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	<title>Estrogene/Gestagene Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Oral verabreichte Östradiol-Ester zur Hormon-Ersatz-Therapie scheinen das Risiko für Thromboembolien im Gegensatz zu konjugierten Stutenharn-Östrogenen nicht zu erhöhen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2004 11:04:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im JAMA erschien jetzt die erste Fall-Kontroll-Studie, in der das Risiko für Thromboembolien bei peri- bzw. postmenopausaler Einnahme von Östradiol-Estern (EE) mit dem bei Einnahme konjugierter equiner Östrogene (CEE) verglichen wurde (1). N.L. Smith et al. berichten über tiefe Beinvenenthrombosen mit oder ohne Lungenembolie zwischen 1995 und 2001 im Bereich einer großen medizinischen „Provider”-Organisation (Group [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im JAMA erschien jetzt die erste Fall-Kontroll-Studie, in der das Risiko für Thromboembolien bei peri- bzw. postmenopausaler Einnahme von Östradiol-Estern (EE) mit dem bei Einnahme konjugierter equiner Östrogene (CEE) verglichen wurde (1). N.L. Smith et al. berichten über tiefe Beinvenenthrombosen mit oder ohne Lungenembolie zwischen 1995 und 2001 im Bereich einer großen medizinischen „Provider”-Organisation (Group Health Cooperative = GHC) im Staat Washington, USA. Die Modalitäten der Hormonersatz-Therapie (HRT) von 586 peri-/postmenopausalen Frauen im Alter von 30-89 Jahren mit tiefer Venenthrombose allein (426) oder mit Lungenembolie (160, davon 33 tödlich) wurden mit denen von 2268 <i>Kontrollen</i> verglichen, die nach Alter und Gewicht mit diesen <i>Fällen</i> gleich waren. Jedoch hatten die Fälle deutlich häufiger eine Karzinomanamnese oder waren vor Diagnose der Thrombose stationär behandelt worden. Im Jahr 1999 hatten die Apotheken der GHC aus nicht näher erklärten Gründen die Routine-Formulierung der HRT-Östrogene von EE auf CEE umgestellt. CEE enthalten 10 verschiedene östrogene Substanzen (hauptsächlich Östronsulfat und Equilinsulfat), während EE in erster Linie Östronsulfat und etwas Equilinsulfat enthalten soll. In Deutschland kommt, wenn Östradiol verordnet wird, meist Östradiol-Valerat oder mikronisiertes Östradiol zum Einsatz.</p>
<p>Für HRT bei den Fällen bzw. Kontrollen wurden folgende Relative Risiken für Thromboembolien errechnet: Frauen, die EE einnahmen, hatten kein erhöhtes Risiko: RR 0,92 (Konfidenzintervall = CI: 0,69-1,22). Nahmen sie CEE mit oder ohne Gestagen (Medroxyprogesteron-Acetat = MPA) ein, war das Risiko signifikant erhöht: RR: 1,65 (CI: 1,24-2,19). Nahmen sie CEE allein ein, war das RR, wie auch in der WHI-Studie (2), geringer (RR: 1,31) als bei zusätzlicher Einnahme von MPA (RR: 2,17). Bei Einnahme von EE plus MPA war das Risiko nur geringfügig und nicht signifikant höher als mit EE allein. Die Dosierungen von EE und CEE wurden in drei Stufen geordnet (für beide niedrig: 0,3 mg/d; mäßig: 0,625 mg/d; hoch: im Mittel 1,67 mg/d für EE und 1,16 mg/d für CEE). Bei CEE nahm das RR mit steigender Dosis von 1,21 bis 3,8 zu, bei EE war es dosisunabhängig. In Abweichung von den meisten anderen Studien, in denen die Beziehung zwischen HRT und Thrombosen untersucht wurden, waren Thrombosen hier im ersten Jahr der Einnahme nicht häufiger als in den Folgejahren.</p>
<p>Diese Ergebnisse sind bemerkenswert, weil hier zum ersten Mal bei einer größeren Zahl von Fällen und Kontrollen die Thromboserisiken von CEE mit einem anderen oralen Östrogenpräparat verglichen wurden. Im vorigen Jahr haben wir über eine Fall-Kontroll-Studie aus Frankreich berichtet, in der transdermales Östradiol, anders als orale Östrogene, nicht mit einem erhöhten Thromboembolie-Risiko assoziiert war (3). Beides sind keine prospektiven plazebokontrollierten Studien, so daß weiterhin Vorsicht angebracht ist.</p>
<p>Mit diesen Fakten im Gedächtnis kann aufgrund der jetzigen Datenlage vermutet werden, daß niedrig-dosiertes transdermales Östradiol (das nicht wie orale Östradiol-Präparate die Leber in hoher Konzentration passiert) sowie orale Östradiolester ein günstigeres RR-Profil im Hinblick auf Thrombosen haben als CEE, und daß die Kombination von CEE mit MPA das höchste RR zur Folge hat mit einem zusätzlichen Risiko bei hoher CEE-Dosis. Ob es Gestagene gibt, die in Kombination mit Östrogenen das RR weniger erhöhen als MPA, ist nicht bekannt und muß untersucht werden.</p>
<p><b>Fazit:</b> Verestertes Östron (in dieser Form in Deutschland wohl nicht im Handel) in Präparaten zur Hormonersatz-Therapie scheint mit einem geringeren Thromboembolie-Risiko assoziiert zu sein als konjugierte Stutenharn-Östrogene, besonders, wenn diese zusammen mit Medroxyprogesteron-Acetat eingenommen werden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Smith, N.L.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15467060&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>292</b>, 1581</a>.</li>
<li>Anderson, G.L., et al. for the <b>W</b>omen’s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Steering Committee (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15082697&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>291</b>, 1701</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6389" target="_blank" rel="noopener">AMB 2004, <b>38</b>, 37</a>.</li>
<li>Scarabin, P.Y., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12927428&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>362</b>, 428</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6332" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 77a</a>.</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Neues über Venenthrombosen bei Patientinnen der WHI-Studie</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/neues-ueber-venenthrombosen-bei-patientinnen-der-whi-studie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2004 11:03:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>In der von uns früher besprochenen Women’s-Health-Initiative-Studie (WHI), die nach etwa 5,5 Jahren Laufzeit wegen eines signifikant erhöhten Brustkrebsrisikos bei Einnahme konjugierter Östrogene aus Stutenharn (Conjugated equine estrogens = CEE) plus 2,5 mg Medroxyprogesteronacetat (MPA) pro Tag beendet wurde, war auch das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, unter Hormontherapie im Vergleich mit Plazebo erhöht [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der von uns früher besprochenen Women’s-Health-Initiative-Studie (WHI), die nach etwa 5,5 Jahren Laufzeit wegen eines signifikant erhöhten Brustkrebsrisikos bei Einnahme konjugierter Östrogene aus Stutenharn (Conjugated equine estrogens = CEE) plus 2,5 mg Medroxyprogesteronacetat (MPA) pro Tag beendet wurde, war auch das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, unter Hormontherapie im Vergleich mit Plazebo erhöht (1). Die Autoren der WHI-Gruppe berichten jetzt detailliert über Venenthrombosen, die während dieser Studie von insgesamt 5,6 Jahren Dauer (bisher nur über 5,2 Jahre berichtet) auftraten und ergänzen die Mitteilungen durch die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie, in der genetische Risikofaktoren, wie „Faktor V Leiden”, als Teilursache der Thrombosen untersucht wurden (2).</p>
<p>Die Frauen dieser Studie waren zwischen 50 und 79 Jahre alt (im Mittel ca. 63 Jahre). Der Einschluß vieler älterer Frauen muß betont werden, da das Alter per se ein Risikofaktor für Thrombosen ist. In der Erstveröffentlichung der WHI-Gruppe von 2002 (1) wurde das gesamte Relative Risiko (RR) für Venenthrombosen mit oder ohne Lungenembolie mit 2,11 im Vergleich mit Plazebo angegeben. In der jetzigen Auswertung ist das RR mit 2,06 (Vertrauensintervall = CI: 1,57-2,70) weiterhin hochsignifikant erhöht. Insgesamt ereigneten sich bei den 16608 Frauen (davon je die Hälfte mit Hormonen bzw. Plazebo behandelt) 167 Thrombosen in der Hormon- und 76 in der Plazebo-Gruppe. Bereits die Häufigkeit der Thrombosen in der Plazebo-Gruppe ist interessant. In unserem Hauptartikel vom März 2001 (3) waren wir noch von einer Thrombosehäufigkeit bei postmenopausalen Frauen von 10-15/100000 „Frauenjahre” ausgegangen. Bei den WHI-Frauen der Plazebo-Gruppe im Alter zwischen 50 und 59 Jahren war die Inzidenz jedoch 80/100000 Jahre, im Alter von 60-69 Jahren 190/100000 Jahre und bei 70-79-Jährigen 250/100000 Jahre. In allen Altersgruppen wurde das Risiko durch Hormone um etwa den gleichen Faktor (ca. 2) erhöht. Dies entspricht bei alten Frauen einer wesentlich größeren absoluten Zunahme von Thrombosen als bei jüngeren Frauen.</p>
<p>Unabhängig vom Alter waren Übergewicht (BMI 25-30) und Adipositas (BMI > 30) Risikofaktoren für Thrombosen in der Plazebo-Gruppe. Verglichen mit Frauen der Plazebo-Gruppe mit BMI < 25 hatten Übergewichtige ein deutliches und Adipöse ein signifikant erhöhtes RR von 2,87 (CI: 1,5-5,4), eine Thrombose zu erleiden. In allen Gewichtsgruppen wurde wiederum das Thrombose-Risiko durch Hormoneinnahme um den Faktor 2 erhöht, d.h. bei Adipösen absolut fast dreimal so deutlich wie bei einem BMI < 25.</p>
<p>Bei 147 Thrombosepatientinnen der WHI-Studie und bei 513 vergleichbaren Kontroll-Frauen ohne Thrombosen wurde die Häufigkeit genetischer Varianten gerinnungsrelevanter Gene untersucht. Es zeigte sich, daß Faktor V Leiden das hormonbedingte Thrombose-Risiko um den Faktor 6,7 im Vergleich mit Frauen ohne diese Mutante verstärkte, während andere untersuchte Faktoren (Prothrombin 20210A, Methylentetrafolat-Reduktase C677T, Faktor XIII Val34Leu, PAI-1 4G/5G, Faktor V HR2) das hormonbedingte Thrombose-Risiko nicht veränderten.</p>
<p>Die Daten dieser Studie beziehen sich auf eine kontinuierliche kombinierte Hormontherapie mit CEE und MPA bei Frauen mit intaktem Uterus. In dem Teil der WHI-Studie mit alleiniger CEE-Therapie (Frauen ohne Uterus) war das Thrombose-Risiko mit 1,47 (CI: 1,04-2,08) weniger deutlich erhöht im Vergleich mit Plazebo (4).</p>
<p><b>Fazit:</b> Die genauere Auswertung der WHI-Studie bestätigt unsere bisherige Empfehlung, eine peri-/postmenopausale Hormontherapie nur zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer klimakterischer Beschwerden für einen begrenzten Zeitraum einzusetzen. Sie sollte nicht bei älteren Frauen aus „Lifestyle”-Gründen erfolgen und nicht bei Frauen mit Risikofaktoren für Thrombosen, wie ausgeprägter Adipositas, früheren Thrombosen und bekanntem Faktor V Leiden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Rossouw, J.E., et al. for the <b>W</b>omen&#8217;s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Investigators (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12117397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 321</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6194" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 68</a>.</li>
<li>Cushman, M., et al. for the <b>W</b>omen&#8217;s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Investigators (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15467059&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>292</b>, 1573</a>.</li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 17</a>.</li>
<li>Anderson, G.L., et al. for the <b>W</b>omen’s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Steering Committee (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15082697&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>291</b>, 1701</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6389" target="_blank" rel="noopener">AMB 2004, <b>38</b>, 37</a>.</li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Osteoporose-Therapie &#8211; Stand 2004</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/osteoporose-therapie-stand-2004/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 May 2004 10:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammenfassung: Die Pharmakotherapie der Osteoporose ist in den letzten zehn Jahren übersichtlicher geworden. Neben der Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D3 haben sich Bisphosphonate in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam erwiesen, Frakturen zu verhindern. Die sogenannte Hormonersatz-Therapie ist wegen ihrer UAW als generelle Sekundärprävention der Osteoporose für Frauen in der Postmenopause nicht mehr zu empfehlen. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Zusammenfassung: Die Pharmakotherapie der Osteoporose ist in den letzten zehn Jahren übersichtlicher geworden. Neben der Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D<sub>3</sub> haben sich Bisphosphonate in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam erwiesen, Frakturen zu verhindern. Die sogenannte Hormonersatz-Therapie ist wegen ihrer UAW als generelle Sekundärprävention der Osteoporose für Frauen in der Postmenopause nicht mehr zu empfehlen. Neuere Substanzen wie der selektive Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen stehen als &#8222;Second-line&#8220;-Therapeutika zur Verfügung, sind aber noch nicht ausreichend untersucht. Klare Konzepte existieren zur Therapie der schweren Osteoporose mit Frakturen. Die Primärprävention und die Intervention bei Osteoporose ohne Frakturen bleiben derzeit eine auf individuellen Risikoprofilen basierende Einzelfallentscheidung von Arzt und Patient/in.</b></p>
<p>Osteoporose ist weltweit ein relevantes gesundheitliches Risiko von Frauen im höheren Lebensalter, aber zunehmend auch von Männern. Die Prävalenz von Wirbelkörperfrakturen bei Frauen bzw. Männern über 50 Jahren beträgt 7,7% bzw. 5,3%, von Frakturen außerhalb der Wirbelsäule 12,7% bzw. 1,4% (1). Die WHO schätzt, daß 30% aller Frauen über 50 Jahren an Osteoporose leiden (2). Das Risiko, nach der ersten Wirbelkörperfraktur im Folgejahr noch eine weitere zu erleiden, wird für Frauen mit 20% angegeben (3). Die Behandlungskosten für Osteoporose und ihre Folgeerkrankungen werden für Deutschland mit 2 Mrd. EUR/Jahr veranschlagt (4). Vor diesem Hintergrund hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft 2003 Empfehlungen zu Therapie und Prophylaxe der Osteoporose herausgegeben (5), in denen versucht wurde, Wirkstoffe und Indikationen unter Evidenz-Kriterien zu bewerten. Die deutschen Empfehlungen reihen sich in eine Vielzahl nationaler Leitlinien ein (6-9). Wir haben zuletzt 1995 in einem Übersichtsartikel zu diesem Thema Stellung genommen (10).</p>
<p><b>Definition, Prävention, Therapieziele:</b> Die WHO-Definition der Osteoporose (s. Tab. 1), die auf Kategorien der Knochendichte (KD) basiert, hat sich in Studien und Therapieempfehlungen international durchgesetzt (11). Nicht-traumatische Frakturen definieren die ”schwere Osteoporose”. Primäres Präventions- und Therapieziel ist heute die Verhinderung von Frakturen und ihrer Folgeerkrankungen, nicht mehr nur die Steigerung der densitometrischen KD. Zwischen Präventions- und Therapieindikationen muß klar unterschieden werden (s. Tab. 2). Die Tertiärprävention entspricht dabei der Therapie der schweren Osteoporose (atraumatische Frakturen) mit dem Ziel, Folgefrakturen und Ko-Morbidität zu minimieren. Sekundärprävention umfaßt Maßnahmen, die in Risikogruppen (z.B. Frauen in der Postmenopause, Patienten mit Langzeit-Steroid-Therapie) Frakturen verhindern sollen. Unter Primärprävention werden Strategien verstanden, die zum Aufbau einer möglichst großen Knochenmasse (Peak bone mass) bei Kindern und Jugendlichen führen und dadurch die Knochengesundheit erhalten sollen. Zur Primärprävention existieren keine kontrollierten Studien.</p>
<p><b>Datenlage und Leitlinien:</b> Die Zahl von Studien zu Osteoporose-Therapeutika ist groß, ihre Qualität und Vergleichbarkeit unübersichtlich. 2001 wurden europäische Richtlinien für den Wirksamkeitsnachweis von Osteoporose-Therapeutika formuliert (12). Darin wird gefordert, daß in Studien die Frakturhäufigkeit (und nicht die KD) primärer Endpunkt sein sollte. Studien sollten doppeltblind und plazebokontrolliert angelegt und von ausreichender Dauer sein. Nur eine überschaubare Anzahl von Studien erfüllt diese Kriterien. Zu einigen Fragen der Osteoporose-Therapie existieren jedoch keinerlei Arbeiten, die den formulierten Qualitätskriterien folgen. Verfasser von Leitlinien sehen sich dennoch im Zwang, zu allen relevanten praktischen Fragen Stellung zu beziehen. In diesem Graubereich der Datenlage kommen verschiedene Leitlinien zu divergierenden Empfehlungen. So wird beispielsweise ein Osteoporose-Screening mittels KD-Messung (KDM) in den Leitlinien der US-amerikanischen National Osteoporosis Foundation als Routine für Frauen über 65 Jahren empfohlen (43), während andere US-amerikanische, kanadische und deutsche Leitlinien die Indikation für eine KDM nur bei einer Risikokonstellation sehen (5, 7, 9).</p>
<p><b>Pathogenese, Osteoporoseformen, Substanzklassen:</b> Das pathogenetische Konzept der frühen Osteoporose Typ I und der späten Typ-II-Osteoporose (s. Tab. 1) findet in neueren Therapiestudien wegen fehlender Altersdifferenzierung kaum Berücksichtigung. Sonderformen der Osteoporose (sekundäre Osteoporose bei Steroid-Langzeitmedikation und Osteoporose des Mannes) werden von der postmenopausalen Osteoporose unterschieden und in speziellen Studien untersucht. Die Wirkstoffe lassen sich grob in Knochen-Resorptionshemmer und Osteoanabolika einteilen (s. Tab. 3). Vitamin D<sub>3</sub> und Kalzium gelten als Basistherapie und wurden in nahezu allen Studien sowohl in den Behandlungs- als auch in den Kontroll-Gruppen gegeben.</p>
<p>Kalzium und Vitamin D<sub>3</sub> sind insbesondere bei Frauen und Männern über 80 Jahren in der Lage, die Zahl nicht-vertebraler Frakturen im Sinne einer Sekundärprävention zu vermindern. In dieser Altersgruppe liegt häufig eine Unterversorgung mit Kalzium und Vitamin D vor. In einer randomisierten plazebokontrollierten Studie (Kalzium 1,2 g/d und Vitamin D<sub>3</sub> 800 I.U./d) konnte bei Frauen in hohem Alter (mittleres Alter 84 ± 6 Jahre, Dauer 18 Monate) die Rate nicht-vertebraler Frakturen von 10,9% (Kontrollen) auf 7,5% gesenkt werden (NNT = 29; 13). In einer weiteren Studie (14) wurden Männer und Frauen über 65 Jahre 3 Jahre lang mit Kalzium (500 mg/d) und Vitamin D<sub>3</sub> (700 I.U./d) behandelt. Die Rate der ersten nicht-vertebralen Fraktur konnte von 12,8% (Kontrollen) auf 5,8% gesenkt werden (NNT = 14). Für aktive Vitamin-D<sub>3</sub>-Metaboliten (z.B. Calcitriol) läßt sich zwar eine ähnliche Wirksamkeit wie für Kalzium alleine nachweisen (15), für eine generelle Überlegenheit gegenüber dem deutlich preisgünstigeren Vitamin D<sub>3</sub> existiert aber bisher keine überzeugende Studie.</p>
<p>Für Östrogen-Gestagen-Kombinationen liegt erstmalig mit der Women&#8217;s Health Initiative (WHI; 16) eine randomisierte, plazebokontrollierte Präventionsstudie vor, die bei über 16000 Frauen (Alter 50-79 Jahre) zeigen konnte, daß die Kombinationstherapie (konjugierte Östrogene 0,625 mg/d plus Medroxyprogesteronacetat 2,5 mg/d) das Frakturrisiko (alle Frakturen) signifikant reduzieren kann (HR: 0,76; 95% CI: 0,69-0,85). Die Studie wurde &#8211; wir haben darüber berichtet (17) &#8211; nach 5 Jahren abgebrochen, weil Mammakarzinome, Koronare Herzkrankheit, Thromboembolien sowie Schlaganfälle in der Interventionsgruppe häufiger waren. Wenn auch die absoluten Unterschiede in Behandlungs- und Plazebo-Gruppe gering sind (7 Myokardinfarkte und 8 Brustkrebserkrankungen mehr, 5 Schenkelhalsfrakturen weniger pro 10000 Behandlungsjahre), so ist eine generelle Sekundärprävention durch eine Hormonersatz-Therapie für alle Frauen nach der Menopause jetzt begründet abzulehnen. Für Risikopatientinnen (Frauen mit erniedrigter KD < 2,5 SD und zusätzlichen Risikofaktoren) sollte jedoch eine individuelle Entscheidung getroffen werden. Entsprechendes gilt für die frühe Osteoporose mit Frakturen in der Postmenopause.</p>
<p>Raloxifen (Evista<sup>®</sup>) ist ein selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator (SERM), der im Knochen- und Fettstoffwechsel Östrogen-agonistisch (antiresorptiv und cholesterinsenkend) und in Brustdrüse und Uterus Östrogen-antagonistisch wirksam ist. In der MORE-Studie (18) wurden 7705 Frauen (mittleres Alter 67 Jahre) mit Osteoporose mit und ohne Frakturen in 3 Gruppen randomisiert: Raloxifen 60 mg/d, Raloxifen 120 mg/d bzw. Plazebo. Nach 3 Jahren betrug die Rate neu aufgetretener Wirbelfrakturen 6,6% vs. 5,4% vs. 10,1%. Als Mangel dieser Studie wird die fehlende Dosisabhängigkeit der Wirkung angesehen. Außerdem hat enttäuscht, daß Frakturen außerhalb der Wirbelsäule nicht signifikant beeinflußt wurden. Potenzielle Vorteile sind die reduzierte Brustkrebs-Inzidenz in der Behandlungsgruppe sowie das verminderte Risiko kardiovaskulärer Ereignisse und niedrigere Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte. Klimakterische Beschwerden wurden nicht vermindert, im Gegenteil, die Substanz kann zu Hitzewallungen und Wadenkrämpfen führen. Als bedrohliche unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) wurden vermehrt Thromboembolien festgestellt (RR: 3,1; 95%-CI: 1,5-6,2). Patientinnen mit entsprechender Vorgeschichte sollten von der Behandlung ausgeschlossen werden. Raloxifen ist in Deutschland zur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zugelassen.</p>
<p>Bisphosphonate sind nur antiresorptiv wirksam und in den letzten Jahren gut untersucht worden. Die Zunahme der KD und die Abnahme von Frakturen sind in zahlreichen Studien belegt. Es zeigte sich jedoch, daß nicht alle Substanzen für alle Frakturarten und Schweregrade der postmenopausalen Osteoporose gleichermaßen wirksam sind. Tab. 4 und 5 zeigen die in Deutschland zugelassenen Substanzen, die Frakturraten in randomisierten kontrollierten Studien (RCT), aufgeschlüsselt nach Indikation (Osteoporose und schwere Osteoporose), sowie die Frakturlokalisationen. Danach reduzieren Bisphosphonate die Zahl von Wirbelfrakturen deutlicher als die von Schenkelhalsfrakturen. Bei schwerer Osteoporose sind Bisphosphonate wirksamer in der Verhinderung von Folgefrakturen als bei Osteoporose ohne vorbestehende Frakturen. Es kann davon ausgegangen werden, daß bei geringer Minderung oder bei noch normaler KD die Wirksamkeit von Bisphosphonaten in der Frakturprävention noch geringer ist. In der HIP-Studie (21) wurde speziell nach Schenkelhalsfrakturen bei Frauen mit Osteoporose und Risiken für Schenkelhalsfrakturen gefragt. Es zeigte sich, daß Risedronat (Actonel<sup>®</sup>; 5 mg/d) bei Frauen mit schwerer Osteoporose (Alter 70-79 Jahre) die Rate an Schenkelhalsfrakturen gegenüber Plazebo signifikant vermindern konnte (2,3% vs. 5,7%; p = 0,003). Bei Frauen ohne vorbestehende Frakturen bzw. über 80 Jahren mit lediglich klinischen Risikofaktoren war Risedronat nicht wirksamer als Plazebo hinsichtlich konsekutiver Schenkelhalsfrakturen. Eine Sekundärprävention hochbetagter, sturzgefährdeter Frauen mit Bisphosphonaten erscheint deshalb nicht gerechtfertigt.</p>
<p>Zur Wirksamkeit von Bisphosphonaten in der Sekundärprävention bei Frauen in der frühen Postmenopause mit normaler KD gibt es lediglich RCT, in denen die KD als primärer Endpunkt angeben wird (27, 28). Dieses Studiendesign würde heute nicht mehr akzeptiert werden. Alendronat (Fosamax<sup>®</sup>; 5-20 mg/d) 3 Jahre lang gegeben konnte die KD an verschiedenen Skelettabschnitten um 1-4% steigern, während es unter Plazebo zu einem KD-Verlust von 2-4% kam. Dieser Effekt war nach Absetzen der Medikation rasch rückläufig. Aussagen über die Anzahl verhinderter Frakturen waren wegen der kurzen Studiendauer nicht möglich.</p>
<p>Calcitonin ist ein natürliches Peptid, das gentechnologisch als rekombinantes Lachs-Calcitonin produziert wird. Es wirkt hemmend auf die Osteoklasten und kann s.c. und intranasal appliziert werden. In der PROOF-Studie (29) wurden 1255 Frauen mit Osteoporose mit und ohne vorbestehende Wirbelfrakturen eingeschlossen; nur 511 beendeten die Studie nach 5 Jahren. Die Randomisierung erfolgte in 4 Gruppen: Calcitonin-Nasen-Spray 100 I.U./d bzw. 200 I.U./d bzw. 400 I.U./d bzw. Kontrollen (Kalzium plus Vitamin D). In der 200 IU-Gruppe waren Wirbelfrakturen signifikant seltener gegenüber den Kontrollen (RR: 0,67; 95% CI: 0,47-0,97). Die Häufigkeit nicht-vertebraler Frakturen wurde nicht beeinflußt. Die Aussagekraft der Studie wurde wegen hoher Abbruchrate und fehlender Dosisabhängigkeit (mit 400 I.U. keine signifikante Frakturreduktion) kritisiert und ist deshalb nicht wie eine RCT zu bewerten. Weitere RCT gibt es nicht. Calcitonin wird deshalb als &#8222;Second-line&#8220;-Medikament zur Behandlung der vertebralen Osteoporose klassifiziert. Die analgetische Wirkung bei frischen Wirbelfrakturen ist belegt (30). Unerwünschte Wirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Flush-Symptome.</p>
<p>Die Daten zum Einsatz von Fluoriden bei postmenopausaler Osteoporose sind nach heutigen Kriterien unzureichend. Es wurden unterschiedliche pharmazeutische Präparationen in unterschiedlichen Dosierungen verwendet. Trotz deutlicher Steigerung der KD findet sich keine signifikante Abnahme an Wirbelfrakturen. Zudem bestehen, vor allem bei höheren Dosierungen, erhebliche UAW sowohl gastrointestinal wie auch am Skelett (Osteosklerose, Mikrofrakturen). Fluoride können heute nicht mehr empfohlen werden.</p>
<p>Anabolika wirken auch osteoanabol, sollten aber wegen erheblicher UAW (Hepatotoxizität, Atherogenität, Virilisierung) und fehlendem Nachweis, Frakturen zu reduzieren, ausschließlich beim männlichem Hypogonadismus eingesetzt werden. Bei älteren Männern können Prostatakarzinome provoziert werden.</p>
<p>Parathormon hat bei intermittierender s.c. Gabe &#8211; als intaktes PTH (1-84) oder als Fragment PTH (1-34) &#8211; osteoanabole Effekte besonders am trabekulären Knochen. In einer RCT an 1637 Frauen mit schwerer Osteoporose, in der zwei Dosierungen (20 μg und 40 μg/d) gegen Plazebo 21 Monate lang untersucht wurden, konnte eine geringere Rate neuer WK-Frakturen nachgewiesen werden (4% vs. 5% vs.14%; NNT bei 40 μg/d: 10). Hinsichtlich nicht-vertebraler Frakturen war der Effekt von PTH geringer (31). Zwei kürzlich veröffentlichte Studien fanden, daß die Kombination von PTH mit dem Bisphosphonat Alendronat keinen zusätzlichen Effekt auf die KD gegenüber PTH alleine hat (32, 33). PTH wird in den USA bei Nicht-Ansprechen auf Bisphosphonate bei schwerer Osteoporose eingesetzt. Nachteil sind die s.c. Applikationsform und der hohe Preis. In Deutschland sind beide PTH-Formen derzeit noch nicht zugelassen.</p>
<p><b>Vorgehensweisen bei der Therapie der postmenopausalen Osteoporose:</b></p>
<p>1. Frauen mit schwerer postmenopausaler Osteoporose (präexistente Frakturen) sollten heute eine Basistherapie (Kalzium 500-1000 mg/d plus Vitamin D<sub>3</sub> 800-1000 I.U./d) sowie ein Bisphosphonat als &#8222;First-line&#8220;-Therapie erhalten (Etidronat 400 mg für 14 Tage, danach für 10 Wochen Kalzium 500-1000 mg/d alleine, danach Wiederholung des Zyklus; Alendronat 10 mg/d oder 70 mg/Woche; Risedronat 5 mg/d oder 35 mg/Woche).</p>
<p>2. Bei Unverträglichkeit kommen als Alternativen (&#8222;Second-line&#8220;-Therapie) Raloxifen 60 mg/d (Kontraindikation: Thromboembolien) oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen in Frage.</p>
<p>3. Die Kombination von Raloxifen oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen mit Bisphosphonaten ist als Einzelfallentscheidung möglich. Ein additiver Effekt auf die Frakturraten ist aber nicht belegt.</p>
<p>4. Calcitonin kann bei Schmerzen durch frische Wirbelkörperfrakturen eingesetzt werden. Als Osteoporose-Therapeutikum tritt Calcitonin wegen schwacher resorptionshemmender Wirkung, UAW und mangelhaften Daten in die dritte Reihe zurück.</p>
<p>5. Fluoride können wegen inkonsistenter Daten zu Frakturen an der Wirbelsäule nicht mehr empfohlen werden.</p>
<p>6. Vor Beginn einer Therapie mit Bisphosphonaten muß ein manifester Vitamin-D-Mangel (mit sekundärem Hyperparathyreoidismus) ausgeglichen werden. Dies ist besonders für Frauen über 70 Jahre mit erhöhtem Risiko für Schenkelhalsfrakturen relevant.</p>
<p><b>Offene Fragen bzw. Empfehlungen mit geringerer Evidenz:</b></p>
<p>1. Welche Frau mit Osteoporose (ohne Frakturen) sollte intensiver als mit einer Basistherapie allein behandelt werden? Hinter dieser Frage steht die Einschätzung des individuellen Frakturrisikos. Für große Kollektive ist gut belegt, daß die KD ein selbständiger Risikofaktor für künftige Frakturen ist. Es ließ sich aber zeigen, daß eine verminderte KD im Einzelfall nicht zwangsläufig zu Frakturen führen muß (34). Zusätzliche Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese, Ernährungsstatus, Alkohol, Rauchen, Begleiterkrankungen, Faktoren, die zu einer gesteigerten Sturzneigung führen) beeinflussen stark die Wahrscheinlichkeit für Frakturen. Das Lebensalter hat sich als ein prognostisch wichtiger Risikofaktor für osteoporotische Schenkelhalsfrakturen herausgestellt, weil mit zunehmendem Lebensalter die KD ab- und die Sturzneigung aus vielfältigen Gründen zunimmt. Es kann dennoch nicht sinnvoll sein, z.B. alle Frauen über 70 Jahre mit Bisphosphonaten zu behandeln. Es wird also eine abwägende Einzelfallentscheidung nötig sein, einer postmenopausalen Frau mit Osteoporose &#8211; bevor Frakturen aufgetreten sind &#8211; zu einer Therapie, z.B. mit Bisphosphonaten, zu raten. Das Erfassen und die Bewertung der Risikofaktoren ist Aufgabe des behandelnden Arztes, die Entscheidung zur Therapie muß nach Aufklärung mit der Patientin gemeinsam fallen. Die KD ist dabei ein Risikofaktor unter vielen. Die Indikation zur Osteodensitometrie soll z.B. nach der Leitlinie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft gestellt werden, wenn zur Menopause ein oder mehrere relevante Risikofaktoren vorhanden sind, die bei allen Frauen in der Postmenopause durch Anamnese und körperliche Untersuchung erfaßt werden sollen. Danach gibt es ohne Knochendichtemessung keine Prophylaxe. Dieses Vorgehen ist jedoch nicht evidenzbasiert, d.h. nicht vergleichend untersucht mit einer Strategie, in der die Behandlungsindikation ohne Knochendichtemessung und nur nach Risikofaktoren, den Symptomen und dem Frakturnachweis im Röntgenbild gestellt wird. Wird eine individuelle Präventions- bzw. Behandlungsindikation gestellt, so sollten Bisphosphonate, Raloxifen oder Östrogen-Gestagen-Kombinationen nach Verträglichkeit und Spektrum der Begleiterkrankungen eingesetzt werden. Eine Kontrolle der Knochendichte unter der Therapie hat sich als nicht unbedingt erforderlich erwiesen (9).</p>
<p>2. Wie lange sollte bei schwerer Osteoporose oder in der Sekundärprävention behandelt werden? Die meisten RCT zu Bisphosphonaten und Raloxifen erstrecken sich über 2-4, im Mittel 3 Jahre. Da bekannt ist, daß der Effekt auf die KD nach dem Absetzen rasch abnimmt, andererseits Bisphosphonate &#8211; abgesehen von Ösphagusläsionen bei falscher Einnahmetechnik &#8211; gut toleriert werden, können längere Behandlungszeiten sinnvoll sein. Erfahrungen bestehen für die Anwendung von Alendronat (5 und 10 mg/d) für 7 Jahre (35).</p>
<p>3. Spielen Alter und Pathogenese für die Therapiestrategie bei postmenopausaler Osteoporose eine Rolle? Bisphosphonate wurden überwiegend in Studien untersucht, die Frauen von der frühen Postmenopause bis ins hohe Alter (80-85 Jahre) eingeschlossen haben. In der MORE-Studie (Raloxifen) betrug das mittlere Lebensalter 67 Jahre, im Mittel 19 Jahre nach der Menopause. Es kann davon ausgegangen werden, daß in allen Studien eine unterschiedliche Verteilung von Frauen mit Typ-I- und Typ-II-Osteoporose vorgelegen hat. Differenzialtherapeutische Aussagen lassen die meisten Studien mit Bisphosphonaten aus diesem Grund nicht zu. Nur in der Arbeit von McClung (21) konnte bei Frauen über 80 Jahren mit gesteigertem Sturzrisiko, aber ohne Kenntnis der KD kein Einfluß von Risedronat auf die Rate von Schenkelhalsfrakturen nachgewiesen werden. Berücksichtigt man weiter, daß bei Frauen und Männern über 65 Jahren allein die Gabe von Kalzium und Vitamin D<sub>3</sub> zu einer Abnahme nicht-vertebraler Frakturen von 13% auf 6% (NNT: 14) führt (14), so könnte es möglich sein, daß bei hochbetagten Frauen (und Männern) eine solche Basistherapie verbunden mit einer gezielten Sturz- und Fraktur-Prophylaxe effektiver sein könnte als eine weitere Pharmakotherapie. Klinische Studien zu dieser Frage sind erforderlich.</p>
<p>4. Welche Bedeutung haben nicht-pharmakologische Interventionen? In einer aktuellen europäischen Beobachtungsstudie an über 6500 Frauen und Männern (Alter 50-79 Jahre) hatten nur das Körpergewicht, ein später Beginn der Menarche (> 16 Jahre) und die Anwendung einer Hormonersatz-Therapie einen protektiven Einfluß auf die Häufigkeit von Wirbelfrakturen bei einer mittleren Beobachtungszeit von 3,8 Jahren, späte Menarche (> 16 Jahre) erhöhte die Frakturwahrscheinlichkeit (36). Für Rauchen, Alkoholkonsum und körperliche Aktivität ließ sich kein Effekt nachweisen. In kleineren Studien konnte für Rauchen (37), Bewegung (38) und Eiweiß-Supplementation (39) eine Wirkung zumindest auf die KD belegt werden.</p>
<p><b>Glukokortikoid-induzierte Osteoporose (GIO):</b> Steroide steigern ab einer Prednisolon-Äquivalenz-Dosis über 2,5 mg/d das Risiko für eine Schenkelhalsfraktur; das Wirbelfraktur-Risiko ist bereits bei Dosen < 2,5 mg/d erhöht (40). Das Frakturrisiko steigt mit der Steroiddosis. Für viele Osteoporose-Therapeutika (Kalzium, Vitamin D, Östrogene, Testosteron, Calcitonin, Bisphosphonate, Parathormon) konnte bei Patienten unter Steroidmedikation ein positiver Effekt auf die KD gezeigt werden. So steigerten 5 bzw. 10 mg/d Alendronat oral die KD in 48 Wochen um 2,1% bzw. 2,9% gegenüber Plazebo (Abnahme von 0,4%; p < 0,001; 41). Die Frakturraten der 477 Patienten unterschieden sich in diesem kurzen Zeitraum nicht. Es gibt zur Zeit keine plazebokontrollierten Studien, in denen die Frakturraten als primärer Studienendpunkt untersucht wurden. Eine Zunahme der KD nach Absetzen von Steroiden oder erfolgreicher Behandlung eines M. Cushing ist gut belegt. Aus diesem Grund ist die kritische Prüfung der Indikation einer langdauernden Steroidtherapie sowie der Steroiddosis die beste Prävention der GIO. Kalzium und Vitamin D sind auch für die GIO die adäquate Basistherapie. Bisphosphonate sollten in der Therapie der schweren GIO mit Frakturen eingesetzt werden. Zur Sekundärprävention können sie bei Risikopatienten mit Indikation zur langfristigen Steroidgabe (> 5 mg/d Prednisolon) verordnet werden.</p>
<p><b>Osteoporose bei Männern:</b> Die meisten Daten zur Osteoporose-Therapie stammen aus Studien an Frauen in der Postmenopause. Männer haben ein anderes Risikoprofil; Alkoholismus und Hypogonadismus sind eigenständige Risikofaktoren. Große kontrollierte Studien mit Abnahme der Häufigkeit von Frakturen als primärem Endpunkt gibt es bisher nicht. Eine zwei Jahre dauernde Studie an 241 Männern (mittleres Alter 63 Jahre) mit primärer Osteoporose ergab, daß die KD an der Wirbelsäule durch 10 mg/d Alendronat gegenüber Plazebo um 7,1% vs. 1,8% anstieg. Wirbelfrakturen (sekundärer Endpunkt) waren in der Behandlungsgruppe signifikant seltener (0,8% vs. 7,1%; p = 0,02); die Häufigkeit anderer Frakturen wurde nicht beeinflußt (42).</p>
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<li>Hopper, J.L., und Seeman, E.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8284003&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1994, <b>330</b>, 387</a>.</li>
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<li>Schürch, M.A., et al.: Ann. Intern. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9599191&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>128</b>, 801</a>.</li>
<li>Van Staa, T.P., et al.: J. Bone Miner. Res. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10841167&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>15</b>, 993</a>.</li>
<li>Saag, K.G., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9682041&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>339</b>, 292</a>.</li>
<li>Orwoll, E., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10979796&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>343</b>, 604</a>.</li>
<li>US Preventive Services Task Force: Ann. Int. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12230355&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>137</b>, 526</a>.</li>
</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2004/05/Abbildung-2004-33-5.gif" alt="Abbildung 2004-33-5.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Erstes transdermales hormonales Kontrazeptivum: Zweifelhafter Fortschritt</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/erstes-transdermales-hormonales-kontrazeptivum-zweifelhafter-fortschritt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2003 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben kürzlich über das erfreuliche Ergebnis einer in Frankreich durchgeführten Fall-Kontroll-Studie berichtet, die ergeben hatte, daß transdermal zugeführtes Estradiol (auch mit Gestagen), im Gegensatz zu oralen Präparaten zur Hormonersatz-Therapie (HRT), nicht mit einem erhöhten Thrombose-/Embolie-Risiko behaftet ist (1). Oral zugeführte Östrogene, die beim ”First pass” via Pfortader in relativ hoher Konzentration die Leber durchfließen, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben kürzlich über das erfreuliche Ergebnis einer in Frankreich durchgeführten Fall-Kontroll-Studie berichtet, die ergeben hatte, daß transdermal zugeführtes Estradiol (auch mit Gestagen), im Gegensatz zu oralen Präparaten zur Hormonersatz-Therapie (HRT), nicht mit einem erhöhten Thrombose-/Embolie-Risiko behaftet ist (1). Oral zugeführte Östrogene, die beim ”First pass” via Pfortader in relativ hoher Konzentration die Leber durchfließen, induzieren die Synthese zahlreicher hepatischer Proteine, u.a. Angiotensinogen, Gerinnungs- und Fibrinolysefaktoren. Dies ist ein plausibler Grund, vielleicht aber nicht der einzige, für das erhöhte Thrombose-Risiko bei Frauen, die orale Kontrazeptiva oder HRT-Präparate anwenden. Orale Kontrazeptiva enthalten fast alle 20-30 µg Ethinylestradiol/d, das von der Leber nur mit Mühe verstoffwechselt wird und die hepatischen Proteine deutlich stärker induziert als 1 oder 2 mg orales Estradiol. Unter dem Einfluß von transdermalem Estradiol bleibt die hepatische Protein-Induktion völlig aus (2, 3), was wahrscheinlich den fehlenden prothrombotischen Effekt der transdermalen HRT erklärt. Ethinylestradiol hingegen induziert die hepatischen Proteine unabhängig davon, an welcher Stelle es in den Körper aufgenommen wird (4). Deshalb ist es auch kein geeigneter Kandidat für die transdermale Kontrazeption, wenn man kardiovaskuläre Nebenwirkungen hormonaler Kontrazeptiva reduzieren will (5).</p>
<p>Die Firma Janssen-Cilag hat kürzlich das vom Johnson Pharmaceutical Research Institute entwickelte erste transdermale Kontrazeptivum Evra auf den Markt gebracht, das einmal pro Woche 3 Wochen hintereinander auf die Haut geklebt wird, gefolgt von einer Woche Pause, während der die Abbruchblutung einsetzt. Das 20 cm<sup>2</sup> große Pflaster enthält Ethinylestradiol und das Gestagen Norelgestromin und setzt von ersterem ca. 20 µg und von letzterem ca. 150 µg/d frei. Norelgestromin ist der erste aktive Metabolit des bekannteren Norgestimat, das klinisch bereits gut erprobt ist. Wenn das Pflaster gut klebt (man kann mit ihm duschen und baden, darf die Umgebung aber nicht mit fetthaltigen Cremes etc. einreiben), dann ist die kontrazeptive Sicherheit ähnlich hoch wie mit typischen kombinierten oralen Kontrazeptiva. In der ersten Zeit der Anwendung kommt Spannung in der Brust mit dem transdermalen Präparat etwas häufiger vor als mit einem oralen. Ansonsten ist die Verträglichkeit laut einer Übersichts-Publikation (6) gut. Die hepatischen Gerinnungs- und Fibrinolyse-Faktoren werden aber genauso induziert wie bei oraler Zufuhr von Ethinylestradiol (6). Natürlich kann man kurze Zeit nach der Zulassung noch keine statistisch gesicherten Aussagen über das Thrombose-Risiko machen. Die Erwartung, daß das transdermale Präparat in ähnlicher Weise mit vermindertem Thrombose-Risiko behaftet ist wie transdermale HRT-Präparate, ist jedoch nicht gerechtfertigt. Allerdings wirbt die Herstellerfirma hiermit auch nicht.</p>
<p><b>Fazit:</b> Für manche Frauen mag ein transdermales hormonales Kontrazeptivum angenehmer sein als die tägliche ”Pille”. Das hier besprochene Präparat läßt jedoch im Vergleich mit der ”Pille” kein reduziertes Thromboembolie-Risiko erwarten. Da die transdermale Zufuhr von Estradiol, dem humanen Östrogen mit der stärksten Wirkung, bei der ”HRT” sehr gut funktioniert, wäre es wünschenswert, wenn die Pharmaindustrie die Möglichkeit der transdermalen Kontrazeption mit Estradiol/Gestagen-Kombinationen mit Vorrang erforschen würde.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6332" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 77</a>.</li>
<li>De Lignieres, B., et al.: J. Clin. Endocrinol. Metab. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=3080464&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1986, <b>62</b>, 536</a>.</li>
<li>Faguer de Moustier, B.F., et al.: Maturitas <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2693915&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1989, <b>11</b>, 275</a>.</li>
<li>Goebelsmann, U., et al.: Am. J. Obstet. Gynecol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=3920910&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1985, <b>151</b>, 868</a>.</li>
<li>Oelkers, W.: Steroids <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8732994&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>61</b>, 166</a>.</li>
<li>Creasy, G.W.: Sem. Reprod. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11727179&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>19</b>, 373</a>.</li>
</ol>
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		<title>Die britische Million Women Study bestätigt Assoziation von &#8222;HRT&#8220; und Brustkrebs.</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/die-britische-million-women-study-bestaetigt-assoziation-von-hrt-und-brustkrebs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2003 10:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene/Gestagene]]></category>
		<category><![CDATA[HET]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonersatz-Therapie]]></category>
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		<category><![CDATA[HRT]]></category>
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		<category><![CDATA[Menopause]]></category>
		<category><![CDATA[Million Women Study]]></category>
		<category><![CDATA[Östrogene]]></category>
		<category><![CDATA[Östrogene/Gestagene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren haben wir uns in einem Hauptartikel (1), mehreren Kurzmitteilungen (2) und Leserbriefen (3) mit dem Thema ”Hormonersatz-Therapie” (HRT) bei postmenopausalen Frauen und Brustkrebs auseinandergesetzt. Die letzte Meldung betraf die amerikanische Women&#8217;s Health Initiative (WHI) Study, die bisher größte randomisiert-prospektive Studie an über 16000 Frauen, in der eine Steigerung der Brustkrebs-Inzidenz um [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren haben wir uns in einem Hauptartikel (1), mehreren Kurzmitteilungen (2) und Leserbriefen (3) mit dem Thema ”Hormonersatz-Therapie” (HRT) bei postmenopausalen Frauen und Brustkrebs auseinandergesetzt. Die letzte Meldung betraf die amerikanische Women&#8217;s Health Initiative (WHI) Study, die bisher größte randomisiert-prospektive Studie an über 16000 Frauen, in der eine Steigerung der Brustkrebs-Inzidenz um ca. 25% durch Stutenharn-Östrogene, kontinuierlich kombiniert mit Medroxyprogesteronazetat (MPA) über 5,2 Jahre, herauskam (4). In Deutschland wurde diese Studie mehrfach, oft unsachlich, attackiert mit dem Hinweis, daß hierzulande die meisten Frauen mit 17-beta-Östradiol in Kombination mit anderen Gestagenen &#8222;substituiert&#8220; werden, so daß die amerikanischen Ergebnisse nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen werden könnten. Zudem seien die Frauen in der WHI-Studie meist älter als 60 Jahre gewesen.</p>
<p>Unter Federführung der klinischen Epidemiologin V. Beral aus Oxford erschien jetzt im Lancet eine sehr wichtige Studie (5), die fast alle oben erwähnten Einwände gegen die WHI-Studie ganz oder teilweise entkräftet. In enger Zusammenarbeit mit dem National Health Service Breast Screening Programme (NHSBSP) wurden zusammen mit den Einladungen zur Teilnahme am Mammographie-Screening an mehr als 1 Million Frauen im Alter von 50-64 Jahren im Mai 1996 Fragebögen verschickt, mit denen der Menopausen-Status und der jetzige und frühere Gebrauch von &#8222;HRT&#8220; in welcher Form auch immer (oral, transdermal, Implantat) unter Benennung der Präparate erfragt wurde. Hierdurch war es möglich, eventuelle Risiken getrennt nach Art und Applikationsweg der verschiedenen Östrogene und Gestagene zu erkennen. Dem NHS-Zentralregister für Krebs-Erkrankungen und -Todesfälle wurden dann von 1996 bis Dezember 2001 (für Todesfälle) oder bis Dezember 2002 (für Brustkrebs-Erkrankungen) die Endpunkt-Daten entnommen. In einer begrenzten Zahl von Fällen wurde der Inhalt der zurückgeschickten Fragebögen mit den Aufzeichnungen behandelnder Ärzte verglichen und validiert.</p>
<p><b>Ergebnisse:</b> In dem angegebenen Zeitraum traten bei 1084110 in die Studie eingeschlossenen Frauen 9364 Fälle von invasivem Brustkrebs und 637 Todesfälle durch Brustkrebs auf. Bei ”current users” war das Relative Risiko (RR mit Konfidenz-Intervallen) für Brustkrebs mit 1,66 (1,6-1,72) hochsignifikant erhöht. Bei ”past users” war es nicht erhöht, auch nicht in der Untergruppe, die vor weniger als 5 Jahren den HRT-Gebrauch beendet hatte. Bei Östrogen-Gebrauch allein war das RR 1,3 (1,22-1,38; p < 0,0001), bei kombiniertem Östrogen/Gestagen-Gebrauch mit 2,0 (1,91-2,09; p < 0,0001) deutlich höher als bei Verwendung von Östrogen allein (p wiederum < 0,0001). Nach Einnahme von Tibolon (Liviella; ein Steroid mit östrogener, gestagener und androgener Wirkung) war das RR für Brustkrebs auch erhöht (1,45; 1,25-1,68; p < 0,0001). Bei Verwendung von Östrogen/Gestagen-Kombinationen < 5 Jahre war das RR 1,7 (1,56-1,86), > 5 Jahre 2,21 (2,06-2,36). Das Risiko war bei Verwendung von MPA oder anderen Gestagenen in der Hormonkombination nicht deutlich verschieden. Die Art des Östrogens oder die Applikationsart spielte hinsichtlich des RR für Brustkrebs keine deutliche Rolle. Die Arbeit enthält einen gravierenden Druckfehler: Ethinylestradiol statt Estradiol angegeben! Ersteres spielt in der HRT keine Rolle.</p>
<p>Im Gegensatz zu früheren Studien war, vielleicht wegen der größeren &#8222;statistischen power&#8220; dieser Studie, auch das Risiko für Tod durch Brustkrebs bei HRT signifikant erhöht (RR = 1,22; 1,00-1,48; p = 0,05). Die Autoren rechnen auf, daß im UK in den letzten 10 Jahren durch Verwendung von HRT bei 50-64 Jahre alten Frauen 20000 zusätzliche Fälle von Brustkrebs aufgetreten sind, während sie wegen der geringeren Signifikanz keine Aussagen über zusätzliche Todesfälle durch Brustkrebs machen können oder wollen.</p>
<p>Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen diejenigen der WHI-Studie, auch in der Hinsicht, daß die kombinierte HRT mit Östrogenen und Gestagenen ein höheres Risiko beinhaltet als bei Verwendung von Östrogenen allein (der Teil der WHI-Studie mit Östrogen allein wurde noch nicht abgebrochen, so daß das Brustkrebs-Risiko geringer sein wird als bei kombinierter Hormonanwendung). Außer bei Verwendung von 17-beta-Östradiol allein in sehr kleiner Dosierung (< 1 mg/d; so niedrig dosierte Tabletten gibt es in Deutschland nicht), scheinen Stutenharn-Östrogene nicht gefährlicher zu sein als Östradiol und MPA nicht gefährlicher als Norethisteron oder Levonorgestrel. Bedenkt man, daß Frauen, die HRT anwenden, meist keine gravierende Familienanamnese hinsichtlich Brustkrebs haben, dann erscheinen die Befunde dieser Studie noch bemerkenswerter zu sein. Die Ergebnisse der Studie werden in einem Kommentar von T. Lagro-Janssen et al. aus Holland und Kanada ausführlich besprochen (6).</p>
<p><b>Fazit:</b> Die Million Women Study belegt ein hochsignifikant erhöhtes Risiko für Brustkrebs bei HRT (Östrogene allein, mehr noch bei Kombination mit Gestagenen). Das Risiko korreliert mit der Dauer der Anwendung. Die HRT sollte nur noch für kurze Zeit bei Frauen mit gravierenden klimakterischen Beschwerden angewendet werden. Frauen, die eine längere Anwendung wünschen, müssen über das kardiovaskuläre und das Brustkrebs-Risiko ausführlich aufgeklärt werden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 17</a>.</li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6193" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 67</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6194" target="_blank" rel="noopener">68</a></li>
<li>AMB 2001, <b>35</b>, 71b und 2002, <b>36</b>, 7b.</li>
<li>Writing Group for the <b>W</b>omen&#8217;s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Investigators (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12117397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 321</a>.</li>
<li>Million Women Study Collaborators: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12927427&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>362</b>, 419</a>.</li>
<li>Lagro-Janssen, T., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12927422&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>362</b>, 414</a>.</li>
</ol>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/die-britische-million-women-study-bestaetigt-assoziation-von-hrt-und-brustkrebs/">Die britische Million Women Study bestätigt Assoziation von &#8222;HRT&#8220; und Brustkrebs.</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>WHI-Studie zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse mit Östrogenen/(Gestagenen) bei postmenopausalen Frauen nach 5,2 Jahren wegen ungünstigen Risikoprofils abgebrochen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/whi-studie-zur-primaerpraevention-kardiovaskulaerer-ereignisse-mit-oestrogenen-gestagenen-bei-postmenopausalen-frauen-nach-52-jahren-wegen-unguenstigen-risikoprofils-abgebrochen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2002 10:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Apoplektischer Insult]]></category>
		<category><![CDATA[Beinvenenthrombose]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
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		<category><![CDATA[Frakturen]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Hirninfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Koronare Herzkrankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Lungenembolie]]></category>
		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
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		<category><![CDATA[Östrogene/Gestagene]]></category>
		<category><![CDATA[Schenkelhalsfrakturen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaganfall]]></category>
		<category><![CDATA[Thromboembolie]]></category>
		<category><![CDATA[Thrombose]]></category>
		<category><![CDATA[Venenthrombose]]></category>
		<category><![CDATA[WHI-Studie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/2002/whi-studie-zur-primaerpraevention-kardiovaskulaerer-ereignisse-mit-oestrogenen-gestagenen-bei-postmenopausalen-frauen-nach-52-jahren-wegen-unguenstigen-risikoprofils-abgebrochen</guid>

					<description><![CDATA[<p>Zum Grundstudium des Problems verweisen wir auf unseren Hauptartikel im Märzheft 2001 (1) und auf die vorstehende Kleine Mitteilung über HERS II (2). Die Women´s Health Initiative (WHI-Studie) wurde begonnen, da methodisch begründete Skepsis bestand gegenüber epidemiologischen Studiendaten, die dafür sprachen, daß eine Langzeit-Einnahme von Östrogenen/(Gestagenen) zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse geeignet ist. Insgesamt 16608 weitgehend [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Grundstudium des Problems verweisen wir auf unseren Hauptartikel im Märzheft 2001 (1) und auf die vorstehende Kleine Mitteilung über HERS II (2).</p>
<p>Die <b>W</b>omen´s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative (WHI-Studie) wurde begonnen, da methodisch begründete Skepsis bestand gegenüber epidemiologischen Studiendaten, die dafür sprachen, daß eine Langzeit-Einnahme von Östrogenen/(Gestagenen) zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse geeignet ist. Insgesamt 16608 weitgehend gesunde Frauen wurden in 40 poliklinischen Zentren für eine Präventionsstudie rekrutiert, in der primärer Endpunkt das Neuauftreten einer Koronaren Herzkrankheit, primärer Risikopunkt die Inzidenz von Brustkrebs war.</p>
<p>Diese Studie bei Frauen mit Uterus, die 0,625 mg konjugierte Östrogene/d plus 2,5 mg Medroxyprogesteronazetat/d kontinuierlich (versus Plazebo) eingenommen hatten, wurde von dem aufsichtführenden Komitee jetzt abgebrochen, da die vorgegebene Risikoschranke für Brustkrebs überschritten wurde (3). Nach 5,2 Jahren wurden die Risikoprofile (Verum versus Plazebo) festgestellt, die in Tab. 1 wiedergegeben sind. Zu beachten sind hier auch die unterschiedlichen absoluten Inzidenzen der verschiedenen Ereignisse. In 10000 Frauenjahren ergeben sich hochgerechnet bei Hormoneinnahme 7 KHK-Ereignisse mehr, 8 Schlaganfälle mehr, 8 Lungenembolien mehr, 8 invasive Brustkrebs-Fälle mehr, während mit 6 Fällen von Dickdarmkrebs und 5 Schenkelhalsfrakturen weniger zu rechnen ist. Da das Ziel der Studie eine ”Benefit-risk”-Abwägung war, wurde die Studie mit der Aussage beendet, daß der Versuch einer kardiovaskulären Primärprävention bei bisher gesunden Frauen nicht indiziert ist; siehe auch Kommentar von D.B. Petitti (4).</p>
<p>Derjenige Teil der Studie, in dem Frauen nach Hysterektomie kontinuierlich nur mit Östrogenen versus Plazebo im Hinblick auf Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse untersucht werden, wird fortgesetzt, da offenbar die primär definierten Risikoschranken nicht überschritten wurden. Die Teilnehmerinnen wurden jedoch über die Ergebnisse des anderen Studienteils informiert.</p>
<p><b>Fazit:</b> Diese bisher größte doppeltblinde, randomisierte Studie zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen nach der Menopause bei gesunden Frauen mit Östrogenen/(Gestagenen) zeigt, daß die Risiken die Vorteile überwiegen. Die Behandlung von klimakterischen Beschwerden mit niedrig dosierten Östrogenen/(Gestagenen) über wenige Jahre bei fehlenden Kontraindikationen (Thrombose- bzw. Brustkrebs-Risiko) wird durch diese Ergebnisse kaum berührt. Der in dieser Studie erkennbare osteoprotektive Effekt der Hormontherapie wird nur in wenigen Hochrisiko-Fällen ein Argument für eine Langzeittherapie mit Östrogenen sein können, da es andere wirksame Maßnahmen und Medikamente für diese Indikation gibt.</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 17.</a></li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6193" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 67.</a></li>
<li>Writing Group for the <b>W</b>omen s <b>H</b>ealth <b>I</b>nitiative Investigators (WHI): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12117397&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 321</a>.</li>
<li>Petitti, D.B.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12090868&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 99.</a></li>
<li><b></b></li>
</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2002/09/Abbildung-2002-68-1.gif" alt="Abbildung 2002-68-1.gif" class="table-figure"></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wichtige neue Daten der HERS-II-Studie</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wichtige-neue-daten-der-hers-ii-studie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2002 10:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Beinvenenthrombose]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene/Gestagene]]></category>
		<category><![CDATA[HERS-II-Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Herzinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Koronare Herzkrankheit]]></category>
		<category><![CDATA[Lungenembolie]]></category>
		<category><![CDATA[Myokardinfarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Östrogene]]></category>
		<category><![CDATA[Östrogene/Gestagene]]></category>
		<category><![CDATA[Thromboembolie]]></category>
		<category><![CDATA[Thrombose]]></category>
		<category><![CDATA[Venenthrombose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir haben 1998 und 1999 im ARZNEIMITTELBRIEF bereits die Heart and Estrogen/Progestin Replacement Study (HERS) besprochen, eine doppeltblinde, randomisierte Studie zur Sekundärprävention der Koronaren Herzkrankheit (KHK) mit Östrogenen/(Gestagenen) bei postmenopausalen Frauen (1, 2). In unserem Leitartikel vom März 2001 (3) wurde nochmals darauf eingegangen. Die Auswertung von HERS nach 4,1 Jahren Laufzeit hatte vermehrt tiefe [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben 1998 und 1999 im ARZNEIMITTELBRIEF bereits die <b>H</b>eart and <b>E</b>strogen/Progestin <b>R</b>eplacement <b>S</b>tudy (HERS) besprochen, eine doppeltblinde, randomisierte Studie zur Sekundärprävention der Koronaren Herzkrankheit (KHK) mit Östrogenen/(Gestagenen) bei postmenopausalen Frauen (1, 2). In unserem Leitartikel vom März 2001 (3) wurde nochmals darauf eingegangen. Die Auswertung von HERS nach 4,1 Jahren Laufzeit hatte vermehrt tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien in der Verum-Gruppe (0,625 mg konjugierte Östrogene/d bei Frauen <i>ohne</i> Uterus, plus 2,5 mg Medroxyprogesteronazetat/d kontinuierlich bei Frauen <i>mit</i> Uterus) ergeben (4). Außerdem fanden sich in den ersten Jahren etwas häufiger kardiovaskuläre Ereignisse, die im 4. Jahr aber abzunehmen und die Ereignisrate in der Plazebo-Gruppe zu unterschreiten schienen.</p>
<p>HERS II ist eine ”Open-label”-Nachbeobachtung. 45% der Frauen, die in HERS Hormone eingenommen hatten, blieben freiwillig dabei, während 8% der Frauen der Plazebo-Gruppe sich neu zur Einnahme von Hormonen entschlossen. Nach insgesamt 6,8 Jahren erfolgte nun die Endauswertung, die in JAMA 2002 veröffentlicht wurde (5, 6).</p>
<p><b>Ergebnisse:</b> Der erhoffte Trend zur Abnahme kardiovaskulärer Ereignisse in den Verum-Gruppen &#8211; verglichen mit Plazebo &#8211; hat sich nicht bestätigt. Neue Herzinfarkte und Koronar-Todesfälle waren nicht seltener (&#8222;Relative hazard&#8220; = RH: 0,99 bis 1,0). Das Thrombose/Lungenembolie-RH fiel zwar von HERS (2,66!) auf 1,4 in HERS II, blieb aber über 1,0. Leicht erhöht waren bzw. blieben auch die Risiken, an Gallensteinen operiert zu werden (RH: 1,48) und für Krebserkrankungen insgesamt (RH: 1,19). In der Verum-Gruppe starben in 6,8 Jahren 261, in der Plazebo-Gruppe 239 Frauen (von insgesamt 2763 Teilnehmerinnen an der Studie). Ein vermindertes Frakturrisiko fand sich in der Verum-Gruppe nicht. Vielleicht ist dies aber darauf zurückzuführen, daß in HERS II die Einnahmehäufigkeit von Bisphosphonaten nicht mehr genau registriert wurde, so daß Frauen ohne Hormoneinnahme diese vielleicht häufiger eingenommen haben könnten. Die Ergebnisse werden im gleichen Heft von JAMA kompetent kommentiert (7).</p>
<p><b>Fazit:</b> Selbst nach 6,8 Jahren ließen sich positive Wirkungen von Östrogenen/(Gestagenen) in der <i>Sekundärprävention</i> kardiovaskulärer Erkrankungen nicht nachweisen. Die Risiken überwiegen. Diese Hormone sollten nicht mehr mit dem Ziel der kardiovaskulären Protektion bei Frauen mit KHK verordnet werden. Die Fortsetzung einer begonnenen Therapie sollte nur bei besonderen Indikationen und nach Aufklärung der Frau über die Risiken erfolgen. Der folgende Artikel zeigt, daß dies auch für eine Östrogen-Einnahme mit der Absicht der kardiovaskulären <i>Primärprävention</i> zutrifft.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6011" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <b>32</b>, 93</a>.</li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6058" target="_blank" rel="noopener">AMB 1999, <b>33</b>, 32b</a>.</li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 17</a>.</li>
<li>Hulley, S., et al. (HERS = <b>H</b>eart and <b>E</b>strogen/progestin <b>R</b>eplacement <b>S</b>tudy): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9718051&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>280</b>, 605</a>.</li>
<li>Grady, D., et al. (HERS II = <b>H</b>eart and <b>E</b>strogen/progestin <b>R</b>eplacement <b>S</b>tudy follow up): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12090862&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 49</a>.</li>
<li>Hulley, S., et al. (HERS II = <b>H</b>eart and <b>E</b>strogen/progestin <b>R</b>eplacement <b>S</b>tudy follow up): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12090863&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>, 58</a>.</li>
<li>Petitti, D.B.:JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12090868&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>288</b>,99</a>.</li>
</ol>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Leserbrief: Nochmals: Das Risiko für Mammakarzinom durch eine postmenopausale &#8222;Hormonersatz-Therapie&#8220;</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-nochmals-das-risiko-fuer-mammakarzinom-durch-eine-postmenopausale-hormonersatz-therapie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jan 2002 11:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene]]></category>
		<category><![CDATA[Estrogene/Gestagene]]></category>
		<category><![CDATA[HET]]></category>
		<category><![CDATA[Hormonersatz-Therapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Postmenopause]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prof. Dr. C.L. aus Ulm schreibt zu unserem Hauptartikel (AMB 2001, 35, 17) und dem Leserbrief (AMB 2001, 35, 71b): >> Dem Leserbrief der Dres. T.H.L. und A.O.L. ist zuzustimmen. Es wird bei uns zum Thema Östrogene und Mammakarzinom fast ausschließlich mit Daten aus den USA argumentiert, die für Europa und Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. C.L. aus Ulm schreibt zu unserem Hauptartikel (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 17</a>) und dem Leserbrief (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5672" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 71b</a>): >> Dem Leserbrief der Dres. T.H.L. und A.O.L. ist zuzustimmen. Es wird bei uns zum Thema Östrogene und Mammakarzinom fast ausschließlich mit Daten aus den USA argumentiert, die für Europa und Deutschland mit hoher Wahrscheinlichkeit so nicht zutreffen, da bei uns eine ganz andere Behandlung stattfindet. Die beiden vorliegenden Studien (Völker, Lauritzen) konnten 1968-1992 keine Zunahme des Brustkrebsrisikos unter den in Deutschland herrschenden Bedingungen nachweisen. Es handelt sich auch deshalb für Deutschland um eine Geisterdiskussion, weil nach der aktuellen repräsentativen Erhebung der Deutschen Menopausegesellschaft nur 25% der Frauen in der Menopause Östrogene/Gestagene länger als 5 Jahre einnehmen. 75% setzen leider die Östrogene aus verschiedenen Gründen vorher ab. Erst nach 5 Jahren soll ja angeblich der Anstieg des Brustkrebsrisikos beginnen. Nur 3% (1968-1978) bis 12% (1992) der Frauen, bei denen ein Mammakarzinom diagnostiziert wurde, haben nach den vorliegenden Daten der deutschen Frauenkliniken zu diesem Zeitpunkt und bis zu 5 Jahren vorher Östrogene eingenommen. Die bisher aufgrund der US-amerikanischen Studien erstellten Hochrechnungen zum Brustkrebsrisiko sind daher wertlose Pseudomathematik. Die jetzt immer zitierten US-Studien von Colditz et al., Schairer et al. und der Collaborative Group mit ihren relativ niedrigen Risikowerten wenig über 1,0 und deutlich unter 2,0 sind wegen teilweise fehlender Signifikanz, wegen der Überlagerung durch Alkoholkonsum bei den Östrogen-Einnehmerinnen (RR 1,88 bei Colditz; RR bis 4,4 in internationalen Studien), wegen eines &#8222;Detection bias&#8220; (weniger Vorsorge, weniger Selbstuntersuchungen, weniger Mammographien, weniger diagnostische Exstirpationen bei den Kontrollen) zu Recht kritisiert worden. Beispielsweise betrug bei Colditz das RR für Mammakarzinom unter Östrogenen bei Korrektur für Alkoholmißbrauch 0,99. Bezüglich der Veröffentlichungen von Schairer et al. und der Collaborative Group verweise ich der Kürze halber auf die kritischen Beurteilungen von Shapiro (Am. J. Epidemiol. <b><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7977286&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">140</b>, 771</a>), von Egger (Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9462324&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>316</b>, 140</a>) und von Speroff (Obstet. Gyn. Update <b>2</b>, 1) und auf eigene Veröffentlichungen hierzu (Menop. Praxis <b>6</b>, 1). Es wird nötig sein, daß wir in Deutschland eigene Untersuchungen zum Problem Östrogene und Mammakarzinom durchführen. Entsprechende Vorschläge wurden den zuständigen Stellen gemacht. 5 Metaanalysen und 6 neuere Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen Östrogenen und Brustkrebs nachweisen. Ich verweise ferner auf die soeben erschienenen großen prospektiven Studien von Lando et al. aus den USA und von Sourander aus Schweden, die ebenfalls kein erhöhtes Brustkrebsrisiko unter Östrogenen ermitteln konnten, auch nicht nach mehr als 10 Jahren Einnahme. Die neueste und sehr sorgfältige Metaanalyse aller 22 vorliegenden randomisierten, prospektiven Studien von Bush et al. aus den USA (Obstet. Gynecol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11530137&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>89</b>, 498</a>) fand ebenfalls keinen Zusammenhang zwischen Östrogeneinnahme und Mammakarzinom, bestätigte jedoch die allgemein festgestellte höhere Heilungsrate, die geringere Sterblichkeit und die längere Überlebensdauer der Östrogeneinnehmerinnen. Das wirkliche RR für Brustkrebs liegt demnach vermutlich bei ± 1,0. Bezüglich der Höhe eines RR für Brustkrebs unter Östrogeneinnahme ist es richtig, daß auch niedrigere Risiken bei hoher Inzidenz oder Prävalenz einer Erkrankung doch von Bedeutung sein können. Andererseits zitiere ich Shapiro: &#8222;Wenn ein RR unter 2 oder noch besser unter 3 liegt, so vergiß es!&#8220; Bezüglich des Zitats von Liehr ist zu sagen, daß es wahr ist, daß bisher keine Tatsache bekannt ist, die darauf hindeuten könnte, daß die endogenen Hormone beim Menschen karzinogen sein könnten. Liehr selbst setzt hinter den Titel seiner Arbeit (Is Estradiol a Genotoxic Mutagenic Carcinogen?) ein Fragezeichen. Über die Konzentration von 4-hydroxylierten Metaboliten in der Brust gibt es keine Daten. Andere Östrogenmetabolite wirken angeblich &#8222;antikarzinogen&#8220;. Bezüglich der Bedeutung der endogenen und exogen zugeführten Östrogene ist darauf hinzuweisen, daß ihr lebenslanger Einfluß bei 90% der Frauen nicht zu einem Mammakarzinom führt. Die Annahme einer 100%igen Kausalität der Östrogene bei den 10% Mammakarzinompatientinnen wäre ohnehin naiv. Auch ohne Insulin und IGF I gibt es keine Proliferation des Brustepithels. Ohne eine vorherige Mutation im Kontrollsystem Proonkogene/Tumorrepressoren, im DNS-Repair, der Apoptose, der Immunkompetenz oder das Vorliegen eines Polymorphismus wird es nicht zur Krebsentwicklung kommen. Im übrigen sind 40% der Mammakarzinome Östrogen-Rezeptor-negativ. Nach Oophorektomie im Alter von 35 Jahren kommt es zu einer Reduktion der Brustkrebsinzidenz von nicht mehr als 14-40% nach den verschiedenen Untersuchern. Krebs ist vor allem der Zoll, den der Mensch für eine familiär-genetische Belastung, für eine nicht naturgemäße Lebensweise, für Genußmittelmißbrauch, für belastende Umweltbedingungen und (bei der Frau) für Kinderlosigkeit, späte erste Schwangerschaft und ein restriktives Stillverhalten zu zahlen hat. <<</p>
<p><b>Antwort:</b> >> In einer Monographie der International Agency for the Research on Cancer sind (prä)klinische und epidemiologische Studienergebnisse als &#8222;hinreichend&#8220; bewertet worden, um eine postmenopausale Östrogentherapie als karzinogen zu klassifizieren. Direkte und indirekte genotoxische Effekte von konjugierten equinen Östrogenen, 17-Beta-Östradiol und Östron bewirken offenbar nicht nur die Förderung, sondern auch unter bestimmten Bedingungen die Induktion einer Karzinogenese (1). Nach Einschätzung des National Cancer Institute sowie des National Institute of Environmental Health Sciences der USA sind Östrogene karzinogen für die Brustdrüse (2, 3). Ein Übersichtsartikel unterstützt diese Sicht (4).</p>
<p>Eine Reanalyse von Originaldaten fast aller epidemiologischer Studien weltweit, die überwiegend in den 70er und 80er Jahren durchgeführt wurden und in die o.a. Bewertungen eingingen, zeigt, daß eine langfristige Östrogentherapie zu einer Zunahme von Mammakarzinomen führt. Beobachtungsstudien aus der alten Bundesrepublik wurden nicht berücksichtigt (5). Eine Berechnung dieser Reanalyse zeigt, daß eine mindestens 5jährige, im Mittel 11jährige Östrogentherapie (meistens konjugierte equine Östrogene) im Vergleich zu unbehandelten Frauen ein Zunahme des relativen Risikos (RR) für Brustkrebs auf 1,35 bewirkt. Dies bedeutet 2, 6 bzw. 12 <i>zusätzliche</i> Brustkrebs-Erkrankungen je 1000 Frauen nach 5, 10 bzw. 15 Jahren Östrogentherapie. Weil das Mammakarzinom in Deutschland das häufigste Malignom bei Frauen ist, sind diese von manchen Autoren als gering angesehenen Erhöhungen des RR nicht zu vernachlässigen. Zumindest in manchen Regionen Deutschlands (Bremen, Potsdam, Heidelberg) wird nach den Ergebnissen umfangreicher, bevölkerungsbasierter epidemiologischer Studien die &#8222;Östrogenersatz-Therapie&#8220; häufiger und länger angewendet als in allen anderen EU-Staaten (6, 7). Die seit 1998 publizierten Ergebnisse prospektiver Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien (USA, Schweden) etablierter Arbeitsgruppen zeigen, daß nicht nur eine Therapie mit Östrogenen, wie konjugierte equine Östrogene oder Östradiol(valerat), sondern noch deutlicher die Kombination von Östrogenen mit Gestagenen, wie Medroxyprogesteronazetat und Norethisteronazetat, mit einem Zunahme von Mammakarzinomen verbunden ist. Vergleicht man die RR/Jahr, so zeigen sich Zunahmen des RR von 0,01-0,03/Jahr für Östrogentherapien und von 0,07-0,09 für Östrogen/Gestagen-Therapien (8-11). Offenbar steigert gerade die Kombinationstherapie &#8211; etabliert zur Protektion des Endometriums &#8211; diese Inzidenz noch stärker. Eine jüngste Analyse der Nurses Health Study legt nahe, daß die vermehrten Diagnosen von Mammakarzinomen bei Frauen mit Hormonsubstitution <i>nicht allein</i> durch eine Zunahme von Mammographien zu erklären sind (12). Daraus ergibt sich, daß die Hochrechnungen zu sogenannten Attributivrisiken der in Deutschland verwendeten Östrogen- und Östrogen/Gestagen-Präparate für das Mammakarzinom, nämlich mehrere tausend Fälle/Jahr bei etwa 46000 Neuerkrankungen, nicht aus der Luft gegriffen sind (6). Diese Hochrechnungen sollten in naher Zukunft ersetzt werden durch eine umfangreiche deutsche Studie, um direkte Angaben zu erhalten, wie viele Mammakarzinome mit einer langfristigen Hormonanwendung assoziiert sind.</p>
<p>Ist der Anstieg der Häufigkeit von Brustkrebs bei postmenopausaler Hormonsubstitution biologisch plausibel? Sie ist es nach unserer Meinung aus den folgenden Gründen: Eine höhere Konzentration endogener Östrogene nach der Menopause sowie eine insgesamt verlängerte Östrogen-Expositionszeit während des Lebens (13) geht mit einem erhöhten RR für Brustkrebs einher. Östrogene fördern in vitro und in vivo das Wachstum normaler und maligne entarteter Epithelzellen der Brustdrüse (14). Die Entfernung der Ovarien, Hauptquelle der Östrogene bei der Frau, sowie Pharmaka, die die Östrogenwirkung ausschalten (Antiöstrogene, Aromatase-Hemmer) bewirken gegenteilige Effekte. Auch Progesteron und andere Gestagene können mitogen für duktale Epithelien sein (3). An einem international anerkannten Primatenmodell konnte gezeigt werden, daß konjugierte equine Östrogene zusammen mit Medroxyprogesteronazetat zu einer Zunahme der Zellproliferation und zellulärer Auffälligkeiten von Epithelien der Brustdrüse führt, verglichen mit unbehandelten Tieren und Tieren, denen nur das Östrogen verabreicht worden war (15).</p>
<p>Jede postmenopausale Östrogentherapie bedarf also einer klaren Indikation und regelmäßiger Überprüfung, nicht zuletzt wegen der Zunahme von Mammakarzinomen nach mehrjähriger Anwendung. <<</p>
<p><b> </b></p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans. 1999, Vol. 72, Lyon.</li>
<li>J. Nat. Cancer Inst. Monograph 2000, <b>27</b>, 1.</li>
<li>NIEHS 9th report (2001) <a href="http://ehis.niehs.nih.gov/roc/ninth/rahc/estradiol17beta.pdf." target="_blank" rel="noopener">http://ehis.niehs.nih.gov/roc/ninth/rahc/estradiol17beta.pdf.</a></a><a name="_Hlt532976147"></a><a name="_Hlt532957703"></a><a name="_Hlt532957714"></a><a name="_Hlt532976168"></a></li>
<li>Liehr, J.G.: Endocrine Review 2000, <b>21</b>, 14.</li>
<li>Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10213546&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>350</b>, 1047</a>.</li>
<li>Greiser, E.: J. Menopause <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11256042&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>2</b>, 59</a>.</li>
<li>Banks, E., et al.: European conference on nutrition and cancer. June 2001. Book of abstracts, S. 85.</li>
<li>Magnusson, C., et al.: Int. J. Cancer <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10209946&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>81</b>, 339.</a></li>
<li>Ross, R.K., et al.: J. Nat. Cancer Inst. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10675382&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>92</b>, 328</a>.</li>
<li>Schairer, C., et al.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10659874&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>283</b>, 485</a>.</li>
<li>Colditz, G., und Rosner, B.: Am. J. Epidemiol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9625169&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>147</b> Suppl., S64</a>.</li>
<li>Joffe, M.M., et al.: Epidemiology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11416781&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>12</b>, 429</a>.</li>
<li>Clemons, M., und Goss, P.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11172156&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>344</b>, 276</a>.</li>
<li>Söderqvist, G., und von Schoultz, B.: Mammary gland. In: Oettel, M., und Schillinger, E. (Hrsgb.). Handbook of experimental pharmacology, Vol. 135/II. Estrogens and antiestrogens II. Springer, Heidelberg 1999. S 113.</li>
<li>Cline, J.M., et al.: Am. J. Obstet. Gynecol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8572040&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>174</b>, 93</a>.</li>
</ol>
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		<title>Leserbrief: Zur Östrogen-Therapie in der Postmenopause</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-zur-oestrogen-therapie-in-der-postmenopause/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2001 10:03:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Prof. Dr. T.H.L. und Dr. A.O.L. aus Tübingen schreiben: >> Bei einer Abhandlung über die Zielsetzung der Östrogen-Therapie in der Postmenopause mit Diskussion über Pro und Contra kann nicht darauf verzichtet werden, auf die Präparate, die bei der Hormontherapie eingesetzt werden, näher einzugehen. Mit Östrogenen werden sehr unterschiedliche Substanzen mit unterschiedlichen Wirkprofilen in einer Hormonklasse [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. T.H.L. und Dr. A.O.L. aus Tübingen schreiben: >> Bei einer Abhandlung über die Zielsetzung der Östrogen-Therapie in der Postmenopause mit Diskussion über Pro und Contra kann nicht darauf verzichtet werden, auf die Präparate, die bei der Hormontherapie eingesetzt werden, näher einzugehen. Mit Östrogenen werden sehr unterschiedliche Substanzen mit unterschiedlichen Wirkprofilen in einer Hormonklasse zusammengefaßt; definitionsgemäß ist die Zugehörigkeit zu dieser Substanzklasse nur durch ihre Aktivität auf den Genitaltrakt gegeben. Von den derzeit angewandten Präparaten ist nur Östradiol, ein körpereigenes Östrogen, geeignet für eine physiologische Hormonsubstitution&#8230; So muß konstatiert werden, daß der Abfall der menschlichen Östrogenproduktion nach Abschluß der reproduktiven Phase, der bei mehr als der Hälfte aller postmenopausalen Frauen zu Mangelerscheinungen führt (1), nicht nur mit menschlichem Östradiol, sondern auch alternativ mit anderen Östrogenen mit Erfolg behandelt werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, daß deren Wirkungsspektren kongruent sein müssen, d.h. daß auch die Nebenwirkungen dieselben sein müssen. In nahezu allen Studien, die in dem vorliegenden Artikel aufgeführt werden, wurden statt Östradiol sogenannte konjugierte equine Östrogene eingesetzt, da bis vor kurzem in vielen Ländern, unter anderem auch in den USA, keine physiologischen Östrogene zur Hormonsubstitution verfügbar waren. Bei den equinen Östrogenenhandelt es sich um einen Extrakt aus Stutenharn mit primär ausgewiesenen 5-10, neuerdings aber über 200 Steroidkomponenten mit zum Großteil noch unerforschten, im menschlichen Organismus nicht vorkommenden Östrogenen (2).</p>
<p>Durch die Postmenopausenforschung wurde erstmals aufgezeigt, daß Östrogene nicht nur reproduktive Aufgaben, sondern auch zahlreiche extragenitale Funktionen besitzen (3)&#8230;</p>
<p>Die Ziele einer Östrogensubstitution können heute, da zahlreiche Daten über die Wirkmechanismen von Östradiol vorliegen, kaum mehr in Frage gestellt werden. Es ist vielmehr zu fragen, inwieweit Fremdöstrogene geeignet sind, mit den körpereigenen zu konkurrieren.</p>
<p>Unerwünschte Nebenwirkungen sind die wichtigsten Argumente gegen eine Östrogensubstitution in der Menopause. Epidemiologische Studien zur Erfassung der Nebenwirkungen sind bereits in zahlreichem Umfang durchgeführt worden. Selbst große Metaanalysen waren jedoch bisher nicht in der Lage, eindeutige Aussagen über ernsthafte Nebenwirkungen, wie das Auftreten von Mammakarzinomen, zu liefern. Risikofaktoren von 2 und höher, die in der Lage wären, einen engen Zusammenhang der Brustkrebsentstehung mit der Östrogen-Therapie aufzuzeigen, wurden in Metaanalysen nie erreicht (4)&#8230;</p>
<p>Die Datenlage spricht jedenfalls nicht, wie im Artikel angegeben, gegen eine physiologische Hormonsubstitution&#8230; Es sollte auch darauf hingewiesen werden, daß aussagekräftige Vergleichsstudien zwischen equinen Östrogenen und physiologischem Östradiol nicht existieren. Die derzeitigen Schlußfolgerungen basieren weitgehend auf der Annahme, daß alle Östrogenpräparate dieselben Eigenschaften aufweisen. Es gibt aber keine Beweise dafür, daß das körpereigene Östradiol in physiologischer Dosierung karzinogen wirkt. Die Feststellung des Östrogenforschers Liehr, der sich seit vielen Jahren mit der Tumorentstehung durch Östrogene befaßt, dürfte einem gesunden Menschenverstand entsprechen: &#8222;If any endogenous compound was a strong carcinogen we would all be dead&#8220; (5).</p>
<p>&#8230;Nicht jede Frau bedarf einer Östrogensubstitution. Die Indikation dazu braucht jedoch nicht restriktiv gestellt werden, da bei physiologisch niedrig-dosierter Östradiolsubstitution nur zwei Kontraindikationen bestehen &#8211; akute tiefe venöse Thrombose und Rezeptor-positives Mammakarzinom (6). <<

<B>Literatur<br /></B><br />1. Jakobs, S., und Hillard, T.C.: Drugs Aging <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8720745&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>8</B>, 193</a>.<br />2. Klein, R.: Int. J. Fertil. 1998, <B>43</B>, 223.<br />3. Lippert, T.H., et al.: Metabolism of endogenous estrogens. In: Oettel, M., und Schillinger, E. (Hrsgb.): Estrogens and Antiestrogens I. Springer, Berlin 1999, S. 243.<br />4. Thornecroft, I.H.: Breast cancer and estrogen replacement therapy. In: Eskin, B.A. (Hrsgb.): The Menopause, comprehensive Management. The Parthenon Publishing Group. New York 2000, S. 287.<br />5. Service, R.F.: Science <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9518374&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>279</B>, 1631</a>.<br />6. Mueck, A.O., und Lippert, T.H.: Münch. Med. Wschr. 1997, <B>139</B>, 495.</p>
<p><B>Antwort:</B> >> Sie werden erkannt haben, daß es unser Anliegen war, die übermäßige Propagierung einer Langzeittherapie mit Östrogenen/Gestagenen (über 5 Jahre hinaus) ohne gegebene Indikation einzudämmen (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <B>35</B>, 17</a>). Gegen eine niedrig dosierte Östrogensubstitution/-therapie in der frühen Postmenopause ist, wie in unserem Artikel ausgeführt wurde, selbstverständlich bei entsprechenden Beschwerden und Therapiewunsch der Frau nichts einzuwenden.</p>
<p>Auf die wahrscheinlich vorhandenen Unterschiede im Nebenwirkungsspektrum von Östradiol selbst und konjugierten Östrogenen wurde deshalb nicht eingegangen, weil &#8211; wie Sie selbst bemerken &#8211; hierüber keine gesicherten Daten vorliegen. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn Sie eine solche Vergleichsstudie initiieren würden, da Sie ja offenbar über eine Sektion für Klinische Pharmakologie in Gynäkologie und Geburtshilfe verfügen.</p>
<p>Zum Mammakarzinom nach Langzeittherapie mit Östrogenen muß allerdings folgendes bemerkt werden: In der Veröffentlichung der Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer (Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10213546&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>350</B>, 1047</a>) ist gezeigt worden, daß sowohl eine lange reproduktive Periode der Frau (Zeitabstand zwischen Menarche und Menopause) als auch die Dauer einer Östrogen-Therapie (meist mit konjugierten Östrogenen) das Relative Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, erhöhen. Da während der reproduktiven Phase der Frau das Mammagewebe nicht den Östrogenen aus Stutenharn, sondern den endogenen Östrogenen (überwiegend Östradiol) ausgesetzt ist, scheint zumindest in dieser Hinsicht kein fundamentaler Unterschied zwischen diesen Wirkstoffgruppen zu existieren.</p>
<p>Die Aussage von Liehr: &#8222;If any endogenous compound was a strong carcinogen we would all be dead&#8220; finden wir ziemlich naiv, da vieles in der Biologie eine Frage der Dosis ist. So gibt es z.B. keinen Zweifel, daß Wachstumshormon das Wachstum verschiedener Tumore fördern kann. Ohne endogene Androgene gibt es kein Prostatakarzinom, und die von Ihnen bestätigte Kontraindikation für eine Östrogen-Therapie (Östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom) beruht auf der Erfahrung, daß Östrogene zumindest wachstumsfördernd auf dieses Karzinom wirken.</p>
<p>Ihr Hinweis, daß für keine der Nebenwirkungen von Östrogenen Risikofaktoren von 2 oder höher bekannt sind, ist unseres Erachtens irrelevant für ein so häufiges Karzinom wie das Mammakarzinom, von dem etwa jede 10 Frau betroffen wird. Würden Sie als Verantwortliche für die Aufklärung Ihrer Patientinnen tatsächlich warten bis eine Lebenszeit-Inzidenz des Mammakarzinoms unter Östrogen-Therapie bei jeder 5. Frau erwiesen ist, bevor Sie auf das erhöhte Risiko hinweisen? << 
</p>
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		<title>Welche therapeutischen Ziele hat eigentlich die postmenopausale Östrogen/(Gestagen)-Therapie, auch &#8222;Hormonersatz-Therapie&#8220; genannt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Mar 2001 11:06:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammenfassung: Die gesunde Frau ist nach der Menopause physiologischerweise keine hormondefiziente Patientin. Eine postmenopausale Östrogen- (bei Zustand nach Hysterektomie) oder Östrogen/Gestagen-Therapie zur Behandlung klimakterischer Beschwerden ist aber effektiv und auch indiziert, wenn die Frau sie wünscht und keine Kontraindikationen bestehen. Besteht bei Kontraindikationen aber Therapiewunsch, gibt es durchaus Alternativen zur oralen oder transdermalen Östrogen/(Gestagen)-Therapie. Bei [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><B>Zusammenfassung: Die gesunde Frau ist nach der Menopause physiologischerweise keine hormondefiziente Patientin. Eine postmenopausale Östrogen- (bei Zustand nach Hysterektomie) oder Östrogen/Gestagen-Therapie zur Behandlung klimakterischer Beschwerden ist aber effektiv und auch indiziert, wenn die Frau sie wünscht und keine Kontraindikationen bestehen. Besteht bei Kontraindikationen aber Therapiewunsch, gibt es durchaus Alternativen zur oralen oder transdermalen Östrogen/(Gestagen)-Therapie. Bei Beschwerden im Genitalbereich können lokal gut wirksame Cremes, Suppositorien etc. ohne signifikante systemische Wirkung verordnet werden. Die generelle Verordnung von Östrogenen/(Gestagenen) für länger als 5 Jahre nur mit dem Ziel der Kardio-, Osteo- und Neuroprotektion ohne individuelle Indikation, wie bisher vielfach üblich, ist aufgrund der derzeitigen Datenlage nicht mehr vertretbar. Zur Therapie der Osteoporose können Östrogene/(Gestagene) bei fehlenden Kontraindikationen &#8211; neben anderen Maßnahmen &#8211; auch längere Zeit verordnet werden. Bei oraler Langzeittherapie sollte eine möglichst niedrige Östrogen-Dosis gewählt werden. Durch Östrogene und Östrogene/Gestagene erhöht sich das Risiko für Thromboembolien, auch bei Einnahme für nur wenige Jahre, um das Dreifache. Schwerer wiegt das bei mehr als 5 Jahre langer Einnahme von Östrogenen, besonders von sequenziell eingenommenen Östrogenen/Gestagenen, erhöhte Risiko für Mammakarzinom. Denn auch ohne Östrogen-Einnahme erkranken etwa 5% der Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr an einem Mammakarzinom. Eine gesunde Frau, die längere Zeit Östrogene/(Gestagene) einnehmen möchte, muß über die Risiken genau aufgeklärt werden, damit sie selbst eine Entscheidung treffen kann<br /></B><br />Im Gegensatz zu den männlichen Gonaden, deren endokrine Funktion im Alter mit großer interindividueller Varianz langsam abnimmt (s.a. 28), fällt nach der Menopause (der letzten spontanen Monatsblutung der Frau) die ovarielle Östrogen-Sekretion stark ab. Das ovarielle Stroma sezerniert aber weiterhin signifikante Mengen Androgene. Die postmenopausal niedrige Östrogen-Konzentration (meist Östron) im Serum der Frau resultiert zum größten Teil aus der Konversion von adrenalem Dehydroepiandrosteron (DHEA) und seinem Sulfat (DHEAS) über den Zwischenmetabolit Androstendion (s.a. 29, 30). Der rasche Abfall der zirkulierenden Östrogene führt bei vielen Frauen peri- oder postmenopausal zu klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen (Hot flushes), Schwitzen und Stimmungsschwankungen bis zu erheblicher Depression, allerdings mit großen interindividuellen Unterschieden. Frauen, die diese Beschwerden nicht oder kaum haben und die diese Phase in ihrem Leben als naturgegeben empfinden, lehnen die für die Linderung solcher Beschwerden durchaus geeignete Östrogen/(Gestagen)-Therapie nicht selten a priori ab.</p>
<p><B>Hormontherapie in der Perimenopause und frühen Postmenopause:</B> In dieser frühen Phase des natürlichen Östrogen-Defizits der Frau kann man für die Linderung klimakterischer Beschwerden durch Gabe von Hormonen den Begriff &#8222;Hormonersatz-Therapie&#8220; (Hormone replacement therapy = &#8222;HRT&#8220;) gelten lassen, da bei Frauen und Männern, die durch Krankheit oder Operation im jüngeren Lebensalter ihre Gonaden verlieren, ähnliche Symptome auftreten, die durch Hormonersatz beseitigt oder gelindert werden können. Der Arzt sollte einer Frau mit ausgeprägter Symptomatik eine solche Therapie empfehlen, es sei denn, es bestehen Kontraindikationen, wie z.B. frühere venöse Thromboembolien oder ein erhebliches Mammakarzinom-Risiko. Bei Frauen, die noch einen Uterus haben, werden Östrogene (konjugierte Östrogene, mikronisiertes Östradiol oder Östradiol-Valerat) stets zyklisch und in der zweiten Zyklusphase kombiniert mit einem Gestagen verordnet, während Frauen ohne Uterus durchgehend ein reines Östrogen-Präparat nehmen können. Feste Kombinationen aus Östrogen und Gestagen, die ohne Pause eingenommen werden (woduch in vielen Fällen uterine Blutungen vermieden werden), sind mehr für die späte Postmenopause geeignet; sie werden zunehmend verordnet. Eine neuere Therapievariante ist die transdermale Zufuhr von Östradiol/(Gestagen) in Form von Hormonpflastern.</p>
<p><B>Hormontherapie in der späten Postmenopause:</B> Bei Frauen, die postmenopausal keine Östrogene einnehmen, sistieren die klimakterischen Beschwerden nach einigen Jahren &#8211; fast immer nach 5 Jahren &#8211; spontan. Da sich der Alterungsprozeß der Frau in der Evolution ohne zyklisch hohe Östrogen-Konzentrationen in der Postmenopause abgespielt hat, ist der Begriff &#8222;Hormonersatz-Therapie&#8220; zu diesem Zeitpunkt &#8211; streng genommen &#8211; nicht mehr treffend. Es handelt sich vielmehr um eine zum Teil ideologisch begründete Pharmakotherapie. Tatsächlich geben aber viele Frauen, die Östrogene 10 oder mehr Jahre lang postmenopausal einnehmen, an, daß sie sich unter dieser Therapie besser fühlen als zuvor, daß die Haut einen besseren Turgor hat und die Scheide feuchter ist. Das Absetzen der Östrogen/(Gestagen)-Medikation kann in der Tat ähnlich empfunden werden wie ein zweites Klimakterium, oder wie das erste überhaupt, da heute vielen Frauen schon Östrogene verordnet werden, bevor sie die Menopause erreichen und bevor sie die Beschwerden derselben kennengelernt haben.</p>
<p><B>Gibt es gesicherte Indikationen für eine Östrogen/(Gestagen)-Therapie in der späten Postmenopause?</B> Bis vor kurzem und zum Teil auch heute noch wurde und wird Frauen von Gynäkologen, Kardiologen und an Osteoporose interessierten Ärzten nachdrücklich empfohlen, bei fehlenden harten Kontraindikationen (Thrombosen, Mammakarzinom) so lange wie möglich postmenopausal Östrogen/(Gestagen)-Präparate einzunehmen. Manche dieser Ärzte betrieben oder betreiben diese Werbung mit missionarischem Eifer. Begründet wird dies meist mit dem besseren Allgemeinbefinden unter dieser Therapie, mit der Verhinderung einer urogenitalen Atrophie sowie mit kardioprotektiven und antiosteoporotischen Wirkungen der Östrogene. In den letzten Jahren wird auch ein angeblicher &#8222;Anti-Alzheimer-Effekt&#8220; der &#8222;HRT&#8220;-Präparate herausgestellt. Viele Frauen, die keine Langzeittherapie mit Östrogenen wünschen, werden durch diese Empfehlungen, durch Pharma-Werbung und durch entsprechende Veröffentlichungen in der Laienpresse sehr verunsichert und fragen, was sie für ihr Herz, ihre Arterien und ihre Knochen tun können, wenn nicht durch Östrogene. Da unsere therapeutischen Empfehlungen, wenn immer möglich, aus Ergebnissen methodisch einwandfreier Studien abgeleitet werden sollten, werden im folgenden neuere Aspekte der sogenannten Kardio-, Osteo- und Neuroprotektion durch Östrogene/Gestagene zusammengefaßt.</p>
<p><B>Kardioprotektion durch Östrogene?</B> Östrogene, nach der Menopause eingenommen, senken etwas das atherogene LDL-Cholesterin (LDL-C) und erhöhen das als antiatherogen geltende HDL-Cholesterin (HDL-C), während die Triglyzeride ansteigen (1). Zusatztherapie mit Gestagenen (z.B. Medroxyprogesteron-Azetat = MPA oder mikronisiertes Progesteron = P) vermindert den Effekt der Östrogene auf HDL-C (2). Etwa 25% des angenommenen kardioprotektiven Effekts der Östrogene wird auf Veränderungen des Lipidmusters zurückgeführt, während 65-75% der Effekte auf Herz und Arterien durch Lipid-unabhängige Wirkungen über vermehrte Bildung von Stickoxid und Prostazyklin sowie durch verminderte Bildung von Endothelin und Thromboxan A<sub>2</sub> erklärt werden (3). Bei transdermaler Östrogen-Applikation ist der Effekt auf die Lipide minimal, da er bei oraler Applikation fast ausschließlich durch den &#8222;First-pass-Effekt&#8220; in der Leber zustande kommt. Die erwähnten Faktoren und Mechanismen sind jedoch &#8222;Surrogat-Parameter&#8220;, die eine direkte Messung der in diesem Fall langzeitigen klinischen Wirkungen nicht ersetzen können. Da bei Frauen nach der Menopause die Prävalenz von arterieller Hypertonie und koronarer Herzkrankheit (KHK) deutlich zunimmt, war es naheliegend, das natürliche &#8222;Östrogen-Defizit&#8220; hiermit in ursächlichen Zusammenhang zu bringen. Tatsächlich zeigte die zusammenfassende Auswertung von etwa 30 Langzeit-Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien, besonders der amerikanischen Nurses´ Health Study, daß Frauen, die postmenopausal Östrogene oder Östrogene plus Gestagene einnahmen, ein auf etwa 50% reduziertes KHK-Risiko (verglichen mit Kontroll-Gruppen) hatten (3, 4, 5). Gegen die Ergebnisse der Nurses´ Health Study und die anderer, nicht randomisierter Beobachtungsstudien wurde allerdings eingewandt, daß die Frauen, die Östrogene eingenommen hatten, a priori gesünder und gesundheitsbewußter waren als die, die keine eingenommen hatten. Deshalb könnte der günstige Effekt der Östrogene, zumindest zum Teil, vorgetäuscht sein (6, 7, 8). Wir haben kürzlich über eine entsprechende Studie aus Schweden berichtet (9). Die letzte Publikation über die Nurses´ Health Study, in der über die möglichen Ursachen der um 31% rückläufigen KHK-Inzidenz zwischen 1980 und 1992 bei etwa 85000 Frauen berichtet wird, kommt zu dem Schluß, daß etwa 9% dieser 31% auf die postmenopausale Einnahme von Östrogenen/(Gestagenen) zurückzuführen seien, während der geringere Nikotinkonsum und die fettärmere Ernährung eine größere Rolle spielten (10).</p>
<p>Bei der Nurses´ Health Study handelt es sich um eine große Kohortenstudie, in der die Effektivität von Östrogenen in der <I>Primärprävention</I> kardiovaskulärer Ereignisse getestet werden soll, d.h. bei Einschluß hatten die Frauen keine Zeichen und keine Symptome einer KHK. Wegen der Zweifel, ob das Design dieser Studie zur Beantwortung dieser wichtigen Frage geeignet ist, wurde in den USA vor einigen Jahren die Women s Health Initiative Study (WHI) begonnen, in der doppelblind, plazebokontrolliert, prospektiv und randomisiert die <I>primärpräventive</I> Wirkung von Östrogenen oder Östrogenen/Gestagenen (bei Frauen ohne bzw. mit Uterus) geprüft wird. Selbstverständlich mußte eine dauerhaft einzunehmende, feste Östrogen/Gestagen-Kombination in der Verum-Gruppe gewählt werden, da bei zyklischer Einnahme die Monatsblutungen sofort offenbart hätten, ob eine Patientin mit noch vorhandenem Uterus das Verum oder das Plazebo nimmt. Kürzlich wurde im Lancet eine Trendmeldung nach zwei Jahren Laufzeit dieser Studie an 27000 Frauen veröffentlicht (11). In den ersten zwei Jahren hatte nur 1% der Frauen eine Herzattacke, einen Schlaganfall oder eine Thrombose, wobei Frauen der Verum-Gruppe sogar etwas häufiger betroffen waren (nicht signifikant). Auf die Frage an den Studienleiter Jaques Rossouw, ob die Verordnung von Östrogenen zur Kardioprotektion bei postmenopausalen Frauen Routine sein sollte, antwortete er: &#8222;Ich habe niemals daran geglaubt, ich glaube es jetzt nicht, und es sollte nicht Routine sein, solange die Ergebnisse dieser Studie nicht vorliegen. Ärzte, die Östrogene bisher aus dieser Indikation verschrieben haben, tun es ohne Evidenz der Wirksamkeit und aufgrund ihrer Voreingenommenheit.&#8220;</p>
<p>Eine ebenso große Unsicherheit herrschte bis vor kurzem hinsichtlich der Wirksamkeit in der <I>Sekundärprävention</I> der KHK. Die im AMB (12, 13) bereits besprochene HERS-Studie (14), in der bei je ca. 1380 Frauen mit KHK im Alter von 55-80 Jahren der Effekt von Plazebo mit dem einer Fest-Kombination aus konjugierten Östrogenen plus 2,5 mg Gestagen (MPA) über 4,1 Jahre verglichen wurde, ergab in der Verum-Gruppe signifikant mehr Thromboembolien, aber keine Reduktion von Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Tod durch KHK trat 71mal in der Verum-Gruppe und 58mal in der Plazebo-Gruppe ein. Eine weitere kürzlich publizierte doppelblinde Studie zur <I>Sekundärprävention</I> der Progression einer KHK (Plazebo versus konjugierte Östrogene mit oder ohne 2,5 mg MPA bei insgesamt 309 Frauen über im Mittel 3,2 Jahre; Endpunkt: Koronar-Angiogramme) ergab keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen (15). Von interessierten Kreisen werden diese Studien mit erheblichem Aktivismus kritisiert: Sie seien zu kurz gelaufen, in der HERS-Studie zeige sich nach 4 Jahren doch eine Tendenz zu weniger neuen kardiovaskulären Ereignissen in der Östrogen-Gruppe, die Kombination von konjugierten Östrogenen mit MPA sei ohnehin ungünstig und so fort. Dem ist u.a. entgegenzuhalten, daß Lipidsenker, besonders Cholesterinsynthese-Hemmer (Statine), in plazebokontrollierten Studien mit Laufzeiten von etwa 5 Jahren sowohl in der Primär- wie in der Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse wirksam sind (Literatur bei 3).</p>
<p><B>Ist eine Langzeit-Verordnung von Östrogenen zur Prävention der Osteoporose bei gesunden Frauen in der Postmenopause indiziert?</B> In der frühen Menopause kommt es durch den Abfall der Östrogen-Konzentration zu einem mehrere Jahre lang anhaltenden Verlust an kortikaler und trabekulärer Knochenmasse. Dies ist zwar ein physiologischer Vorgang, der aber wahrscheinlich die höhere Inzidenz von Knochenbrüchen im höheren Alter der Frau, verglichen mit Männern, erklärt. Östrogene allein oder kombiniert mit Gestagenen, die ab der frühen Postmenopause 5-10 Jahre lang eingenommen werden, können den Verlust an Knochenmasse ganz oder teilweise verhindern. Nach Absetzen der Hormontherapie wird der Verlust an Knochenmasse, den viele unbehandelte Frauen in der frühen Postmenopause erleiden, allerdings nachgeholt (16). Im Alter von 75 oder mehr Jahren, wenn die Schenkelhals-Frakturen deutlich zunehmen, ist jedoch die Knochenmasse von Frauen, die nie oder 5-10 Jahre lang Östrogene eingenommen haben, kaum noch verschieden. Hinzu kommt, daß der langsamere kontinuierliche Abbau der Knochenmasse der Frau in der späten Postmenopause weniger von der Östrogen-Konzentration abhängig ist und auch weniger als in der frühen Postmenopause durch fortgesetzte oder neu begonnene Einnahme von Östrogenen zu bessern ist. Aussagekräftige Studien über die osteoprotektive Wirkung durch Einnahme von Östrogenen bis ins hohe Alter gibt es nicht. Sie werden wahrscheinlich auch nicht mehr durchgeführt werden. Zu diesem Thema sei auf eine wichtige Arbeit von E.S. Orwoll und H.D. Nelson (17) verwiesen, die den Untertitel trägt: &#8222;An iconoclastic perspective&#8220;. Die hieraus abzuleitende Schlußfolgerung, daß die 5 oder sogar 10 Jahre lange Einnahme von Östrogenen bei gesunden postmenopausalen Frauen wenig Einfluß auf die Wahrscheinlichkeit osteoporotischer Frakturen im Greisinnenalter haben dürfte, soll jedoch nicht ausschließen, daß Frauen mit erheblichem Osteoporose-Risiko oder mit bereits manifester Osteoporose im mittleren Lebensalter von einer Langzeitbehandlung mit Östrogenen neben anderen Maßnahmen profitieren. Es könnte nämlich sein, daß das Verschieben des durch die physiologische Abnahme der Östrogen-Konzentration bedingten Knochenabbaus in ein höheres Lebensalter Frakturen vermeiden hilft.</p>
<p><B>Verhindern oder bessern Östrogene eine senile Demenz?</B> In vielen Arealen des menschlichen Gehirns finden sich Östrogen-Rezeptoren, besonders im Hypothalamus und im Limbischen System. Mehrere Beobachtungsstudien und kleinere prospektive Studien sprechen für eine geringere Inzidenz von M. Alzheimer unter Einnahme von Östrogenen/(Gestagenen), während andere Studien dies nicht bestätigen (Übersicht bei 18). Eine kürzlich publizierte prospektive plazebokontrollierte Studie an 120 Frauen mit <I>bereits diagnostiziertem</I> leichtem bis mittelschwerem M. Alzheimer (mittleres Alter 75 Jahre) ergab, daß das Fortschreiten der Erkrankung durch Einnahme von Plazebo oder von 0,62 mg/d bzw. 1,25 mg/d konjugierter Östrogene innerhalb eines Jahres nicht unterschiedlich war (19). Dies ist allerdings ein kurzer Beobachtungszeitraum, und die Studie erlaubt keine Rückschlüsse auf mögliche <I>präventive</I> Effekte von Östrogenen. Erst umfangreiche prospektive Studien, wie die erwähnte Women s Health Initiative, können zuverlässigere Information darüber geben, ob Östrogene zur Prävention altersbedingter Funktionsstörungen des Gehirns geeignet sind. Gesunden postmenopausalen Frauen aus dieser Indikation eine Langzeiteinnahme von Östrogenen zu empfehlen, ist bei der gegenwärtigen Datenlage nicht zu verantworten.</p>
<p><B>Welche Risiken limitieren eine Langzeittherapie mit Östrogenen in der Postmenopause?</B> Warnungen vor einer Langzeiteinnahme von Östrogenen/(Gestagenen) wären nicht erforderlich, wenn diese Therapie frei von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) wäre. Dies ist aber nicht der Fall. Eine gesicherte UAW ist die Zunahme <I>venöser Thromboembolien</I>, und die Zunahme des Risikos für <I>Mammakarzinom</I> ist so gut wie gesichert.</p>
<p><I>Thromboembolie-Risiko durch Östrogene:</I> Das Risiko einer Frau, in der Postmenopause eine Phlebothrombose mit oder ohne Lungenembolie zu erleiden, ist absolut gesehen gering ( etwa 10-15 Fälle pro Jahr pro 100000 Frauen). Es ist damit aber dennoch dreimal so hoch wie bei jungen Frauen. Obwohl die östrogene Potenz der Östrogene in den &#8222;HRT&#8220;-Präparaten deutlich geringer ist als die des in oralen Kontrazeptiva enthaltenen Ethinylestradiols, steigt das Risiko für Thromboembolien in beiden Altersgruppen, d.h. durch die &#8222;Pille&#8220; bzw. durch &#8222;HRT&#8220;-Östrogene, etwa um das Dreifache an (20-22). Das absolute Zusatzrisiko, eine Thromboembolie zu erleiden, ist bei postmenopausalen Frauen unter &#8222;HRT&#8220; jedoch dreimal größer als bei jungen Frauen, die Kontrazeptiva der sogenannten zweiten Gestagen-Generation einnehmen. Aus diesem Grund sind bereits durchgemachte venöse Thromboembolien, es sei denn, sie hatten eine eindeutig erkennbare und vorübergehende Ursache, eine Kontraindikation für die Einnahme von &#8222;HRT&#8220;-Östrogenen. Ähnliches gilt auch für Frauen mit bekannter familiärer Thrombophilie. Sowohl bei Einnahme oraler Kontrazeptiva als auch bei Einnahme von &#8222;HRT&#8220;-Präparaten treten die durch Östrogene mitverursachten Thromboembolien meist im ersten Einnahmejahr auf. Das war auch in der oben zitierten HERS-Studie zur Sekundärprävention der KHK (14) der Fall.</p>
<p><I>Risiko für Mammakarzinom durch Östrogene/Gestagene </I>(Übersicht bei 31): Frauen mit früher Menarche und später Menopause sowie Frauen mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für Mammakarzinom, während Schwangerschaften in jungem Lebensalter einen protektiven Effekt haben. Überdurchschnittlich häufige zyklische Erhöhungen der Östrogene, wie im normalen Menstruationszyklus der Frau, scheinen also das Risiko für Mammakarzinom durch mutagene oder das Wachstum eines Mammakarzinoms stimulierende Effekte zu steigern. Der Verdacht, daß eine &#8222;HRT&#8220; das Mammakarzinom-Risiko erhöhen könnte, war deshalb programmiert. In einer umfangreichen Metaanalyse von 51 Therapiestudien aus 21 Ländern, basierend auf Daten von etwa 52000 Frauen mit und etwa 108000 Frauen ohne Mammakarzinom durch die &#8222;Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer&#8220;, ergab sich folgendes Bild: Bei Frauen, die &#8222;HRT&#8220;-Präparate 5 oder mehr Jahre lang eingenommen hatten, betrug das Relative Risiko (RR) 1,35 (Vertrauensintervall: 1,21-1,49; 2 p = 0,00001), d.h., das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, war um etwa 35% erhöht, wobei die bei den &#8222;HRT&#8220;-Patientinnen diagnostizierten Karzinome klinisch weniger weit fortgeschritten waren als bei den Frauen ohne &#8222;HRT&#8220;. In Nordamerika und Europa erkranken etwa 45 von 1000 Frauen in der Altersgruppe von 50-70 Jahren an einem Mammakarzinom. Durch eine 5 bzw. 10 bzw. 15 Jahre lange &#8222;HRT&#8220; erhöht sich die <I>Inzidenz</I> des Mammakarzinoms in dieser Altersgruppe um 2 bzw. 6 bzw. 12 Fälle pro 1000 Frauen. Ab dem vierten Jahr nach Absetzen einer &#8222;HRT&#8220; war das RR für Mammakarzinom nicht mehr erhöht (23). Bisherige Studien belegen allerdings keine erhöhte <I>Letalität</I> durch Mammakarzinom nach &#8222;HRT&#8220;. In einer Studie des amerikanischen National Cancer Institute (24), deren Daten bis 1989 in der eben zitierten Publikation bereits enthalten sind, ergab sich aus einer Neuauswertung bis 1995 ein ganz ähnlicher Trend. Zusätzlich zeigte sich, daß das Mammakarzinom-Risiko bei Einnahme von Östrogen/Gestagen-Präparaten deutlich höher ist als bei Einnahme reiner Östrogene und daß das erhöhte Risiko überwiegend schlanke bis untergewichtige (Body Mass Index < 24,4 kg/m<sub>2</sub>), kaum jedoch übergewichtige Frauen betrifft. Die meisten dieser Frauen hatten Östrogene und Gestagene sequenziell eingenommen. Über den Effekt einer kontinuierlichen festen Kombination von Östrogen und Gestagen (wie in der HERS- und der WHI-Studie) können noch keine Aussagen gemacht werden. In einem Editorial (25) zu dieser Publikation, deren Autoren zu den Verfassern mehrerer viel zitierter &#8222;Updates&#8220; der Nurses´ Health Study gehören (auf deren frühere kardioprotektive Aussage sich die Propagandisten der Langzeit-&#8222;HRT&#8220; besonders hartnäckig berufen), heißt es sinngemäß: >> Kurzzeitige &#8222;HRT&#8220; ist durch das erhöhte Mammakarzinom-Risiko nicht in Frage gestellt. Frauen, die keinen Uterus mehr haben, sollten nur Östrogene, nicht auch Gestagene, einnehmen (bei Frauen mit Uterus ist alleinige Östrogen-Einnahme wegen des erhöhten Risikos für ein Endometriumkarzinom kontraindiziert). Zuerst sollte man sich überlegen, ob die Verordnung eines Östrogen-Präparats überhaupt erforderlich ist. Osteoprotektion und Kardioprotektion sind keine ausreichenden Gründe für die Verordnung von Östrogenen, da das Aufgeben oder das Vermeiden von Rauchen, körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung effektive Maßnahmen zur Primärprävention sind.<<

<B>Schlußbemerkungen und Literaturempfehlungen:</B> Mehrere der hier zitierten Arbeiten sind den Juni-Heften 1999 von Endocrine Reviews und des Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism entnommen. Beide Top-Zeitschriften werden von der nordamerikanischen Endocrine Society (ESO) publiziert, die im gleichen Monat in San Diego, Kalifornien ihren Jahreskongreß unter dem Vorsitz ihrer Präsidentin Prof. Kate Horwitz mit besonders vielen Themen zur Endokrinologie der Frau abgehalten hat. Chief-Editor des J. Clin. Endocrinol. Metab. war 1999 die Kinder-Endokrinologin Prof. Maria I. New aus New York. Es lohnt sich, die vielen Beiträge zum Thema &#8222;HRT”in den erwähnten Zeitschriften zu lesen. Einhellig war die große Zurückhaltung, Östrogen-Präparate in der Postmenopause aus anderen Indikationen zu empfehlen als zur Behandlung klimakterischer und urogenitaler Beschwerden und allenfalls noch zur Therapie, nicht aber zur Primärprophylaxe der Osteoporose und wenn, dann nicht länger als für 5 Jahre. In jedem Einzelfall sollte die Frau über mögliche Vorteile und Risiken vorurteilslos aufgeklärt werden, so daß sie nach diesen Informationen selbst eine Entscheidung treffen kann. In vielen Situationen, in denen die Verordnung von Östrogenen wünschenswert wäre, aber Kontraindikationen oder Unverträglichkeit bestehen, gibt es therapeutische Alternativen. Diese Möglichkeiten sind im Artikel von J.V. Pinkerton und R. Santen mit dem Titel &#8222;Alternatives to the use of estrogens in postmenopausal women&#8220; (3) und in einem weiteren von B. Walsh mit dem Titel &#8222;The individualized approach to menopause management&#8220; (26) eindrücklich dargestellt. Auf Einzelheiten dieses komplexen Themas kann hier nicht eingegangen werde. Im deutschen gynäkologischen Schrifttum findet sich zur Methodik der Östrogen/(Gestagen)-Therapie (oral versus transdermal, lokal vaginal, welche Gestagene?, Reduktion der Dosis bei älteren Frauen etc.) ein brauchbarer Artikel von A. Kleinkauf-Houcken und W. Braendle (27), in dem allerdings sehr unvorsichtige Empfehlungen zur Langzeittherapie gegeben werden. Ebenfalls sehr unvorsichtig ist eine Konsensus-Empfehlung eines &#8222;Züricher Gesprächs-Kreises&#8220; von deutschen Gynäkologen und einem Schweizer Klinischen Pharmakologen (28) vom Herbst 1998 (nach Erscheinen der HERS- und der Lancet-Studie zum Brustkrebs-Risiko). In einem Informationspapier vom September 1999 ist die &#8222;Deutsche Menopause Gesellschaft&#8220; von der Propagierung der Langzeittherapie ebenfalls noch nicht abgerückt, während auf einer Pressekonferenz dieser Gesellschaft im Januar 2001 in Berlin schon größere Zurückhaltung erkennbar war.</p>
<p>Für Frauen, die &#8222;HRT&#8220;-Präparate schon seit vielen Jahren einnehmen, besteht kein Grund zur Panik. Ihre behandelnden und beratenden Ärzte sollten sich die neue Datenlage &#8211; möglichst unbeeinflußt durch kostenlose Publikationen und Pharma-Werbung &#8211; aneignen, sie mit ihren Patientinnen besprechen und ihnen eine eigene Entscheidung zur Fortsetzung oder Beendigung der Therapie ermöglichen. Dies ist Teil unserer Verpflichtung zur ärztlichen Weiterbildung.<br /><B><br />Literatur</p>
<p></B>1. Lobo, R.A.: J. Clin. Endocrinol. Metab. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1939531&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1991, <B>73</B>, 925</a>.<br />2. The writing group for the PEPI trial (<B>P</B>ostmenopausal <B>E</B>strogen <B>P</B>rogestin <B>I</B>ntervention): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7807658&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <B>273</B>, 199</a>.<br />3. Pinkerton, J.V., und Santen, R.: Endocr. Rev. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10368773&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>20</B>, 308</a>.<br />4. Grodstein, F., et al. (NHS = <B>N</B>urses <B>H</B>ealth <B>S</B>tudy): N. Engl. J. 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(WHI = <B>W</B>omen s <B>H</B>ealth <B>I</B>nitiative study): Lancet 2000, <B>355</B>, 1338.<br />12. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6011" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 93</a>.<br />13. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6058" target="_blank" rel="noopener">AMB 1999, <B>33</B>, 32b</a>.<br />14. Hulley, S., et al. (HERS = <B>H</B>eart and <B>E</B>strogen/progestin <B>R</B>eplacement <B>S</B>tudy): JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9718051&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>280</B>, 605</a>.<br />15. Herrington, D.M., et al. (ERA = <B>E</B>strogen <B>R</B>eplacement and <B>A</B>therosclerosis trial): N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10954759&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>343</B>, 522</a>.<br />16. Miller,K.K., und Klibanski, A.: J. Clin. Endocrinol. Metab. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10372663&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>84</B>, 1775</a>.<br />17. Orwoll, E.S., und Nelson, H.D.: J. Clin. Endocrinol. Metab. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10372678&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>84</B>, 1872</a>.<br />18. Mc Ewen, B.S., und Alves, S.E.: Endocr. Rev. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10368772&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>20</B>, 279</a>.<br />19. Mulnard, R.A., et al.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10697060&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>283</B>, 1007</a>.<br />20. Daly, E., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8855852&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>348</B>, 977</a>.<br />21. Jick, H., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8855853&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>348</B>, 981</a>.<br />22. Grodstein, F., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8855854&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>348</B>, 983</a>.<br />23. Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10213546&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>350</B>, 1047</a>.<br />24. Schairer, C.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10659874&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>283</B>, 485</a>.<br />25. Willett, W.C., et al.: JAMA <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10659883&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>283</B>, 534</a>.<br />26. Walsh, B.W.: J. Clin. Endocrinol. Metab.<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10372684&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>84</B>, 1900</a>.<br />27. Kleinkauf-Houcken, A., und Braendle, W.: Gynäkologe 1998, <B>31</B>, 848.<br />28. Birkhäuser, M., et al.: Gynäkologisch-Geburtshilfliche Rundschau <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10420057&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>39</B>, 133</a>.<br />29. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5739" target="_blank" rel="noopener">AMB 2000, <B>34</B>, 52a</a>.<br />30. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5837" target="_blank" rel="noopener">AMB 1997, <B>31</B>, 44</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6114" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>33</B>, 87</a>.<br />31. Clemons, M., und Goss, P.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11172156&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <B>344</B>, 276</a>. </p>
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