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	<title>Lymphogranulomatose Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Benötigen Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin eine adjuvante Bestrahlung nach der Polychemotherapie?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Aug 2003 10:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bestrahlung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser wichtigen Frage widmete sich eine Studie der European Organization for Research and Treatment of Cancer Lymphoma Group (Aleman, B.M.P., et al.: N. Engl. J. Med. 2003, 348, 2396). Der Nutzen einer adjuvanten lokalen Bestrahlung der bei Erstdiagnose betroffenen nodalen oder extranodalen Manifestationen nach Erreichen einer kompletten Remission (CR) durch Polychemotherapie wird auf Grund der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser wichtigen Frage widmete sich eine Studie der European Organization for Research and Treatment of Cancer Lymphoma Group (Aleman, B.M.P., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12802025&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>348</b>, 2396</a>). Der Nutzen einer adjuvanten lokalen Bestrahlung der bei Erstdiagnose betroffenen nodalen oder extranodalen Manifestationen nach Erreichen einer kompletten Remission (CR) durch Polychemotherapie wird auf Grund der Ergebnisse verschiedener randomisierter Studien zunehmend bezweifelt. Darüber hinaus führt die Bestrahlung zu einem vermehrten Auftreten von soliden Tumoren im Bestrahlungsfeld, und die Kombination von Polychemotherapie und Bestrahlung erhöht eindeutig das Risiko spät auftretender Komplikationen, wie z.B. Zweitneoplasien oder kardiovaskuläre Erkrankungen (vgl. AMB 1992, <b>26</b>, 95). Patienten mit unbehandeltem M. Hodgkin (Stadium III oder IV) im Alter von 15-70 Jahren wurden in der zwischen 1989 und 2000 durchgeführten europäischen Studie zunächst mit der Kombinationschemotherapie MOPP-ABV (s. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6306" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 52</a>) behandelt und nach Erreichen einer CR nach 6-8 Zyklen Polychemotherapie randomisiert (keine weitere Behandlung versus lokale, ”Involved-field”-Bestrahlung). Alle Patienten in partieller Remission (PR) nach 6 Zyklen Polychemotherapie erhielten eine lokale Bestrahlung. Die Dosis der Bestrahlung (16-30 Gy) richtete sich nach Lokalisation des M. Hodgkin (nodal versus extranodal) und Therapieergebnis nach 6 Zyklen (PR versus CR). Primäres Ziel der Studie war die Beantwortung der Frage, ob eine adjuvante Bestrahlung das rezidivfreie Überleben nach 3 Jahren bei Patienten in CR nach Polychemotherapie verlängert. Sekundäre Endpunkte waren ereignisfreies Überleben und Gesamtüberleben. Die Auswertung erfolgte entsprechend dem ”Intention-to-treat”-Prinzip. Von insgesamt 739 Patienten erreichten 421 (57%) eine CR nach Polychemotherapie, von denen nach Randomisierung 161 Patienten keine Bestrahlung und 172 Patienten eine adjuvante Radiotherapie erhielten. 88 Patienten wurden nicht randomisiert. Gründe hierfür waren u.a. Verweigerung der Randomisierung durch Patienten oder Ärzte und Protokollverletzung. Nach einer medianen Beobachtungszeit von 79 Monaten unterschieden sich beide Therapiearme weder im rezidiv- und ereignisfreien Überleben noch im Gesamtüberleben signifikant (Tab. 1). Zweitneoplasien traten in einem Zeitraum von 9-112 Monaten nach Beginn der Chemotherapie bei 6 Patienten ohne und bei 15 Patienten (vorwiegend akute Leukämien oder myelodysplastische Syndrome) mit adjuvanter lokaler Bestrahlung auf (p = 0,05). Bemerkenswert sind die Therapieergebnisse der Patienten mit partieller Remission nach Polychemotherapie (n = 250; 34%), die in jedem Fall zusätzlich bestrahlt wurden, und von denen 79% ereignisfrei bzw. 87% insgesamt 5 Jahre überlebten. Vermutlich befand sich jedoch ein Teil dieser Patienten nach Abschluß der Polychemotherapie bereits in CR, da die Beurteilung der Remissionsqualität nach Polychemotherapie bei Patienten mit M. Hodgkin häufig schwierig ist und nicht immer sicher zwischen aktiver Erkrankung und residualer Fibrose (z.B. bei Mediastinaltumor) unterschieden werden kann.</p>
<p><b>Fazit:</b> Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin und kompletter Remission nach Polychemotherapie benötigen nach den Ergebnissen dieser europäischen multizentrischen Studie keine adjuvante lokale Bestrahlung. Demgegenüber profitieren Patienten in partieller Remission vermutlich von einer konsolidierenden Bestrahlung. Die guten Therapieergebnisse bei dieser Patientengruppe sprechen gegen eine frühzeitige Therapieintensivierung (z.B. mittels Hochdosis-Chemotherapie) bei den Patienten, die nach adäquater Polychemotherapie keine komplette Remission erreicht haben.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2003/08/Abbildung-2003-61a-1.gif" alt="Abbildung 2003-61a-1.gif" class="table-figure"></p>
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		<title>Chemotherapeutische Behandlungsstrategien bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2003 10:01:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Einführung der Polychemotherapie mit dem MOPP-Schema (Mustargen, Vincristin, Procarbazin, Prednison) in die Behandlung des M. Hodgkin Anfang der 60er Jahre gilt heute als einer der entscheidenden Fortschritte in der Behandlung von Tumorerkrankungen. Das Konzept der Kombinationschemotherapie mit individueller Kombination aktiver Zytostatika in einem Therapiezyklus, der meistens alle 3-4 Wochen wiederholt wird, konnte inzwischen erfolgreich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Einführung der Polychemotherapie mit dem MOPP-Schema (Mustargen, Vincristin, Procarbazin, Prednison) in die Behandlung des M. Hodgkin Anfang der 60er Jahre gilt heute als einer der entscheidenden Fortschritte in der Behandlung von Tumorerkrankungen. Das Konzept der Kombinationschemotherapie mit individueller Kombination aktiver Zytostatika in einem Therapiezyklus, der meistens alle 3-4 Wochen wiederholt wird, konnte inzwischen erfolgreich auch auf andere Tumorerkrankungen übertragen werden. Therapeutische Fortschritte bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin, etwa 60% aller Hodgkin-Patienten, erhoffte man sich im letzten Jahrzehnt in erster Linie von einer Dosisintensivierung der beim M. Hodgkin wirksamen Substanzen (z.B. Cyclophosphamid, Doxorubicin), einer Veränderung der Dauer und Sequenz der Chemotherapie (z.B. alternierende wöchentliche Gabe unterschiedlicher Zytostatika über 3 Monate) und der Integration neuer Zytostatika (z.B. Etoposid) in die bisherige Standardtherapie (1-3). Grundsätzlich müssen bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin das Risiko eines unzureichenden Ansprechens auf die initiale Therapie bzw. eines Rezidivs, das durch eine intensivierte Induktionstherapie vermindert werden kann, und die stärkere Früh- und Spättoxizität der intensivierten Behandlung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Die Möglichkeit, einen Teil der Hodgkin-Patienten auch im Rezidiv mit einer Zweitlinien-Therapie zu heilen, und das relativ späte Auftreten von Therapie-induzierten Zweitneoplasien bedeuten, daß Patienten über einen langen Zeitraum verfolgt werden müssen und Aussagen zur Verlängerung der Überlebensdauer durch neue Behandlungsstrategien erst nach etwa 10 Jahren möglich sind.</p>
<p>Zwei in diesem Jahr publizierte randomisierte multizentrische Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin haben Wirksamkeit und Toxizität unterschiedlicher Schemata der Kombinationschemotherapie, z.T. plus Bestrahlung, untersucht und versucht, einen neuen Standard in der Behandlung dieser Patienten zu definieren (4, 5).</p>
<p>In einer nordamerikanischen, durch die Cancer and Leukemia Group B koordinierten Intergroup-Studie (4) wurden erwachsene Patienten mit M. Hodgkin und Stadium III2A, IIIB oder IV bzw. Patienten, die nach Bestrahlung ein Rezidiv hatten, zunächst nach Alter (< 40 vs. ≥ 40 Jahre) und vorausgegangener Bestrahlung (ja vs. nein) stratifiziert und dann nach Randomisierung entweder mit ABVD (n = 433) oder MOPP/ABV (n = 419) behandelt (für die Abkürzungen der Chemotherapeutika s.Tab. 1; vgl. 6). Patienten mit Ansprechen auf die Zytostatika wurden nach Erreichen einer kompletten Remission (CR) mit 2 weiteren Zyklen der jeweiligen Polychemotherapie (Minimum 8 und Maximum 10 Zyklen) behandelt. Wesentliche Endpunkte der Studie waren ”Failure-free survival” (FFS), Gesamtüberleben, lebensbedrohliche akute Toxizität, Langzeittoxizität und Auftreten von Zweitneoplasien. Das FFS wurde vom Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie bis zum ersten Progreß, Rezidiv, Tod (unabhängig von der Ursache) oder Therapieabbruch wegen Nichtanprechens auf die Chemotherapie gemessen. Die Auswertung erfolgte entsprechend dem ”Intention-to-treat”-Prinzip, und die mediane Beobachtungszeit der Studie beträgt 6 Jahre.</p>
<p>Weder in der Rate an CR noch im FFS bzw. Gesamtüberleben ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen beiden Therapiearmen (Tab. 2). Akute pulmonale und hämatologische Toxizität sowie Müdigkeit, Anorexie und Übelkeit traten nach MOPP/ABV signifikant häufiger als nach ABVD auf. Während der initialen Behandlung starben 15 Patienten im MOPP/ABV- und 9 Patienten im ABVD-Arm (p = 0,057), häufig infolge pulmonaler Probleme (Infektion oder Toxizität der Chemotherapie). Signifikante Unterschiede hinsichtlich verzögert auftretender pulmonaler oder kardialer Toxizität zeigten sich nicht. Demgegenüber traten hämatologische Zweitneoplasien &#8211; myelodysplastische Syndrome (MDS) oder akute Leukämien &#8211; signifikant (p = 0,011) häufiger nach MOPP/ABV- (n = 11) als nach ABVD-Therapie (n = 2) auf. Beide Patienten mit hämatologischer Zweitneoplasie nach ABVD hatten zusätzlich MOPP-enthaltende Schemata und Bestrahlung erhalten.</p>
<p>In eine Studie der Deutschen Hodgkin-Lymphom Gruppe (DHSG) wurden 1282 jugendliche oder erwachsene Patienten (Alter 15-65 Jahre, Median um 32 Jahre) mit M. Hodgkin und Stadium IIB oder IIIA mit Risikofaktoren (z.B. großer Mediastinaltumor, extranodale Läsionen, erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit), Stadium IIIB oder Stadium IV eingeschlossen (5). Die Patienten erhielten nach Randomisierung entweder 8 Zyklen COPP alternierend mit ABVD (n = 288), 8 Zyklen BEACOPP in normaler Dosierung (”BEACOPP Basis”; n = 498) oder 8 Zyklen BEACOPP in gesteigerter Dosis von Etoposid und Cyclophosphamid (”BEACOPP eskaliert”; n = 496) sowie begleitend ab Tag 8 Filgrastim (Neupogen). Bei Patienten im Arm ”BEACOPP eskaliert” wurde bei schwerer Toxizität (z.B. Leuko-, Thrombopenie, Mukositis, Infektion) die Dosis von Cyclophosphamid und Etoposid reduziert. Patienten, bei denen initial ein ”Bulky disease” (Tumor > 5 cm im Durchmesser) vorlag oder die nach Abschluß der Chemotherapie einen residualen Tumor hatten, erhielten zusätzlich eine Bestrahlung mit 30 Gy bzw. 40 Gy. Insgesamt wurden 64% der Patienten in der COPP/ABVD- und 71% in den beiden anderen Behandlungsgruppen bestrahlt. Primärer Endpunkt der Studie war ”Freedom from treatment failure” (FFTF), wobei Progreß während der Behandlung, keine CR, Rezidiv und Tod (unabhängig von der Ursache) als Ereignisse gewertet wurden. Sekundäre Endpunkte waren Gesamtüberleben und Ansprechen auf die Behandlung (CR oder Progreß). Die Auswertung erfolgte entsprechend dem ”Intention-to-treat”-Prinzip, und die mediane Beobachtungszeit beträgt 6 Jahre für die mit COPP/ABVD und etwa 4,5 Jahre für die mit BEACOPP behandelten Patienten. Die Therapieergebnisse sind in Tab. 2 dargestellt. Hinsichtlich CR-Rate, FFTF und Gesamtüberleben waren die Therapieergebnisse für ”BEACOPP eskaliert” signifikant besser als für COPP/ABVD. Im FFTF, nicht aber im Gesamüberleben, war ”BEACOPP eskaliert” auch dem BEACOPP-Basis-Schema überlegen. Alle Altersgruppen, mit Ausnahme der Patienten im Alter von 60-65 Jahren, profitierten von BEACOPP. Da bereits bei der ersten Zwischenanalyse die beiden BEACOPP-Arme im FFTF dem COPP/ABVD signifikant überlegen waren, wurde die Rekrutierung in diesen Arm vorzeitig geschlossen. Erwartungsgemäß traten Hämatotoxizität, Infektionen und Mukositis nach BEACOPP häufiger als nach COPP/ABVD auf, und 20 Patienten starben im Rahmen der initialen Chemotherapie. Hämatologische Zweitneoplasien (MDS, akute Leukämien) traten bei einem mit COPP/ABVD, 4 mit BEACOPP-Basis-Schema und 9 mit ”BEACOPP eskaliert” behandelten Patienten auf.</p>
<p><b>Fazit:</b> ABVD (Abkürzungen der Chemotherapie s. Tab. 1) führt bei Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin zu gleichen Ansprechraten und gleichen Gesamtüberlebensraten nach 5 Jahren, ist jedoch deutlich weniger toxisch (akute und Langzeittoxizität) als die Kombinationschemotherapie mit MOPP/ABV. BEACOPP als Basis-Schema oder ”BEACOPP eskaliert” in Kombination mit Strahlentherapie ist bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem M. Hodgkin in der Altersgruppe < 60 Jahre der früher als Standard geltenden Therapie (COPP-ABVD plus Strahlentherapie) in einer Studie der DHSG hinsichtlich Ansprechraten und Gesamtüberleben signifikant überlegen, wobei die Tumorkontrolle unter "BEACOPP eskaliert" am besten ist. Angesichts der noch unklaren mittel- und langfristigen Risiken der Kombinationschemotherapie mit BEACOPP (insbesondere Auslösung von Zweitneoplasien) und fehlender direkter Vergleiche zwischen BEACOPP und dem weniger toxischen ABVD (z.B. Wirksamkeit, Kosten-/Nutzen-Analysen) kann die Frage nach der Standardtherapie der Patienten mit fortgeschrittenem M. Hodgkin derzeit nicht beantwortet werden. Auch der Nutzen einer konsolidierenden Bestrahlung nach Polychemotherapie ist unklar<i> </i>und wird derzeit im Rahmen einer aktuellen Studie der DHSG (HD15) untersucht.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Canellos, G.P.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11821436&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>20</b>, 607.</a></li>
<li>Diehl, V.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12586791&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>21</b>, 583</a>.</li>
<li>DeVita, V.T.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12802021&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>348</b>, 2375</a>.</li>
<li>Duggan, D.B., et al.: J. Clin. Oncol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12586796&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>21</b>, 607</a>.</li>
<li>Diehl, V., et al.: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12802024&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2003, <b>348</b>, 2386</a>.</li>
<li>AMB 1990, <b>24</b>, 4.</li>
</ol>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2003/07/Abbildung-2003-52-2.gif" alt="Abbildung 2003-52-2.gif" class="table-figure"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wichtige Indikations- und Reiseimpfungen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wichtige-indikations-und-reiseimpfungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 1998 10:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zusammenfassung: Indikationsimpfungen werden zum Schutz vor speziellen lnfektionsgefährdungen (bei überdurchschnittlicher Exposition) vorgenommen. Rechtzeitige Impfungen bewahren Auslandsreisende vor Erkrankungen bzw. schweren Verläufen impfpräventabler Infektionen. Bestimmte Berufsgruppen benötigen Impfungen nicht nur zum Schutz der eigenen Person, sondern auch, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern. Wichtig ist ein Impfschutz gegen Hepatitis B bei ungünstigen, infektionsfördernden Lebensbedingungen. Nach [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><B>Zusammenfassung: Indikationsimpfungen werden zum Schutz vor speziellen lnfektionsgefährdungen (bei überdurchschnittlicher Exposition) vorgenommen. Rechtzeitige Impfungen bewahren Auslandsreisende vor Erkrankungen bzw. schweren Verläufen impfpräventabler Infektionen. Bestimmte Berufsgruppen benötigen Impfungen nicht nur zum Schutz der eigenen Person, sondern auch, um die Übertragung von Infektionen zu verhindern. Wichtig ist ein Impfschutz gegen Hepatitis B bei ungünstigen, infektionsfördernden Lebensbedingungen. Nach einer Verletzung ist die Tetanusimmunisierung eine streng indizierte Schutzmaßnahme.</p>
<p>Indikationsimpfungen sind auch bei überdurchschnittlicher Disposition angebracht. So ist ein kompletter Impfschutz bei Frauen vor einer Schwangerschaft wichtig, weil das werdende Kind durch die Mutter seinen immunologischen &#8222;Nestschutz&#8220; erhält. Ältere Menschen sollten gegen Infektionen geimpft werden, durch die sie lebensbedrohlich gefährdet werden können. Patienten mit einer lmmunschwäche, die stets infektionsgefährdet sind, sollten &#8211; ebenso wie ihre Kontaktpersonen &#8211; unbedingt einen aktuellen Impfschutz haben.<br /></B><br />Impfungen haben sich als erfolgreiche Präventivmaßnahme gegen Infektionskrankheiten weltweit bewährt. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Nebenwirkungen äußerst selten. Eine erfolgreiche Impfung erzeugt einen Schutz vor der Erkrankung an der jeweiligen Infektion oder zumindest vor einem schweren Krankheitsverlauf.</p>
<p>Während Standardimpfungen für jedermann empfohlen werden, dienen <I>Indikationsimpfungen </I>dem Schutz bestimmter Personen vor speziellen Infektionsgefährdungen. Dies gilt für Kinder und Erwachsene in gleicher Weise. Indikationsimpfungen sind für erhöhte Infektionsexposition oder -disposition vorgesehen (s. Tab. 1).</p>
<p><B>Indikationsimpfungen wegen überdurchschnittlicher Infektionsexposition.</B> <I>Reiseimpfungen: </I>Viele Deutsche erkranken nach einer Auslandsreise an Infektionen, gegen die sie sich durch eine Impfung wirksam hätten schützen können. Dabei steht die Hepatitis A mit fast 5000 Infektionen jährlich an oberster Stelle. Aber auch seltenere Infektionen bedeuten für den Erkrankten oft ein langes Krankenlager und vielleicht sogar Dauerschäden, die er hätte verhüten können.</p>
<p>Eine kompetente Impfberatung vor einer Auslandsreise setzt die Kenntnis über die aktuelle Situation am Reiseziel, über die Art der Reise (Hotel oder Touristik) und über den lmpfstatus des/der Reisenden voraus. In jedem Fall ist eine Auffrischimpfung gegen Tetanus (T), Diphtherie (d) und Polio (IPV) zu empfehlen, wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt.</p>
<p><I>Poliomyelitis: </I>Konsequente Impfungen haben dazu geführt, daß die Poliomyelitis seit Anfang der 90er Jahre aus dem gesamten amerikanischen Kontinent verschwunden ist und nur noch in einigen Regionen Afrikas und Asiens sporadisch oder endemisch auftritt. Für Reisende in Polio-Endemiegebiete empfiehlt sich eine Auffrischimpfung. Im Januar 1998 hat die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) die Impfstrategie für Deutschland von der Schluckimpfung mit oraler Polio-Vakzine (OPV) auf die Injektionsimpfung mit inaktivierter Polio-Vakzine (IPV) umgestellt (1). Dementsprechend werden auch Reiseimpfungen mit einmaliger Gabe von IPV vorgenommen, falls die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt; die Injektion erfolgt i.m.</p>
<p><I>Hepatitis B: </I>Die Hepatitis B gehört zu den am weitesten verbreiteten und gefährlichsten Virusinfektionen weltweit, jedoch mit regionalen Unterschieden; besonders häufig ist sie in Südostasien. Die lnzidenz der symptomatischen und asymptomatischen Hepatitis B bei Langzeitreisenden liegt zwischen 80 und 240 FälIen/100000 Reisende/Aufenthaltsmonat; bei Kurzzeitreisenden (< 4 Wochen) ist die lnzidenz zwei- bis zehnmal geringer (12). Sexuelle Kontakte mit Einwohnern vor Ort haben ein besonders hohes lnfektionsrisiko (4). Bei der sehr hohen Kontagiosität des Hepatitis-B-Virus genügt aber auch ein enger Körperkontakt mit einem Infizierten, bei dem die Erreger (z.B. mit dem Speichel) durch kleinste Haut- oder Schleimhautläsionen in die Kontaktpersonen eindringen können. Auch bei einer medizinischen Notfallversorgung oder einer zahnärztlichen Behandlung ist die lnfektionsgefährdung als überdurchschnittlich einzustufen. Dies belegt eine Studie an einer Gruppe von 360 Missionaren, die im Gesundheitsdienst tätig waren und die nach ihrem Einsatz zu > 25% infiziert waren, während zuvor nur 3% Hepatitis-B-Marker hatten (2).</p>
<p>Die Impfung erfolgt i.m. mit einem gentechnologisch gewonnenen Totimpfstoff zu den Zeitpunkten 0, nach 4 Wochen und nach 6 (bis 12) Monaten. Mit einem Impfschutz kann etwa 10 Tage nach der zweiten Dosis gerechnet werden. Die Verträglichkeit des Impfstoffs ist gut. Selten treten Beschwerden an der lnjektionsstelle auf. lmpfkomplikationen liegen im Promille-Bereich und werden als passagere Arthralgien, Arthritis oder neurologische Störungen (Polyneuritis, Guillain-Barré-Syndrom) beschrieben (10; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5968" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 56b</a>). Eine Antikörperkontrolle ist nur in bestimmten Fällen angezeigt, wenn es bei Erwachsenen auf eine sichere Aussage über den erzielten Impfschutz ankommt (z.B. bei medizinischem Personal). Liegt die Anti-HBs-Konzentration > 100 mlU/ml, ist ein Schutz von mindestens 10 Jahren wahrscheinlich. Eine Antikörperkonzentration < 10 mlU/ml wird als ungenügend eingestuft und erfordert eine sofortige Wiederholungsimpfung. Besteht eine Indikation für eine Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfung, kann ein Kombinationsimpfstoff verwendet werden.

<I>HepatitisA: </I>Das Hepatitis-A-Virus ist in allen subtropischen und tropischen Regionen der Erde weit verbreitet. Es wird von Infizierten in Stuhl und Urin ausgeschieden und findet sich in Abwässern sowie in verunreinigtem Meerwasser. Auf diese Weise gelangt es in Mollusken, Krebse und andere Meerestiere, die als Delikatessen beliebt sind. Die Übertragung erfolgt also fäkal-oral. Die allgemeine Regel für die Nahrungsaufnahme in tropischen Ländern &#8222;Cook it, peel it or forget it!&#8220; hat hier große praktische Bedeutung. Einheimische Bewohner dieser Erdregionen haben eine natürliche Immunität. Mehr als 90% von ihnen haben bereits als Kind eine Hepatitis-A-lnfektion durchgemacht und sind lebenslang immun. Bekanntlich verläuft die Erkrankung im Kindesalter leicht und meist anikterisch. In Deutschland war die Hepatitis A in der Kriegs- und Nachkriegszeit weit verbreitet. Hunderttausende Soldaten und Zivilisten erkrankten, so daß bei den > 50jährigen hierzulande mit einer natürlichen Immunität gerechnet werden kann. Jetzt ist die Hepatitis A in Mitteleuropa eine ausgesprochene Reisekrankheit. Mit zunehmendem Lebensalter verursacht die Hepatitis A stärkere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Ikterus, bisweilen auch Rezidive oder schwere, sehr selten tödliche Verläufe. Chronische Lebererkrankungen wie bei der Hepatitis B sind allerdings nach einer Hepatitis A nicht zu befürchten.</p>
<p>Die Hepatitis-A-lmpfung sollte bei allen Reisen in südliche oder östliche Länder mit geringerem Hygienestandard (Mittelmeerraum, Afrika, Asien, Südamerika) vorgenommen werden. Der Totimpfstoff wird i.m. in zwei Einzeldosen (2. Injektion nach 6 bis 12 Monaten) verabfolgt. Der Impfschutz setzt bereits ab der 2. Woche nach der ersten lmpfinjektion ein und hält nach der zweiten lmpfinjektion mindestens 10 Jahre an. Die Verträglichkeit der Impfung ist ausgesprochen gut. Impfkomplikationen wurden bisher nicht berichtet.</p>
<p><I>Gelbfieber: </I>Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen, die in den tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas, nicht aber in Asien heimisch sind. Die Infektion führt nicht selten zu schweren Schäden an inneren Organen (ZNS, Leber, Niere). Es fehlt eine kausale Therapie; zu tödlichen Verläufen durch Leber- und Nierenversagen kommt es bei > 20% der Erkrankten. Die Impfung mit einem Lebendimpfstoff ist die einzige effektive und gut verträgliche Möglichkeit eines Schutzes. In den meisten Ländern der genannten Regionen wird er nicht nur für Einreisende an der Landesgrenze gefordert, sondern auch für die einheimische Bevölkerung empfohlen und vorgenommen. Zur Impfung sind nur bestimmte Gelbfieber-lmpfstellen zugelassen. Sie sind über die zuständigen Gesundheitsämter zu erfahren.</p>
<p><I>Typhus: </I>Den Erreger des Typhus, Salmonella typhi, kann man sich unter schlechten hygienischen Verhältnissen jederzeit einfangen. Davon zeugen auch die zahllosen Typhuserkrankungen in Deutschland in den Jahren 1945 bis 1947. Nach untypischem Krankheitsbeginn kommt es meist zu einer längeren Fieberperiode mit Bewußtseinstrübung und Beteiligung innerer Organe (Darm, Leber, Gallenblase, Herz, Lunge, Knochenmark). Dauerausscheider von S. typhi dürfen nicht in der Lebensmittelherstellung oder -verarbeitung beschäftigt sein. Für die Impfung stehen zwei unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung: Ein oraler Lebendimpfstoff, der in einer Kapsel rund 1 Milliarde abgeschwächte Keime enthält. Insgesamt 3 Kapseln werden an den Tagen 1, 3 und 5 eingenommen. Der Impfschutz beginnt etwa 10 Tage nach der 3. Kapsel und hält vermutlich 1 bis 3 Jahre an. Außerdem gibt es einen parenteralen Totimpfstoff, der den Vorteil hat, auch bei lmmunschwäche eingesetzt werden zu können. Nach einer Injektion wird ein Impfschutz von 1 bis 3 Jahren erzielt.</p>
<p><I>Meningokokken: </I>Meningokokken kommen zwar bei ca. 5% gesunder Menschen (gesunde Keimträger) im Nasen-Rachen-Raum vor, können aber (besonders im jungen Kindesalter) zu Iebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Sehr gefürchet sind die eitrige Meningitis und Sepsis sowie das foudroyant verlaufende Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Ohne rechtzeitige Antibiotikatherapie haben diese Patienten keine Überlebenschance. Epidemisch treten Meningokokken-Erkrankungen in gewissen Abständen im sog. tropischen Meningokokken-Gürtel (südliche Sahara-Länder in Afrika, Indien, Nepal, Golfstaaten, Tropengürtel in Südamerika) auf. Auch in Mitteleuropa werden immer wieder Meningokokken-lnfektionen beobachtet, die allerdings nicht epidemisch, sondern sporadisch oder allenfalls endemisch auftreten.</p>
<p>Für die lmpfpraxis ist es bedeutungsvoll, daß gegen die in Deutschland meist auftretenden Meningokokken vom Serotyp B bisher kein Impfstoff zur Verfügung steht, während gegen die in den Tropen vorkommenden Serotypen A, C u.a. ein effektiver Totimpfstoff existiert. Eine einmalige Injektion bietet einen Schutz, der etwa 2 Wochen nach der Impfung einsetzt und ca. 5 Jahre anhält. Vorgeschrieben ist die Impfung für Pilger bei Einreise nach Saudi-Arabien (3).</p>
<p><I>Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): </I>FSME-Viren werden von Zecken (Ixodes ricinus = Holzbock) beherbergt, die in bewaldeten Flußniederungen der Donau und ihrer Nebenflüsse (beispielsweise in Württemberg, Bayern, Tschechien, Slowakei, Österreich, Ungarn), aber auch in Südschweden und osteuropäischen Ländern bis nach Sibirien anzutreffen sind. Die Zecken bedingen auch die saisonale Häufung der FSME in den Monaten April bis Oktober. Jährlich bereisen Millionen Touristen diese &#8222;Naturherde&#8220; (11). Selbstverständlich bedeutet nicht jeder Zeckenstich eine FSME-lnfektion und nicht jede Infektion eine Erkrankung. Doch wenn es zu einer Erkrankung mit ZNS-Beteiligung kommt, dann ist mit einem dramatischen Verlauf und sogar mit Defektheilung oder tödlichem Ausgang zu rechnen. In Deutschland werden jährlich etwa 150 bis 200 FSME-Erkrankungen gemeldet. Eine kausale Therapie steht nicht zur Verfügung. Nur eine Impfung bietet einen Schutz. Sie wird nicht nur als Reiseimpfung, sondern für Wald- und Forstarbeiter in den aktiven Naturherden auch als Impfung für Berufsgruppen angeboten.</p>
<p>Der Totimpfstoff wird i.m. in drei Teilinjektionen (initial, nach einem Monat und nach 12 Monaten) injiziert. Seine Schutzwirkung beginnt etwa 10 Tage nach der zweiten Injektion, die in dringenden Fällen auf 2 Wochen nach der ersten Injektion vorgezogen werden kann, und hält nach der 3. Injektion etwa 5 Jahre an. Als lmpfreaktion tritt relativ selten eine leichte Rötung an der lnjektionsstelle auf. lmpfkomplikationen werden in einer Häufigkeit von 1 auf 1 Million Impfungen als Neuritis oder Polyneuritis (Guillain-Barré-Syndrom) beschrieben (6, 7).</p>
<p><I>Tollwut:</I> Die Tollwut ist eine Infektionskrankheit mit 100%iger Letalität. Das Tollwut-Virus (Lyssavirus) wird durch Tierbiß (Fuchs, Rind, Reh, Katze, Hund) übertragen und befällt das Nervensystem. Der Tod tritt unter Muskelzuckungen, Atem- und Schluckstörungen bei vollem Bewußtsein ein. Da jede noch so intensive Behandlung aussichtslos ist, gilt es, bereits bei Tollwutverdacht mit der postexpositionellen Impfung zu beginnen. Reisende in Tollwutregionen (in Indien, Ostasien, Afrika, insbesondere in Entwicklungsländern sind streunende Straßenhunde häufig tollwutinfiziert) und bestimmte Berufsgruppen mit erhöhtem Tollwutrisiko (Tierärzte, Laborpersonal, Jäger, Waldarbeiter, Landwirte in Risikogebieten) sollten präexpositionell geimpft werden.</p>
<p>Der Totimpfstoff wird in 3 Einzeldosen im. an den Tagen 0, 28 und 56 (oder 0, 7, 21) injiziert. Boosterungen sind nach 1 Jahr, danach alle 2 bis 5 Jahre und nach einem Biß tollwutverdächtiger Tiere erforderlich.</p>
<p><I>Impfungen für Berufsgruppen: </I>Der enge Kontakt mit kontagiösen Patienten (Pflegeberufe) oder mit erregerhaltigem Untersuchungsmaterial (Laborberufe) verlangen zur eigenen Sicherheit einen aktuellen Impfschutz. Auch Berufstätige mit regelmäßigem Kinderkontakt (Kinderkrankenschwestern, Erzieherinnen, Lehrer) sollten sich durch lmpfungen schützen, sofern sie nicht bereits eine natürliche Immunität besitzen. Andererseits bedeutet jede lmmuniätslücke bei medizinischem Betreuungspersonal (Ärzte, Schwestern) eine potentielle lnfektionsgefährdung für empfängliche Patienten, wie z.B. bei AIDS- oder Krebspatienten. Auch deshalb sollten Vertreter aller medizinischen Berufe auf die Aktualisierung ihres Impfschutzes bedacht sein.</p>
<p>Die für die in der Praxis wichtigsten Indikationsimpfungen wegen eines beruflichen Risikos sind in der Tab. 2 zusammengestellt.</p>
<p><I>Impfungen wegen infektionsexponierender Lebensweise:</I> Personen mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr, insbesondere auch Homosexuelle und Sado-Masochisten, sowie Drogensüchtige, die von parenteralen Applikationen abhängig sind, bedürfen dringend und rechtzeitig eines lmpfschutzes gegen Hepatitis B.</p>
<p><I>Impfungen bei Unfällen: </I>Unfälle gehen häufig mit einer direkten oder indirekten lnfektionsgefährdung einher. Tetanussporen sind ubiquitär vorhanden. Auch die kleinste Verletzung kann zu einer Infektion führen, wenn sie mit sporenhaltiger Erde verschmutzt ist. Ebenfalls sollten Verbrühungen, Verbrennungen und jeder Tierbiß grundsätzlich als tetanusinfiziert betrachtet werden. Tab. 3 enthält die Empfehlungen zum Tetanusschutz nach Verletzungen.</p>
<p><B>Indikationsimpfung bei Personen mit überdurchschnittlicher lnfektionsdisposition.</B> <I>Impfungen bei Frauen mit Kinderwunsch: </I>Eine Frau mit Kinderwunsch ist gut beraten, wenn sie an den eigenen Impfschutz denkt. Sie überträgt nämlich damit gleichzeitig dem werdenden Kind eine &#8222;Leihimmunität&#8220; &#8211; den sog. &#8222;Nestschutz&#8220; &#8211; vor vielen prä- und perinatalen Infektionen für die ersten Lebensmonate. Deshalb sollte der Hausarzt seine jungen Patientinnen dahingehend beraten, daß sie sich vor einer Schwangerschaft den in Tab. 4 aufgeführten (Nach hol-) Impfungen unterziehen.</p>
<p><I>Impfungen bei älteren Personen (> 60 Jahre): </I>Im höheren Lebensalter gibt es lnfektionsgefährdungen, die teilweise auf dem Nachlassen der Immunfunktionen beruhen. Die praktischen Impfempfehlungen für dieses Alter berücksichtigen auch die altersbedingten Gefährdungen (Funktionsminderung von Herz, Kreislauf und Atemorganen) bzw. Verletzungen (z.B. als Hobbygärtner). Tab. 5 gibt Empfehlungen für die Impfung älterer Menschen.</p>
<p><I>Impfungen bei lmmunschwachen: </I>Patienten mit angeborener lmmunschwäche (z.B. schwerer kombinierter lmmundefekt) sind selten. Wesentlich häufiger wird eine lmmunschwäche im Rahmen einer HIV-Infektion, eines Antikörpermangels, eines Asplenie-Syndroms oder einer immunsuppressiven Therapie erworben. Diese Patienten sind überdurchschnittlich infektionsgefährdet und brauchen unbedingt den größtmöglichen Impfschutz. Ihre Immunantwort ist jedoch eingeschränkt. Deshalb ist es ratsam, den Impferfolg durch Antikörpertestung zu kontrollieren.</p>
<p>Lebendimpfstoffe sind bei allen Patienten mit lmmundefekt oder lmmunschwäche streng kontraindiziert. Totimpfstoffe wie Toxoidimpfstoffe, Hepatitis A und B, insbesondere auch diejenigen gegen Haemophilus influenzae b, Pneumokokken und Influenza sind nachweislich von Nutzen für diese Patienten. Ihre <I>Familienangehörigen und Pflegepersonen </I>sollten ebenfalls über einen kompletten Impfschutz verfügen. Dies gilt insbesondere auch für Masern, Mumps, Röteln und Varizellen, sofern nicht eine natürliche Immunität vorliegt.</p>
<p>Patienten mit <I>akuten oder chronischen Leukämien </I>können während ihrer Remission gegen Varizella geimpft werden, wenn sie seronegativ sind, obwohl es sich um einen attenuierten Lebendimpfstoff handelt (5).</p>
<p>Eine topische (dermale oder inhalative) <I>Kortikosteroid-Therapie </I>ist keine Kontraindikation gegen Impfungen, auch mit Lebendimpfstoffen. Lediglich eine hochdosierte systemische Behandlung (>2 mg/kg/d Prednison länger als 2 Wochen) sollte mindestens 14 Tage abgesetzt sein, bevor ein Lebendimpfstoff verabfolgt wird.</p>
<p>Patienten mit <I>M. Hodgkin </I>bedürfen vor allem eines Impfschutzes gegen Haemophilus influenzae b und Pneumokokken, ebenso auch Patienten nach <I>Milzexstirpation. </I>Am wirksamsten ist der Impfschutz, wenn der Impftermin mindestens 14 Tage vor einer (geplanten) Milzentfernung oder Bestrahlung bzw. Chemotherapie liegt.</p>
<p>Impfungen mit inaktivierten oder abgeschwächten Viren bzw. Lebendvakzinen sollten wegen der durch die meisten Zytostatika ausgelösten Immunsuppression frühestens 3 Monate nach der letzten <I>Zytostatikagabe </I>erfolgen. Eine aktive orale Immunisierung gegen Poliomyelitis muß bei Familienangehörigen, die in engem Kontakt mit dem Patienten leben, verschoben werden.</p>
<p><I>Transplantatempfänger von Knochenmark </I>sollten auf ihre Impfimmunität überprüft werden, da sie nicht immer die Immunität ihres Spenders ohne Verlust übernehmen. Eine Vakzinierung bzw. Revakzinierung wird für Totimpfstoffe (Toxoide, Pertussis, Haemophilus influenzae b, Pneumokokken) etwa 12 Monate nach Transplantation und für Lebendimpfstoffe (MMR, Varizella, niemals jedoch orale Polio-Vakzine!) etwa 24 Monate nach Transplantation empfohlen (5).</p>
<p>Patienten mit asymptomatischer <I>HIV-Infektion </I>sollen &#8211; entsprechend dem aktuellen Impfplan &#8211; Impfungen gegen Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Haemophilus influenzae b, IPV und MMR erhalten. Darüber hinaus ist eine jährliche Impfung gegen Influenza sowie eine Impfung gegen Pneumokokken angezeigt. Liegt eine symptomatische HIV-Infektion vor, ist die Lebendimpfung mit MMR erst nach sorgfältiger Risikoabwägung vorzunehmen (8).</p>
<p><B>Literatur</p>
<p></B>1. Epidemiologisches Bulletin 15/98. Robert-Koch-Institut, Berlin.<br />2. Lange, W.R., et al.: Am. J. Trop. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=2173432&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1990, <B>43</B>, 527</a>.<br />3. Markus, R.: Brandenburger Ärzteblatt 1997, <B>7</B>, 392.<br />4. Mulhall, B.R, et al.: Med. J. Aust. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8487717&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>158</B>, 530</a>.<br />5. Peter, Georges (Hrsg.): 1997 Red Book &#8211; Report of the Committee on lnfections Diseases. 24. Aufl.<br />6. Quast, U., Thilo, W., Fescharek, R.: lmpfreaktionen &#8211; Bewertung und Differentialdiagnose. Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1997, 2. Aufl.<br />7. Roggendorf, M.: Nebenwirkungen der Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis. In: Impfreaktionen &#8211; lmpfkomplikationen &#8211; 40 Jahre DVV (Hrsg.: G. Maass). Kilian-Verlag, Marburg 1995.<br />8. Scholz, H., Belohradsky, B.H., Kreth, W., Roos, R., Stehr, K. (Hrsg.): Handbuch &#8211; Infektionen bei Kindern und Jugendlichen (DGPI). Futuramed Verlag, München 1997.<br />9. Spiess, H. (Hrsg.): Impfkompendium. Thieme-Verlag, Stuttgart, New York 1994.<br />10. Stratton, K.R., Howe, C.J., Johnston, R.B. (Hrsg.): Adverse Events Associated with Childhood Vaccines &#8211; Evidence Bearing on Causality. National Academy Press, Washington, D.C. 1994.<br />11. Süss, J., Kahl, O. (Hrsg.): Tick-borne Encephalitis and Lyme Borreliosis. Pabst Science Publishers 1997.<br />12. Steffen, R.: Vaccine <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8387717&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>11</B>, 518</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/1998/09/Abbildung-1998-65-5.gif" alt="Abbildung 1998-65-5.gif" class="table-figure"></p>
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