, Berlin, Heidelberg 2001.</li>
<li>Wild, C.: TA-Datenbank-Nachrichten 2001, <b>10</b>, 50.</li>
<li>Rizzo, J.D.: Hematology 2001. American Society of Hematology Education Program Book. S. 10-14.</li>
<li>Seidenfeld, J., et al.: J. Natl. Cancer Inst. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11504766&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener"><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11504766&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>93</b>, 1204</a></a>.</li>
</ol>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/metaanalyse-kontrollierter-klinischer-studien-zur-behandlung-der-tumortherapie-assoziierten-anaemie-mit-erythropoietin/">Metaanalyse kontrollierter klinischer Studien zur Behandlung der Tumortherapie-assoziierten Anämie mit Erythropoietin</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
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