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	<title>Grippeimpfung Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Intradermale Grippe-Vakzinierung spart Impfstoff im Vergleich mit intramuskulärer Injektion</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/intradermale-grippe-vakzinierung-spart-impfstoff-im-vergleich-mit-intramuskulaerer-injektion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2005 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grippeimpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Grippeschutzimpfung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den USA konnten kürzlich fast 50 Millionen Dosen Grippeimpfstoff wegen Kontamination bei der Herstellung nicht für die Anwendung freigegeben werden, weshalb im Ausland, auch in Deutschland, Impfstoff eingekauft werden muß. Im N. Engl. J. Med. erschienen jetzt zwei Artikel, die zeigen, daß man bei intradermaler Injektion des trivalenten Grippeimpfstoffs möglicherweise bis zu 80% der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den USA konnten kürzlich fast 50 Millionen Dosen Grippeimpfstoff wegen Kontamination bei der Herstellung nicht für die Anwendung freigegeben werden, weshalb im Ausland, auch in Deutschland, Impfstoff eingekauft werden muß. Im N. Engl. J. Med. erschienen jetzt zwei Artikel, die zeigen, daß man bei intradermaler Injektion des trivalenten Grippeimpfstoffs möglicherweise bis zu 80% der Impfstoffmenge einsparen kann.</p>
<p>Belshe et al. aus St. Louis (1) immunisierten je 119 Personen ab 18 Jahre entweder mit 0,5 ml der Vakzine (15 µg Hämagglutinin) i.m. bzw. mit 0,2 ml (6 µg Hämagglutinin) intradermal. Personen zwischen 18 und 60 Jahren Alter hatten nach beiden Injektionsarten eine starke Immunantwort gegen Antigene aller drei Virustypen mit Titeranstiegen auf mindestens 1:40. Ältere Probanden reagierten annähernd gleich gut nach beiden Injektionsarten mit der Bildung von Antikörpern gegen Virustyp A (H1N1) und B (Hong Kong) und etwas schwächer nach intradermaler als nach intramuskulärer Injektion gegen Typ A (H3N2).</p>
<p>Kenney et al. aus Gaithersburg, USA (2), immunisierten randomisiert 100 gesunde Erwachsene im Alter von 18-40 Jahren entweder mit 0,5 ml Impfstoff (mindestens 15 µg Hämagglutinin) intramuskulär oder mit 0,1 ml Impfstoff (3 µg Hämagglutinin) intradermal, beides in der Region des M. deltoideus. Nach 21 und 42 Tagen waren die Antikörper-Titer gegen Typ A (H1N1 und H3N2) tendenziell nach intradermaler Injektion gleich oder etwas stärker angestiegen als nach i.m. Injektion, während die Immunantwort gegen den Stamm B nach i.m. Injektion etwas stärker war als nach intradermaler Gabe. Insgesamt wurden die Applikationswege, gemessen an der Immunantwort, als gleichwertig bezeichnet. Vor einer breiten klinischen Anwendung seien aber Präventionsstudien zur Grippe erforderlich.</p>
<p>La Montagne und Fauci vom National Institute of Health in Bethesda (3) kommentieren diese Befunde sehr erfreut und halten es für wahrscheinlich, daß insbesondere junge Erwachsene im Gesundheitsdienst, für die eine Grippeimpfung empfohlen wird, mit der intradermalen Methode immunisiert werden könnten. Aber auch alte Menschen, deren Immunsystem nicht immer so prompt auf Impfungen reagiert, die aber in viel größerer Zahl eine Grippeimpfung benötigen, könnten bei Knappheit des Impfstoffs von einer intradermalen Impfung profitieren. Alle Autoren halten es für wahrscheinlich, daß die Überlegenheit der intradermalen verglichen mit der i.m. Impfung auf dem Vorhandensein zahlreicher kutaner dendritischer Zellen beruht, die die aktivsten Antigen-präsentierenden Zellen des Immunsystems seien. In beiden Studien waren allerdings die lokalen Beschwerden nach intradermaler Injektion stärker als nach i.m.-Gabe. Diese UAW wurde jedoch nicht als gravierend beurteilt.</p>
<p><b>Fazit:</b> Not macht erfinderisch. Auch wenn man die quasi gleichen Anstiege der Antikörper-Titer nach Injektion einer kleineren Menge Grippeimpfstoff intradermal verglichen mit einer größeren Menge i.m. zunächst als „Surrogat-Parameter” werten muß, ist es wahrscheinlich, daß sich mit der intradermalen Impfung sehr viel Vakzine einsparen läßt.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Belshe, R.B., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15525713&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>351</b>, 2286</a>.</li>
<li>Kenney, R.T., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15525714&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>351</b>, 2295</a>.</li>
<li>La Montagne, J.R., und Fauci, A.S.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15525715&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>351</b>, 2330</a>.</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Leserbrief: Wert der Grippe-Schutzimpfung</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-wert-der-grippe-schutzimpfung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Sep 2003 10:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grippeimpfung]]></category>
		<category><![CDATA[Grippeschutzimpfung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fragen von Frau Dr. S.M. aus Varel: 60 Jahre) außerhalb von Pflegeheimen wird in 30-70% eine Hospitalisierung wegen Pneumonie und Influenza verhindert. Bei Bewohnern solcher Heime werden in 50-60% Hospitalisierungen und in 80% der Tod verhindert, wobei diese Daten aus der US-Zusammenfassung des Jahres 1999 bei (5) zitiert werden. Nebenwirkungen der Impfung sind im Allgemeinen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Fragen</b> von Frau Dr. S.M. aus Varel: << Gibt es Untersuchungen zur Effektivität der Grippe-Schutzimpfung bei ansonsten gesunden und jüngeren (< 60 Jahre) Beschäftigten, z.B. in Fabriken? Können hiermit in nennenswertem Umfang Kosten durch Krankheitsausfall vermieden werden? Wie häufig sind dagegen Ausfälle durch Nebenwirkungen der Impfung? Wie häufig sind Nebenwirkungen der Impfung? Gibt es Untersuchungen zu Kosten/Nutzen? Provokativ: Oder handelt es sich hierbei um eine Marketing-Maßnahme der Krankenkassen? Können Sie mir zu diesen Fragen Literatur bzw. Internet-Adressen angeben? <<</p>
<p><b>Antwort</b>: >> Im Kapitel ”Infektionsschutz als Aufgabe der Arbeitsmedizin” des dreibändigen Lose-Blatt-Handbuchs ”Infektiologie” wird die Influenza-Impfung in der Arbeitsmedizin als ”regelmäßiges Angebot bzw. bei drohender Epidemie für alle Beschäftigten” empfohlen (3).</p>
<p>Die Wirksamkeit der Impfung ist wesentlich von Alter und Immunkompetenz des Impflings abhängig. Bei jüngeren Erwachsenen (< 60 Jahre) ist ein Schutz von 70-90% zu erwarten (4). Auch bei den nicht vor einer Infektion gänzlich geschützten Impflingen verläuft eine Influenza-Erkrankung deutlich milder. Bei älteren Personen (> 60 Jahre) außerhalb von Pflegeheimen wird in 30-70% eine Hospitalisierung wegen Pneumonie und Influenza verhindert. Bei Bewohnern solcher Heime werden in 50-60% Hospitalisierungen und in 80% der Tod verhindert, wobei diese Daten aus der US-Zusammenfassung des Jahres 1999 bei (5) zitiert werden.</p>
<p>Nebenwirkungen der Impfung sind im Allgemeinen milde. Bei bis zu 10% der Impflinge kann es zu schmerzhaften Rötungen, bisweilen auch Verhärtungen an der Impfstelle kommen (7, 8). Systemische Erscheinungen wie Fieber, Myalgie, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl, die evtl. eine kurzdauernde Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen, werden nach den heute meist verwendeten Spaltimpfstoffen nur in Einzelfällen beobachtet.</p>
<p>Einige Daten zur arbeitsmedizinischen Auswirkung der Influenza findet man in der rückläufigen Auswertung der Influenza-Epidemie 1996/97 (6). Während dieser Epidemie erkrankten etwa fünf Millionen Bundesbürger an Infektionen mit Influenzaviren; 15000 Hospitalisierungen wurden darauf zurückgeführt. Für einen norddeutschen Betrieb konnte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) anhand der Daten 1995/96 der Betriebskrankenkasse nachweisen, daß ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeiten auf akute Atemwegserkrankungen zurückzuführen waren; davon entfielen 23% auf Influenza und Pneumonien. Betrachtet man allein die Wintersaison 1995/96, so stieg der Anteil an akuten respiratorischen Erkrankungen in diesem Zeitrum sogar auf knapp 50%. Die mutmaßlich durch Influenza verursachten Arbeitsfehltage beliefen sich nach Angaben von J. Hallauer in dem untersuchten Betrieb (3389 Versicherte) auf 1446 Tage (11,6%). Hieraus läßt sich die Bedeutung einer präepidemischen Influenza-Impfung von Arbeitnehmern ableiten. Zumindest stünde die vermutlich äußerst geringe Zahl impfungsbedingter Fehltage aufgrund von Nebenwirkungen in keinem Verhältnis zu den vielen krankheitsbedingten Fehltagen während einer Epidemie. Dementsprechend ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission mit der folgenden Formulierung als eine wichtige antiepidemische Maßnahme auch in allen Betrieben zu verstehen: ”Wenn Epidemien auftreten oder auf Grund epidemiologischer Beobachtungen befürchtet werden, sollte entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden gegen Influenza geimpft werden” (2).</p>
<p>Personal in Gesundheitseinrichtungen gilt als Risikogruppe und ist für eine jährlich vorzunehmende Influenza-Impfung in den STIKO-Empfehlungen gesondert ausgewiesen (1, 2). Hierbei handelt es sich fast durchweg um Erwachsene im jüngeren und mittleren Alter (< 60 Jahre), deren Akzeptanz regelmäßiger Influenza-Impfungen in Deutschland jedoch höchst unbefriedigend sei, wie Hallauer auf einer Pressekonferenz ”Aktueller Stand der Grippeimpfung und Pandemieplanung in Deutschland” am 2.10.2001 in Dresden konstatierte. ”Obwohl die Influenza-Impfung wegen der Gefährdung der anvertrauten Patienten und zwecks Sicherung der Funktionsfähigkeit von Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen laut STIKO höchste Priorität besitzt, waren im Herbst 2000 nur 8,8% der Beschäftigten in Krankenhäusern geimpft”, stellte Hallauer fest (5). In diesem Zusammenhang ist eine kontrollierte Studie aus Schottland mit 1437 Patienten von Interesse, die Impfraten von 33% und deren medizinisches Personal lediglich Impfraten von 4,8% hatten. Nach einer Impfkampagne konnten die Impfraten bei den Patienten auf 48% und beim Personal auf 50,9% gesteigert werden. Die Letalität ging im Beobachtungszeitraum von November 1996 bis März 1997 gegenüber den Kontrollen drastisch zurück, nämlich von 22,4% auf 13,6% (10). Impfstoff-Zulassungen durch das Paul-Ehrlich-Institut, Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission und die regelmäßigen Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts über das Infektionsgeschehen in Deutschland einschließlich der Influenza (z.B. 9, 11, 12) orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und sind als unabhängig von Marktinteressen der Impfstoff herstellenden Firmen einzuschätzen. <<</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut: Epid. Bull. Nr. 28, 2001.</li>
<li>Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut: Epid. Bull. Nr. 28, 2002.</li>
<li>Hofmann, F.: Infektionsschutz als Aufgabe der Arbeitsmedizin. Kapitel II-3 in: Infektiologie &#8211; Diagnostik, Therapie, Prophylaxe. Handbuch und Atlas für Klinik und Praxis (Hrsg. F. Hofmann). 11. Erg. Lfg. 12/94. Ecomed Verlag, Landsberg/Lech 1991.</li>
<li>Kollaritsch, H., und Wiedermann, G. (Hrsg.): Leitfaden für Schutzimpfungen. Springer, Wien, New York 2000.</li>
<li>Pharmaforum: Influenza-Schutzimpfung &#8211; Ärzte denken zu wenig an sich selbst. MMW-Fortsch. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11770378&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>143</b>, 57</a>.</li>
<li>Rauh, S.: Influenza &#8211; warten auf die nächste Pandemie? Info-Telegramm Nr. 32 vom 20. November 1997. Fortschr. der Medizin, Urban &#038; Vogel. Ausgabe 32/97.</li>
<li>Schmitt, H.-J., Hülße, C., Raue, W. (Hrsg.): Schutzimpfungen 2002. INFOMED, Berlin 2002.</li>
<li>Spiess, H. (Hrsg.): Impfkompendium. Thieme, Stuttgart, New York 1999.</li>
<li>Vorbereitung auf die Influenza-Saison 2002/2003. Influenza-Schutzimpfung im Rahmen einer Aktion angeboten. Epid. Bull. Nr. 38, 2002.</li>
<li>Wiehl, M.: Influenza-Impfung. Davor drücken sich auch die Kollegen. Jahrespressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft Influenza am 31.8.2001 in Berlin. MMW-Fortschr. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11715873&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>143</b>, 14</a>.</li>
<li>Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut: Epid. Bull. Nr. 17, 2002.</li>
<li>Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut: Epid. Bull. Nr. 10, 2003.</li>
<li>rki.de/GESUND/IMPFEN/STIKO&#8220;><a href="http://http://www.rki.de/GESUND/IMPFEN/STIKO" target="_blank" rel="noopener">http://www.rki.de/GESUND/IMPFEN/STIKO</a></a></li>
<li>pei.de/fluimpf.htm&#8220;><a href="http://http://www.pei.de/fluimpf.htm" target="_blank" rel="noopener">http://www.pei.de/fluimpf.htm</a></a></li>
<li>ksw.ch/mederklgrippe.htm&#8220;><a href="http://http://www.ksw.ch/mederklgrippe.htm" target="_blank" rel="noopener">http://www.ksw.ch/mederklgrippe.htm</a></a></li>
<li>S. Department of Health and Human Services:</li>
<li>osophs.dhhs.gov/pubs/GUIDECPS/text/CH66.txt&#8220;><a href="http://http://odphp.osophs.dhhs.gov/pubs/GUIDECPS/text/CH66.txt" target="_blank" rel="noopener">http://odphp.osophs.dhhs.gov/pubs/GUIDECPS/text/CH66.txt</a></a></li>
</ol>
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			</item>
		<item>
		<title>Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/therapie-der-chronisch-obstruktiven-lungenerkrankung-copd-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2003 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bronchitis]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch obstruktive Lungenerkrankung]]></category>
		<category><![CDATA[Chronische Bronchitis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Teil 2: Sauerstofftherapie, nicht-pharmakologische Therapie und Prophylaxe Zusammenfassung: Die Sauerstofftherapie ist bei akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) der COPD und als Langzeittherapie bei bestehender Hypoxämie &#8211; ein nachgewiesener Therapieeffekt vorausgesetzt &#8211; indiziert. Bei richtiger Indikation senkt die Langzeit-Sauerstofftherapie die Letalität. Patienten mit respiratorischer Insuffizienz können nicht-invasiv (d.h. über spezielle Masken) oder invasiv (nach trachealer Intubation) beatmet werden. [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Teil 2: Sauerstofftherapie, nicht-pharmakologische Therapie und Prophylaxe</b></p>
<p><b>Zusammenfassung: Die Sauerstofftherapie ist bei akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) der COPD und als Langzeittherapie bei bestehender Hypoxämie &#8211; ein nachgewiesener Therapieeffekt vorausgesetzt &#8211; indiziert. Bei richtiger Indikation senkt die Langzeit-Sauerstofftherapie die Letalität. Patienten mit respiratorischer Insuffizienz können nicht-invasiv (d.h. über spezielle Masken) oder invasiv (nach trachealer Intubation) beatmet werden. Die operativen Verfahren (Volumenresektions-Operation, Lungentransplantation) bleiben ausgewählten Patienten mit Lungenemphysem vorbehalten. Die pneumologische Rehabilitation ist mittlerweile in die Behandlungsstrategie bei COPD-Patienten integriert. Bei Rauchern führt eine dauerhafte Entwöhnung zu einer klinisch bedeutsamen Reduktion des progredienten Verlusts der Lungenfunktion. N-Acetylcystein verringert die Zahl der Exazerbationen. Impfungen (gegen Influenza, Pneumokokken) reduzieren die Morbidität der Patienten mit COPD. </b>(Thema eines Vortrags vor der Berliner Medizinischen Gesellschaft im Oktober 2002).</p>
<p><b>Einleitung:</b> Die Pharmakotherapie der COPD wurde im Teil 1 (s. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6255" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 9</a>) ausführlich besprochen. In diesem Teil 2 werden die Langzeit-Sauerstofftherapie, palliative sowie nicht-pharmakologische therapeutische Maßnahmen und die Prophylaxe dargestellt.</p>
<p><b>Sauerstofftherapie:</b> Die Indikation für eine Sauerstofftherapie ergibt sich bei einer Hypoxämie, die sich nach adäquater Pharmakotherapie nicht bessert. Ein Therapieerfolg wird beim Erreichen eines PaO<sub>2</sub> > 60 mmHg (7,98 kPa) oder bei einer Sauerstoffsättigung > 90% angenommen (1, 2) Eine weitere Steigerung des PaO<sub>2</sub> ist wegen des Verlaufs der Sauerstoff-Bindungskurve nicht sinnvoll. Es muß zwischen der im Notfall notwendigen Sauerstofftherapie und der Langzeit-Sauerstofftherapie bei Patienten in stabiler Erkrankungsphase unterschieden werden.</p>
<p><b><i>Sauerstofftherapie bei Exazerbation der COPD:</i></b> Die Hypoxie macht neben der Pharmakotherapie und Allgemeinmaßnahmen eine Sauerstofftherapie erforderlich. Folgendes Vorgehen wird empfohlen:</p>
<p>O<sub>2</sub>-Applikation bei PaO<sub>2</sub> < 60 mmHg (7,98 kPa) und pH ≥ 7,35; Kontrolle der Blutgase 20 Minuten und 3 Stunden nach Therapiebeginn zum Ausschluß einer Hyperkapnie. Zielwert unter O<sub>2</sub>-Applikation: PaO<sub>2</sub> ≥ 60 mmHg (7,98 kPa). Falls PaO<sub>2</sub> < 60 mmHg (7,98 kPa) und pH < 7,35 (< 7,26 nach 4): Indikation vorzugsweise für nicht-invasive Beatmung oder Intubation und maschinelle Beatmung (s.u.). Ein pH-Abfall und/oder ein PaCO<sub>2</sub>-Anstieg ist eine Indikation zur Beatmungstherapie und mit einer verschlechterten Prognose assoziiert (3).</p>
<p><b><i>Langzeit-Sauerstofftherapie:</i></b> Pulmonale Erkrankungen mit Hypoxämie verschlechtern die &#8222;Lebensqualität&#8220;, vermindern die Leistungsfähigkeit und erhöhen Morbidität und Letalität. Ziel der Langzeit-Sauerstofftherapie ist es, diese vier Parameter zu verbessern. Die Langzeit-Sauerstofftherapie ist die einzige Therapieform bei COPD, bei der unter den u.g. Voraussetzungen (Patientenselektion, Anwendungsdauer) eine Lebensverlängerung gesichert ist (Evidenzgrad A). Eine Indikation für eine Langzeit-Sauerstofftherapie liegt vor:</p>
<p>· Wenn unter Ruhebedingungen bei behandelten Patienten in einer stabilen Erkrankungsphase eine chronische Hypoxämie, d.h. mindestens dreimal innerhalb von ca. 4 Wochen ein PaO<sub>2</sub> < 55 mmHg (7,3 kPa), nachgewiesen wurde (Evidenzgrad A). In zwei kontrollierten Studien führte die Langzeit-O<sub>2</sub>-Gabe unter den genannten Voraussetzungen, bei einer Therapiedauer von ≥ 15 bzw. ≥ 16 Stunden/d zu einer Abnahme der Letalität (4).</p>
<p>· Ferner besteht eine Indikation bei PaO<sub>2</sub>-Werten zwischen 56-60 mmHg (7,3-8 kPa), wenn gleichzeitig eine sekundäre Polyglobulie und/oder ein Cor pulmonale mit und ohne Rechtsherzinsuffizienz vorliegt (2, 5). Allerdings ist eine Abnahme der Letalität bei COPD-Patienten mit PaO<sub>2</sub>-Werten > 55 mmHg (7,3 kPa), auch bei Polyglobulie und/oder Cor pulmonale, durch diese Therapie nicht eindeutig belegt (s. Tab. 1).</p>
<p><b><i>Sauerstoffsysteme:</i></b> Folgende Sauerstoffsysteme stehen zur Verfügung:</p>
<p><i>Sauerstoffkonzentratoren:</i> Es handelt sich um stationäre, elektrisch betriebene Kompressoren. Nachteile: höhere Stromkosten für den Patienten; nur für weitgehend an die Wohnung gebundene Patienten geeignet. Vorteil: kostengünstigste Variante für die Krankenkassen.</p>
<p><i>Flüssigsauerstoffsysteme:</i> Sie bestehen aus einem Standgerät (Sauerstofftank), über das sich eine portable Einheit befüllen läßt. Vorteil: hohe Flexibilität für den Patienten, hohe O<sub>2</sub>-Flußraten möglich. Nachteil: hohe Betriebskosten durch die Notwendigkeit des Nachfüllens.</p>
<p><i>Sauerstoffflaschen:</i> Durch niedrige Kapazität nicht für den häuslichen Gebrauch geeignet. Kleine Flaschen sind als mobile Einheiten zur kurzfristigen Anwendung in Belastungssituationen geeignet.</p>
<p>Bei entsprechender Indikation soll, basierend auf den Ergebnissen der MRC- und NOTT-Studien, die tägliche Anwendungsdauer nicht unter 16 Stunden/d liegen (4). Zur Sicherstellung einer akkuraten FiO<sub>2</sub> ist die Verwendung von Nasensonden, Nasen-Rachen-Sonden, Gesichtsmasken oder der sog. Venturi-Maske möglich. Die Wahl richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten des Patienten (Tolerieren des Applikationssystems, anatomische Verhältnisse). Voraussetzung für die Sauerstofftherapie ist neben der Möglichkeit, den PaO<sub>2</sub> auf ≥ 60 mmHg zu steigern, daß der PaCO<sub>2</sub> nicht klinisch bedeutsam ansteigt (Müdigkeit und/oder Somnolenz) und daß der Patient eine gute Compliance hat.</p>
<p><b>Palliativtherapie bei Luftnot (27, 28):</b> Hyperventilation, Dyspnoe und Angst sind neurophysiologisch verwandte Symptome. Angst und Panikattacken sind mit Hyperventilation verbunden, und Luftnot führt zu Angst und Verzweiflung. Daher sind Anxiolytika im Finalstadium der COPD sicher angezeigt. Bei dieser Gelegenheit sollte mit dem Patienten und seiner Familie auch die Prognose besprochen werden, um eine Basis zu haben für die weitere Therapieplanung. Es empfiehlt sich, die Vorstellungen und Wünsche des Patienten zu dokumentieren, etwa in Form einer Vorsorgevollmacht. Das entlastet Krankenhausärzte bei ihren Therapieentscheidungen im Notfall. Hier gibt es große Informationsdefizite. Die Patienten haben keine Chance, an der Planung ihres durch Krankheit bestimmten Lebens teilzunehmen, wenn sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Es ist zu bedenken, daß die Prognose der COPD nach der ersten Dekompensation so schlecht ist wie bei einer Neoplasie.</p>
<p>Atemnot und Angst müssen daher fürsorglich, palliativ, behandelt werden. Folgende Medikamentengruppen kommen in Frage: Morphin und seine Derivate eignen sich gut zur Behandlung von Angst und Luftnot (Morphin 5-10 mg oder Codein 30-60 mg mehrfach am Tag). Schon am ersten Tag muß bei dieser Therapie die Prophylaxe der Obstipation beginnen. Benzodiazepine eignen sich wegen ihrer atemdepressorischen Wirkung weniger. Antidepressiva haben diese Nebenwirkung nicht und eignen sich daher zur Therapie der Angst auch in dieser Situation. Sowohl Imipramin (100-300 mg/d; Tofranil u.a.) als auch Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Sertralin 25-200 mg/d; Gladem, Zoloft) als auch Buspiron (15-60 mg/d; Anxut, Bespar, Busp) werden eingesetzt.</p>
<p><b>Beatmungsverfahren:</b> Bei respiratorisch insuffizienten Patienten mit zunehmender Hyperkapnie und Einschränkung der Vigilanz, die sich unter Pharmakotherapie einschließlich O<sub>2</sub>-Gaben nicht bessern, ist eine Beatmung erforderlich. Dabei wird die nicht-invasive Beatmung (NIPPV) von der trachealen Intubation mit Beatmung unterschieden.</p>
<p><b><i>Nicht-invasive Beatmung:</i></b> Teilentlastende Beatmungsformen, die mit Nasen- oder Mund-Nasen-Masken am wachen Patienten durchgeführt werden, haben mehrere positive Effekte:</p>
<p>· Besserung der respiratorischen Azidose</p>
<p>· Senkung des PaCO<sub>2</sub> mit Abnahme der Atemnot in den ersten 2-4 Stunden nach Beginn der Therapie</p>
<p>· Verkürzung des Aufenthalts auf der Intensivstation</p>
<p>· Vermeidung einer Intubation bei bis zu 80% der Patienten (6)</p>
<p>Die tägliche Beatmungsdauer &#8211; meist zwischen 8 und 14 Stunden &#8211; muß individuell je nach Symptomen, arteriellen Blutgaswerten und Inspirationsdrücken in darauf spezialisierten pneumologischen Zentren ermittelt werden. Ziel ist ein unter Spontanatmung nahezu normaler PaCO<sub>2</sub>. Sinnvollerweise wird die Beatmungstherapie nachts durchgeführt. Probleme ergeben sich im praktischen Alltag dadurch, daß die Patienten die Beatmung initial schlecht akzeptieren (7). Teilentlastende Beatmungsformen haben den Nachteil, daß sie die Atemmuskulatur nur partiell entlasten; deshalb werden sie nur in leichteren Fällen angewendet.</p>
<p>Patienten mit häuslicher Beatmung wegen COPD haben, bedingt durch die Selektion Schwerkranker, eine insgesamt schlechte Prognose mit einer Fünf-Jahres-Letalität von etwa 50-60% (8). In Kombination mit der Langzeit-Sauerstofftherapie führt die NIPPV zu einer Besserung der arteriellen Blutgase am Tage, der Schlafeffizienz und der &#8222;Lebensqualität&#8220; (Evidenzgrad B; 9). Bisher fehlt allerdings der Beweis, daß die NIPPV bei hyperkapnischen COPD-Patienten die Letalität senkt (6).</p>
<p><b><i>Invasive Beatmung:</i></b> Bei fortbestehender starker Dyspnoe mit progredienter Hyperkapnie (PaCO<sub>2</sub> > 50 mmHg), lebensbedrohlicher Störung des Säure-Basen-Haushalts (Azidose), zunehmender Einschränkung der Vigilanz und wenn die NIPPV nicht möglich ist oder nicht zum gewünschten Ergebnis führt, ist die tracheale Intubation und Beatmung erforderlich. Sie entlastet zwar die überlastete Atemmuskulatur, ist aber komplikationsreich durch:</p>
<p>· Ventilator-assoziierte Pneumonien (Beatmungspneumonie),</p>
<p>· Barotraumata/Volumentraumata,</p>
<p>· Verlängerung der notwendigen intensivmedizinischen Betreuung,</p>
<p>· erhöhte Letalität im Krankenhaus (17-30%),</p>
<p>· Entwöhnungsprobleme und Gefahr der Langzeitbeatmung (10)</p>
<p>Über möglichen Nutzen und mögliche Nachteile und Komplikationen der Beatmungsverfahren wird man den Patienten und seine Angehörigen sorgfältig informieren. Der Patient selbst muß die Behandlung gutheißen und wünschen. Das ist die unabdingbare Voraussetzung für eine richtige Indikation.(s.o. Palliativmaßnahmen).</p>
<p><b>Operative Verfahren:</b> <b><i>Lungenvolumen-Reduktions-Operation (LVR):</i></b><i> </i>Sie wird nur bei ausgewählten Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem durchgeführt. Dabei werden ca. 20-30% der stark emphysematös veränderten Lungenareale (unter Mißachtung der anatomischen Lungenlappen-Grenzen) reseziert mit dem Ziel, die Lungenüberblähung zu reduzieren, die Dyspnoe zu lindern und die Lungenfunktion zu bessern (11). Vor Abschluß laufender Studien zur Prüfung von Effektivität, Prognose und Kosten-Nutzen-Relation ist die LVR gegenwärtig noch als experimentelle palliative chirurgische Maßnahme anzusehen, zumal bei vielen Patienten im Verlauf von ca. 3 Jahren der ursprüngliche positive Effekt auf die Lungenfunktion wieder verloren geht (12).</p>
<p><b><i>Lungentransplantation:</i></b> Als Ultima ratio kann Patienten mit schwerem Lungenemphysem noch die Lungentransplantation (LTx) angeboten werden. Die einseitige Transplantation kommt nur bei COPD-Patienten ohne Bronchiektasen in Betracht. Strenge Auswahlkriterien vorausgesetzt, kann durch die LTx die &#8222;Lebensqualität&#8220; und die körperliche Belastbarkeit gebessert, nicht jedoch die statistische Lebenserwartung verlängert werden. Die mittlere Drei-Jahres-Überlebensrate ist mit ca. 60% niedrig (13). Klassische Erkrankungen für die LTx sind weniger die COPD, sondern vielmehr die Zystische Fibrose (Mukoviszidose), die Lungenfibrose und das Alpha1-Antitrypsin-Mangel-Emphysem jeweils in den schweren Formen.</p>
<p><b>Rehabilitation:</b> Die pulmonale Rehabilitation ist heute in alle Therapieempfehlungen für Patienten integriert, die sich trotz optimaler Pharmakotherapie klinisch und lungenfunktionell nicht oder nur unzureichend bessern. In Schulungsprogrammen wird der Therapieerfolg optimiert und die Compliance verbessert. Zudem stellen Rehabilitationsprogramme sicher, daß Patienten optimal auf operative Eingriffe vorbereitet werden bzw. daß nach einer Operation die Erholung beschleunigt und der Therapieerfolg zusätzlich verbessert und gesichert wird (14, 15). Neben einer Optimierung der Pharmakotherapie sind weitere Inhalte der Rehabilitation (15, 16):</p>
<p>· körperliches Training (Sporttherapie),</p>
<p>· Patientenschulung,</p>
<p>· Physiotherapie,</p>
<p>· Ernährungsberatung und ggf. Therapie,</p>
<p>· soziale Betreuung,</p>
<p>· psychosoziale Diagnostik und Therapie.</p>
<p>Die in der Rehabilitation gesicherten positiven Effekte sind in Tab. 3 zusammengefaßt.</p>
<p><b>Prophylaxe:</b> Die wichtigste prophylaktische Maßnahme ist die Reduktion inhalativer Noxen, speziell der Verzicht auf das Rauchen. Dies ist auch für die Reduktion inhalativer Noxen am Arbeitsplatz belegt (Evidenzgrad C). Darüber hinaus sollen Impfungen Exazerbationen durch Infekte verhindern helfen.</p>
<p><b><i>Tabakrauchentwöhnung:</i></b> Die einzige Maßnahme, mit der die Verschlechterung der Lungenfunktion (FEV<sub>1</sub>-Abfall) aufzuhalten ist, besteht in der Abstinenz vom Zigarettenkonsum (Evidenzgrad A), der meist zur COPD-Erkrankung geführt hat. Die Entwöhnungsbehandlung ist schwierig, da Rückfälle häufig sind (ca. 80% im ersten Jahr). Es stehen multimodale Programme zur Raucherentwöhnung (Evidenzgrad A) mit Verhaltenstherapie, sozialer Unterstützung und Pharmakotherapie zur Verfügung (17). Die Entwöhnungstherapie ist die bei weitem wirksamste Therapie und Prophylaxe. Alle Ärzte müssen sich nachdrücklich um jeden einzelnen Patienten kümmern (z.B. Nikotinersatztherapie; 29) und gemeinsam energisch alle Bemühungen unterstützen, das gesellschaftliche Umfeld entsprechend zu beeinflussen (31). Bisher ist die öffentliche Resonanz auf die Forderungen der Standesorganisationen erstaunlich gering.</p>
<p><b>Mukolytika: </b>Vor allem N-Acetylcystein (aber auch andere Substanzen) ist jetzt als wirksames Medikament zur Prophylaxe von Exazerbationen der COPD anerkannt (21, 26, 30), besonders bei Patienten mit ausgeprägt produktiver Bronchitis länger als zwei Monate im Jahr. Diese Prophylaxe ist preiswert und ihre Wirksamkeit in den Wintermonaten besonders gut belegt.</p>
<p><b><i>Influenza-Schutzimpfung:</i></b> Die Influenza-Schutzimpfung führt zu einer Reduktion von Morbidität und Sekundärkomplikationen (z.B. Pneumonien; Evidenzgrad A; 18, 19, 20). Sie muß jährlich erfolgen, vorzugsweise im September-November und muß die aktuell von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Antigenkombination berücksichtigen. Zu beachten ist ferner, daß mit zunehmendem Alter die Ansprechrate sinkt (Alter > 65 Jahre = Ansprechrate < 70%) und der Impfschutz auch kürzer ist (nur 3 statt 5 Monate).</p>
<p><b><i>Pneumokokken-Schutzimpfung:</i></b> Bisher ist es nicht gesichert, daß die Pneumokokken-Schutzimpfung Exazerbationen bei COPD vermindert, zumal Pneumokokkenpneumonien bei COPD-Patienten nicht häufiger sind. Die Impfung wirkt gegen die bakteriämisch-septische Form der Pneumokokkenpneumonie, die eine erhöhte Letalität hat. Ein positiver Effekt wird bei älteren Patienten mit und ohne COPD angenommen; deshalb wird die Pneumokokkenschutzimpfung zur Risikoreduktion bei allen COPD-Patienten empfohlen (Evidenzgrad D; 21, 22). Eine Schutzwirkung wird bei ca. 60% angenommen. Die Pneumokokken-Schutzimpfung kann parallel zur Influenza-Impfung an kontralateraler Stelle erfolgen. Eine Wiederimpfung ist bei Erwachsenen frühestens nach sechs Jahren, bei Immungeschwächten nach 2-3 Jahren nötig. Auch hier gilt, daß der Impferfolg mit zunehmendem Lebensalter abnimmt (22).</p>
<p><b>Literatur</b></p>
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<li>Nava, S., et al.: Ann. Intern. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9556465&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>128</b>, 721</a>.</li>
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<li>Welte, T.: Internist <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11277021&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <b>42</b>, 349</a>.</li>
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<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6138" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 15</a>.</li>
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6242" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 7</a>.</li>
<li>Medical Research Council Working Party: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=6110912&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1981, <b>I</b>, 681</a>.</li>
</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2003/03/Abbildung-2003-17-3.gif" alt="Abbildung 2003-17-3.gif" class="table-figure"></p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/therapie-der-chronisch-obstruktiven-lungenerkrankung-copd-2/">Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
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		<title>Guillain-Barré-Syndrom nach Grippeschutzimpfung</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/guillain-barre-syndrom-nach-grippeschutzimpfung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 1999 11:02:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch symmetrischen Reflexverlust und Lähmungen, die gewöhnlich an den unteren Extremitäten beginnen, aufsteigen und bis zur Atemlähmung führen können. In der Regel kommt es später zu einer kompletten oder fast kompletten Remission. Diesem potentiell bedrohlichen Syndrom liegt häufig eine Immunreaktion zugrunde, z.B. nach einer Infektion mit Viren oder Campylobacter jejuni. Aber [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Guillain-Barré-Syndrom ist gekennzeichnet durch symmetrischen Reflexverlust und Lähmungen, die gewöhnlich an den unteren Extremitäten beginnen, aufsteigen und bis zur Atemlähmung führen können. In der Regel kommt es später zu einer kompletten oder fast kompletten Remission. Diesem potentiell bedrohlichen Syndrom liegt häufig eine Immunreaktion zugrunde, z.B. nach einer Infektion mit Viren oder Campylobacter jejuni. Aber auch nach Tetanus- oder Polio-Vakzination kommt es vor. In den Jahren 1976/77 wurde es häufiger auch nach Influenza-Vakzination in den USA gesehen. In den letzten Jahren entstand der Eindruck, daß die Häufigkeit zunimmt. Eine umfassende epidemiologische Studie sollte jetzt Aufschluß darüber geben, ob der Eindruck einer zunehmenden Gefährlichkeit der Grippeschutzimpfung real ist (Lasky, T., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9854114&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>339</B>, 1797</a>).</p>
<p>In der Impfsaison 1992/93 und 1993/94 wurde die Zahl der Guillain-Barré-Syndrome in vier US-amerikanischen Staaten festgestellt. Telefonisch wurde dann erfragt, ob und wann diese Patienten zuvor eine Grippeschutzimpfung erhalten hatten. Darüber hinaus wurde nach einer telefonischen Befragung von etwa 1000 Einwohnern hochgerechnet, wie viele Einwohner insgesamt geimpft worden waren.</p>
<p>Im Beobachtungszeitraum wurden 298 Patienten mit Guillain-Barré-Syndrom identifiziert. 19 Patienten hatten eine Influenza-Vakzination innerhalb von sechs Wochen vor Ausbruch der Erkrankung erhalten. Daher wurde bei diesen ein kausaler Zusammenhang hergestellt. Bei 9 der 19 Patienten begann die Symptomatik in der zweiten Woche.</p>
<p>Im Herbst/Winter 1992/93 wurden 2,8 Mio. Menschen in den vier Staaten gegen Grippe geimpft und 1993/94 3,6 Mio. Das relative Risiko, nach der Vakzination ein Guillain-Barré-Syndrom zu erleiden, war in der Impfsaison 1992/93 2,0 und im Jahr 1993/94 1,5. Nimmt man beide Beobachtungsjahre zusammen, so war der Unterschied in der Häufigkeit zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften signifikant, auch wenn &#8211; in absoluten Zahlen ausgedrückt &#8211; der Unterschied nur darin besteht, daß durch etwa 1 Mio. Vakzinationen ein Guillain-Barré-Syndrom ausgelöst wurde; dies war gleichbleibend in den beiden beobachteten lmpfperioden.</p>
<p><B>Fazit:</B> Wie auch die Autoren eines Editonals im N. Engl. J. Med. (Ropper; A.H., und Victor, M.: N. Engl. J. Med <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9854122&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>339</B>, 1845</a>) im einzelnen ausführen, ist die Grippeschutzimpfung zwar als ein Risikofaktor für das Guillain-Barré-Syndrom anzusehen. Eine Kontraindikation gegen die Vakzination ist aber aus diesem Grund nicht abzuleiten, denn der Nutzen durch die Impfung, d.h. durch verhinderte Grippeinfektionen, ist viel größer. Daher ließen sich auch beide Verfasser des Editorials impfen.</p>
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		<title>Wichtige Indikations- und Reiseimpfungen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wichtige-indikations-und-reiseimpfungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 1998 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[AIDS]]></category>
		<category><![CDATA[Asplenie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammenfassung: Indikationsimpfungen werden zum Schutz vor speziellen lnfektionsgefährdungen (bei überdurchschnittlicher Exposition) vorgenommen. Rechtzeitige Impfungen bewahren Auslandsreisende vor Erkrankungen bzw. schweren Verläufen impfpräventabler Infektionen. Bestimmte Berufsgruppen benötigen Impfungen nicht nur zum Schutz der eigenen Person, sondern auch, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern. Wichtig ist ein Impfschutz gegen Hepatitis B bei ungünstigen, infektionsfördernden Lebensbedingungen. Nach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><B>Zusammenfassung: Indikationsimpfungen werden zum Schutz vor speziellen lnfektionsgefährdungen (bei überdurchschnittlicher Exposition) vorgenommen. Rechtzeitige Impfungen bewahren Auslandsreisende vor Erkrankungen bzw. schweren Verläufen impfpräventabler Infektionen. Bestimmte Berufsgruppen benötigen Impfungen nicht nur zum Schutz der eigenen Person, sondern auch, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern. Wichtig ist ein Impfschutz gegen Hepatitis B bei ungünstigen, infektionsfördernden Lebensbedingungen. Nach einer Verletzung ist die Tetanusimmunisierung eine streng indizierte Schutzmaßnahme.</p>
<p>Indikationsimpfungen sind auch bei überdurchschnittlicher Disposition angebracht. So ist ein kompletter Impfschutz bei Frauen vor einer Schwangerschaft wichtig, weil das werdende Kind durch die Mutter seinen immunologischen &#8222;Nestschutz&#8220; erhält. Ältere Menschen sollten gegen Infektionen geimpft werden, durch die sie lebensbedrohlich gefährdet werden können. Patienten mit einer lmmunschwäche, die stets infektionsgefährdet sind, sollten &#8211; ebenso wie ihre Kontaktpersonen &#8211; unbedingt einen aktuellen Impfschutz haben.<br /></B><br />Impfungen haben sich als erfolgreiche Präventivmaßnahme gegen Infektionskrankheiten weltweit bewährt. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen äußerst selten. Eine erfolgreiche Impfung erzeugt einen Schutz vor der Erkrankung an der jeweiligen Infektion oder zumindest vor einem schweren Krankheitsverlauf.</p>
<p>Während Standardimpfungen für jedermann empfohlen werden, dienen <I>Indikationsimpfungen </I>dem Schutz bestimmter Personen vor speziellen Infektionsgefährdungen. Dies gilt für Kinder und Erwachsene in gleicher Weise. Indikationsimpfungen sind für erhöhte Infektionsexposition oder -disposition vorgesehen (s. Tab. 1).</p>
<p><B>Indikationsimpfungen wegen überdurchschnittlicher Infektionsexposition.</B> <I>Reiseimpfungen: </I>Viele Deutsche erkranken nach einer Auslandsreise an Infektionen, gegen die sie sich durch eine Impfung wirksam hätten schützen können. Dabei steht die Hepatitis A mit fast 5000 Infektionen jährlich an oberster Stelle. Aber auch seltenere Infektionen bedeuten für den Erkrankten oft ein langes Krankenlager und vielleicht sogar Dauerschäden, die er hätte verhüten können.</p>
<p>Eine kompetente Impfberatung vor einer Auslandsreise setzt die Kenntnis über die aktuelle Situation am Reiseziel, über die Art der Reise (Hotel oder Touristik) und über den lmpfstatus des/der Reisenden voraus. In jedem Fall ist eine Auffrischimpfung gegen Tetanus (T), Diphtherie (d) und Polio (IPV) zu empfehlen, wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt.</p>
<p><I>Poliomyelitis: </I>Konsequente Impfungen haben dazu geführt, daß die Poliomyelitis seit Anfang der 90er Jahre aus dem gesamten amerikanischen Kontinent verschwunden ist und nur noch in einigen Regionen Afrikas und Asiens sporadisch oder endemisch auftritt. Für Reisende in Polio-Endemiegebiete empfiehlt sich eine Auffrischimpfung. Im Januar 1998 hat die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Impfstrategie für Deutschland von der Schluckimpfung mit oraler Polio-Vakzine (OPV) auf die Injektionsimpfung mit inaktivierter Polio-Vakzine (IPV) umgestellt (1). Dementsprechend werden auch Reiseimpfungen mit einmaliger Gabe von IPV vorgenommen, falls die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt; die Injektion erfolgt i.m.</p>
<p><I>Hepatitis B: </I>Die Hepatitis B gehört zu den am weitesten verbreiteten und gefährlichsten Virusinfektionen weltweit, jedoch mit regionalen Unterschieden; besonders häufig ist sie in Südostasien. Die lnzidenz der symptomatischen und asymptomatischen Hepatitis B bei Langzeitreisenden liegt zwischen 80 und 240 FälIen/100000 Reisende/Aufenthaltsmonat; bei Kurzzeitreisenden (< 4 Wochen) ist die lnzidenz zwei- bis zehnmal geringer (12). Sexuelle Kontakte mit Einwohnern vor Ort haben ein besonders hohes lnfektionsrisiko (4). Bei der sehr hohen Kontagiosität des Hepatitis-B-Virus genügt aber auch ein enger Körperkontakt mit einem Infizierten, bei dem die Erreger (z.B. mit dem Speichel) durch kleinste Haut- oder Schleimhautläsionen in die Kontaktpersonen eindringen können. Auch bei einer medizinischen Notfallversorgung oder einer zahnärztlichen Behandlung ist die lnfektionsgefährdung als überdurchschnittlich einzustufen. Dies belegt eine Studie an einer Gruppe von 360 Missionaren, die im Gesundheitsdienst tätig waren und die nach ihrem Einsatz zu > 25% infiziert waren, während zuvor nur 3% Hepatitis-B-Marker hatten (2).</p>
<p>Die Impfung erfolgt i.m. mit einem gentechnologisch gewonnenen Totimpfstoff zu den Zeitpunkten 0, nach 4 Wochen und nach 6 (bis 12) Monaten. Mit einem Impfschutz kann etwa 10 Tage nach der zweiten Dosis gerechnet werden. Die Verträglichkeit des Impfstoffs ist gut. Selten treten Beschwerden an der lnjektionsstelle auf. lmpfkomplikationen liegen im Promille-Bereich und werden als passagere Arthralgien, Arthritis oder neurologische Störungen (Polyneuritis, Guillain-Barré-Syndrom) beschrieben (10; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5968" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 56b</a>). Eine Antikörperkontrolle ist nur in bestimmten Fällen angezeigt, wenn es bei Erwachsenen auf eine sichere Aussage über den erzielten Impfschutz ankommt (z.B. bei medizinischem Personal). Liegt die Anti-HBs-Konzentration > 100 mlU/ml, ist ein Schutz von mindestens 10 Jahren wahrscheinlich. Eine Antikörperkonzentration < 10 mlU/ml wird als ungenügend eingestuft und erfordert eine sofortige Wiederholungsimpfung. Besteht eine Indikation für eine Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfung, kann ein Kombinationsimpfstoff verwendet werden.

<I>HepatitisA: </I>Das Hepatitis-A-Virus ist in allen subtropischen und tropischen Regionen der Erde weit verbreitet. Es wird von Infizierten in Stuhl und Urin ausgeschieden und findet sich in Abwässern sowie in verunreinigtem Meerwasser. Auf diese Weise gelangt es in Mollusken, Krebse und andere Meerestiere, die als Delikatessen beliebt sind. Die Übertragung erfolgt also fäkal-oral. Die allgemeine Regel für die Nahrungsaufnahme in tropischen Ländern &#8222;Cook it, peel it or forget it!&#8220; hat hier große praktische Bedeutung. Einheimische Bewohner dieser Erdregionen haben eine natürliche Immunität. Mehr als 90% von ihnen haben bereits als Kind eine Hepatitis-A-lnfektion durchgemacht und sind lebenslang immun. Bekanntlich verläuft die Erkrankung im Kindesalter leicht und meist anikterisch. In Deutschland war die Hepatitis A in der Kriegs- und Nachkriegszeit weit verbreitet. Hunderttausende Soldaten und Zivilisten erkrankten, so daß bei den > 50jährigen hierzulande mit einer natürlichen Immunität gerechnet werden kann. Jetzt ist die Hepatitis A in Mitteleuropa eine ausgesprochene Reisekrankheit. Mit zunehmendem Lebensalter verursacht die Hepatitis A stärkere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Ikterus, bisweilen auch Rezidive oder schwere, sehr selten tödliche Verläufe. Chronische Lebererkrankungen wie bei der Hepatitis B sind allerdings nach einer Hepatitis A nicht zu befürchten.</p>
<p>Die Hepatitis-A-lmpfung sollte bei allen Reisen in südliche oder östliche Länder mit geringerem Hygienestandard (Mittelmeerraum, Afrika, Asien, Südamerika) vorgenommen werden. Der Totimpfstoff wird i.m. in zwei Einzeldosen (2. Injektion nach 6 bis 12 Monaten) verabfolgt. Der Impfschutz setzt bereits ab der 2. Woche nach der ersten lmpfinjektion ein und hält nach der zweiten lmpfinjektion mindestens 10 Jahre an. Die Verträglichkeit der Impfung ist ausgesprochen gut. Impfkomplikationen wurden bisher nicht berichtet.</p>
<p><I>Gelbfieber: </I>Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen, die in den tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas, nicht aber in Asien heimisch sind. Die Infektion führt nicht selten zu schweren Schäden an inneren Organen (ZNS, Leber, Niere). Es fehlt eine kausale Therapie; zu tödlichen Verläufen durch Leber- und Nierenversagen kommt es bei > 20% der Erkrankten. Die Impfung mit einem Lebendimpfstoff ist die einzige effektive und gut verträgliche Möglichkeit eines Schutzes. In den meisten Ländern der genannten Regionen wird er nicht nur für Einreisende an der Landesgrenze gefordert, sondern auch für die einheimische Bevölkerung empfohlen und vorgenommen. Zur Impfung sind nur bestimmte Gelbfieber-lmpfstellen zugelassen. Sie sind über die zuständigen Gesundheitsämter zu erfahren.</p>
<p><I>Typhus: </I>Den Erreger des Typhus, Salmonella typhi, kann man sich unter schlechten hygienischen Verhältnissen jederzeit einfangen. Davon zeugen auch die zahllosen Typhuserkrankungen in Deutschland in den Jahren 1945 bis 1947. Nach untypischem Krankheitsbeginn kommt es meist zu einer längeren Fieberperiode mit Bewußtseinstrübung und Beteiligung innerer Organe (Darm, Leber, Gallenblase, Herz, Lunge, Knochenmark). Dauerausscheider von S. typhi dürfen nicht in der Lebensmittelherstellung oder -verarbeitung beschäftigt sein. Für die Impfung stehen zwei unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung: Ein oraler Lebendimpfstoff, der in einer Kapsel rund 1 Milliarde abgeschwächte Keime enthält. Insgesamt 3 Kapseln werden an den Tagen 1, 3 und 5 eingenommen. Der Impfschutz beginnt etwa 10 Tage nach der 3. Kapsel und hält vermutlich 1 bis 3 Jahre an. Außerdem gibt es einen parenteralen Totimpfstoff, der den Vorteil hat, auch bei lmmunschwäche eingesetzt werden zu können. Nach einer Injektion wird ein Impfschutz von 1 bis 3 Jahren erzielt.</p>
<p><I>Meningokokken: </I>Meningokokken kommen zwar bei ca. 5% gesunder Menschen (gesunde Keimträger) im Nasen-Rachen-Raum vor, können aber (besonders im jungen Kindesalter) zu Iebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Sehr gefürchet sind die eitrige Meningitis und Sepsis sowie das foudroyant verlaufende Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Ohne rechtzeitige Antibiotikatherapie haben diese Patienten keine Überlebenschance. Epidemisch treten Meningokokken-Erkrankungen in gewissen Abständen im sog. tropischen Meningokokken-Gürtel (südliche Sahara-Länder in Afrika, Indien, Nepal, Golfstaaten, Tropengürtel in Südamerika) auf. Auch in Mitteleuropa werden immer wieder Meningokokken-lnfektionen beobachtet, die allerdings nicht epidemisch, sondern sporadisch oder allenfalls endemisch auftreten.</p>
<p>Für die lmpfpraxis ist es bedeutungsvoll, daß gegen die in Deutschland meist auftretenden Meningokokken vom Serotyp B bisher kein Impfstoff zur Verfügung steht, während gegen die in den Tropen vorkommenden Serotypen A, C u.a. ein effektiver Totimpfstoff existiert. Eine einmalige Injektion bietet einen Schutz, der etwa 2 Wochen nach der Impfung einsetzt und ca. 5 Jahre anhält. Vorgeschrieben ist die Impfung für Pilger bei Einreise nach Saudi-Arabien (3).</p>
<p><I>Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): </I>FSME-Viren werden von Zecken (Ixodes ricinus = Holzbock) beherbergt, die in bewaldeten Flußniederungen der Donau und ihrer Nebenflüsse (beispielsweise in Württemberg, Bayern, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn), aber auch in Südschweden und osteuropäischen Ländern bis nach Sibirien anzutreffen sind. Die Zecken bedingen auch die saisonale Häufung der FSME in den Monaten April bis Oktober. Jährlich bereisen Millionen Touristen diese &#8222;Naturherde&#8220; (11). Selbstverständlich bedeutet nicht jeder Zeckenstich eine FSME-lnfektion und nicht jede Infektion eine Erkrankung. Doch wenn es zu einer Erkrankung mit ZNS-Beteiligung kommt, dann ist mit einem dramatischen Verlauf und sogar mit Defektheilung oder tödlichem Ausgang zu rechnen. In Deutschland werden jährlich etwa 150 bis 200 FSME-Erkrankungen gemeldet. Eine kausale Therapie steht nicht zur Verfügung. Nur eine Impfung bietet einen Schutz. Sie wird nicht nur als Reiseimpfung, sondern für Wald- und Forstarbeiter in den aktiven Naturherden auch als Impfung für Berufsgruppen angeboten.</p>
<p>Der Totimpfstoff wird i.m. in drei Teilinjektionen (initial, nach einem Monat und nach 12 Monaten) injiziert. Seine Schutzwirkung beginnt etwa 10 Tage nach der zweiten Injektion, die in dringenden Fällen auf 2 Wochen nach der ersten Injektion vorgezogen werden kann, und hält nach der 3. Injektion etwa 5 Jahre an. Als lmpfreaktion tritt relativ selten eine leichte Rötung an der lnjektionsstelle auf. lmpfkomplikationen werden in einer Häufigkeit von 1 auf 1 Million Impfungen als Neuritis oder Polyneuritis (Guillain-Barré-Syndrom) beschrieben (6, 7).</p>
<p><I>Tollwut:</I> Die Tollwut ist eine Infektionskrankheit mit 100%iger Letalität. Das Tollwut-Virus (Lyssavirus) wird durch Tierbiß (Fuchs, Rind, Reh, Katze, Hund) übertragen und befällt das Nervensystem. Der Tod tritt unter Muskelzuckungen, Atem- und Schluckstörungen bei vollem Bewußtsein ein. Da jede noch so intensive Behandlung aussichtslos ist, gilt es, bereits bei Tollwutverdacht mit der postexpositionellen Impfung zu beginnen. Reisende in Tollwutregionen (in Indien, Ostasien, Afrika, insbesondere in Entwicklungsländern sind streunende Straßenhunde häufig tollwutinfiziert) und bestimmte Berufsgruppen mit erhöhtem Tollwutrisiko (Tierärzte, Laborpersonal, Jäger, Waldarbeiter, Landwirte in Risikogebieten) sollten präexpositionell geimpft werden.</p>
<p>Der Totimpfstoff wird in 3 Einzeldosen im. an den Tagen 0, 28 und 56 (oder 0, 7, 21) injiziert. Boosterungen sind nach 1 Jahr, danach alle 2 bis 5 Jahre und nach einem Biß tollwutverdächtiger Tiere erforderlich.</p>
<p><I>Impfungen für Berufsgruppen: </I>Der enge Kontakt mit kontagiösen Patienten (Pflegeberufe) oder mit erregerhaltigem Untersuchungsmaterial (Laborberufe) verlangen zur eigenen Sicherheit einen aktuellen Impfschutz. Auch Berufstätige mit regelmäßigem Kinderkontakt (Kinderkrankenschwestern, Erzieherinnen, Lehrer) sollten sich durch lmpfungen schützen, sofern sie nicht bereits eine natürliche Immunität besitzen. Andererseits bedeutet jede lmmuniätslücke bei medizinischem Betreuungspersonal (Ärzte, Schwestern) eine potentielle lnfektionsgefährdung für empfängliche Patienten, wie z.B. bei AIDS- oder Krebspatienten. Auch deshalb sollten Vertreter aller medizinischen Berufe auf die Aktualisierung ihres Impfschutzes bedacht sein.</p>
<p>Die für die in der Praxis wichtigsten Indikationsimpfungen wegen eines beruflichen Risikos sind in der Tab. 2 zusammengestellt.</p>
<p><I>Impfungen wegen infektionsexponierender Lebensweise:</I> Personen mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr, insbesondere auch Homosexuelle und Sado-Masochisten, sowie Drogensüchtige, die von parenteralen Applikationen abhängig sind, bedürfen dringend und rechtzeitig eines lmpfschutzes gegen Hepatitis B.</p>
<p><I>Impfungen bei Unfällen: </I>Unfälle gehen häufig mit einer direkten oder indirekten lnfektionsgefährdung einher. Tetanussporen sind ubiquitär vorhanden. Auch die kleinste Verletzung kann zu einer Infektion führen, wenn sie mit sporenhaltiger Erde verschmutzt ist. Ebenfalls sollten Verbrühungen, Verbrennungen und jeder Tierbiß grundsätzlich als tetanusinfiziert betrachtet werden. Tab. 3 enthält die Empfehlungen zum Tetanusschutz nach Verletzungen.</p>
<p><B>Indikationsimpfung bei Personen mit überdurchschnittlicher lnfektionsdisposition.</B> <I>Impfungen bei Frauen mit Kinderwunsch: </I>Eine Frau mit Kinderwunsch ist gut beraten, wenn sie an den eigenen Impfschutz denkt. Sie überträgt nämlich damit gleichzeitig dem werdenden Kind eine &#8222;Leihimmunität&#8220; &#8211; den sog. &#8222;Nestschutz&#8220; &#8211; vor vielen prä- und perinatalen Infektionen für die ersten Lebensmonate. Deshalb sollte der Hausarzt seine jungen Patientinnen dahingehend beraten, daß sie sich vor einer Schwangerschaft den in Tab. 4 aufgeführten (Nach hol-) Impfungen unterziehen.</p>
<p><I>Impfungen bei älteren Personen (> 60 Jahre): </I>Im höheren Lebensalter gibt es lnfektionsgefährdungen, die teilweise auf dem Nachlassen der Immunfunktionen beruhen. Die praktischen Impfempfehlungen für dieses Alter berücksichtigen auch die altersbedingten Gefährdungen (Funktionsminderung von Herz, Kreislauf und Atemorganen) bzw. Verletzungen (z.B. als Hobbygärtner). Tab. 5 gibt Empfehlungen für die Impfung älterer Menschen.</p>
<p><I>Impfungen bei lmmunschwachen: </I>Patienten mit angeborener lmmunschwäche (z.B. schwerer kombinierter lmmundefekt) sind selten. Wesentlich häufiger wird eine lmmunschwäche im Rahmen einer HIV-Infektion, eines Antikörpermangels, eines Asplenie-Syndroms oder einer immunsuppressiven Therapie erworben. Diese Patienten sind überdurchschnittlich infektionsgefährdet und brauchen unbedingt den größtmöglichen Impfschutz. Ihre Immunantwort ist jedoch eingeschränkt. Deshalb ist es ratsam, den Impferfolg durch Antikörpertestung zu kontrollieren.</p>
<p>Lebendimpfstoffe sind bei allen Patienten mit lmmundefekt oder lmmunschwäche streng kontraindiziert. Totimpfstoffe wie Toxoidimpfstoffe, Hepatitis A und B, insbesondere auch diejenigen gegen Haemophilus influenzae b, Pneumokokken und Influenza sind nachweislich von Nutzen für diese Patienten. Ihre <I>Familienangehörigen und Pflegepersonen </I>sollten ebenfalls über einen kompletten Impfschutz verfügen. Dies gilt insbesondere auch für Masern, Mumps, Röteln und Varizellen, sofern nicht eine natürliche Immunität vorliegt.</p>
<p>Patienten mit <I>akuten oder chronischen Leukämien </I>können während ihrer Remission gegen Varizella geimpft werden, wenn sie seronegativ sind, obwohl es sich um einen attenuierten Lebendimpfstoff handelt (5).</p>
<p>Eine topische (dermale oder inhalative) <I>Kortikosteroid-Therapie </I>ist keine Kontraindikation gegen Impfungen, auch mit Lebendimpfstoffen. Lediglich eine hochdosierte systemische Behandlung (>2 mg/kg/d Prednison länger als 2 Wochen) sollte mindestens 14 Tage abgesetzt sein, bevor ein Lebendimpfstoff verabfolgt wird.</p>
<p>Patienten mit <I>M. Hodgkin </I>bedürfen vor allem eines Impfschutzes gegen Haemophilus influenzae b und Pneumokokken, ebenso auch Patienten nach <I>Milzexstirpation. </I>Am wirksamsten ist der Impfschutz, wenn der Impftermin mindestens 14 Tage vor einer (geplanten) Milzentfernung oder Bestrahlung bzw. Chemotherapie liegt.</p>
<p>Impfungen mit inaktivierten oder abgeschwächten Viren bzw. Lebendvakzinen sollten wegen der durch die meisten Zytostatika ausgelösten Immunsuppression frühestens 3 Monate nach der letzten <I>Zytostatikagabe </I>erfolgen. Eine aktive orale Immunisierung gegen Poliomyelitis muß bei Familienangehörigen, die in engem Kontakt mit dem Patienten leben, verschoben werden.</p>
<p><I>Transplantatempfänger von Knochenmark </I>sollten auf ihre Impfimmunität überprüft werden, da sie nicht immer die Immunität ihres Spenders ohne Verlust übernehmen. Eine Vakzinierung bzw. Revakzinierung wird für Totimpfstoffe (Toxoide, Pertussis, Haemophilus influenzae b, Pneumokokken) etwa 12 Monate nach Transplantation und für Lebendimpfstoffe (MMR, Varizella, niemals jedoch orale Polio-Vakzine!) etwa 24 Monate nach Transplantation empfohlen (5).</p>
<p>Patienten mit asymptomatischer <I>HIV-Infektion </I>sollen &#8211; entsprechend dem aktuellen Impfplan &#8211; Impfungen gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Haemophilus influenzae b, IPV und MMR erhalten. Darüber hinaus ist eine jährliche Impfung gegen Influenza sowie eine Impfung gegen Pneumokokken angezeigt. Liegt eine symptomatische HIV-Infektion vor, ist die Lebendimpfung mit MMR erst nach sorgfältiger Risikoabwägung vorzunehmen (8).</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Epidemiologisches Bulletin 15/98. Robert-Koch-Institut, Berlin.<br />2. Lange, W.R., et al.: Am. J. Trop. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2173432&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1990, <B>43</B>, 527</a>.<br />3. Markus, R.: Brandenburger Ärzteblatt 1997, <B>7</B>, 392.<br />4. Mulhall, B.R, et al.: Med. J. Aust. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8487717&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>158</B>, 530</a>.<br />5. Peter, Georges (Hrsg.): 1997 Red Book &#8211; Report of the Committee on lnfections Diseases. 24. Aufl.<br />6. Quast, U., Thilo, W., Fescharek, R.: lmpfreaktionen &#8211; Bewertung und Differentialdiagnose. Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1997, 2. Aufl.<br />7. Roggendorf, M.: Nebenwirkungen der Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis. In: Impfreaktionen &#8211; lmpfkomplikationen &#8211; 40 Jahre DVV (Hrsg.: G. Maass). Kilian-Verlag, Marburg 1995.<br />8. Scholz, H., Belohradsky, B.H., Kreth, W., Roos, R., Stehr, K. (Hrsg.): Handbuch &#8211; Infektionen bei Kindern und Jugendlichen (DGPI). Futuramed Verlag, München 1997.<br />9. Spiess, H. (Hrsg.): Impfkompendium. Thieme-Verlag, Stuttgart, New York 1994.<br />10. Stratton, K.R., Howe, C.J., Johnston, R.B. (Hrsg.): Adverse Events Associated with Childhood Vaccines &#8211; Evidence Bearing on Causality. National Academy Press, Washington, D.C. 1994.<br />11. Süss, J., Kahl, O. (Hrsg.): Tick-borne Encephalitis and Lyme Borreliosis. Pabst Science Publishers 1997.<br />12. Steffen, R.: Vaccine <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8387717&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>11</B>, 518</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/1998/09/Abbildung-1998-65-5.gif" alt="Abbildung 1998-65-5.gif" class="table-figure"></p>
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