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	<title>Fentanyl Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Das Absetzen von Opiaten in der Langzeittherapie ist möglich und  kann sogar die Lebensqualität verbessern</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2018 08:10:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Absetzen von Opiaten in der Langzeittherapie ist möglich und kann sogar die Lebensqualität verbessern Für die Langzeittherapie (Definition: länger als 3 Monate) von chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen werden häufig opiathaltige Schmerzmittel eingesetzt. Die längerfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Arzneimittel ist jedoch kritisch zu sehen. In den USA werden Opiate wesentlich häufiger als hierzulande eingesetzt. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Absetzen von Opiaten in der Langzeittherapie ist möglich und kann sogar die Lebensqualität verbessern<br />
Für die Langzeittherapie (Definition: länger als 3 Monate) von chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen werden häufig opiathaltige Schmerzmittel eingesetzt. Die längerfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Arzneimittel ist jedoch kritisch zu sehen.</p>
<p>In den USA werden Opiate wesentlich häufiger als hierzulande eingesetzt. Man spricht dort mittlerweile von einer „Opiat-Epidemie“ und angeblich sterben jedes Jahr 60.000 US-Amerikanern an den Folgen der therapeutischen Opiatbehandlung.</p>
<p>In den deutschen Behandlungsleitlinien zur Schmerztherapie wird empfohlen, regelmäßig mit den Patienten die Möglichkeit einer Dosisreduktion und/oder eines Auslassversuchs zu besprechen.</p>
<p>Außerdem soll überprüft werden, ob die Therapieziele noch erreicht werden und ob es Hinweise für Nebenwirkungen gibt.</p>
<p>Hierzu zählen: Verstopfung, Müdigkeit, Schlafstörungen, Depression, sexuelle Störungen und missbräuchliche<br />
Verwendung.</p>
<p>An Hand einer systematischen Literaturübersicht konnte nun gezeigt werden, dass das Ausschleichen von opiathaltigen Schmerzmitteln sowohl die Schmerzen, als auch die schmerzbezogenen Funktionsstörungen und auch die Lebensqualität der Patienten verbessert kann. Mit der Einwilligung der Patienten wird hierzu die Opiat-Dosis über viele Wochen in kleinen Schritten reduziert. Zur Kontrolle sollten die Patienten engmaschig einbestellt werden, in manchen Studien geschah dies mindestens einmal wöchentlich. Außerdem wurden auch vermehrt nicht medikamentöse Therapiemaßnahmen wie Selbsthilfeangebote, physikalische und/oder psychotherapeutische Verfahren und Lebensstilinterventionen.</p>
<p>Opiatbehandlungen bei chronischen, nicht tumorbedingten Schmerzen sind zweifelsohne wichtig und effektiv, ihre Anwendung bedarf allerdings einer ständigen kritischen Neubewertung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Alle Artikel zum Schlagwort: Opiate,</h2>
<p>Opioide in der Therapie nicht tumorbedingter Schmerzen: Absetzen ist möglich und kann sogar die Beschwerden lindern <a class="link1" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=85" target="_self">2017, <b>51</b>, 95</a><br />
Gefährliche langfristige Analgetikatherapie von nicht tumorbedingten Schmerzen mit Opioiden <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=85" target="_self">2014, <b>48</b>, 85</a><br />
Neues zur Behandlung von „Restless legs“ <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=73" target="_self">2014, <b>48</b>, 73</a><br />
Schmerztherapie mit Opioiden <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=65" target="_self">2011, <b>45</b>, 65</a><br />
Schmerztherapie mit Opioiden <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=65" target="_self">2011, <b>45</b>, 65</a><br />
Unterschiede von Arzneimittelwirkungen und -therapie bei Frauen und Männern in der Kardiologie <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2010&amp;S=73" target="_self">2010, <b>44</b>, 73</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<div>
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			</item>
		<item>
		<title>Schmerztherapie mit Opioiden</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/schmerztherapie-mit-opioiden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Mar 2014 16:22:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2011 Band 45]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2011, 45, 65 &#160; Schmerztherapie mit Opioiden &#160; Zusammenfassung: Zur Behandlung starker akuter und chronischer Schmerzen sind Opioide ein unverzichtbarer Bestandteil. Opioide unterscheiden sich in ihrer analgetischen Potenz, Pharmakokinetik und in ihren Applikationsformen. Bei eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion sollten solche Opioide gewählt werden, die weitgehend unabhängig von der Nieren- oder Leberfunktion abgebaut werden oder keine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2011, <strong>45</strong>, 65</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Schmerztherapie mit Opioiden</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Zusammenfassung: Zur Behandlung starker akuter und chronischer Schmerzen sind Opioide ein unverzichtbarer Bestandteil. Opioide unterscheiden sich in ihrer analgetischen Potenz, Pharmakokinetik und in ihren Applikationsformen. Bei eingeschränkter Nieren- und/oder Leberfunktion sollten solche Opioide gewählt werden, die weitgehend unabhängig von der Nieren- oder Leberfunktion abgebaut werden oder keine aktiven Metabolite haben, da es sonst zu erheblichen UAW und Überdosierungen kommen kann. Die Einstellung auf Opioide bei starken chronischen Schmerzen erfolgt prinzipiell auf ein retardiertes orales Präparat. Ausnahmen sind Patienten mit z.B. Schluckstörungen und Störungen der gastrointestinalen Resorption. Die Opioid-Therapie bei Patienten mit Tumorschmerzen unterscheidet sich deutlich von der Therapie bei nicht-tumorbedingten Schmerzen. Diese sollte sich an der aktuellen S3-Leitlinie LONTS (Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht-tumorbedingten Schmerzen) orientieren. Schnellwirkende Opioide sollten dabei wegen des hohen Suchtpotenzials nur in Ausnahmefällen bei akuten, nicht mit Analgetika der Stufe I nach WHO beherrschbaren Schmerzzuständen, nur zur Dosisfindung und nur wenige Tage lang eingesetzt werden. Schnellwirkende Opioide haben einen hohen Stellenwert bei der Behandlung von Patienten mit Durchbruchschmerzen bei malignen Tumorerkrankungen.</b><b> Die Verordnungen neuerer stark wirkender Opioid-Präparate haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dieser Zuwachs basiert nicht auf Ergebnissen kontrollierter klinischer Studien mit dem Nachweis einer Überlegenheit gegenüber Morphin, sondern in erster Linie auf dem intensiven Marketing der pharmazeutischen Unternehmen.</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zur Behandlung von akuten und chronischen tumorbedingten und nicht-tumorbedingten Schmerzen stehen zahlreiche Opioide zur Verfügung. Fast alle gibt es inzwischen in retardierter und nicht-retardierter Form sowie in verschiedenen Applikationsformen: oral, bukkal, rektal, transdermal, i.v. und seit 2010 auch nasal. Einige Opioide können darüber hinaus auch rückenmarksnah (epidural oder intrathekal) verabreicht werden. Da sich die Opioide in ihrer Pharmakokinetik unterscheiden, muss bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion gegebenenfalls die Dosis reduziert werden oder es müssen Opioide ohne stark wirksame aktive Metaboliten verordnet werden. Je nach analgetischer Potenz werden schwach oder mittelstark wirkende Opioide (= Stufe-II-Opioide im WHO-Stufenschema) von stark wirkenden Opioiden (Stufe-III-Opioide im WHO-Stufenschema) unterschieden (s. Tab. 1).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Einordnung der Opioide in die Schmerztherapie:</b> Das WHO-Stufenschema wurde vor mehr als 25 Jahren zur Therapie tumorbedingter Schmerzen veröffentlicht. Es gibt eine gute Übersicht über die verschiedenen Analgetika (s. Tab. 1). Invasive Techniken werden häufig als Stufe IV angefügt, sollen aber hier nicht näher besprochen werden (1, 9).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Stufe-II-Opioide</b><b>:</b> <i>Tramadol, Tilidin:</i> Die schwach bzw. mittelstark wirkenden Opioide Tramadol und Tilidin stehen seit vielen Jahren zur Behandlung chronischer Schmerzen zur Verfügung (2), wobei Tilidin häufiger zur Behandlung nicht-tumorbedingter Schmerzen eingesetzt wird und kontrollierte Studien zum Einsatz von Tilidin (in Kombination mit Naloxon) bei Tumorschmerzen nicht vorliegen (32). Bei beiden Opioid-Analgetika ist die Tageshöchstdosis zu beachten, oberhalb der keine stärkere analgetische Wirkung mehr zu erwarten ist. Sie werden üblicherweise oral eingenommen und sind als retardierte und nicht-retardierte Präparate erhältlich. Die maximale Tagesdosis von Tramadol beträgt 400 mg. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kumulieren aktive Abbauprodukte, die eine Dosisreduktion erforderlich machen. Tramadol hemmt über einen zusätzlichen Mechanismus die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin und kann mit selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern interagieren, die häufig zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden. Eine Kombination muss vermieden werden (13). Bei etwa 10% der weißen Bevölkerung liegt ein Polymorphismus von CYP2D6 (verantwortlich für die Bildung der aktiven Metaboliten) vor, so dass bei diesen Patienten die analgetische Wirksamkeit reduziert ist (34).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die maximale Tagesdosis von Tilidin beträgt 600 mg. Es wird in der Leber zum aktiven Metaboliten Nortilidin umgewandelt. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion ist zu bedenken, dass Tilidin in geringerem Maße in Nortilidin umgewandelt wird und somit möglicherweise nicht ausreichend wirkt. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Reduktion der Dosierung erforderlich, denn es kumulieren keine aktiven Metabolite. Retardiertem Tilidin ist industriell Naloxon zugegeben, was den Missbrauch als Droge minimieren soll. Nicht-retardierte Tramadol- und Tilidin-Tropfen haben ein hohes Suchtpotenzial, da die Anflutung im ZNS sehr schnell ist. Beide Schmerzmittel unterliegen in Deutschland nicht der Betäubungsmittelverordnung (BtMVV) und können auf normalen Rezepten verordnet werden. Damit ist Diebstahl und Fälschen der Rezepte leichter. In der Vergangenheit gab es Initiativen, auch schwach wirkende Opioide der BtMVV zu unterstellen. Das hohe Suchtpotenzial erfordert eine besonders sorgfältige Indikation für Tilidin- und Tramadol-Tropfen. Dieses Problem sollte stets offen mit den Patienten besprochen sowie die Verordnungsmenge exakt dokumentiert und kontrolliert werden. Eine Indikation für nicht-retardierte Stufe-II-Opioide ergibt sich nur zu Beginn der Therapie im Rahmen der Dosisfindung und sollte nach wenigen Tagen beendet werden. Eine Ausnahme davon ist die Behandlung von Durchbruchschmerzen bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung. Stufe-II-Opioide nach WHO  werden mit Stufe-I-Analgetika (z.B. Paracetamol, nicht-steroidale Antirheumatika/NSAID, Metamizol) kombiniert, wenn Schmerzen durch Nicht-Opioid-Analgetika nicht beherrscht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Stufe-III-Opioide:</b> <i>Morphin:</i> Morphin ist das älteste und preisgünstigste Opioid. Es gilt weiterhin als Goldstandard (32, 35, 36). Ergebnisse aus randomisierten kontrollierten Studien (RCT) oder systematischen Übersichtsarbeiten, die eine Überlegenheit neuerer, zunehmend häufig verordneter µ-Opioid-Rezeptoragonisten (z.B. Hydromorphon, Oxycodon, Fentanyl, Methadon) gegenüber Morphin hinsichtlich Wirksamkeit oder Verträglichkeit belegen, existieren nicht (36). Der biologisch aktive Metabolit Morphin-6-Glucuronid wird renal eliminiert und kumuliert bei eingeschränkter Nierenfunktion. Auch bei eingeschränkter Leberfunktion muss die Dosis angepasst bzw. rechtzeitig auf ein anderes stark wirkendes Opioid gewechselt werden. Morphin liegt in nahezu allen Applikationsformen vor (Tropfen, Zäpfchen, retardierte und nicht-retardierte Tabletten, Trinkampullen, Brausetabletten, Ampullen zur i.v. Injektion in verschiedenen Stärken) und hat seit langem einen hohen Stellenwert bei der Behandlung akuter und chronischer Schmerzen (3-6). Alle Äquivalenzdosen anderer Opioide sind auf das Referenzopioid Morphin berechnet (s. Tab. 2).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Hydromorphon (Palladon<sup>®</sup>):</i> Aktive Metabolite entstehen in geringerer Menge als bei Morphin. Deshalb wird dieser µ-Opioid-Rezeptoragonist bei starker Einschränkung der Nierenfunktion bevorzugt. Einen Vorteil hat der Wirkstoff auch aufgrund seiner wenigen Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, die Folge geringer Bindung an Plasmaeiweiße ist (3-6, 35).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Oxycodon mit Zusatz von Naloxon (Targin</i><sup>®</sup><i>):</i> Auf Nachteile dieses oralen 2:1-Kombinationspräparats mit dem µ-Opioid-Rezeptoragonisten Oxycodon und dem kompetitiven Opioid-Antagonisten Naloxon (Unterschiede in der Maximaldosis und Pharmakokinetik, begrenzte Datenlage aus ausschließlich vom Hersteller gesponserten klinischen Studien) sowie die stark zunehmende Verordnung sind wir bereits ausführlich eingegangen (30, s.a. 33). Naloxon bindet an die submukösen μ-Rezeptoren der Darmwand und soll dadurch die Opioid-induzierte Darmträgheit vermindern. Dennoch benötigen etwa die Hälfte der Patienten auch unter Targin<sup>®</sup> Laxanzien. Die maximal zugelassene Dosis beträgt aktuell 80 mg Targin<sup>®</sup>/d. Für höhere Dosen gibt es keine Daten zur Verträglichkeit und zur dabei möglichen zentralen Naloxon-Wirkung, d.h. Abschwächung der Analgesie. UAW im Sinne des Opioidentzugs sind jedoch beschrieben. Trotz des hohen Preises wird Targin<sup>®</sup> in der Chirurgie viel verordnet, wenn z.B. nach abdominalchirurgischen Eingriffen eine zusätzliche Obstipation durch Schmerzmittel vermindert werden soll. Es liegen jedoch keine vom Hersteller unabhängige klinische Studien vor, die der wichtigen Frage nachgehen, ob durch die konsequente Verordnung stark wirkender Opioide kombiniert mit Laxantien das gleiche Ergebnis (Vermeidung der Obstipation) kostengünstiger als mit Targin<sup>®</sup> erreicht wird.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><i>Oxycodon ohne Zusatz von Naloxon</i> (Oxygesic<sup>®</sup>, mehrere Generika) ist in Form nicht-retardierter und retardierter Präparate auf dem Markt. Allen diesen Präparaten ist gemeinsam, dass sie einen Anteil von etwa einem Drittel Wirkstoff haben, der schnell anflutet, dass die Wirkung nach ca. 10-20 Minuten eintritt und dass somit im eigentlichen Sinne kein retardiertes Präparat vorliegt (11). Die Folge davon ist, dass es eine erhebliche Zahl von Patienten mit chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen gibt, die eine Abhängigkeit von diesen Präparaten entwickelt haben. Beim Wechsel auf ein anderes Opioid bzw. bei einer Dosisreduktion von Oxycodon bekommen sie stärkere Entzugserscheinungen als bei einem Wechsel von einem anderen Opioid bzw. bei Dosisreduktion eines Opioids ohne schnell anflutende Komponente. Entscheidet man sich für Oxycodon, ist diese Besonderheit zu beachten und unbedingt mit dem Patienten zu besprechen. Kontrollierte Studien zu diesem praktisch sehr wichtigen Problem sind unseres Wissens bisher nicht veröffentlicht worden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oxycodon hat eine Wirkung am μ-Opiat-Rezeptor, wie alle anderen Opioide auch, und zusätzlich eine Wirkung am κ-Opiat-Rezeptor. Die klinische Bedeutung (z.B. bessere analgetische Wirksamkeit bzw. Verträglichkeit) dieses theoretischen Vorteils gegenüber den anderen Opioiden ist jedoch bisher ebenso wenig wie die angeblich bessere Wirkung von Oxycodon bei neuropathischen Schmerzen durch aussagekräftige klinische Studien belegt worden (36). Inzwischen gibt es Veröffentlichungen, die zeigen, dass neuropathische Schmerzen generell auch mit anderen Opioiden behandelt werden können und Oxycodon nicht der Vorzug zu geben ist (6-8, 12). Für die Dosisreduktion von Oxycodon bei Leber- oder Niereninsuffizienz gelten die gleichen Regeln wie für Morphin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Fentanyl (Durogesic<sup>®</sup>, Generika):</i> Fentanyl ist ein µ-Opioid-Rezeptoragonist mit hoher Lipidlöslichkeit, der in retardierter Form zur transdermalen Applikation (Membranpflaster) vorliegt. Für Patienten, die Opioid-Analgetika nicht oral einnehmen können, z.B. bei Schluckstörungen infolge HNO-Tumoren oder bei gestörter gastrointestinaler Resorption, und bei Patienten mit chronischen (tumorbedingten) Schmerzen, die stabile Opioid-Dosen benötigen, sind Fentanyl-Pflaster eine geeignete Alternative (32, 37). Fentanyl-Pflaster werden zunehmend, z.T. sogar in höherer Dosierung, Patienten verordnet, die zuvor nicht mit Stufe-III-Opioiden behandelt wurden (38). Dies erhöht das Risiko für schwerwiegende UAW. Die Pflaster müssen alle zwei (sehr selten) bis drei Tage erneuert und dabei jeweils eine neue Hautstelle gewählt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die Wirkspiegel nur dann zuverlässig erreicht werden, wenn die Pflaster korrekt kleben. An Stellen starker Schweißsekretion dürfen sie nicht platziert werden. Auch nimmt die Resorption bei erhöhter Körpertemperatur zu, was zu Überdosierungen führen kann. Dagegen ist bei schlechter peripherer Durchblutung die Resorption vermindert. Die Schmerzen können dann zunehmen, z.B. bei der Palliativbetreuung in der Sterbephase. Hier ist eine orale, s.c. oder i.v. Applikation zuverlässiger. Wird das Pflaster aufgeklebt, dauert es 8-12 Stunden bis der Wirkspiegel erreicht ist. Akute Schmerzen können also nicht transdermal mit Fentanyl behandelt werden. Ebenso lange besteht die Wirkung weiter, wenn das Pflaster entfernt wird. Eine Überdosierung erfordert daher eine Überwachung von 8-12 Stunden. Dosisänderungen wirken sich erst mit entsprechender Verzögerung aus. Es erfordert Erfahrung, in dieser Situation nicht-retardierte Präparate zusätzlich einzusetzen. Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sollte sorgfältig auf Anzeichen einer Fentanyl-Toxizität geachtet und gegebenenfalls die Dosis reduziert werden.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p>Zur Behandlung von Durchbruchschmerzen bei tumorbedingten Schmerzen sind verschiedene nicht-retardierte Präparate von Fentanyl auf dem Markt. Ihre Zulassung besteht nur dafür! Sie fluten schnell an, ähnlich wie bei i.v. Applikation und sind in der Mundhöhle als Sublingual-, Lutsch- oder Bukkaltablette oder nasal als Spray anzuwenden. Diese Applikationsform hat ein noch höheres Sucht- und damit auch Missbrauchpotenzial als nicht-retardierte Tabletten. Die Verantwortung, an diese Zusammenhänge zu denken und sich an die vorgeschriebene Zulassung zu halten, liegt beim verordnenden Arzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die durchschnittlichen Kosten für eine Dosis schnellwirksamen Fentanyls sind hoch und liegen bei 8-12 € für eine Einmaldosis von 200-400 μg. Die bukkale (mehrere Stunden lang saurer Geschmack bei versehentlicher Berührung mit der Zunge) oder nasale Anwendung als Spray erfordert einen kooperativen Patienten mit guter Adhärenz. Bei nasaler Applikation sollte ein Spray verwendet werden, bei dem die entnommene Dosis ebenso eindeutig zu erkennen ist wie die noch vorhandenen Dosen. Es können sonst Unklarheiten über die verabreichte Menge auftreten, und es ist schwierig, auftretende UAW eindeutig zuzuordnen. Die sublinguale Anwendung ist etwas einfacher und geschmacksneutral (3-5, 10).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Buprenorphin (Temgesic<sup>®</sup>, Transtec<sup>®</sup> u.a.):</i> Buprenorphin ist ein Agonist am μ-Rezeptor und hat antagonistische Wirkungen am κ-Rezeptor. Buprenorphin gibt es in transdermaler retardierter Form als Pflaster. Je nach Präparat muss alle 3,5 oder alle 7 Tage gewechselt werden. Prinzipiell gelten dieselben Grundsätze zur transdermalen Therapie wie bei Fentanyl. Ein nicht-retardiertes Präparat ist Temgesic<sup>®</sup> 0,2 mg oder 0,4 mg sublingual. Die Wirkdauer ist mit ca. sechs Stunden deutlich länger als bei anderen nicht-retardierten Opioiden. Für hohe Dosen ist ein so genannter Ceiling-Effekt beschrieben, d.h., eine weitere Dosissteigerung von Buprenorphin ist nicht stärker analgetisch wirksam, wie es sonst bei allen anderen Stufe-III-Opioiden der Fall ist (4-6). Buprenorphin erfordert keine Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Tapentadol (Palexia<sup>®</sup>):</i> Tapentadol ist seit 1.10.2010 als retardiertes Präparat auf dem Markt. Es hat strukturell Ähnlichkeiten mit Tramadol und Oxycodon. Der Wirkmechanismus ist anders als bei anderen stark wirkenden Opioiden und vereint, wie Tramadol, in einem Molekül die Wirkung am μ-Rezeptor als Agonist und eine Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung, d.h. eine analgetische Wirkung, wie sie auch von einigen Antidepressiva bekannt ist. Die Zulassung besteht für „starke chronische Schmerzen bei Erwachsenen, die eine Behandlung mit Opioiden notwendig machen”. Die bisher vorliegenden, vom Hersteller unterstützten und vom Design her identischen drei doppeltblinden, plazebokontrollierten RCT bei Patienten mit nicht-tumorbedingten Schmerzen (Osteoarthritis der Kniegelenke bzw. Rückenschmerzen) ergaben, dass Tapentadol besser verträglich war als vergleichsweise hoch dosiertes Oxycodon hinsichtlich Übelkeit, Erbrechen, Obstipation und Juckreiz (39). Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Verstopfung zählen jedoch laut Fachinformation auch bei Tapentadol zu den häufigen UAW (40). Mit dem im Wirkungsmechanismus ähnlichen Tramadol wurde Tapentadol in klinischen Studien bisher nicht verglichen und RCT zur Wirksamkeit von Tapentadol bei tumorbedingten Schmerzen liegen nicht vor. Eine zuverlässige Einordnung von Tapentadol in das WHO-Stufenschema ist deshalb nicht möglich. Insgesamt lassen die Ergebnisse der vorliegenden klinischen Studien nicht erkennen, dass das sehr teure Tapentadol (s. Tab. 3) einen überzeugenden therapeutischen Fortschritt darstellt (14, 15, 39). Das Scottish Medicines Consortium hat in einer aktuellen Bewertung Tapentadol deshalb in Schottland nur zum eingeschränkten Gebrauch für die Behandlung schwerer chronischer Schmerzen zugelassen (39). Die Einschränkung besagt, dass nur solche Patienten mit Tapentadol behandelt werden dürfen, bei denen retardiertes Morphin keine ausreichende Schmerzkontrolle erreichte oder nicht vertragen wurde. Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion ist die Dosis von Tapentadol zu reduzieren und bei stark eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sollte dieses neue Analgetikum nicht angewendet werden. Interaktionen von Tapentadol mit serotoninergen Stoffen, wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahme- und Monoaminooxidase-Hemmern müssen beachtet werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Methadon:</i> Levomethadon (L-Polamidon<sup>®</sup>) ist wegen der langsamen Elimination ein schlecht steuerbares Opioid-Analgetikum. Die Wirkung tritt rasch ein und beträgt 6-12 Stunden. Es kann oral in flüssiger Form, i.v., s.c. oder i.m. angewendet werden. In der Palliativmedizin wird es gelegentlich eingesetzt bei therapieresistenten Schmerzen, bei denen andere Opioide nicht ausreichend wirken. Es ist von der WHO als Alternative zu Morphin empfohlen. Bei Patienten im Methadon-Substitutionsprogramm erfolgt die Behandlung akuter Schmerzen über eine Dosisanpassung des Opioids. Die Therapie mit Methadon ist speziell erfahrenen Ärzten vorbehalten und erfordert zu Beginn ein engmaschiges Monitoring des Patienten (6, 18, 19).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Einige Grundregeln der Tumorschmerz-Therapie mit Opioiden:</b> In den letzten Jahren ist der Umgang mit Opioiden und die Indikation zur Verordnung kritisch betrachtet worden. Zunehmend finden sich in schmerztherapeutischen Einrichtungen Patienten mit nicht-tumorbedingten langjährigen Schmerzen, die trotz hoch dosierter Opioide keine ausreichende analgetische Wirkung erleben, jedoch durch die UAW der Opioide stark eingeschränkt sind: Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Obstipation, Entwicklung von Abhängigkeit (20, 21). Andererseits kommen Patienten in schmerztherapeutische Ambulanzen mit stärksten Schmerzen bei metastasierten Tumoren und begrenzter Lebenserwartung, die entweder gar nicht oder völlig unzureichend mit Opioiden versorgt sind. Häufig werden auch die wichtigsten UAW, Übelkeit und Obstipation, nicht adäquat behandelt, d.h. es wurden keine Antiemetika oder Laxanzien fest verordnet. Deshalb sind die Indikationen und Regeln der Therapie tumorbedingter Schmerzen von denen nicht-tumorbedingter Schmerzen getrennt zu betrachten (vgl. 23, 32).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Behandlung tumorbedingter Schmerzen erfolgt prinzipiell mit retardierten Präparaten. Zusätzlich benötigen diese Patienten ein schnell wirkendes Opioid zur Behandlung der unerwartet und in hoher Intensität auftretenden Durchbruchschmerzen. In idealer Weise, jedoch nicht zwingend, sollte es derselbe Wirkstoff sein. Wichtig hierbei ist, das richtige Verhältnis von Tagesdosis des retardierten Präparats zur Dosis des schnell wirkenden Präparats zu beachten, da dieses sonst nicht ausreichend analgetisch wirkt. Prinzipiell gilt, dass die Dosis der Bedarfsmedikation 1/6 bis 1/10 der Tagesdosis betragen sollte. Erhält z.B. ein Patient dreimal 60 mg/d Morphin (= 180 mg/d), muss die Bedarfsmedikation im Bereich von 20-30 mg Morphin liegen. Ist die Bedarfsmedikation ein anderer Wirkstoff, sind die Äquivalenzdosen exakt zu beachten (z.B. 20 mg Morphin entsprechen 4 mg Hydromorphon oder 200 μg Fentanyl; s.a. Tab. 2). Zeigt die Bedarfsmedikation nach ungefähr drei bis maximal 30 Minuten (unterschiedlich je nach Präparat) keine analgetische Wirkung, kann die Dosis wiederholt werden. Als Orientierung für den Patienten sollte die Häufigkeit der Bedarfsmedikation fest benannt werden, z.B. „alle 1-2 Stunden möglich”. Ohne eine solche Angabe bestehen beim Patienten erhebliche Unsicherheiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beginn einer Opioidtherapie erfordert, <i>so genannte Adjuvanzien</i> (z.B. Laxanzien, Antiemetika) zur Behandlung der UAW fest anzusetzen. Die hauptsächlichen UAW der Opioide sind Übelkeit zu Beginn der Therapie und Obstipation, die möglicherweise die gesamte Zeit der Behandlung anhält. Entsprechend werden Antiemetika und Laxanzien fest verordnet und der Patient darüber aufgeklärt (9, 10, 12, 14, 22, 30). Insbesondere bei Beginn einer Opioidtherapie, bei Einnahme schnell wirkender Präparate, bei Dosiserhöhung und bei Kombination mit anderen sedierenden Medikamenten kann im Einzelfall das Reaktionsvermögen soweit beeinträchtigt sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt ist. Darüber muss der Patient aufgeklärt werden, und diese Aufklärung ist schriftlich zu dokumentieren (31). Unter einer stabilen Einstellung mit retardierten Opioiden scheint die Fahrtüchtigkeit jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt zu sein (35).</p>
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<p>Treten unter einer Opioidtherapie trotz Gabe von Adjuvanzien starke, anhaltende UAW auf oder ist die Analgesie trotz adäquater Gabe von Koanalgetika und angemessener Dosissteigerung nicht ausreichend, kann ein Wechsel des Opioids (Opioid-Rotation) sinnvoll sein (35, 41). Von Experten wurden kürzlich Empfehlungen für die Opioid-Rotation ausgesprochen, gleichzeitig aber betont, dass die aus klinischen Studien vorliegende Evidenz für einen Wechsel der Opioide sehr gering ist und ein Konsens für ein „best practice” Vorgehen derzeit nicht existiert (41).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Opioide zur Behandlung chronischer nicht-tumorbedingter Schmerzen:</b> Wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Patienten, die bei nicht-tumorbedingten Schmerzen langjährig mit Opioiden behandelt werden, ohne dass sich eine Reduktion der Schmerzen und/oder eine verbesserte Lebensqualität durch Veränderung der Schmerzsymptomatik nachweisen lässt. International wird zunehmend häufiger über behandlungsbedürftige Suchterkrankungen diskutiert, die durch legal verordnete Opioide ohne erkennbare analgetische Wirkung entstanden sind (20, 21, 26). Im Jahr 2009 wurde die S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen (LONTS) veröffentlicht (23). Sie wurde von 29 Schmerzexperten aus verschiedenen Fachgesellschaften im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) zwischen 2006 und 2009 erarbeitet. Seither ist sie hart kritisiert, aber auch verteidigt worden (24-28). Sicher ist, dass bei nicht durch Tumore bedingten Schmerzen in Deutschland viel zu häufig Opioide verordnet werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Leitlinie beinhaltet folgende Kernaussagen zur langfristigen Opioidtherapie von nicht-tumorbedingten chronischen Schmerzen: Opioidhaltige und andere Analgetika bewirken bei der Behandlung chronischer nicht-tumorbedingter Schmerzen nach einer Einstellungsphase bis zu zehn Wochen ohne Unterschied eine nur geringe Linderung der Schmerzen. Die Umstellung auf ein Opioid sollte erst nach Abklärung psychiatrischer Komorbiditäten, Ausschluss von Kontraindikationen und Versagen aller anderen medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapiemaßnahmen erfolgen. Die Vor- und Nachteile einer Opioidtherapie sind nach umfassender Anamnese, gründlicher Untersuchung und ausführlicher individueller Aufklärung des Patienten mit ihm zu besprechen. Die orale Applikation eines retardierten Präparats nach einem festen Zeitschema ist zu bevorzugen. Bereits nach sechs Wochen sollte die Wirksamkeit der Opioide hinsichtlich Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung überprüft werden. Der Versuch einer Dosisreduktion und/oder einer Opioidpause sollte nach 3-6 Monaten erfolgen. Über drei Monate hinausgehende Daueranwendungen opioidhaltiger Analgetika haben nachweislich keine Schmerzlinderung erbracht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Orientierender Verordnungs- und Kostenvergleich:</b> Tab. 3 vergleicht neben der Zahl der ärztlichen Verordnungen im Jahr 2009 auch orientierend die Kosten einiger Stufe-III-Opioide. Dabei müssen die Dosierungen definiert sein, deren Kosten verglichen werden und außerdem, wo die Preise bezahlt werden (Herstellerabgabe; Apothekenverkauf; Krankenhaus; gesetzliche Krankenversicherung = GKV). DER ARZNEIMITTELBRIEF legt, wie der Arzneiverordnungs-Report, die national und international abgestimmte, möglichst äquipotente, mittlere Tagesdosierung für Erwachsene zu Grunde (DDD = Defined Daily Dose). Sie wird unter Berücksichtigung der Herstellerangaben, der nationalen Verbrauchsdaten und unter wesentlicher Beteiligung der WHO festgelegt und jährlich im Arzneimittelindex vom wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen mitgeteilt. Es handelt sich dabei also nicht etwa um Behandlungsempfehlungen, sondern um medizinische und ökonomische Maß- und Vergleichseinheiten (16). Die Preise in Tab. 3 sind den Tabellarien der GKV Arzneimittelausgaben entnommen, wie sie regelmäßig im Arzneiverordnungs-Report veröffentlicht werden. Sie wurden mit Hilfe des wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen für Juni 2011 aktualisiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Zahlen in Tab. 3 verdeutlichen, dass der Verordnungsanteil an Morphin, der vor 12 Jahren noch über 60% der Verordnungen für stark wirkende Opioide ausmachte, heute eine untergeordnete Rolle spielt und nur noch etwa 15% beträgt (17). Insbesondere die Verordnungen von Fentanyl, aber auch von Oxycodon, Hydromorphon und Buprenorphin, sind deutlich angestiegen und im Jahre 2009 entfielen mehr als die Hälfte der verordneten Tagesdosen auf die transdermal angewendeten Wirkstoffe. In einer kürzlich veröffentlichten Auswertung wurden die  Verordnungen von Fentanyl-Pflastern in den Jahren 2004-2006 anhand einer pharmakoepidemiologischen Datenbank mit Ergebnissen von vier Krankenkassen und insgesamt 14 Millionen Versicherten innerhalb der GKV analysiert. Die Ergebnisse dieser Auswertung (38) belegen eindrucksvoll das Ausmaß der Über- bzw. Fehlversorgung mit Fentanyl-Pflastern in Deutschland (z.B. Einsatz bei zuvor nicht mit Opioiden behandelten Patienten und bei akuten Schmerzen) und verdeutlichen, dass Empfehlungen für den rationalen Einsatz von transdermalem Fentanyl (37) ebenso wie Warnhinweise in den Fachinformationen nicht ausreichend beachtet werden. Auch der anhaltend starke Anstieg der Verordnungen von Oxycodon bzw. Oxycodon mit Zusatz von Naloxon (Targin<i><sup>®</sup></i>) basiert nicht auf Ergebnissen kontrollierter klinischer Studien mit Nachweis einer Überlegenheit dieser neueren, stark wirkenden Opioide gegenüber Morphin, sondern in erster Linie auf den intensiven Marketingaktivitäten der pharmazeutischen Unternehmen. Das Kombinationspräparat Targin<i><sup>®</sup></i> zeigte auch in 2010 einen massiven Verordnungszuwachs und macht inzwischen mehr als ein Drittel der Oxycodonverordnungen aus (42).</p>
<p>&nbsp;</p>
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<li>Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft:Arzneiverordnungen, 22. Auflage</li>
<li>Nauck, F.: internistische praxis 2010, <b>50</b>,143.</li>
<li>Quigley, C.: Clin. Evid. 2008, <b>7</b>,2408. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=19445735&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a>  <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2907984/?tool=pubmed" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a>(Zugriff 9.9.2011)</li>
<li>AMB 2001, <b>35</b>,68. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5668" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Garbe, E., et al.:Pharmacoepidemiol. Drug Saf. 2011; DOI: 10.1002/pds 21681850. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=xx&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Scottish Medicines Consortium:Resubmission tapentadol, 50, 100, 150, 200 and 250 mg prolonged-releasetablets. <a href="http://www.scottishmedicines.org.uk/files/advice/tapentadol_Palexia_SR_RESUBMISISON_FINAL_MAY_2011_for_website.pdf" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a> (Zugriff 9.9.2011)</li>
<li>FachinformationTapentadol. <a href="http://www.fachinfo.de/data/fi/jsearch?praep" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Fine, P.G., und Portenoy, R.K.: J. PainSymptom Manage. 2009, <b>38</b>, 418. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=19735902&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Schwabe, U., und Paffrath, D. (Hrsg.):Arzneiverordnungs-Report 2011, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, im Druck.</li>
</ol>
<p><img decoding="async" alt="" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_gif/2011_45_65Tab1.gif" /></p>
<p><img decoding="async" alt="" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_gif/2011_45_65Tab2.gif" /></p>
<p><img decoding="async" alt="" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_gif/2011_45_65Tab3.gif" /></p>
<p><img decoding="async" alt="" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_gif/2011_45_65Tab4.gif" /></p>
<p><img decoding="async" alt="" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_gif/2011_45_65Tab5.gif" /></p>
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<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Antiemetika," target="_self">Antiemetika,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Buprenorphin," target="_self">Buprenorphin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=DDD," target="_self">DDD,</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Durchbruchschmerzen," target="_self">Durchbruchschmerzen,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Fahrt%C3%BCchtigkeit," target="_self">Fahrtüchtigkeit,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Fentanyl," target="_self">Fentanyl,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Hydromorphon," target="_self">Hydromorphon,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Laxanzien," target="_self">Laxanzien,</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Methadon," target="_self">Methadon,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Morphin," target="_self">Morphin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Naloxon," target="_self">Naloxon,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Neuropathische%20Schmerzen," target="_self">Neuropathische Schmerzen,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Obstipation," target="_self">Obstipation,</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Opiate," target="_self">Opiate,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Opiate," target="_self">Opiate,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Opioide," target="_self">Opioide,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Opioide," target="_self">Opioide,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Opioid-Rotation," target="_self">Opioid-Rotation,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Oxycodon," target="_self">Oxycodon,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Schmerzen," target="_self">Schmerzen,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Schmerzen," target="_self">Schmerzen,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Schmerzmittel," target="_self">Schmerzmittel,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Schmerztherapie," target="_self">Schmerztherapie,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Sucht," target="_self">Sucht,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tapentadol," target="_self">Tapentadol,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tilidin," target="_self">Tilidin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tramadol," target="_self">Tramadol,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tumorschmerzen," target="_self">Tumorschmerzen,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Verstopfung," target="_self">Verstopfung,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=WHO," target="_self">WHO,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=WIdO," target="_self">WIdO,</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Wissenschaftliches%20Institut%20der%20AOK," target="_self">Wissenschaftliches Institut der AOK,</a></p>
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<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
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<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> erscheint als unabhängige Zeitschrift ohne Werbeanzeigen der Pharmaindustrie. Er wird ausschließlich durch seine Leserinnen und Leser, d. h. durch die Abonnenten, finanziert.  Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, dass wir aktuelle Artikel nur auszugsweise veröffentlichen können.</p>
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<p><a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/abo-einzelperson.php" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" title="Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein ganz besonderes Projekt." alt="GPSP_Banner_AMB_01_2013" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/GPSP_Banner_AMB_01_2013.jpg" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Abonnement-Einzelnutzer-Studenten.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" title="Was bringt DER ARZNEIMITTELBRIEF speziell für Studentinnen und Studenten und den Beginn des Berufslebens?" alt="2_Studi_Banner_AMB_NEU" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/2_Studi_Banner_AMB_NEU.jpg" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/isdb.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" title="DER ARZNEIMITTELBRIEF als Mitglied im ISDB" alt="DER ARZNEIMITTELBRIEF als Mitglied im ISDB" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/ISDB_Banner_AMB.jpg" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Abonnieren.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" title="Sie können den ARZNEIMITTELBRIEF in 4 Preiskategorien abonnieren:" alt="Sie können den ARZNEIMITTELBRIEF in 4 Preiskategorien abonnieren:" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2013/11/1_ABO_Banner_AMB_NEU.jpg" width="150" height="150" /></a></p>
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<p>*Antiemetika, bei Schmerztherapie mit Opioiden *Buprenorphin, Schmerztherapie mit Opioiden *DDD, Defined daily dose, Schmerztherapie mit Opioiden, Verordnungs- und Kostenvergleich *Durchbruchschmerzen, Schmerztherapie mit Opioiden *Fahrtüchtigkeit, bei Schmerztherapie mit Opioiden *Fentanyl, Schmerztherapie mit Opioiden *Hydromorphon, Schmerztherapie mit Opioiden *Laxanzien, bei Schmerztherapie mit Opioiden *Methadon, Schmerztherapie mit Opioiden *Morphin, Schmerztherapie mit Opioiden *Naloxon, Schmerztherapie mit Opioiden *Neuropathische Schmerzen, Schmerztherapie mit Opioiden *Obstipation, Schmerztherapie mit Opioiden *Opiate, Schmerztherapie *Opiate, Schmerztherapie, Verordnungs- und Kostenvergleich *Opioide, Schmerztherapie *Opioide, Schmerztherapie, Verordnungs- und Kostenvergleich *Opioid-Rotation, Schmerztherapie mit Opioiden *Oxycodon, Schmerztherapie mit Opioiden *Schmerzen, Therapie mit Opioiden *Schmerzen, WHO-Stufenschema *Schmerzmittel, Therapie mit Opioiden *Schmerztherapie, mit Opioiden *Sucht, bei Schmerztherapie mit Opioiden *Tapentadol, Schmerztherapie mit Opioiden *Tilidin, Schmerztherapie mit Opioiden *Tramadol, Schmerztherapie mit Opioiden *Tumorschmerzen, Therapie mit Opioiden *Verstopfung, Schmerztherapie mit Opioiden *WHO, Stufenschema Schmerztherapie *WIdO, Wissenschaftliches Institut der AOK, Verordnungs- und Kostenvergleich von Opioiden *Wissenschaftliches Institut der AOK, Verordnungs- und Kostenvergleich von Opioiden</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Serotonin-Syndrom als additive Wechselwirkung unter Fentanyl</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/serotonin-syndrom-als-additive-wechselwirkung-unter-fentanyl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2014 12:42:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2013 Band 47]]></category>
		<category><![CDATA[Monat 06]]></category>
		<category><![CDATA[5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten]]></category>
		<category><![CDATA[Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Citalopram]]></category>
		<category><![CDATA[Clomipramin]]></category>
		<category><![CDATA[Escitalopram]]></category>
		<category><![CDATA[Fentanyl]]></category>
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		<category><![CDATA[Imipramin]]></category>
		<category><![CDATA[Linezolid]]></category>
		<category><![CDATA[Methadon]]></category>
		<category><![CDATA[Milnacipran]]></category>
		<category><![CDATA[Moclobemid]]></category>
		<category><![CDATA[Ondansetron]]></category>
		<category><![CDATA[Paroxetin]]></category>
		<category><![CDATA[Pethidin]]></category>
		<category><![CDATA[Rotigotin]]></category>
		<category><![CDATA[Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Serotonin-Syndrom]]></category>
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		<category><![CDATA[Venlafaxin]]></category>
		<category><![CDATA[Wechselwirkungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2013, 47, 43 &#160; Serotonin-Syndrom als additive Wechselwirkung unter Fentanyl &#160; Fazit: Unter analgetischer Therapie mit Fentanyl, Tramadol, Methadon oder Pethidin ist an die Möglichkeit eines Serotonin-Syndroms zu denken, speziell bei hoher Dosierung oder Kombination mit anderen &#8230; Bitte abonnieren oder Kennlernartikel anfordern &#8211;&#62; &#160; Schlagworte zum Artikel: 5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten, Antidepressiva, Citalopram,Clomipramin, Escitalopram, Fentanyl, Fluoxetin, Fluvoxamin, Imipramin, Linezolid, Methadon, Milnacipran, Moclobemid, Ondansetron, Paroxetin, Pethidin, Rotigotin, Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, Serotoninsyndrom, Serotonin-Syndrom, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Sertralin, SSRI, SSRI, Tramadol, [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2013, <strong>47</strong>, 43</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Serotonin-Syndrom als additive Wechselwirkung unter Fentanyl</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Unter analgetischer Therapie mit Fentanyl, Tramadol, Methadon oder Pethidin ist an die Möglichkeit eines Serotonin-Syndroms zu denken, speziell bei hoher Dosierung oder Kombination mit anderen &#8230; <strong><a title="Serotonin-Syndrom als additive Wechselwirkung unter Fentanyl" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=43" target="_blank">Bitte abonnieren oder Kennlernartikel anfordern &#8211;&gt;</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten," target="_self">5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Antidepressiva," target="_self">Antidepressiva,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Citalopram," target="_self">Citalopram,</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Clomipramin," target="_self">Clomipramin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Escitalopram," target="_self">Escitalopram,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Fentanyl," target="_self">Fentanyl,<br />
</a><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Fluoxetin," target="_self">Fluoxetin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Fluvoxamin," target="_self">Fluvoxamin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Imipramin," target="_self">Imipramin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Linezolid," target="_self">Linezolid,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Methadon," target="_self">Methadon,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Milnacipran," target="_self">Milnacipran,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Moclobemid," target="_self">Moclobemid,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Ondansetron," target="_self">Ondansetron,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Paroxetin," target="_self">Paroxetin,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Pethidin," target="_self">Pethidin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Rotigotin," target="_self">Rotigotin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Selektive%20Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer," target="_self">Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Selektive%20Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer," target="_self">Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer," target="_self">Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Serotoninsyndrom," target="_self">Serotoninsyndrom,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Serotonin-Syndrom," target="_self">Serotonin-Syndrom,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer," target="_self">Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer," target="_self">Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Sertralin," target="_self">Sertralin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=SSRI," target="_self">SSRI,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=SSRI," target="_self">SSRI,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Tramadol," target="_self">Tramadol,</a><br />
<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Triptane," target="_self">Triptane,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Valproins%C3%A4ure," target="_self">Valproinsäure,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Venlafaxin," target="_self">Venlafaxin,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Wechselwirkungen," target="_self">Wechselwirkungen,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
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<p><a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/abo-einzelperson.php" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" title="Gute Pillen - Schlechte Pillen ist ein ganz besonderes Projekt." alt="Serotonin-Syndrom" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/GPSP_Banner_AMB_01_2013.jpg" width="150" height="150" /></a> <img loading="lazy" decoding="async" title="Was bringt DER ARZNEIMITTELBRIEF speziell für Studentinnen und Studenten und den Beginn des Berufslebens?" alt="2_Studi_Banner_AMB_NEU" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/2_Studi_Banner_AMB_NEU.jpg" width="150" height="150" /> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/isdb.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" title="DER ARZNEIMITTELBRIEF als Mitglied im ISDB" alt="DER ARZNEIMITTELBRIEF als Mitglied im ISDB" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2014/01/ISDB_Banner_AMB.jpg" width="150" height="150" /></a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Abonnieren.aspx"><img loading="lazy" decoding="async" title="Sie können den ARZNEIMITTELBRIEF in 4 Preiskategorien abonnieren:" alt="Sie können den ARZNEIMITTELBRIEF in 4 Preiskategorien abonnieren:" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2013/11/1_ABO_Banner_AMB_NEU.jpg" width="150" height="150" /></a></p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>*5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Antidepressiva, Paroxetin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Citalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Clomipramin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Escitalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, *Fentanyl, Nebenwirkung Serotonin-Syndrom *Fluoxetin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Fluvoxamin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, *Imipramin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Linezolid, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Methadon, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, *Milnacipran, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Moclobemid, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Ondansetron, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Paroxetin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Pethidin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Rotigotin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, *Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Citalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Escitalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,   * , Nebenwirkung von Fentanyl * , Nebenwirkung von Fentanyl *Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Citalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,   *Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Escitalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Sertralin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,   *SSRI, Citalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *SSRI, Escitalopram, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Tramadol, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, *Triptane, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Valproinsäure, additive Wechselwirkung mit Fentanyl, Serotonin-Syndrom *Venlafaxin, additive Wechselwirkung mit Fentanyl,  *Wechselwirkungen, additive, Fentanyl, Serotonin-Syndrom</p>
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		<title>Analgetika und Antiphlogistika in der Schwangerschaft</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/analgetika-und-antiphlogistika-in-der-schwangerschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2004 10:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Zusammenfassung: Paracetamol und Ibuprofen sind Analgetika/Antipyretika bzw. Antiphlogistika der ersten Wahl in der Schwangerschaft. Paracetamol darf in allen Phasen und Ibuprofen bis zur 30. Schwangerschaftswoche gegeben werden. Reservemittel sind Diclofenac, Codein in Kombination mit Paracetamol oder erprobte Opioide wie Tramadol. Pethidin hat sich in der Geburtsphase bewährt. Es ist nicht auszuschließen, daß Prostaglandinantagonisten durch Hemmung der Ovulation die Fertilität mindern und, in der Frühschwangerschaft (regelmäßig) eingenommen, das Abortrisiko leicht erhöhen. </b><b>Eine Therapie mit Prostaglandinantagonisten nach der 30. Schwangerschaftswoche erfordert dopplersonographische Kontrollen des fetalen Ductus arteriosus. Keines der in der Schmerz- und Rheumatherapie verwendeten Mittel rechtfertigt nach (versehentlicher) Anwendung im 1. Trimenon den Abbruch einer intakten und gewünschten Schwangerschaft. Dies gilt selbst für die streng kontraindizierten Wirkstoffe Leflunomid und Methotrexat. Letzteres hat in der niedrigen antirheumatischen Dosis offenbar nur ein geringes, wenn überhaupt nachweisbares teratogenes Risiko. Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen wie ein hochauflösender Ultraschall &#8211; vaginal zwischen Schwangerschaftswoche (SSW) 11 und 13 oder abdominal um Woche 20 &#8211; sollten aber nach (versehentlicher) Exposition mit Leflunomid oder Methotrexat die normale fetale Entwicklung bestätigen. Für die Schmerztherapie gilt wie für jede andere Arzneibehandlung, daß Frauen im reproduktionsfähigen Alter primär nur mit lange eingeführten bzw. gut erprobten Arzneimitteln behandelt werden dürfen (31). Neue Produkte sind strikt zu meiden, solange deren Vorzüge und Unbedenklichkeit nicht unzweifelhaft erwiesen sind.</b></p>
<p><b>Paracetamol:</b> Die ursprünglich in Fallberichten diskutierten Assoziationen von Paracetamol (> 60 Präparate auf dem deutschen Markt) mit Fehlbildungen ließen sich in mehreren epidemiologischen Untersuchungen nicht bestätigen. Ein teratogenes Risiko ist offenbar nicht gegeben (34). Das gilt auch für Suizidversuche mit einer Paracetamol-Überdosis, wie eine Untersuchung an 300 Schwangeren ergab (19). Nur wenn die auch bei Schwangeren indizierte Antidotbehandlung mit Acetylcystein (> 30 Präparate auf dem deutschen Markt) unterbleibt oder wirkungslos ist, so daß es zur Leberschädigung bei der Mutter kommt, ist auch beim Feten mit einer Leberschädigung zu rechnen (36). Experimentelle Untersuchungen &#8211; auch an peripheren Lymphozyten des Menschen &#8211; erbrachten Hinweise auf Genotoxizität von Paracetamol (9). Eine klinische Relevanz ist jedoch nicht erkennbar.</p>
<p><b>Azetylsalizylsäure (ASS): </b>Salizylate können bei einigen Tierspezies in hoher Dosis Fehlbildungen erzeugen. Einige Untersucher meinen, anhand der Ergebnisse z.T. sehr kleiner Fall-Kontroll-Studien auch beim Menschen teratogene Effekte zu entdecken, beispielsweise ein erhöhtes Gastroschisis-Risiko als Disruptionsfolge im Bereich der embryonalen Arteria omphalomesenterica (z.B. 18, 35). In anderen epidemiologischen Studien wurden entwicklungstoxische Effekte nicht beschrieben. Wenn überhaupt vorhanden, ist ein teratogenes Risiko dieses weit verbreiteten und alten Mittels minimal. Auch die frühkindliche Intelligenzentwicklung bis zum Alter von 4 Jahren war in einer Untersuchung an über 19000 Schwangeren, die im ersten oder zweiten Trimenon ASS erhalten hatten, nicht beeinträchtigt (13).</p>
<p>Suizidversuche mit einer Überdosis und toxischen Serumwerten bei der Mutter sind jedoch ein Risiko für den Feten, weil bei höheren Konzentrationen im fetalen Kreislauf bei ohnehin niedrigerem arteriellem pH-Wert die durch Salizylsäure verursachte metabolische Azidose schwerer verläuft als bei der Mutter. Dies kann zum Fruchttod führen, wenn die Mutter nicht rasch behandelt bzw. wenn das Kind bei fortgeschrittener Schwangerschaft nicht vorzeitig geboren wird (z.B. 26).</p>
<p>Die ”Low-dose”-Behandlung zur Prävention des Schwangerschaftshochdrucks und seiner Folgen, wie z.B. der intrauterinen Wachstumsverzögerung ist u.a. von der Collaborative Low-dose Aspirin Study in Pregnancy (5) an insgesamt 9000 Frauen untersucht worden. Im Gegensatz zu früheren Ansichten sind eindeutige Vorteile nur bei Schwangeren mit vor der 20. SSW beginnender Präeklampsie und mit pathologischer Vorgeschichte zu erwarten. In dieser Gruppe entwickelten sich sowohl der mütterliche Blutdruck als auch das kindliche Wachstum günstiger, und zwar ab einer täglichen Dosis von 80 mg und bei einem frühzeitigen Therapiebeginn vor der 16. SSW (z.B. 8).</p>
<p>Da Prostaglandinsynthese-Hemmstoffe die Kontraktilität des Uterus vermindern, können Salizylate die Dauer der Schwangerschaft und den Geburtsvorgang durch Herabsetzen der Wehentätigkeit verlängern. Früher hat man deshalb Salizylate zur Tokolyse benutzt. Unter der Geburt wurde außerdem ein stärkerer mütterlicher Blutverlust nach Salizylateinnahme beobachtet.</p>
<p>Durch Hemmung der Prostaglandinsynthese kann ab der 30. SSW auch ASS dosisabhängig (nicht bei ”Low-dose”-Therapie!) zu einem verfrühten Schluß des fetalen Ductus arteriosus Botalli führen.</p>
<p>Bei Frühgeborenen wurden vermehrt intrakranielle Blutungen beschrieben, wenn die Mutter innerhalb der letzten Schwangerschaftswoche ASS in analgetischer oder antiphlogistischer Dosis eingenommen hatte. Bei gesunden, reifen Neugeborenen wurden dagegen Hirnblutungen nicht häufiger beobachtet.</p>
<p>Eine neuere Untersuchung mit einigen wenigen exponierten Schwangeren fand eine leicht erhöhte Abortrate, wenn ASS um die Konzeption herum genommen wurde (16). Auch wenn die Rolle der Prostaglandine bei der Implantation und bei der Plazentaperfusion diesen Effekt erklären könnte, wurde die klinische Relevanz durch andere aussagefähige Studien bisher noch nicht belegt.</p>
<p>Prostaglandinantagonisten, wie auch ASS, können offenbar die Fertilität bei der Frau herabsetzen, indem nach normaler Follikelreifung kein Eisprung zustande kommt. Dieser nach längerer antiinflammatorischer Therapie verschiedener COX-1- und COX-2-Hemmer (27) beobachtete Effekt ist nicht nach Low-dose-ASS zu erwarten; eine solche Medikation scheint im Gegenteil die Implantations- bzw. Schwangerschaftsrate nach In-vito-Fertilisation zu verbessern (10).</p>
<p><b>Klassische nichtsteroidale Säureantiphlogistika/Antirheumatika (NSAID):</b> Substantielle Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen durch NSAID wie Ibuprofen, Diclofenac etc. liegen nicht vor, obwohl in einzelnen Publikationen u.a. Gastoschisis und Herzfehlbildungen, z.B. in Assoziation mit Ibuprofen, erörtert wurden (35).</p>
<p>Ibuprofen und Indometacin sind die am besten untersuchten NSAID. Indometacin wurde auch zur Behandlung des Polyhydramnion und bei vorzeitigen Wehen angewendet. Je reifer der Fetus, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sich sein Ductus arteriosus unter der antiphlogistischen Therapie schließt. Zwischen 30. und 32. Woche soll der fetale Kreislauf nur in 5-10% der Fälle ansprechen, mit 32 Wochen in 50% und ab der 34. Woche in 100%. Aus dem vorzeitigen Ductusverschluß kann sich ein pulmonaler Hypertonus beim Neugeborenen entwickeln (z.B. 24). Eine Kasuistik beschreibt ein reifes Kind, dessen Mutter 2 Wochen vor Entbindung wegen einer Thrombophlebitis außer Heparin 5 Tage lang täglich 75 mg Diclofenac erhalten hatte. Der pulmonale Hypertonus persistierte und mußte 22 Tage lang mit hohen Dosen NO per Inhalation behandelt werden. Ein offenbar ischämisch verursachter Trikuspidalklappenreflux blieb auch danach bestehen (37).</p>
<p>Eine Sulindac zunächst zugeschriebene bessere Verträglichkeit für den Feten aufgrund geringerer Plazentagängigkeit ließ sich in einer neueren Publikation nicht bestätigen (15).</p>
<p>Nach vorgeburtlicher Exposition mit NSAID wurden bei Neugeborenen gehäuft nekrotisierende Enterokolitiden beobachtet (z.B. 25). Auch die fetale und neonatale Nierenfunktion kann bis hin zur Anurie gehemmt werden, wenn im letzten Drittel der Schwangerschaft behandelt wurde. Diese bei Indometacin beobachteten Effekte werden auf Minderperfusion der Niere und anderer Organe und Anstieg des zirkulierenden Vasopressins zurückgeführt.</p>
<p>Schließlich wurden auch intrakranielle Blutungen besonders bei Frühgeborenen beschrieben, möglicherweise als Folge einer Hemmung der Thrombozytenaggregation. Indometacin wurde auch eine blutdrucksteigernde Wirkung bei Schwangeren mit Hypertonus und Betablocker-Therapie unterstellt (z.B. 32). Eine Antagonisierung der Prostaglandin vermittelten Vasodilatation bei Schwangeren wird als Ursache erörtert.</p>
<p>Es ist anzunehmen, daß die unter Indometacin beobachteten toxischen Wirkungen auch nach Gabe anderer NSAID auftreten können. Beim vorwiegend als COX-2-Hemmstoff wirkenden Nimesulid wurde in zwei Kasuistiken über (dialysepflichtiges) Nierenversagen beim Kind nach Behandlung der Mutter in der Spätschwangerschaft berichtet (2, 28). Zu den potentiellen Auswirkungen von NSAID auf Abortrate und Fertilität siehe unter ASS.</p>
<p><b>Selektive Zyklooxygenase-2(COX-2)-Inhibitoren:</b> Zu den COX-2-Inhibitoren Celecoxib (Celebrex<sup>®</sup>), Parecoxib (Dynastat<sup>®</sup>) und Rofecoxib (Vioxx<sup>®</sup>) liegen nur wenige Dutzend Schwangerschaftsverläufe vor, die bislang nicht auf spezifisch teratogene Effekte hindeuten. Allerdings reichen diese Zahlen nicht für eine Beurteilung des Risikos aus. Auch Tierversuche erbrachten bisher keine spezifischen teratogenen Wirkungen. Allerdings beobachtete man unter Celecoxib Zwerchfellhernien und Skelettanomalien bei Ratten, die als prostaglandinantagonistische Effekte interpretiert wurden. Die bei den klassischen NSAID und bei ASS beschriebenen fetotoxischen Wirkungen in der Spätschwangerschaft und Auswirkungen auf die Fertilität sowie die Abortrate sind auch bei den COX-2-Inhibitoren zu erwarten. Für Vorteile dieser Mittel bei Schwangeren gegenüber den klassischen NSAID gibt es keine Hinweise.</p>
<p><b>Pyrazolonverbindungen:</b> Auch Metamizol und Propyphenazon (Demex<sup>®</sup> u.a.) besitzen eine prostaglandinantagonistische Wirkung, die zu den unter ASS und anderen NSAID beschriebenen Effekten führen kann. Eine brasilianische Studie berichtet über eine von anderen Autoren bisher nicht bestätigte Assoziation zwischen Metamizoleinnahme durch die Mutter und vermehrtem Auftreten von Wilms-Tumoren bei den Kindern (33); eine andere Untersuchung diskutiert einen Zusammenhang mit Leukämie im Kindesalter (1). Teratogene Effekte wurden beim Menschen bisher nicht beobachtet. Die Datenlage bei diesen schon vor Jahrzehnten eingeführten Substanzen ist formal jedoch unzureichend.</p>
<p><b>Weitere Antiphlogistika/Antirheumatika:</b> Zu Sulfasalazin (Azulfidine<sup>®</sup> u.a.) gibt es trotz der jahrzehntelangen Verwendung und des breiten Indikationsspektrums keine Hinweise auf teratogene Effekte. Daher ist dieses Mittel in der gesamten Schwangerschaft Antiphlogistikum der Wahl bei Langzeittherapie.</p>
<p>Im Zusammenhang mit einer pränatalen Penicillamin-Exposition bei chronischer Polyarthritis, M. Wilson oder Zystinurie wurden fünf Fälle mit angeborener Cutis laxa, zum Teil mit Inguinalhernien und mit weiteren sehr unterschiedlichen und schweren Fehlbildungen wie Lippen-Gaumenspalte (Übersicht bei 4, 17) publiziert; diesen stehen rund 100 unauffällige Verläufe gegenüber (z.B. 20). Ob die in einigen Fällen reversiblen Störungen der Bindegewebsentwicklung durch Penicillamin bedingt sind, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Bisherige Erfahrungen zusammenfassend besteht beim Menschen, wenn überhaupt, nur ein geringes teratogenes Risiko.</p>
<p>Hydroxychloroquin kann ebenso wie Chloroquin in Dosen, wie sie zur Therapie chronisch-entzündlicher Prozesse erforderlich sind, abortiv wirken. Im Tierversuch konnte in der fetalen Retina und im ZNS eine Anreicherung von Chloroquin nachgewiesen werden. Immer wieder wird der Fall einer Mutter mit Lupus erythematodes zitiert, die unter Dauertherapie mit Chloroquin drei geschädigte und ein gesundes Kind zur Welt brachte. Zwei dieser Kinder hatten eine Cochleovestibularisparese, und bei einem Kind wurde im Alter von 5 Jahren ein Wilms-Tumor festgestellt (7). Andere Fallserien zur Hydroxychloroquin- bzw. Chloroquinbehandlung mit Dutzenden von Schwangeren mit rheumatischer Erkrankung oder systemischem Lupus erythematodes (SLE) geben keine Hinweise auf ein teratogenes Potenzial (z.B. 14).</p>
<p>Beim Menschen konnte, im Gegensatz zum Tierexperiment, kein nennenswertes teratogenes Potenzial von Goldverbindungen wie Auranofin (Ridaura<sup>®</sup>) oder Natriumaurothiomalat (Tauredon<sup>®</sup>) entdeckt werden. Kasuistiken und Fallsammlungen, u.a. von 119 im 1. Trimenon wegen Asthma bronchiale mit Gold behandelten japanischen Schwangeren, zeigten keine Häufung spezieller Störungen der Organentwicklung (Übersicht bei 4).</p>
<p>Phenylbutazon (Ambene<sup>®</sup>, Exrheudon<sup>®</sup>) wirkt im Tierversuch teratogen. Zur Beurteilung embryotoxischer Effekte beim Menschen liegen keine ausreichenden Daten vor; ein erhebliches teratogenes Potenzial ist unwahrscheinlich. Durch den Prostaglandinantagonismus können Phenylbutazonverbindungen ebenso wie ASS und andere NSAID ab der 30. SSW einen vorzeitigen Verschluß des Ductus arteriosus verursachen (Überblick bei 4).</p>
<p>Leflunomid (Arava<sup>®</sup>) hat tierexperimentell bei Ratten zu Anophthalmie bzw. Mikrophthalmie und Hydrozephalus bei Serumkonzentrationen geführt, die z.T. unter den therapeutischen Werten beim Menschen lagen. Allerdings zeigten sich gleichzeitig toxische Effekte bei den Muttertieren, so daß der teratogene Charakter der Schädigungen kontrovers diskutiert wird. Die Halbwertszeit des aktiven Metaboliten von Leflunomid beträgt 2 Wochen und länger. Ausreichende Erfahrungen beim Menschen liegen nicht vor (3). Eine mehrtägige Behandlung mit 3 mal 8 g Colestyramin (Quantalan<sup>®</sup> u.a.) zur Verkürzung der Eliminationshalbwertszeit auf etwa einen Tag wird vorgeschlagen, wenn der empfohlene zeitliche Abstand zu einer geplanten Schwangerschaft nicht eingehalten werden kann. Die dokumentierten Erfahrungen beim Menschen sind für eine differenzierte Risikobewertung unzureichend. Bisher gibt es keine Fallberichte, die einen teratogenen Effekt belegen.</p>
<p><b>Morphinabkömmlinge bzw. Opioide:</b> In den 70er Jahren gab es einige Veröffentlichungen, die dem Codein Fehlbildungen der Atemwege, Veränderungen am Herz-Kreislauf-System sowie Lippen-Kiefer-Gaumenspalten anlasteten. Dieser Verdacht bestätigte sich nicht (Übersicht bei 4). Eine Therapie bis zum Geburtstermin kann, wie bei allen Morphinabkömmlingen bzw. Opioiden, beim Neugeborenen postpartal zu Atemdepression und nach fortgesetzter Exposition oder bei Abusus zum Entzug führen.</p>
<p>Pethidin (Dolantin<sup>®</sup>) gehört zu den am besten untersuchten Spasmoanalgetika für die Geburtsphase. Die nach parenteraler Applikation beschriebene metabolische Azidose ist wahrscheinlich auf individuelle Überdosierung mit daraus resultierender hypotoner Kreislaufreaktion der Mutter zu erklären. Bei Neugeborenen können Atemdepression und Adaptationsstörungen mit neurophysiologischen Auffälligkeiten auftreten, die über die ersten Lebenstage hinausreichen. Der atemdepressive Effekt hängt vor allem vom Zeitintervall zwischen Injektion und Entbindung und von der Reife des Kindes ab. Frühgeborene sind gefährdeter. In einer Gruppe von 13 Erstgebärenden zeigte sich, daß Neugeborene in den ersten 45 Minuten schwächer saugten, wenn die Pethidin-Dosis innerhalb von 5 Stunden vor der Entbindung verabreicht wurde. Das Saugverhalten korrelierte mit der Konzentration von Pethidin im Serum der Neugeborenen (23).</p>
<p>Bei ausreichendem zeitlichem Abstand zur Entbindung scheint das Risiko einer neonatalen Atemdepression nach geburtshilflicher Anwendung von Fentanyl gering zu sein. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe fanden sich bei den Kindern von 137 behandelten Frauen keine Unterschiede bezüglich Atemdepression, Apgar-Score, Naloxon-Bedarf sowie verschiedener neurologischer Parameter bis 24 Stunden post partum (29). Die letzte Fentanyl-Dosis wurde in dieser Untersuchung im Mittel 112 Minuten vor der Entbindung gegeben. In einer anderen Publikation waren in einer Gruppe von 15 sub partu exponierten Neugeborenen ebenfalls weder Atemdepression noch neurologische Abweichungen in den ersten 24 Stunden nach der Geburt zu beobachten. Die Applikation erfolgte jeweils etwa 10 Minuten vor der Schnittentbindung (6). Patientenkontrollierte Analgesie mit Fentanyl i.v. unter der Geburt wird als gleich gut verträglich für das Neugeborene beschrieben wie eine Epiduralanästhesie (22).</p>
<p>Alfentanil (Rapifen<sup>®</sup>) scheint ähnlich gut verträglich für das Neugeborene zu sein wie Fentanyl. Berichte über teratogene Effekte liegen weder für Fentanyl noch Alfentanil vor, allerdings ist der Umfang an dokumentierten Erfahrungen zur Anwendung im ersten Trimenon unzureichend. Gleiches gilt für Remifentanil (Ultiva<sup>®</sup>) und Sufentanil (Sufenta<sup>®</sup>).</p>
<p><b>Spezielle Migränemittel:</b> Das gefäßtonisierende Dihydroergotamin (Dihydergot<sup>®</sup> u.a.) ist bei Migräne in manchen Fällen hilfreich, darf aber in den letzten Wochen vor der Geburt nur oral und bei Wehenbereitschaft überhaupt nicht verabreicht werden. Parenterale Applikationen von Ergotamin-Abkömmlingen, insbesondere von nichthydrierten Ergotalkaloiden wie Ergotamintartrat, sind kontraindiziert, weil sie Uteruskontraktionen und eine Perfusionsstörung der Plazenta verursachen und letztlich zur Fruchtschädigung oder zum Fruchttod führen können (Übersicht bei 4). Es sind Einzelfälle von Fehlbildungen durch Perfusionsstörungen (Disruptionsanomalien) und Totgeburten beobachtet worden (z.B. 11). Epidemiologische Studien zeigen bisher jedoch keinen eindeutigen Anstieg der Fehlbildungsrate (30). Andere Ergotamin-Abkömmlinge wie Lisurid (Cuvalit<sup>®</sup>, Dopergin<sup>®</sup>) und Methysergid (Deseril<sup>®</sup>) sind hinsichtlich ihrer Verträglichkeit in der Schwangerschaft unzureichend dokumentiert.</p>
<p>Über 1000 vom Hersteller und im Rahmen mehrerer Studien (z.B. 12) prospektiv erfaßter Schwangerschaften mit Sumatriptan-Exposition (Imigran<sup>®</sup>) vorwiegend im 1. Trimenon ergaben keine Hinweise auf ein teratogenes Potenzial beim Menschen.</p>
<p>Zu Naratriptan (Naramig<sup>®</sup>) und Rizatriptan (Maxalt<sup>®</sup>) wurden bisher nur wenige Dutzend im 1. Trimenon exponierte Schwangerschaften dokumentiert; auch hier ergaben sich bislang keine Auffälligkeiten bei den Kindern. Tierexperimentell wurden bei Naratriptan Skelett- und Gefäßanomalien bei Serumkonzentrationen beobachtet, die nur um das 2,5fache über den therapeutisch empfohlenen lagen. Die zu Almotriptan (Almogran<sup>®</sup>), Eletriptan (Relpax<sup>®</sup>), Frovatriptan (Allegro<sup>®</sup>), Naratriptan (Naramig<sup>®</sup>) und Zolmitriptan (Asco Top<sup>®</sup>) vorliegenden Daten sind für eine Risikobeurteilung unzureichend. Beim Versagen der besser erprobten Schmerzmittel darf Sumatriptan als am besten dokumentierter Vertreter dieser Arzneigruppe auch in der Schwangerschaft verordnet werden.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
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<li>Li, D.K., et al.: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12919986&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>327</b>, 368</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6288" target="_blank" rel="noopener"><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6345" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 87</a></a>.</li>
<li>Martinez-Frias, M.L., et al.: Am. J. Med. Genetics <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9508249&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>76</b>, 274</a>.</li>
<li>Martinez-Frias, M.L., et al.: Teratology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9408974&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>56</b>, 241</a>.</li>
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<li>Messner, U., et al: Z. Geburtsh. Neonatol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9654718&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>202</b>, 77</a>.</li>
<li>Nielsen, G.L., et al.: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11157526&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>322</b>, 266</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5630" target="_blank" rel="noopener"><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5624" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 30a</a></a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6288" target="_blank" rel="noopener"> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6345" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>3 </b>, 87</a></a>.</li>
<li>Nikkola, E.M., et al.: Can. J. Anaesth. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9429041&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>44</b>, 1248</a>.</li>
<li>Nissen, E., et al.: Acta Paediatr. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9055894&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>86</b>, 201</a>.</li>
<li>Norton, M.E.: Teratology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9408979&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>56</b>, 282</a>.</li>
<li>Ojala, R., et al.: Eur. J. Pediatr. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10664225&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>159</b>, 153</a>.</li>
<li>Palatnick, W., und Tenenbein, M.: Am. J. Perinatol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9475686&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>15</b>, 39</a>.</li>
<li>Pall, M., et al.: Human Reprod. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11425807&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>16</b>, 1323</a>.</li>
<li>Peruzzi, L., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10560684&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>354</b>, 1615</a>.</li>
<li>Rayburn, W., et al.: Am. J. Obstet. Gynecol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2750805&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1989, <b>161</b>, 202</a>.</li>
<li>Raymond, G.V.: Teratology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7482356&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>51</b>, 344</a>.</li>
<li>Schaefer, C., Spielmann, H.: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit. Urban &#038; Fischer, München, 6. Aufl., 2001.</li>
<li>Schoenfeld, A., et al.: Am. J. Obstet. Gynecol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2589441&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1989, <b>161</b>, 1204</a>.</li>
<li>Sharpe, C., und Franco, E.L.: Epidemiology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8862987&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>7</b>, 533</a>.</li>
<li>Thulstrup, A.M., et al. (EuroMap Study Group): Am. J. Perinatol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10614498&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>16</b>, 321</a>.</li>
<li>Torfs, C.P., et al.: Teratology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8948544&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>54</b>, 84</a>.</li>
<li>Wang, P.H., et al.: J. Reprod. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9219126&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>42</b>, 367</a>.</li>
<li>Zenker, M., et al.: J. Perinat. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9773385&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>26</b>, 231</a>.</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Leserbrief: Nochmals: Koanalgetika bei chronischen Schmerzen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-nochmals-koanalgetika-bei-chronischen-schmerzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jun 2002 10:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Analgetika]]></category>
		<category><![CDATA[Desipramin]]></category>
		<category><![CDATA[Fentanyl]]></category>
		<category><![CDATA[Imipramin]]></category>
		<category><![CDATA[Ketamin]]></category>
		<category><![CDATA[Koanalgetika]]></category>
		<category><![CDATA[Lamotrigin]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtselektive Monoamino-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Opiate]]></category>
		<category><![CDATA[Opioide]]></category>
		<category><![CDATA[Oxycodon]]></category>
		<category><![CDATA[Schmerztherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Trizyklische Antidepressiva]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dres. R.S. und L.R. aus Köln schreiben: >> In dem Artikel &#8222;Koanalgetika bei chronischen Schmerzen&#8220; (AMB 2001, 35, 89) wird zu Recht auf die Bedeutung der Koanalgetika bei chronischen tumor- und nicht-tumorbedingten Schmerzsyndromen hingewiesen. Dennoch werden einige Standpunkte vertreten, die nicht unwidersprochen bleiben können. So wird in der Einleitung behauptet, Opioide versagen besonders häufig bei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Dres. R.S. und L.R. aus Köln schreiben: >> In dem Artikel &#8222;Koanalgetika bei chronischen Schmerzen&#8220; (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5585" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <b>35</b>, 89</a>) wird zu Recht auf die Bedeutung der Koanalgetika bei chronischen tumor- und nicht-tumorbedingten Schmerzsyndromen hingewiesen. Dennoch werden einige Standpunkte vertreten, die nicht unwidersprochen bleiben können. So wird in der Einleitung behauptet, Opioide versagen besonders häufig bei neuropathischen Schmerzen. Neuropathischer Schmerz wird immer noch häufig als &#8222;therapierefraktär&#8220; oder &#8222;opioid-insensibel&#8220; bezeichnet, doch konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden, daß diese Behauptung nicht zutreffend ist. In einer prospektiven Longitudinalstudie mit 593 Tumorschmerz-Patienten konnte die Schmerzintensität von neuropathischen, gemischt neuropathisch-nozizeptiven und nozizeptiven Schmerzen mit einer Schmerztherapie gemäß den WHO-Empfehlungen statistisch signifikant reduziert werden. Dieses Ergebnis war nicht von der Art der eingesetzten Analgetika und Koanalgetika beeinflußt (6). Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Zenz et al. und Schulzeck et al. in retrospektiven bzw. prospektiven Untersuchungen an Patienten mit chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzsyndromen (9, 15). Dellemijn et al. sowie Watson und Babul legten randomisierte, doppeltblinde, plazebokontrollierte Studien vor, die die Effektivität von Fentanyl, Oxycodon bei neuropathischen Schmerzsyndromen belegen (4, 12). Für Morphin gibt es eine Untersuchung, die dessen Effektivität bei der Behandlung der postherpetischen Neuralgie nachweist (8). Auch in der Langzeitbehandlung neuropathischer Schmerzen erwies sich transdermales Fentanyl als effektiv (3).</p>
<p>In der Übersicht wird erwähnt, daß es ein allgemein anerkanntes erweitertes WHO-Stufenschema gebe. Eine Erweiterung über die allgemein bekannten 3 Stufen existiert jedoch nicht. In der ersten Auflage der Empfehlungen zur Therapie von Tumorschmerzen der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft wurde zwar ein solcher Versuch unternommen &#8211; der Stufe 3 folgte eine 4. Stufe (&#8222;Spinales Opioid oder subkutane Opioidinfusion&#8220;) &#8211; doch wurde diese Erweiterung in der 2., aktualisierten Auflage wieder fallengelassen (1, 2). Ebenso findet man ein erweitertes Stufenschema nicht in den Publikationen der WHO (13, 14). In diesem Zusammenhang von einem &#8222;allgemein anerkannten erweiterten WHO-Stufenschema&#8220; zu sprechen, ist falsch und irreführend.</p>
<p>Die Autoren beschreiben in ihrem Artikel verschiedene Koanalgetika und bewerten diese hinsichtlich ihrer Indikationen und ihres Stellenwerts in der Schmerztherapie. Diese Wertung ist jedoch in einigen Punkten durchaus diskussionsbedüftig. So ist z.B. der Stellenwert von Lamotrigin (es wird als häufig verwendetes Koanalgetikum bezeichnet) nicht unumstritten. Es liegen zu dieser Substanz hauptsächlich Einzelfallberichte vor. Die wenigen randomisierten kontrollierten Studien sind hinsichtlich der Effektivität bei verschiedenen Schmerzsyndromen widersprüchlich (5, 7, 11). Dies gilt auch für Substanzen wie Mexitil und Ketamin. Der Einsatz von NMDA-Antagonisten wie Ketamin ist darüber hinaus durch zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen, wie Sedierung und Halluzinationen, deutlich limitiert. Auch die in dem Artikel angegebene Reihenfolge des Einsatzes von Koanalgetika bei neuropathischen Schmerzen ist nicht unumstritten. Die Number needed to treat (NNT) für Mexitil in der Behandlung der schmerzhaften Polyneuropathie liegt bei 38, wohingegen die NNT für trizyklische Antidepressiva (TZA) bei 2,6, für selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer bei 6,7, für Carbamazepin bei <i>2,5 </i>und für Gabapentin bei 4,1 liegt (10).</p>
<p>Die Darstellung von Koanalgetika in der Therapie von chronischen Schmerzen im ARZNEIMITTELBRIEF ist jedoch wichtig, da der Stellenwert, die Indikationen und die daraus resultierenden Möglichkeiten einer Therapieoptimierung noch weitgehend unbekannt sind bzw. nicht im ausreichenden Maße angewandt werden. <<</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Arzneimittelkominission der Deutschen Ärzteschaft: Empfehlungen zur Therapie von Tumorschmerzen. 1996, 1. Auflage.</li>
<li>Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: Empfehlungen zur Therapie von Tumorschmerzen. 2000, 2. Auflage.</li>
<li>Dellemijn, P.L.I, et al.: J. Pain Symptom Manage. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9803049&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>16</b>, 220</a>.</li>
<li>Dellemijn, P.L.I, und Vanneste, J.A.L.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9074573&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>349</b>, 753</a>.</li>
<li>Eisenberg, E., et al.: Neurology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11502921&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>57</b>, 505</a>.</li>
<li>Grond, S., et al.: Pain <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9928771&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>79</b>, 15</a>.</li>
<li>McCleane, G.: Pain, <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10506679&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>83</b>, 105</a>.</li>
<li>Rowbotham, M.C., et al.: Neurology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1712433&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1991, <b>41</b>, 1024</a>.</li>
<li>Schulzeck, S., et al.: Anaesthesist <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8368476&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <b>42</b>, 545</a>.</li>
<li>Sindrup, S.H., und Jensen, T.S.: Neurology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11061244&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>55</b>, 915</a>.</li>
<li>Vestergaard, K., et al.: Neurology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11160953&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>56</b>, 184</a>.</li>
<li>Watson, C.P., und Babul, N.: Neurology<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9633737&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>50</b>, 1837</a>.</li>
<li>World Health Organisation: Cancer Pain Relief. 1986.</li>
<li>World Health Organisation: Cancer Pain Relief: with a guide to opioid availability. 1996, 2. Auflage.</li>
<li>Zenz, M., et al.: J. Pain Symptom Manage. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1573287&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1992, <b>7</b>, 69</a>.</li>
<li>Insbesondere betrifft dies die Frage der Opioidsensibilität neuropathischer Schmerzen. Bis vor wenigen Jahren hallte noch das Diktum von R.G. Twycross nach: &#8222;Nociceptive pain is opioidresponsive and neuropathic pain is not&#8220; (1). R.K. Portenoy hat später einschränkend darauf hingewiesen, daß &#8222;Opioid-therapy cannot be withheld &#8230; in neuropathic pain&#8220; (2). Eine neuere Metaanalyse (3) versuchte, die auswertbaren Opioid-Studien mit den Koanalgetika zusammenzustellen. Hier zeigten sich bei Opioiden (Tramadol, Oxycodon) NNT-Werte, die zwar schlechter als für TZA, Phenytoin und Carbamazepin waren, jedoch vergleichsweise besser als für andere Koanalgetika (z.B. Gabapentin). Leider sind die meisten Studien zu diesem Thema &#8222;Titrationsstudien&#8220;, wie auch die angesprochene Publikation im Lancet (4) mit nur 5 Stunden Beobachtungszeit. In der Nachbeobachtung (5) reduzierte sich die Zahl der &#8222;Opioidresponder&#8220; von 30 Patienten nach 12 Wochen auf 13 nach 30 Wochen und auf 9 nach 2 Jahren von ursprünglich 53 eingeschlossenen Patienten, was einer NNT von 5 entsprechen würde. Die andere als Beispiel angeführte Studie (6) hatte eine Beobachtungszeit von 4 Wochen (&#8222;Drop-out&#8220;-Rate > 25%). Zudem konnten einige, meist retrospektive Studien zeigen, daß bei Tumorpatienten Opioide immer dann weniger wirksam waren, wenn eine neuropathische Schmerzkomponente vorlag (Übersicht bei 7). Angesichts dieser Literaturlage erscheint es gerechtfertigt, einerseits davon zu sprechen, daß &#8222;Opioide generell bei starken chronischen Schmerzen die wirksamsten Analgetika sind&#8220; und es &#8222;keinen prinzipiell opioidresistenten Schmerz gibt&#8220;, daß andererseits Opioide aber bei bestimmten Schmerzarten &#8211; als <i>relative </i>Bewertung &#8211; &#8222;besonders häufig versagen&#8220;, so daß dann eine Indikation für Koanalgetika besteht.</li>
<li>Wir beziehen uns wegen des überwiegend deutschen Leserkreises auf einen Ausdruck, der im Lehrbuch der Schmerztherapie von Zenz (in Deutschland als Standardwerk geltend) verwendet wird. Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei hier noch einmal betont, daß es sich nicht um ein von der WHO erweitertes Stufenschema handelt, sondern um eine dem Lehrbuch entnommene Formulierung (8). Es handelt sich damit vielleicht nicht um eine allgemein in Deutschland <i>anerkannte, </i>aber zumindest <i>bekannte </i>Erweiterung des WHO-Stufenschemas. Aus didaktischen Gründen halten wir diese Erweiterung für außerordentlich nützlich, um den Stellenwert der medikamentösen im Kontext mit der invasiven Schmerztherapie deutlich zu machen.</li>
<li>Es ist richtig, daß der Stellenwert von Lamotrigin nicht unumstritten ist. Im Text wird explizit darauf hingewiesen, daß Lamotrigin wahrscheinlich keinen analgetischen Effekt hat. Daß es sich um ein &#8222;häufig verwendetes Koanalgetikum&#8220; &#8211; wie durch die Tabellenüberschrift suggeriert &#8211; handelt, wurde allerdings nicht aus objektiven Verordnungszahlen, sondern aufgrund anekdotischer Kenntnisse geschlossen. Hinsichtlich Mexiletin wurde ausdrücklich erwähnt, daß nur die genannte spezielle Indikation (&#8222;kardial gesunder Tumorpatient mit attackenförmigem neuropathischem Schmerz, wie z.B. bei lumbosakraler Plexopathie&#8220;) geeignet <i>scheint</i>.<i> </i>In der bereits weiter oben erwähnten Metaanalyse (3) war die NNT, bezogen auf neuropathische Schmerzen, <i>allgemein </i>10.</li>
<li>In einer ausführlichen Übersicht ist es nach unserer Ansicht gestattet, auch solche seltenen Therapieoptionen vorzustellen, da dies die Überweisung &#8222;therapieresistenter&#8220; Schmerzpatienten an spezialisierte Schmerztherapeuten motivieren könnte.</li>
<li>2 Mexiletin und TZA falsch gesetzt wurden: die TZA müssen hier als Koanalgetika der dritten Wahl angesehen werden. Die sonstige Reihenfolge ist selbstverständlich nur als Anhalt zu sehen und diskussionswürdig, da keine Evaluation existiert. Die von Sindrup, S.H. genannten NNT beziehen sich auf spezifische Krankheitsbilder (z.B. Polyneuropathie oder postzosterische Neuralgie), so daß eine direkte Übertragung auf die im Text verwendete symptomorientierte Einteilung der Koanalgetika nicht in vollem Umfange möglich wäre. <<</li>
<li>Twycross, R.G.: Cancer Surv. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2454742&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1988, <b>7</b>, 29</a>.</li>
<li>Portenoy, R.K.: J. Pain Symptom Manage. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8869456&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>11</b>, 203</a>.</li>
<li>Sindrup, S.H., et al.: Pain <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10568846&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <b>83</b>, 389</a>.</li>
<li>Dellemijn, P.L.I., und Vanneste, J.A.L.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9074573&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>349</b>, 753</a>.</li>
<li>Dellemijn, P.L.I., et al.: J. Pain Symptom Manage. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9803049&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>16</b>, 220</a>.</li>
<li>Watson, C.P., und Babul, N.: Neurology <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9633737&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>50</b>, 1837</a>.</li>
<li>Mercadante, S., und Protenoy, R.K.: J. Pain Symptom Manage. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11226765&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>21</b>, 144</a>.</li>
<li>Strumpf, M., und Zenz, M.: Erweitertes Stufenschema. In: Lehrbuch der Schmerztherapie. Hrsg.: Zenz, M., und Jurna, I. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2001. 2. Aufl., S. 485-486.</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Die 30 kostenintensivsten Arzneimittel in Berlin</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/die-30-kostenintensivsten-arzneimittel-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2001 11:04:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Oktober 2001 hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ihren Mitgliedern in Zusammenarbeit mit der AOK und allen Ersatzkassen eine Übersicht über die ärztlichen Verordnungen der 30 kostenintensivsten Arzneimittel des 1. Quartals 2001 zugeschickt. Insgesamt wurden für diese Verordnungen mehr als 30 Mio. DM ausgegeben (s. Tab. 1). Beigefügt sind einige sehr sachliche Kommentare, wie die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Oktober 2001 hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin ihren Mitgliedern in Zusammenarbeit mit der AOK und allen Ersatzkassen eine Übersicht über die ärztlichen Verordnungen der 30 kostenintensivsten Arzneimittel des 1. Quartals 2001 zugeschickt. Insgesamt wurden für diese Verordnungen mehr als 30 Mio. DM ausgegeben (s. Tab. 1). Beigefügt sind einige sehr sachliche Kommentare, wie die Kosten gesenkt werden können: durch strengere Indikationstellung (z.B. Statine, Erythropoietin), Verordnung von Generika (z.B. Metoprolol, Omeprazol) sowie von reimportierten Arzneimitteln (z.B. Amlodipin, Pantoprazol u.a.) und Verzicht auf neue, teurere Arzneimittel mit fraglichen Vorteilen gegenüber bewährten (z.B. Esomeprazol versus Omeprazol, Glimepirid versus anderen Sulfonylharnstoffen). Begründet sind diese Kommentare durch Zitate aus vorwiegend deutschsprachigen freien Arzneimittel-Informationsblättern, speziell auch dem ARZNEIMITTELBRIEF. Bei Durchsicht der Tabelle wundert man sich, wie oft Möglichkeiten einer preiswerteren Alternative ungenutzt bleiben.</p>
<p>Aufschlußreich ist auch die prozentuale Verteilung der Kosten (s.a. Tab. 1). So mußten für Cholesterinsynthese-Hemmer (Statine) 21%, für Insuline (darunter die teureren Neuerungen; der neue und teurere Sulfonylharnstoff Glimepirid nicht eingerechnet) 15,3%, für Anti-HIV-Medikamente 11,3%, für Erythropoietin 10,4% und für Protonenpumpen-Inhibitoren 9,6% aufgewendet werden. Die Arzneimittel für die Behandlung von Herzinsuffizienz/Hypertonie hatten einen Anteil von 17,2%. Wahrscheinlich ist diese Liste nicht repräsentativ für andere Regionen in Deutschland. Dennoch ist es vielleicht für unsere Leser interessant zu sehen, wo niedergelassene Ärzte einer Großstadt die Schwerpunkte der Arzneimitteltherapie sehen und wie sie verordnen.<br /><B></B></p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2001/12/Abbildung-2001-95-1.gif" alt="Abbildung 2001-95-1.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Morphin und alternative Opioide zur Behandlung von Tumorschmerzen: Empfehlungen der European Association for Palliative Care (EAPC)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2001 10:06:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Expertengruppe der EAPC hat die 1996 erstmals publizierten Richtlinien für die Anwendung von Morphin und weiteren stark wirkenden Opioiden zur Behandlung von Tumorschmerzen überarbeitet und aktualisiert (1, 2; vgl. AMB 1996, 30, 85). Wir haben die 20 Empfehlungen für unsere Leser übersetzt und im folgenden leicht gekürzt zusammengefaßt. Für jede Empfehlung wird der Grad [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Expertengruppe der EAPC hat die 1996 erstmals publizierten Richtlinien für die Anwendung von Morphin und weiteren stark wirkenden Opioiden zur Behandlung von Tumorschmerzen überarbeitet und aktualisiert (1, 2; vgl. AMB 1996, <B>30</B>, 85). Wir haben die 20 Empfehlungen für unsere Leser übersetzt und im folgenden leicht gekürzt zusammengefaßt. Für jede Empfehlung wird der Grad der Evidenz angegeben, wobei <B>A</B> (entsprechend Evidenz-Kategorien Ia und Ib) das Vorliegen zumindest einer randomisierten kontrollierten klinischen Studie und <B>B</B> (IIa, IIb, III) qualitativ einwandfreie klinische Studien (nicht randomisiert) zur jeweiligen Empfehlung erfordern. Grad <B>C</B> der Evidenz (IV) bedeutet, daß aussagekräftige klinische Studien nicht vorliegen und die Empfehlungen auf dem Konsens von Experten-Komittees oder auf Meinungen bzw. klinischen Erfahrungen anerkannter Experten in der Tumorschmerz-Therapie beruhen.</p>
<p>Aktualisierte auf Evidenz gestützte Empfehlungen zur Behandlung von Tumorschmerzen sind kürzlich auch von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft herausgegeben worden und im Internet abzurufen (3).</p>
<p>1. Opioid der ersten Wahl zur Behandlung mäßig starker bis starker Tumorschmerzen ist Morphin (C).<br />2. Der optimale Verabreichungsweg von Morphin ist per os. Idealerweise werden zwei Zubereitungen benötigt: eine schnell wirkende für die Titration der Dosis und eine retardierte für die Dauerbehandlung (C).<br />3. Die einfachste Methode für das Titrieren der Dosis ist die Gabe von nicht retardiertem Morphin alle 4 Stunden und die Gabe der gleichen Dosis bei Durchbruchschmerzen. Die Dosis zur Behandlung der Durchbruchschmerzen kann so oft wie nötig (bis zu stündlich) wiederholt werden. Die verabreichte Tages-Gesamtdosis von Morphin sollte täglich überprüft werden (C).<br />4. Wenn die Schmerzen regelmäßig vor der nächsten regulären Dosis auftreten, sollte die reguläre Dosis erhöht werden. Schnell wirkendes Morphin sollte nicht häufiger als alle 4 Stunden und retardiertes Morphin nicht häufiger als alle 12-24 Stunden gegeben werden (A).<br />5. Wird die Behandlung mit einem retardierten Morphin-Präparat begonnen, sollte die reguläre Dosis nicht früher als nach 48 Stunden geändert werden (C).<br />6. Durch Verdoppelung der Dosis vor dem Zubettgehen kann bei Patienten, die schnell wirkendes Morphin alle 4 Stunden erhalten, ein Aufwachen wegen erneuter Schmerzen wirksam verhindert werden (C).<br />7. Verschiedene retardierte Morphin-Zubereitungen sind erhältlich. Es gibt keine Hinweise dafür, daß die 12-Stunden-Zubereitungen (Tabletten, Kapseln oder Flüssigkeiten) sich bezüglich Wirkdauer und analgetischer Potenz signifikant unterscheiden (A).<br />8. Bei Patienten, die nicht in der Lage sind, Morphin oral einzunehmen, bietet sich die s.c. Injektion an. Für die i.m. Injektion von Morphin zur Behandlung chronischer Schmerzen gibt es im Allgemeinen keine Indikation, da die s.c. Injektion einfacher und weniger schmerzhaft ist (C).<br />9. Die relative analgetische Potenz von Morphin oral zu s.c. liegt zwischen 1:2 und 1:3 (C).<br />10. Für Patienten, die Morphin kontinuierlich parenteral benötigen, bietet sich die s.c. Infusion an (C).<br />11. Eine i.v. Gabe von Morphin kommt in Betracht (C):<br />a. wenn bereits ein i.v. Zugang vorhanden ist<br />b. bei generalisiertem Ödem<br />c. wenn sich nach s.c. Gabe Erytheme oder sterile Abszesse entwickeln<br />d. bei Koagulopathien<br />e. bei schlechter peripherer Zirkulation<br />12. Die relative analgetische Potenz von Morphin oral zu i.v. liegt zwischen 1:2 und 1:3 (A).<br />13. Die bukkale, sublinguale oder inhalative Gabe von Morphin kann zur Zeit nicht empfohlen werden, da ein klinischer Vorteil im Vergleich zu den üblichen Verabreichungswegen nicht evident ist (B).<br />14. Orales transmukosales Fentanyl-Zitrat (in Deutschland noch nicht erhältlich) ist wirksam bei Patienten mit Durchbruchschmerzen, die stabile Dosen von oralem Morphin oder eines alternativen Opioids der dritten Stufe benötigen (A).<br />15. Die Schmerztherapie mit Opioiden ist als erfolgreich anzusehen, wenn eine ausreichende Analgesie ohne starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) erreicht wird. Durch Beachten der WHO- bzw. der EAPC-Empfehlungen kann bei den meisten Patienten mit chronischen Tumorschmerzen ein befriedigendes Ergebnis erreicht werden. Bei wenigen Patienten ist dies allerdings nur durch alternative Opioide, spinale Gabe von Analgetika oder alternative (nicht-medikamentöse) Methoden zur Schmerzbehandlung zu erreichen (B).<br />16. Bei wenigen Patienten treten nach oraler Gabe von Morphin nicht tolerierbare UAW auf, noch bevor eine angemessene Linderung der Schmerzen einsetzt. Bei diesen Patienten sollte ein Umstieg auf ein anderes Opioid oder eine Änderung der Applikationsform überlegt werden (B).<br />17. Hydromorphon (Palladon) oder Oxycodon (Oxygesic) sind wirksame Alternativen zu oralem Morphin, falls sie sowohl als schnell wirkende als auch in Retard-Formulierungen zur Verfügung stehen (A). Anmerkung der Redaktion: Beide Wirkstoffe sind in Deutschland nur in retardierter Form verfügbar.<br />18. Methadon (z.B. Methaddict, L-Polamidon) ist eine wirksame Alternative, jedoch schwieriger anzuwenden als andere Opioide wegen ausgeprägter interindividueller Unterschiede in der Plasmahalbwertzeit, der relativen analgetischen Potenz und der Wirkdauer. Von der Verwendung von Methadon durch nicht-spezialisierte Ärzte wird abgeraten (C).<br />19. Transdermales Fentanyl (Durogesic) ist eine wirksame Alternative zu oralem Morphin, wird aber vorzugsweise solchen Patienten gegeben, die stabile Opioid-Dosen benötigen (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5657" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <B>35</B>, 56</a>). Bei Patienten, die Morphin nicht einnehmen können, sind fentanylhaltige Pflaster eine Alternative zu s.c. Infusionen (B).<br />20. Die spinale (epidurale, intrathekale) Gabe von Opioiden in Kombination mit Lokalanästhetika oder Clonidin sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen trotz optimaler Anwendung systemischer Opioide und Nicht-Opioide keine adäquate analgetische Wirkung erreicht werden kann oder die unter nicht-tolerierbaren UAW leiden (B).</p>
<p><B>Literatur<br /></B><br />1. Expert Working Group of the European Association for Palliative Care: Br. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8608293&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>312</B>, 823</a>.<br />2. Hanks, G.W., et al.: Br. J. Cancer <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11237376&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <B>84</B>, 587</a>.<br />3. Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: Tumorschmerzen, 2. Auflage, 2000 (<a href="http://www.akdae.de" target="_blank" rel="noopener">www.akdae.de</a>). </p>
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		<title>Vergleich von transdermalem Fentanyl mit oralem Morphin bei starken, nicht durch maligne Erkrankungen verursachten Schmerzen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/vergleich-von-transdermalem-fentanyl-mit-oralem-morphin-bei-starken-nicht-durch-maligne-erkrankungen-verursachten-schmerzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jul 2001 10:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Schmerztherapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Morphin und Morphin-Derivate sind (auch in Kombination mit anderen Analgetika) die Therapie der Wahl bei Schmerzen, die durch maligne Erkrankungen verursacht werden. Aber auch Schmerzen anderer Art können eine Langzeittherapie mit Morphin oder Morphin-Derivaten erforderlich machen. Orales Morphinsulfat ist auch bei solchen Erkrankungen die Standardtherapie, jedoch wird transdermal applizierbares Fentanyl (gut fettlösliches Opioid) zunehmend verwendet. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Morphin und Morphin-Derivate sind (auch in Kombination mit anderen Analgetika) die Therapie der Wahl bei Schmerzen, die durch maligne Erkrankungen verursacht werden. Aber auch Schmerzen anderer Art können eine Langzeittherapie mit Morphin oder Morphin-Derivaten erforderlich machen. Orales Morphinsulfat ist auch bei solchen Erkrankungen die Standardtherapie, jedoch wird transdermal applizierbares Fentanyl (gut fettlösliches Opioid) zunehmend verwendet. L. Allan et al. aus Großbritannien initiierten eine multizentrische multinationale Studie, in der bei 212 Patienten mit starken, dauerhaften, überwiegend vom Skelettsystem ausgehenden Schmerzen (Rückenschmerzen, chronische Extremitätenschmerzen, posttraumatische oder verbrennungsbedingte Schmerzen) die Wirksamkeit und Nebenwirkungsrate von transdermal appliziertem Fentanyl mit der von oralem Morphinsulfat in einer offenen randomisierten Crossover-Studie verglichen wurde (Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11348910&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <B>322</B>, 1154</a>). Die Standardprüfungsdauer betrug 4 Wochen Morphinsulfat versus 4 Wochen Fentanyl und vice versa. Zunächst wurde die für die Schmerzfreiheit erforderliche Dosis an oralem Morphinsulfat austitriert. Fentanyl wurde in vom Hersteller empfohlenen äquipotenten Dosierungen verabreicht. Es standen Fentanyl-Pflaster mit 25, 50, 75 und 100 µg Wirkstoffabgabe/h und Morphinsulfat-Tabletten mit 10, 30, 60, 100 und 200 mg/Tablette zur Verfügung. Die Fentanyl-Pflaster wurden in der Regel alle 72 h erneuert.</p>
<p><B>Ergebnisse:</B> Bei der Endbefragung bevorzugten 65% der Patienten Fentanyl und 28% Morphin, während 7% unentschieden waren. 35% der Patienten bezeichneten die Schmerzkontrolle mit Fentanyl als gut oder sehr gut, 23% bei Behandlung mit Morphin. Allerdings brauchten Patienten unter Fentanyl-Behandlung statistisch signifikant etwas häufiger Zusatzanalgetika als unter Morphin. Über Obstipation wurde deutlich häufiger unter Morphin (48%) als unter Fentanyl (29%) geklagt. 41% der Patienten hatten zeitweise mäßige oder deutliche Probleme mit Hautreaktionen durch das Fentanyl-Pflaster, so daß insgesamt mehr Patienten unter Fentanyl (10%) als unter Morphin (5%) die Studie abbrachen.</p>
<p>Die Autoren betonen, daß die Wahl des Opioids zur längerfristigen Schmerztherapie individuell getroffen werden muß, ebenso wie die Ermittlung der ausreichenden Dosis. Insgesamt schien in dieser Studie jedoch hinsichtlich Schmerzkontrolle und Lebensqualität das transdermal verabreichte Fentanyl dem oral verabreichten Morphinsulfat überlegen zu sein.</p>
<p><B>Fazit:</B> Auch zur Behandlung von nicht durch Krebs verursachten starken chronischen Schmerzen sind bei unzureichender Wirkung anderer Maßnahmen Opioide Medikamente der Wahl. Transdermal verabreichtes Fentanyl wurde in der hier vorgestellten Studie von den meisten Patienten günstiger beurteilt als oral verabreichtes Morphinsulfat; es ist allerdings deutlich teurer. Leider sind die mittleren benötigten und die äquipotenten Dosen von Morphin/Fentanyl nicht angegeben. </p>
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