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	<title>Hochdosis-Chemotherapie Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Nochmals: Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom. Der Betrugsfall Bezwoda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jul 2000 10:09:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bezwoda]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Publikation der ersten prospektiv randomisierten Studie zur Hochdosis-Chemotherapie (HDC) beim Mammakarzinom wurde Werner Bezwoda 1995 schlagartig international bekannt (1). Die Glaubwürdigkeit seiner im einflußreichen Journal of Clinical Oncology publizierten Studie stand dabei aber von Anfang an in Zweifel. Neben vielen Ungereimtheiten im Detail störten sich viele Onkologen vor allem daran, daß bei Bezwodas [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Publikation der ersten prospektiv randomisierten Studie zur Hochdosis-Chemotherapie (HDC) beim Mammakarzinom wurde Werner Bezwoda 1995 schlagartig international bekannt (1). Die Glaubwürdigkeit seiner im einflußreichen Journal of Clinical Oncology publizierten Studie stand dabei aber von Anfang an in Zweifel. Neben vielen Ungereimtheiten im Detail störten sich viele Onkologen vor allem daran, daß bei Bezwodas Studie die Standarddosis-Chemotherapie (SDC) zu unerwartet schlechten, die HDC dagegen zu unglaubhaft guten Ergebnissen führte. Seine Daten standen damit im klaren Widerspruch zur klinischen Erfahrung und zur seriösen Fachliteratur (2).</p>
<p>Anderen war die Veröffentlichung Bezwodas &#8211; trotz dieser Fragwürdigkeiten &#8211; sehr willkommen, da sie den Nutzen der HDC beim metastasierten Mammakarzinom endlich durch eine scheinbar sauber randomisierte Studie zu belegen schien. Aus diesem bei genauerer Betrachtung eher fragwürdigen Grund wurde Bezwoda zu einem der meist zitierten onkologischen Autoren der letzten Jahre und von der pharmazeutischen Industrie häufig als &#8222;Opinion leader&#8220; zu Satellitensymposien eingeladen.</p>
<p>Den Höhepunkt seiner Bekanntheit erreichte Bezwoda 1999 auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), auf der er eine zweite Studie, diesmal zur adjuvanten HDC beim Mammakarzinom, vorstellte (3). Auch diese Arbeit unterschied sich in wichtigen Aspekten von anderen Studien zum Thema: sie zeigte (wieder) fast als einzige einen Vorteil für die HDC, benutzte als einzige eine sogenannte &#8222;Upfront&#8220;-HDC ohne vorangegangene SDC, wurde als einzige monozentrisch durchgeführt und als einzige nur von einem Autor gezeichnet. Anders als 1995 hatte Bezwoda aber 1999 die privilegierte Rolle des Pioniers verloren, so daß seine Ergebnisse erstmals mit großen, sauber randomisierten multizentrischen Studien verglichen werden konnten. Angesichts des Widerspruchs zwischen seinen positiven und den negativen Ergebnissen der anderen HDC-Studien (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6108" target="_blank" rel="noopener">AMB 1999, <B>33</B>, 82</a>) entschloß man sich daher im amerikanischen National Cancer Institute (NCI), die Studie vor Ort von Experten auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Die erschütternden Ergebnisse dieses &#8222;On-site review&#8220;<I> </I>sind im Lancet nachzulesen und dokumentieren einen der wichtigsten Fälle von Wissenschaftsbetrug in der Geschichte der klinischen Onkologie (4-6). Die offensichtlich manipulierten Studien Bezwodas haben nun jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit verspielt und sind damit endlich jener Instrumentalisierung für medizinpolitische und wirtschaftliche Zwecke entzogen, für die sie &#8211; entgegen allen seit jeher bestehenden Bedenken &#8211; allzu lange benutzt wurden.</p>
<p>Die Aufdeckung dieser Affäre bietet aber zugleich eine Chance, aus der Diskussion um die HDC beim Mammakarzinom einige, längst fällige wissenschaftspolitische Konsequenzen zu ziehen. Zunächst sollten jene Studien, die auf Bezwodas Protokollen aufbauen, revidiert oder geschlossen werden (6). Neue Studien erscheinen zudem nicht gerechtfertigt, solange die Ergebnisse laufender größerer kontrollierter Studien nicht verfügbar sind (6). Mit dem Verlust eines ihrer wichtigsten Protagonisten steht dabei zuletzt auch die Rolle der HDC beim Mammakarzinom insgesamt mehr denn je in Frage (vgl. AMB 2000, <B>34</B>, 15). Darüber hinaus stellt sich die grundsätzliche &#8211; nicht auf die HDC oder Onkologie beschränkte &#8211; Frage, wie das interne und externe Review-System für klinische Studien und ihre Publikation verbessert werden kann (5-7). Denn Bezwoda hat in der klinischen Onkologie offenbar sowohl seine Kollegen vor Ort als auch externe Gutachter bei renommierten Fachzeitschriften jahrelang mit großem Erfolg hinters Licht geführt. Erforderlich sind eine deutliche Aufwertung des internen Reviews durch kompetenter besetzte Ethikkommissionen im deutschen bzw. im englischen Sprachraum (Institutional review boards = IRB) und des externen Reviews durch Stichproben-&#8222;Audits&#8220; sowie durch obligate Vorlage zumindest der wesentlichen Teile der Studienprotokolle, Originaldaten und Einverständniserklärungen. Auch über die Forderung, monozentrische Studien nur noch dann öffentlich zu fördern oder zur Publikation zu akzeptieren, wenn eine nach standardisierten Regeln vorgehende externe Begutachtung erfolgt ist, sollte nachgedacht werden (5).<br /><B><br />Literatur</p>
<p></B>1. Bezwoda, W.R., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7595697&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <B>13</B>, 2483</a>.<br />2. Eddy, D.M.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1285731&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1992, <B>10</B>, 657</a>.<br />3. Bezwoda, W.R.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <B>18</B>, 2a (Abstract #4).<br />4. Weiss, R.B.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10768448&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>355</B>, 999</a>.<br />5. Horton, R.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10768426&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>355</B>, 942</a>.<br />6. Bergh, J.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10768427&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <B>355</B>, 944</a>.<br />7. Richter, E.A.: Dt. Ärzteblatt 2000, <B>97</B>, B-649. </p>
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		<title>Leserbriefe: Briefe zu unseren Artikeln über Paclitaxel und zur Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Feb 2000 11:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu unseren beiden Hauptartikeln (AMB 1999, 33, 81 und 82), die sich kritisch mit dem Fehlen wesentlicher Elemente der Evidence-based medicine beim Einsatz von Paclitaxel und der Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom auseinandersetzen, haben wir erwartungsgemäß zahlreiche Zuschriften bekommen: zustimmende und ablehnende. Einige seien hier (gekürzt) wiedergegeben. Prof. Dr. U.K. aus Göttingen schreibt: >> &#8230; Die neueste [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu unseren beiden Hauptartikeln (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6107" target="_blank" rel="noopener">AMB 1999, <B>33</B>, 81</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6108" target="_blank" rel="noopener">82</a>), die sich kritisch mit dem Fehlen wesentlicher Elemente der Evidence-based medicine beim Einsatz von Paclitaxel und der Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom auseinandersetzen, haben wir erwartungsgemäß zahlreiche Zuschriften bekommen: zustimmende und ablehnende. Einige seien hier (gekürzt) wiedergegeben.</p>
<p>Prof. Dr. U.K. aus Göttingen schreibt: >> &#8230; Die neueste Ausgabe mit insbesondere den ersten beiden wohltuenden und ach so nötigen Artikeln zum Taxol und zur Hochdosistherapie beim Mammakarzinom, die vielleicht manchem, der damit angesprochen ist, nicht behagen mögen, möchte ich zum Anlaß nehmen &#8230; <<

Dr. V.M.H. aus T. schreibt: >> &#8230; Nachdem ich nun die Seiten 81-83 der Novemberausgabe 1999 gelesen habe, möchte ich Ihnen unbedingt ein dickes Lob und Dankeschön senden &#8230; Was der kleine Mediziner so ahnt, aber kaum belegen kann, steht hier geschrieben &#8230; Bitte schicken Sie der Gesundheitsministerin ein Exemplar des AMB zur Erbauung &#8230; Es ist unsäglich, was zunehmend auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird an Karrierebeschleunigung und wer da bezahlt werden möchte &#8230; sie leeren die Töpfe, die eigentlich für die Patienten gedacht sind &#8230; <<

Dr. G.E. aus Bremen schreibt: >> &#8230; Ich schätze die nüchtern-sachliche Art Ihrer Artikel sehr &#8230; insbesondere die Übersichtsartikel. Die beiden Artikel über Paditaxel und Hochdosis-Chemotherapie aber übertreffen alles bis dahin gewesene. Ich möchte Ihnen meinen Dank aussprechen für die immer sachliche, inzwischen aber mit (notwendigem) heiligem Zorn gewürzte Berichterstattung.</p>
<p>Dres. M.K. und W.K. aus Berlin schreiben: >> &#8230; Der nicht namentlich erwähnte Autor versucht, einige Hintergründe zur klinischen Prüfung der Rolle der Hochdosistherapie beim Mammakarzinom kritisch zu beleuchten. Er impliziert zugleich, daß von der Hochdosistherapie bei der Behandlung des Mammakarzinoms in der adjuvanten Hochrisikosituation und in der metastasierten Situation Abschied zu nehmen sei. Obwohl eingeräumt wird, daß es sich bei den zum diesjährigen Kongreß der American Society of Clinical Oncology veröffentlichten Abstracts um vorzeitige, nicht abgesicherte Schlußfolgerungen handelt, wird die Durchführung von Hochdosistherapien beim Mammakarzinom insgesamt unsachlich und stellenweise polemisch disqualifiziert. Doch darf uns die Tatsache, daß in den ersten Jahren nach den Veröffentlichungen von W.P. Peters zahlreiche Patientinnen außerhalb klinischer Phase-Ill-Studien behandelt wurden (wenn auch großenteils im Rahmen von Phase-Il-Studien), heute nicht davon abhalten, der dringenden Frage nach dem Stellenwert der adjuvanten Chemotherapie bei Hochrisikopatientinnen <I>lege artis, </I>d.h. im Rahmen prospektiv randomisierter Studien, weiter nachzugehen. Das gleiche trifft auf die Prüfung der Hochdosistherapie in der metastasierten Situation zu. Der emotional aufgeladene Artikel könnte jedoch genau das bewirken, was er beklagt, nämlich daß die Regeln der Evidence-based medicine nicht eingehalten werden, indem die zur Zeit in der Bundesrepublik aktivierten, multizentrischen Phase-Ill-Studien unterminiert werden und nicht zur Komplettierung gelangen. Der Schaden derartig unbedachter Äußerungen ist unabsehbar für die Patientinnen, die eventuell von der Hochdosistherapie profitieren könnten, ganz zu schweigen von dem Verlust der Chance, den Stellenwert der Hochdosistherapie beim Mammakarzinom abzuklären.</p>
<p>Daher bleibt nur der Aufruf an alle Kolleginnen und Kollegen, ihre Patientinnen mit Mammakarzinomen, die die entsprechenden Einschlußkriterien erfüllen, weiterhin im Rahmen der laufenden Studien zur Prüfung des Stellenwertes der Hochdosistherapie zu behandeln. Diese Einstellung entspricht dem gemeinsamen Positionspapier der beiden Arbeitsgemeinschaften Gynäkologische Onkologie und Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft sowie der Interpretation der beim diesjährigen ASCO-meeting vorgestellten Daten durch die ASCO selbst. <<

<B>Antwort:</B> >> Es war Ziel der beiden oben genannten Hauptartikel, unsere Leser auf die Mißachtung der Regeln der Evidence-based medicine bei der Einführung von Paclitaxel in die Onkologie und die Propagierung der Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom, insbesondere außerhalb kontrollierter klinischer Studien, aufmerksam zu machen. Die zahlreichen positiven Antworten unserer Leser verdeutlichen, daß dieses Anliegen verstanden und die von uns geäußerten Kritikpunkte geteilt werden. Die Tatsache, daß weltweit über 30000 Patientinnen mit Mammakarzinom im Rahmen der adjuvanten Therapie oder im metastasierten Stadium mit Hochdosis-Chemotherapie behandelt wurden, ohne daß Ergebnisse randomisierter Phase-Ill-Studien vorlagen, die einen validen Vergleich zur konventionell dosierten Polychemotherapie erlauben, wird weder von onkologischen Experten (1) noch kritischen Leserbriefen, wie dem von Dres. M.K. und W.K., bestritten. Die geringe Aussagekraft der zahlreichen Phase-ll-Studien zum Stellenwert der Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom &#8211; mit häufig positivem Ergebnis aufgrund von Patientinnenselektion (2) &#8211; wird durch die vorläufigen Ergebnisse der von uns kurz referierten Phase-Ill-Studien verdeutlicht, die auf dem Kongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 1999 vorgestellt wurden.</p>
<p>Es war <I>nicht </I>Ziel der beiden Hauptartikel, derzeit in Deutschland laufende Phase-Ill-Studien, insbesondere zur Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom, zu diskreditieren oder die Rekrutierung von Patient(inn)en für diese Studien zu behindern. Regelmäßige Leser des Arzneimittelbriefs wissen, daß wir uns immer wieder (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6048" target="_blank" rel="noopener">AMB 1999, <B>33</B>, 25</a>) für die Durchführung <I>großer randomisierter Studien </I>einsetzen, da in der Regel nur auf diesem Weg Klarheit in strittige Fragen zum optimalen therapeutischen Vorgehen gebracht werden kann. Selbstverständlich ist ein Erkenntnisgewinn aber nur dann zu erwarten, wenn strenge Anforderungen an die Qualität beachtet werden. Die Frage, inwieweit die von Dres. M.K. und W.K. angesprochenen deutschen multizentrischen Phase-Ill-Studien diese Anforderungen erfüllen und wichtige zusätzliche Erkenntnisse zur Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom ergeben, werden wir erst in einigen Jahren beantworten können. Wir glauben nicht, daß unsere Äußerungen zu diesem Thema als <I>unbedacht </I>bezeichnet werden können; wir halten eher die Durchführung dieser potenziell gefährlichen, kostenintensiven und in ihrem Nutzen nicht ausreichend abgesicherten Therapie (3) außerhalb kontrollierter klinischer Studien für <I>unbedacht!<br /></I><br />J. Köbberling hat in seinem lesenswerten Eröffnungsvortrag zum 103. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Medizin in Wiesbaden (4) die Grenzen und Unterschiede zwischen wissenschaftlicher und Paramedizin klar analysiert. DER ARZNEIMITTELBRIEF hat sich in den vergangenen Jahren (z.B. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5828" target="_blank" rel="noopener">AMB 1997, <B>31</B>, 33</a>) wiederholt kritisch mit Außenseitermethoden in der Onkologie auseinandergesetzt und das Fehlen wissenschaftlicher Nachweise eines therapeutischen Nutzens kritisiert. Deshalb erscheint es uns wichtig, auch Defizite im wissenschaftlichen Medizinbetrieb und deren Hintergründe aufzuzeigen. Die Gründe für eine &#8222;schleichende Verbreitung unwissenschaftlicher Denkstrukturen&#8220; (4) in der modernen Medizin sind unserer Einsicht nach auch mitverantwortlich für Fehlentwicklungen in der Onkologie. Nur klinische Forschung, die nicht &#8222;durch Vorurteile oder Ideologien befrachtet ist und methodisch sauber, unter Beachtung wissenschaftlicher Vorgehensweisen erfolgt&#8220; (4), wird die Wirksamkeit neuer Medikamente bzw. Therapiestrategien in der Onkologie beurteilen können. Wir werden deshalb auch in Zukunft Außenseitermethoden ebenso wie neue Medikamente/Therapiestrategien in der Onkologie kritisch unter die Lupe nehmen. Dies erscheint uns angesichts der inzwischen für den praktisch tätigen Arzt unüberschaubar großen Zahl von Außenseitermethoden und Phase-Il-Studien, deren Ergebnisse häufig in Hochglanzbroschüren der Pharmaindustrie propagandistisch aufbereitet und verbreitet werden, unbedingt erforderlich. Auch &#8222;Auswüchse und Grenzüberschreitungen der Pharmaindustrie bei ihrer Werbung&#8220; (4) werden uns in Zukunft weiter beschäftigen. Ein typisches Beispiel für unseriöse Werbung ist eine kürzlich erfolgte Aussendung der Firma Bristol für Paclitaxel (Taxol). Darin wird die Zulassung von Paclitaxel im Jahre 1993 zur Therapie des metastasierten Ovarialkarzinoms unter dem Motto &#8222;Nur ein Original hat auch eine Geschichte&#8220; in einem Atemzug mit der Entdeckung von Insulin, Penicillin und der Polio-Vakzine genannt. <<

<B>Literatur<br /></B><br />1. Possinger, K.: Onkologe 1999, <B>5</B> (Suppl. 1), S. 6.<br />2. Garcia-Carbonero, R., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9336353&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>15</B>, 3178</a>.<br />3. Hortobagyi, G.N.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10630258&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>17</B> (November Suppl.), 25</a>.<br />4. Köbberling, J.: Med. Klin. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9221297&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>92</B>, 181</a>.</p>
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		<title>Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom: Abschied von einem Hoffnungsträger</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/hochdosis-chemotherapie-beim-mammakarzinom-abschied-von-einem-hoffnungstraeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 1999 11:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Hochdosis-Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
		<category><![CDATA[Zytostatika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde dieses Jahr mit besonderer Spannung erwartet. Anlaß hierfür waren die erstmals vorgestellten Ergebnisse von 5 randomisierten Phase-Ill-Studien zur Hochdosis-Chemotherapie (HDC), gefolgt von autologer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation beim Mammakarzinom (1-5). Vier dieser Studien, 2 zur adjuvanten Situation bei Hochrisiko-Patientinnen (> 10 befallene axilläre Lymphknoten) und 2 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurde dieses Jahr mit besonderer Spannung erwartet. Anlaß hierfür waren die erstmals vorgestellten Ergebnisse von 5 randomisierten Phase-Ill-Studien zur Hochdosis-Chemotherapie (HDC), gefolgt von autologer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation beim Mammakarzinom (1-5). Vier dieser Studien, 2 zur adjuvanten Situation bei Hochrisiko-Patientinnen (> 10 befallene axilläre Lymphknoten) und 2 zum metastasierten Stadium, zeigten keinen signifikanten Vorteil für die HDC (1-3, 5). Dies bestätigt die Vermutung vieler Beobachter, die in der HDC des Mammakarzinoms weniger eine vielversprechende neue Therapieform als vielmehr eine chronisch überschätzte &#8222;Modebehandlung&#8220; sehen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich bisher nicht abgesichert ist.</p>
<p>Eigentlich interessant sind daher auch nicht die Ergebnisse dieser Studien mit etwa 860 Patientinnen &#8211; sie sind wegen der meist kurzen Nachbeobachtung (Beginn der Studien zwischen 1990 und 1994) und des unterschiedlichen Designs noch vorläufig &#8211; sondern die Tatsache, daß die HDC im letzten Jahrzehnt allein in den USA bei mehr als 12000 Patientinnen außerhalb von Studien eingesetzt wurde (6). Diese Brustkrebs-Patientinnen wurden, ohne daß auch nur eine einzige randomisierte Studie vorlag, im wesentlichen basierend auf Ergebnissen der Arbeitsgruppe um W. Peters behandelt (7, 8). In diesen Arbeiten wurden der HDC im Vergleich zu &#8222;historischen Kontrollen&#8220; dramatische, aber unter wirklich kontrollierten Bedingungen nie reproduzierte Vorteile zugeschrieben.</p>
<p>Die begrenzte Wirksamkeit der traditionellen Chemotherapien im Rahmen der adjuvanten Behandlung beim nodalpositiven Mammakarzinom bzw. im metastasierten Stadium hatte offensichtlich ein so starkes Bedürfnis nach besseren Strategien erzeugt, daß die HDC nach den aus heutiger Sicht problematischen Veröffentlichungen von W.P. Peters et al. (7, 8) und W.R. Bezwoda et al. (9) als neuer Hoffnungsträger auserkoren wurde. Elementare Regeln zur Beurteilung der Validität der Ergebnisse und des klinischen Nutzens dieser Behandlung wurden jedoch nicht beachtet (10). Die derzeit als Abstracts vorliegenden Studienergebnisse sind unter diesem Gesichtspunkt nur ein erster Beitrag zum Ausgleich des bedrückend großen Defizits an aussagekräftigen Studien zum Stellenwert der HDC beim Mammakarzinom.</p>
<p>Der fragwürdige Aufstieg der HDC zur populärsten innovativen Therapieform beim Mammakarzinom in den neunziger Jahren wäre undenkbar ohne das persönliche Engagement Tausender umtriebiger Personen in Onkologie, Pharmaindustrie und Medizinpublizistik. Da es kaum möglich ist, die individuellen Motive dieser Personen zu analysieren, sollte man ihnen &#8211; der Einfachheit halber &#8211; die Sorge um das Wohl der Brustkrebs-Patientinnen unterstellen. Was aber, so muß man heute fragen, ist das objektive Ergebnis von so viel subjektiver Sorge und Umtriebigkeit? Zunächst haben sich die internistischen Onkologen &#8211; zum Teil auf Kosten der Gynäkologen &#8211; stärker als zuvor in der Therapie des Mammakarzinoms etabliert, denn ihre Fachkunde ist für die Durchführung der HDC und der Stammzelltransplantation unentbehrlich. Nicht zu unterschätzen ist auch die Schrittmacherfunktion der pharmazeutischen und bio-technologischen Industrie. Sie hat übrigens weniger mit den direkt für die HDC eingesetzten Zytostatika (von denen die meisten wenig Gewinn abwerfen) als vielmehr mit der begleitenden Standard-Chemotherapie, den Wachstumsfaktoren, anderen supportiven Pharmaka (z.B. Antiemetika, Antibiotika) und mit den erforderlichen Produkten für Leukapherese sowie Stammzelltransplantation die Umsätze beträchtlich gesteigert. Die beteiligten Kliniken profitierten von der Popularität der Therapie in Form steigender Patientenzahlen, wodurch Umsätze und Einfluß der hämatologischen Transplantationszentren im letzten Jahrzehnt stark zugenommen haben. Und selbst medizinische Zeitschriften fanden in der HDC ein Mittel zur Steigerung von Auflage und &#8222;lmpact factor&#8220; wozu die fragwürdige Qualität der meisten bisherigen HDC-Publikationen und die sich daraus ergebende kontroverse Dauerdebatte eher noch beigetragen haben. Schließlich hat die HDC beim Mammakarzinom das Verfahren selbst popularisiert und damit den Einsatz bei anderen Krankheiten erleichtert.</p>
<p>Neben denen, die durch diese Entwicklung Vorteile hatten, gibt es jedoch auch solche, die man als ihre Verlierer ansehen muß. Dazu gehören vor allem die von Laien- und Fachpresse allzu euphemistisch informierten Brustkrebs-Patientinnen, die in der HDC eine Quelle der Hoffnung sahen, der allzu häufig &#8211; entgegen den künstlich hochgetriebenen Erwartungen &#8211; die bittere Enttäuschung des Rezidivs folgte. Zudem hat eine unbekannte Zahl von Patientinnen an den zum Teil tödlichen Nebenwirkungen der HDC gelitten, ohne daß wir heute wissen, ob dieses Leiden und Sterben durch den Erfolg des Verfahrens auch nur annähernd gerechtfertigt ist. Da all dies aber bisher im wesentlichen außerhalb von kontrollierten klinischen Studien geschah, stellt sich zudem die Frage, ob man diese Patientinnen über Rückfallrisiko sowie über Toxizität und Letalität der HDC je angemessen aufgeklärt hat, ja angesichts der unvollständigen, z.T. chaotischen Datenlage überhaupt angemessen aufklären konnte.</p>
<p>Als Verlierer steht aber auch die Qnkologie insgesamt da, die durch die allzu bereitwillige Partizipation an der HDC-Euphorie Schaden genommen hat, der &#8211; auch vor dem Hintergrund weiterer ernüchternder Studienergebnisse (11, 12; vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5973" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <b>32</b>, 61a</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6012" target="_blank" rel="noopener">94a</a>) &#8211; vermutlich erst in Jahren in seinem ganzen Ausmaß erkennbar sein wird. Als Trost bleibt allenfalls die Erkenntnis, daß man heute im direkten Vergleich mit der HDC neue Therapieverfahren und Substanzen erprobt, denen ihrerseits die Zukunft gehören könnte (1-3, 11). Es bleibt zu hoffen, daß bei der Bewertung dieser neuen Verfahren die Regeln der &#8222;Evidence based medicine&#8220; von Anfang an stärker beachtet werden als in der jetzt zu Ende gehenden Epoche des therapeutischen Maximalismus. Damit wäre übrigens auch die Gewissensfrage vermieden, ob in unserer erfolgs- und marktwirtschaftlich-orientierten Medizin die mit einer neuen Therapie verbundenen beruflichen und wirtschaftlichen Vorteile manchmal stärker ins Gewicht fallen als ihre objektive Wirksamkeit.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Stadtmauer, E.A., et al.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <b>18</b>, 1 a (Abstract # 1).</li>
<li>Peters, W.P., et al.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <b>18</b>, 1 a (Abstract #2).</li>
<li>Bergh, J., et al.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <b>18</b>, 2a (Abstract #3).</li>
<li>Bezwoda, W.R., et al.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <b>18</b>, 2a (Abstract #4).</li>
<li>Lotz, J.-P., et al.: Proc. Am. Soc. Clin. Oncol. 1999, <b>19</b>, 43a (Abstract #161).</li>
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<li>Peters, W.P., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8501500&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <b>11</b>, 1132</a>.</li>
<li>Peters, W.P., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=3047332&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1988, <b>6</b>, 1368</a>.</li>
<li>Bezwoda, W.R., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7595697&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>13</b>, 2483</a>.</li>
<li>Rosenberg, W., und Donald, A.: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7742682&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>310</b>, 1122</a>.</li>
<li>Rodenhuis, S., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9716055&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>352</b>, 515</a>.</li>
<li>Dam, F.S.A.M., et al.: J. Natl. Cancer lnst. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9462678&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>90</b>, 210</a>.</li>
</ol>
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		<title>Stellenwert der Hochdosis-Chemotherapie in der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 1998 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[5-Fluorouracil]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Carboplatin]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotherapie]]></category>
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		<category><![CDATA[Hochdosis-Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
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		<category><![CDATA[Zytostatika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren wurde eine zunehmende Zahl von Patientinnen mit Mammakarzinom und einem hohen Rückfallrisiko innerhalb, aber auch außerhalb kontrollierter Studien mit einer Hochdosis-Chemotherapie und anschließender Reinfusion von autologen Stammzellen behandelt. Ausgehend von In-vitro-Daten, die für Alkylanzien eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung in Mammakarzinom-Zelllinien zeigten, und angesichts positiver Ergebnisse einiger kleiner unkontrollierter Phase-l/II-Studien hoffte man, durch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren wurde eine zunehmende Zahl von Patientinnen mit Mammakarzinom und einem hohen Rückfallrisiko innerhalb, aber auch außerhalb kontrollierter Studien mit einer Hochdosis-Chemotherapie und anschließender Reinfusion von autologen Stammzellen behandelt. Ausgehend von In-vitro-Daten, die für Alkylanzien eine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung in Mammakarzinom-Zelllinien zeigten, und angesichts positiver Ergebnisse einiger kleiner unkontrollierter Phase-l/II-Studien hoffte man, durch die Hochdosis-Chemotherapie die Prognose dieser Patientinnen zu verbessern. Die Auswertungen der laufenden randomisierten Therapiestudien werden mit Spannung erwartet, da die Überlegenheit dieser sehr kostenintensiven und mit früh, möglicherweise aber auch verzögert auftretenden Nebenwirkungen (z.B. Verschlechterung kognitiver Funktionen, Zweitneoplasien; vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5973" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 61a</a>) belasteten Behandlungsstrategien gegenüber der konventionellen Chemotherapie bisher nicht bewiesen ist (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5926" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 21a</a>). Die ersten Ergebnisse einer randomisierten Studie zur adjuvanten Hochdosis-Chemotherapie bei Patientinnen mit einem Hochrisiko-Mammakarzinom wurden kürzlich publiziert (1). Eingeschlossen wurden in diese unizentrische niederländische Studie 97 Patientinnen unter 60 Jahren, bei denen mittels infraklavikulärer Biopsie der Befall von mindestens einem apikalen axillären Lymphknoten (Level-III-Lymphknoten) als Ausdruck eines ausgedehnten axillären Lymphknotenbefalls nachgewiesen wurde. Ziel der Studie war die Klärung der Frage, ob das rezidivfreie und das Gesamt-Überleben durch eine ergänzend zur konventionellen multimodalen Primärtherapie durchgeführte Hochdosis-Chemotherapie mit Reinfusion von Stammzellen verbessert werden kann. Alle Patientinnen erhielten nach Diagnosestellung zunächst drei Zyklen einer Chemotherapie mit FEC (5-Fluorouracil, Epidoxorubicin, Cyclophosphamid). Im Anschluß an die chirurgische Therapie (brusterhaltende Operation oder radikale Mastektomie einschließlich axillärer Lymphknotendissektion) wurde nach Randomisation entweder eine konventionelle oder eine Hochdosis-Chemotherapie durchgeführt. Im konventionellen Studienarm erhielten die Patientinnen einen weiteren postoperativen Zyklus FEC, eine Strahlentherapie des lokoregionären Bereichs und anschließend Tamoxifen zwei Jahre lang. Im Hochdosis-Studienarm wurde identisch behandelt, wobei jedoch nach dem Zyklus FEC zusätzlich eine Hochdosis-Chemotherapie mit Cyclophosphamid, Thiotepa und Carboplatin erfolgte. Von insgesamt 97 Patientinnen konnten 81 nach der Operation randomisiert werden, von denen 40 die konventionelle und 41 die Hochdosis-Chemotherapie erhielten. Nach vier Jahren (mediane Nachbeobachtungszeit 49 Monate) lebten insgesamt 75% der Patientinnen und insgesamt 54% rezidivfrei. Es fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen der konventionellen Behandlungsstrategie und der Hochdosis-Chemotherapie. Diese Ergebnisse stimmen weitgehend mit den Auswertungen einer bisher nur als Abstrakt vorliegenden Studie des MD Anderson Cancer Center in Houston überein (2), auf die auch in einem begleitenden Editorial eingegangen wird (3). Auch in dieser randomisierten Studie mit 78 Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko ließ sich durch zwei zusätzliche Zyklen einer Hochdosis-Chemotherapie (Cyclophosphamid, Etoposid, Cisplatin) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 53 Monaten keine Verbesserung des krankheitsfreien und des Gesamt-Überlebens im Vergleich zur konventionellen Therapie (8 Zyklen adjuvante Chemotherapie plus Bestrahlung und 5 Jahre Tamoxifen) erreichen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, daß ein geringer Unterschied zwischen konventioneller und Hochdosis-Chemotherapie aufgrund der begrenzten Patientenzahl in den beiden Studien unerkannt geblieben ist, müssen zur definitiven Beurteilung des Stellenwerts der adjuvanten Hochdosis-Chemotherapie beim Mammakarzinom die Ergebnisse laufender Studien mit größeren Patientenzahlen abgewartet werden. Möglicherweise lassen sich dann Untergruppen definieren, die von einer Hochdosis-Chemotherapie tatsächlich profitieren.</p>
<p>Die Ergebnisse dieser beiden randomisierten Studien zeigen erneut, daß vielversprechende Ergebnisse unkontrollierter Phase-l/II-Studien mit Vorsicht interpretiert und in prospektiven randomisierten Therapiestudien bestätigt werden müssen. Dies gilt insbesondere für kostenintensive Therapiestrategien, wie z.B. die Hochdosis-Chemotherapie, mit möglicherweise schwerwiegenden, spät auftretenden Nebenwirkungen.</p>
<p><B>Fazit:</B> Außerhalb von sorgfältig geplanten, randomisierten Studien, deren Design eine ausreichende Patientenzahl in absehbarer Zeit erwarten läßt, ist eine adjuvante Hochdosis-Chemotherapie in der Primärbehandlung von Patientinnen mit Mammakarzinom und hohem Rückfallrisiko zur Zeit nicht gerechtfertigt.</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Rodenhuis, S., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9716055&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>352</B>, 515</a>.<br />2. Hortobagyi, G.N., et al.: Proc. ASCO 1998, <B>17</B>, Abstr 471.<br />3. Pusztai, L., und Hortobagyi, G.N.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9716049&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>352</B>, 501</a>.</p>
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		<title>Verschlechterung kognitiver Funktionen nach adjuvanter Hochdosis-Chemotherapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/verschlechterung-kognitiver-funktionen-nach-adjuvanter-hochdosis-chemotherapie-bei-patientinnen-mit-mammakarzinom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 1998 10:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brustkrebs]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Hochdosis-Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Funktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Mammakarzinom]]></category>
		<category><![CDATA[Zytostatika]]></category>
		<category><![CDATA[Zytostatische Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die häufigste Indikation für die Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von der Retransfusion autologer hämatopoetischer Stammzellen ist derzeit die adjuvante Behandlung von prämenopausalen Patientinnen mit Mammakarzinom und hohem Risiko für ein Rezidiv. Die Wirksamkeit dieser aggressiven Therapiestrategie ist derzeit noch unbewiesen (vgl. AMB 1998, 32, 21a) und wird in zahlreichen randomisierten Studien weltweit untersucht. Sorgfältige Analysen akuter; insbesondere [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die häufigste Indikation für die Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von der Retransfusion autologer hämatopoetischer Stammzellen ist derzeit die adjuvante Behandlung von prämenopausalen Patientinnen mit Mammakarzinom und hohem Risiko für ein Rezidiv. Die Wirksamkeit dieser aggressiven Therapiestrategie ist derzeit noch unbewiesen (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5926" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 21a</a>) und wird in zahlreichen randomisierten Studien weltweit untersucht. Sorgfältige Analysen akuter; insbesondere aber spät auftretender Nebenwirkungen (z.B. Neurotoxizität, Zweitneoplasien) sind bei adjuvanter Hochdosis-Chemotherapie des Mammakarzinoms von besonderer Bedeutung, da deren Ziel eine Verlängerung des Überlebens ohne Einschränkung der &#8222;Lebensqualität&#8220; sein sollte. Eine kürzlich publizierte niederländische Studie untersuchte den Einfluß einer Hochdosis-Chemotherapie auf kognitive Funktionen bei Patientinnen mit Hochrisiko-Mammakarzinom (van Dam, F.S.A.M., et al.: J. Natl. Cancer lnst. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9462678&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>90</B>, 210</a>). Eingeschlossen wurden Frauen < 55 Jahre mit Stadium II oder III und = 4 befallenen axillären Lymphknoten. Verschiedene neuropsychologische Tests, ein Interview zu kognitiven Problemen im täglichen Leben und ein von der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC) entwickelter Fragebogen zur "Lebensqualität" wurden herangezogen, um kognitive Störungen und "Lebensqualität" bei 3 verschiedenen Patientengruppen (34 Patientinnen mit adjuvanter Hochdosis-Chemotherapie bei Hochrisiko-Mammakarzinom, 36 Patientinnen mit Standard-Chemotherapie bei Hochrisiko-Mammakarzinom, 34 unbehandelte Patientinnen mit Stadium I eines Mammakarzinoms) zu vergleichen. Im experimentellen Arm der Hochdosis-Chemotherapie erhielten die Patientinnen zunächst 4 Zyklen einer Chemotherapie mit FEC (5-Fluorouracil, Epidoxorubicin, Cyclophosphamid) und anschließend eine Hochdosis-Chemotherapie mit Cyclophosphamid, Thiotepa und Carboplatin sowie Retransfusion autologer hämatopoetischer Stammzellen. Die konventionelle Behandlung bestand aus 4 bis 5 Zyklen einer Chemotherapie mit FEC. In beiden Gruppen erfolgte anschließend eine adjuvante Strahlentherapie des lokoregionären Bereiches und Gabe von Tamoxifen über 2 Jahre. Die kognitiven Funktionen wurden im Median 1,6 bis 1,9 Jahre nach der letzten Therapie (Tamoxifen) in den beiden Chemotherapie-Gruppen und 2,4 Jahre nach Operation und Bestrahlung in der Kontroll-Gruppe ermittelt. Alle Patientinnen, welche die Hochdosis-Chemotherapie erhielten, und 34 von 36 Patientinnen im konventionellen Therapiearm waren als Folge des Einflusses der Zytostatika auf die ovarielle Funktion postmenopausal, wohingegen sich in der Kontrollgruppe 13 post- und 21 prämenopausale Patientinnen befanden. Über kognitive Probleme (Konzentration, Gedächtnis, Denken, Sprache), die während der Behandlung begannen, berichteten signifikant mehr Patientinnen im Hochdosis-Chemotherapie- bzw. konventionellen Therapiearm im Vergleich zur Kontroll-Gruppe. Hinsichtlich verschiedener funktioneller "Scores" (z.B. körperliche und soziale Funktionen betreffend) und der globalen "Lebensqualität" waren die Ergebnisse bei Patientinnen nach Hochdosis-Chemotherapie signifikant ungünstiger als bei Patientinnen mit konventioneller Therapie. Bei 32% der Patientinnen mit Hochdosis-Chemotherapie im Vergleich zu 17% mit konventioneller Chemotherapie und 9% in der Kontroll-Gruppe ergaben die neuropsychologischen Tests kognitive Störungen. Da die meisten Patientinnen nicht über entsprechende kognitive Störungen vor Beginn der jeweiligen Therapie berichteten, ist es nach Ansicht der Autoren dieser Studie sehr unwahrscheinlich, daß bereits vor Beginn der Behandlung bestehende kognitive Störungen diese Unterschiede erklären. Inwieweit unterschiedliche Östrogen-Konzentrationen in den beiden Chemotherapie-Armen bzw. in der Kontroll-Gruppe oder die Behandlung mit Tamoxifen die kognitiven Funktionen beeinflußt haben, bleibt jedoch unklar.

<B>Fazit:</B> Eine Hochdosis-Chemotherapie führt bei Patientinnen mit Hochrisiko-Mammakarzinom zu einer Verschlechterung kognitiver Funktionen, die in dieser Studie etwa zwei Jahre nach der letzten Chemotherapie beobachtet wurde. Angesichts der negativen Auswirkungen zentralnervöser Spätschäden auf die &#8222;Lebensqualität&#8220;, insbesondere auf die soziale und berufliche Integration nach Abschluß der Chemotherapie, sollte die Neurotoxizität der Hochdosis-Chemotherapie im Rahmen der derzeit laufenden klinischen Studien gründlich analysiert werden.</p>
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		<title>Chemotherapie von hämatologischen Neoplasien und soliden Tumoren: Dosisintensivierung wirklich der Standardtherapie überlegen?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/chemotherapie-von-haematologischen-neoplasien-und-soliden-tumoren-dosisintensivierung-wirklich-der-standardtherapie-ueberlegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 1998 11:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Absolute Arrhythmie]]></category>
		<category><![CDATA[Arrhythmien]]></category>
		<category><![CDATA[B-Zell-Lymphom]]></category>
		<category><![CDATA[B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom]]></category>
		<category><![CDATA[Bleomycin]]></category>
		<category><![CDATA[Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[G-CSF]]></category>
		<category><![CDATA[GM-CSF]]></category>
		<category><![CDATA[Granulozyten-Kolonien stimulierender Faktor]]></category>
		<category><![CDATA[Granulozyten/Makrophagen-Kolonien stimulierender Faktor]]></category>
		<category><![CDATA[Herzrhythmusstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hochdosis-Chemotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Lenograstim]]></category>
		<category><![CDATA[Molgramostim]]></category>
		<category><![CDATA[Multiples Myelom]]></category>
		<category><![CDATA[Non-Hodgkin-Lymphom]]></category>
		<category><![CDATA[Plasmozytom]]></category>
		<category><![CDATA[Rhythmusstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorhofflimmern]]></category>
		<category><![CDATA[Zytostatika]]></category>
		<category><![CDATA[Zytostatische Therapie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Konzept der Hochdosis-Chemotherapie basiert auf experimentellen Untersuchungen, die eine steile Dosis-Wirkungs-Beziehung (d.h. höhere Dosis führt zur effektiveren Zerstörung von Tumorzellen) für zahlreiche Zytostatika nachweisen konnten. Mit der klinischen Wirksamkeit dieses Therapiekonzepts beschäftigt sich eine ausführliche Übersichtsarbeit (1). Insgesamt wurden 45 randomisierte Phase-Ill-Studien bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien und soliden Tumoren aus dem Zeitraum von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept der Hochdosis-Chemotherapie basiert auf experimentellen Untersuchungen, die eine steile Dosis-Wirkungs-Beziehung (d.h. höhere Dosis führt zur effektiveren Zerstörung von Tumorzellen) für zahlreiche Zytostatika nachweisen konnten. Mit der klinischen Wirksamkeit dieses Therapiekonzepts beschäftigt sich eine ausführliche Übersichtsarbeit (1). Insgesamt wurden 45 randomisierte Phase-Ill-Studien bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien und soliden Tumoren aus dem Zeitraum von 1984 bis 1997 ausgewertet und die wesentlichen Ergebnisse dieser Studien in sehr informativenTabeftenzusammengefaßt. Die Auswertung wurde unterteilt in Studien, die jeweils mit der Standardtherapie verglichen (a) eine alleinige Steigerung der Dosisintensität (d.h. applizierte Dosis des Zytostatikums pro Zeiteinheit), (b) eine Steigerung der Dosisintensität in Verbindung mit der Gabe von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren und (c) eine Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von der Retransfusion hämatopoetischer Stammzellen. Als einziger Endpunkt wurde das Gesamtüberleben berücksichtigt. Phase-Il-Studien und andere Endpunkte sind vermutlich nicht geeignet, die Überlegenheit dieser Therapiestrategie zu beweisen, da aufgrund der Austwahlkriterien für derartige Studien häufig Patienten mit besserer Prognose eingeschlossen werden und weder das Ansprechen auf die Therapie noch die Zeit bis zur Progression der Erkrankung den Nutzen der Dosisintensivierung für Patienten widerspiegeln. Zwei lesenswerte Editonals im J. Clin. Oncol. beschäftigen sich eingehend mit dieser Problematik (2, 3).</p>
<p>Eine <I>alleinige Steigerung der Dosisintensität </I>wurde in randomisierten Studien bei Tumorerkrankungen, die auf eine Chemotherapie gut ansprechen (z.B. maligne Lymphome, akute Leukämien, Keimzelltumoren, Mamma-, kleinzellige Bronchial- und fortgeschrittenes Ovarialkarzinom), untersucht, wobei eine mäßige Dosissteigerung bisher bei keiner dieser Erkrankungen mit Ausnahme der akuten myeloischen Leukämie (AML) zu einer Verlängerung des Überlebens geführt hat (vgl. AMB 1993, <B>27</B>, 12; 1993, <B>27</B>, 53; 1994, <B>28</B>, 45). Auch <I>eine Steigerung der Dosisintensität kombiniert mit der Gabe hämatopoetischer Wachstumsfaktoren </I>(G- oder GM-CSF) führte bisher in randomisierten Studien bei soliden Tumoren (Hodentumor, Blasen-, kleinzelliges Bronchial-, fortgeschrittenes Ovarialkarzinom) und Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) nicht zu einer Verbesserung der Heilungsrate oder einer Verlängerung des Überlebens und muß deshalb weiterhin als experimentelle Therapie gelten. Besonders kritisch werden von den Autoren der Übersichtsarbeit die häufig von der Pharmaindustrie initiierten und finanziell unterstützten Phase-l- bzw. -II-Studien beurteilt, in denen neuere Zytostatika (z.B. Paclitaxel) hochdosiert zusammen mit G-CSF eingesetzt werden, da eine bessere Wirksamkeit weder der höheren Dosis noch der Kombination mit G-CSF bisher bewiesen wurde (vgl. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5903" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 1</a>). Ziel der <I>Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von der Retransfusion autologer hämatopoetischer Stammzellen </I>aus dem peripheren Blut oder Knochenmark ist es, die Resistenz der Tumorzellen gegenüber der Chemotherapie durch die Verabreichung sehr hoher myeloablativer Dosen von Zytostatika zu durchbrechen und dadurch das Ansprechen auf die Therapie sowie das Überleben von Patienten zu verbessern. Die zu diesem Therapiekonzept bisher durchgeführten randomisierten Studien ergaben mit Ausnahme von Patienten mit hämatologischen Neoplasien (z.B. Rezidive intermediär- oder hochmaligner NHL; vgl. AMB 1996, <B>30</B>, 36; Plasmozytom) keine signifikante Verlängerung des erkrankungsfreien bzw. Gesamtüberlebens. Inwieweit Patientinnen mit Chemotherapie-sensitivem metastasiertem Mammakarzinom von dieser Therapie profitieren, müssen die derzeit laufenden randomisierten Studien zeigen.</p>
<p><B>Fazit:</B> Die Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von autologer Stammzellretransfusion ist bei Patienten mit Plasmozytom und rezidiviertem NHL vermutlich der konventionell dosierten Chemotherapie überlegen. Für alle anderen Tumorerkrankungen ist die Wirksamkeit dieses Therapiekonzepts und die Steigerung der Dosen der Chemotherapie mit oder ohne Gabe hämatopoetischer Wachstumsfaktoren weiterhin unbewiesen und muß in randomisierten Phase-Ill-Studien geprüft werden. Eine Behandlung von Patienten mit Hochdosis-Chemotherapie außerhalb kontrollierter klinischer Studien sollte unterbleiben.</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Savarese, D.M.F., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9256143&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>15</B>, 2981</a>.<br />2. Siu, L.L., und Tannock, I.F.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9256117&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>15</B>, 2765</a>.<br />3. Canellos, G.P.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9336351&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>15</B>, 3169</a>.</p>
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