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	<title>Niacin Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Newsletter Dezember 2018</title>
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		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2018 10:21:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Arzneimittelbriefes! Wir dürfen Ihnen unsere aktuelle Ausgabe vorstellen: Zur klinischen Bedeutung pharmakogenetischer Tests Pharmakogenetische Tests boomen. Es handelt sich dabei um ein Screening auf Keimbahnvarianten bestimmter Proteine, die an der Wirkung und dem Metabolismus von Arzneimitteln beteiligt sind (Transportproteine, Enzyme, u.a.). Mit Hilfe dieser Informationen (z.B. langsamer, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
liebe Freunde des Arzneimittelbriefes!</p>
<p>Wir dürfen Ihnen unsere aktuelle Ausgabe vorstellen:</p>
<p><b id="1">Zur klinischen Bedeutung pharmakogenetischer Tests</b></p>
<p>Pharmakogenetische Tests boomen. Es handelt sich dabei um ein Screening auf Keimbahnvarianten bestimmter Proteine, die an der Wirkung und dem Metabolismus von Arzneimitteln beteiligt sind (Transportproteine, Enzyme, u.a.). Mit Hilfe dieser Informationen (z.B. langsamer, normaler oder ultraschneller Metabolisierer) soll die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneimitteln voraussagbar werden. Die klinische Validität und der individuelle Nutzen der gewonnenen Informationen sind jedoch in den meisten Fällen völlig unklar. Zudem spielt die Pharmakogenetik nur bei einem Bruchteil der häufig verschriebenen Arzneimittel eine klinisch bedeutsame Rolle. Die prädiktiven Werte sind gering oder unklar. Ein allgemeines pharmakogenetisches Screening ist daher allenfalls ein teures „nice to have“ und derzeit abzulehnen, insbesondere wenn die Patienten das selbst bezahlen sollen.<br />
Grund für eine gezielte pharmakogenetische Testung könnte die unzureichende Wirksamkeit eines Arzneimittels oder unerwartete Nebenwirkungen sein. Von diesem allgemeinen Screening sind gezielte genetische Untersuchungen von Tumorgewebe auf somatische Mutationen abzugrenzen. Diese sind längst etabliert und können wertvolle Auskunft geben über die Wirksamkeit von Onkologika beim individuellen Patienten. Unser Hauptartikel informiert an Hand von Beispielen, u.a. aus der Psychopharmakologie, über den Sinn und Unsinn pharmakogenetischer Tests.</p>
<p><b id="2">PCSK-9-Hemmer Alirocumab: statistisch signifikante aber klinisch geringe Effekte</b></p>
<p>In der lang erwarteten ODYSSEY OUTCOME Studie konnten bei Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom statistisch signifikante aber klinisch geringe Effekte durch eine Behandlung mit dem PCSK9 Hemmer Alirocumab nachgewiesen werden. Die Patienten erhielten alle die maximal tolerierte Statin-Dosis und Alirocumab oder Plazebo. Ziel der Behandlung war ein LDL-Cholesterin zwischen 25-50 mg/dL. In Relation zu der erzielten zusätzlichen LDL Senkung (bis zu -62%) waren die klinischen Auswirkungen gering: die kardiovaskuläre Letalität innerhalb von 2,8 Jahren wurde überhaupt nicht und die Gesamt Letalität nur geringfügig gesenkt mit einer Number Needed to Treat von 166. Zudem scheinen bestimmte Subgruppen überhaupt keinen Nutzen von den extrem niedrigen LDL-Werten zu haben. Da auch weiterhin Daten zur Langzeitsicherheit fehlen, ist der von den Kardiologischen Fachverbänden geforderte „breite Zugang“ zu diesen Arzneimitteln abzulehnen.</p>
<p><b id="3">Patienten mit leichter Hypertonie ohne weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren: Zweifel am Nutzen einer medikamentösen Therapie</b></p>
<p>Die Entscheidung, wann bei einem Patienten eine blutdrucksenkende Arzneimitteltherapie beginnen sollte, ist nicht immer einfach ─ insbesondere bei Patienten, deren Charakteristika nicht gut in klinischen Studien vertreten sind. Eine große retrospektive Kohortenstudie zeigte nun bei Patienten mit einer leichten Hypertonie (RR:140/90-159/99mmHg) ohne weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren keinen Unterschied in der Gesamtsterblichkeit und bei kardiovaskulären Ereignissen zwischen antihypertensiv Behandelten und Unbehandelten.</p>
<p><b id="4">Rivaroxaban zur Antikoagulation nach TAVI ungeeignet</b></p>
<p>In einem Rote-Hand-Brief informiert die Bayer AG in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur, dass die Phase-III-Studie GALILEO vorzeitig abgebrochen wurde. In dieser Studie erhielten Patienten nach TAVI randomisiert eine Rivaroxaban-basierte Antikoagulationsstrategie oder eine Plättchenhemmer-basierte Strategie. Grund für den Studienabbbruch war in vorläufigen Ergebnissen ein Anstieg der Gesamtsterblichkeit sowie von Thromboembolie- und Blutungsereignissen.</p>
<p><b id="5">Demenz bei Patienten mit M. Parkinson: Kombination von Antidementiva und Anticholinergika ungünstig</b></p>
<p>Versicherungsdaten aus den USA zeigen, dass bei Patienten mit M.Parkinson und Demenz häufig Cholinesterasehemmer als Antidementivum und Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung (z.b. Spasmolytika oder bestimmte Antidepressiva) zugleich verordnet werden. Dies ist pharmakologisch widersprüchlich und wird daher auch als Medikationsfehler angesehen. In dem Artikel werden Arzneimittel mit anticholinerger Eigenschaften aufgeführt und auf diese wichtige Interaktion hingewiesen.</p>
<p><b id="6">Protonenpumpenhemmer für Patienten auf der Intensivstation mit Risiko für gastrointestinale Blutungen?</b></p>
<p>Eine große prospektive Studie zeigt keinen Nutzen der weitverbreiteten „Stress-Ulkus-Prophylaxe“ mit Protonenpumpenhemmern bei Patienten auf Intensivstationen.</p>
<p><b id="7">Ethische Aspekte der Herzschrittmachertherapie</b></p>
<p>Ethische Aspekte der Herzschrittmachertherapie reichen von (fehlenden) Handlungsanweisungen für Situationen am Lebensende über vielschichtige Interessenkonflikte und Probleme, die sich aus dem raschen technologischen Fortschritt ergeben. Hinzu kommt eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen industrieseitig angebotener High-Tech-Medizin und der für Patienten und Gesundheitssysteme erschwinglichen und verfügbaren Versorgung. Der Artikel diskutiert einige dieser für Patienten, Angehörigen und ÄrztInnen</p>
<p><strong>Kurznachrichten</strong></p>
<p><strong>Unser Mitherausgeber Wolf-Dieter Ludwig</strong> wurde am 07.12.2018 erneut zum Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) gewählt. Er bekleidet dieses Amt seit 2007 (<a href="https://www.akdae.de/Kommission/Presse/Pressemitteilungen/index.htm">https://www.akdae.de/Kommission/Presse/Pressemitteilungen/index.htm</a>).</p>
<p><strong>Bundesrat stimmt für Abschaffung von Importquote für Arzneimittel</strong> Damit folgt dieses Gremium den Empfehlungen der Task Force zur Aufklärung der Vorgänge um den brandenburgischen Arzneimittelhändler Lunapharm (s. ARZNEIMITTELBRIEF November). Weitere Empfehlungen waren u.a.: bessere organisatorische Abläufe und adäquate, kompetente personelle Ausstattung sowohl der Aufsichtsbehörden (<a href="https://www.bundesrat.de/pk-top.html?id=18-973-27">https://www.bundesrat.de/pk-top.html?id=18-973-27</a>).</p>
<p><strong>Nützliche Quellen im Netz</strong><br />
<strong>The SIDER database of drugs and side effects</strong> ist eine nicht kommerzielle, barrierefreie Recherche-Datenbank zu unerwünschten Arzneimittelreaktionen (UAW). Listet tabellarisch die Informationen aus den Fachinformationen und Einzelfallberichte auf. Einfache, schnelle Recherchefunktion. Herausgegeben von European Molecular Biology Laboratory (EMBL), in Heidelberg (<a href="http://sideeffects.embl.de/">http://sideeffects.embl.de/</a>)</p>
<p>Viel Spaß beim Lesen des aktuellen Newsletters,</p>
<p>Ihre Herausgeber Wolf-Dieter Ludwig und Jochen Schuler.</p>
<p><a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2018/12/AMB_Banner_2018_Geschenk.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-4411" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2018/12/AMB_Banner_2018_Geschenk.jpg" alt="AMB_Banner_2018_Geschenk" width="285" height="285" srcset="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2018/12/AMB_Banner_2018_Geschenk.jpg 285w, https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/2018/12/AMB_Banner_2018_Geschenk-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 285px) 100vw, 285px" /></a></p>
<p><span style="color: #262626;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;"><b>Sie wissen nicht, was Sie schenken sollen?</b></span></span></span></p>
<p><span style="color: #262626;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;">Machen Sie jemandem eine Freude, verschenken Sie ein Geschenkabonnement. </span></span></span><a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Abonnement-Einzelnutzer-Geschenk.aspx"><span style="color: #0000ff;"><span style="font-family: Arial, sans-serif;"><span style="font-size: medium;"><span style="text-decoration: underline;">Wie es geht, erfahren Sie hier&#8230;</span></span></span></span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Info DER ARZNEIMITTELBRIEF</h2>
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<p><strong>Kritisch</strong> Alle Beiträge im ARZNEIMITTELBRIEF sind Aus- und Bewertungen der aktuellen medizinischen Literatur und Therapieverfahren. Wir verwenden die Methoden und Kriterien der Evidenz-basierten Medizin und beziehen eindeutig Stellung zum Nutzen und zum Risiko einer Therapie</p>
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		<title>Nahrungsergänzungsmittel: Wenig bis kein kardiovaskulärer Nutzen</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/nahrungsergaenzungsmittel-wenig-bis-kein-kardiovaskulaerer-nutzen/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 05 Dec 2018 16:15:40 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2018, 52, 81  Nahrungsergänzungsmittel: Wenig bis kein kardiovaskulärer Nutzen Zusammenfassung: Ein aktuelles Review untersuchte die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln auf kardiovaskuläre Endpunkte bei Personen, die keinen nachgewiesenen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen hatten. Abgesehen von einer mäßigen Reduktion von Schlaganfällen durch Folsäure zeigten sich dabei – wie bereits in einem großen Review vor fünf Jahren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span id="Content1_UCAnzeigeArtikel1_AnzeigeNr">AMB 2018, <strong>52</strong>, 81 </span></p>
<h2>Nahrungsergänzungsmittel: Wenig bis kein kardiovaskulärer Nutzen</h2>
<p><b>Zusammenfassung: </b>Ein aktuelles Review untersuchte die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln auf kardiovaskuläre Endpunkte bei Personen, die keinen nachgewiesenen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen hatten. Abgesehen von einer mäßigen Reduktion von Schlaganfällen durch Folsäure zeigten sich dabei – wie bereits in einem großen Review vor fünf Jahren (2) – allenfalls geringfügige positive und bei Antioxidanzien und Niacin sogar negative Effekte. Empfehlungen, solche Nahrungsergänzungsmittel zur Protektion oder gar Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen einzunehmen, sind nicht evidenzbasiert. Der nur aus einer einzigen Studie stammende positive präventive Effekt von Folsäure auf kardiovaskuläre Ereignisse muss in großen Studien weiter untersucht werden. <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2018&amp;S=81">bitte Artikel Abonnieren==&gt;&gt;</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Alle Artikel zum Schlagwort: Nahrungsergänzungsmittel,</h2>
<p>Nahrungsergänzungsmittel: Wenig bis kein kardiovaskulärer Nutzen <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2018&amp;S=81" target="_self">2018, <b>52</b>, 81</a><br />
„Supplementierung” mit antioxidativen Vitaminen erhöht eher das Letalitätsrisiko <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2007&amp;S=76" target="_self">2007, <b>41</b>, 76</a></p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wechselwirkungen-zwischen-arzneimitteln-und-nahrungsmitteln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 1997 11:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Über den Einfluß der Nahrungsaufnahme auf Arzneimittelwirkungen herrscht noch viel Unklarheit. Von vielen Arzneistoffen fehlen oder finden sich widersprüchliche Angaben in der Literatur. Die Wirkung von Arzneimitteln kann durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme verstärkt oder abgeschwächt werden bzw. unbeeinflußt bleiben. Art und Umfang des Nahrungseinflusses auf die Bioverfügbarkeit, d.h. auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über den Einfluß der Nahrungsaufnahme auf Arzneimittelwirkungen herrscht noch viel Unklarheit. Von vielen Arzneistoffen fehlen oder finden sich widersprüchliche Angaben in der Literatur.</p>
<p>Die Wirkung von Arzneimitteln kann durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme verstärkt oder abgeschwächt werden bzw. unbeeinflußt bleiben. Art und Umfang des Nahrungseinflusses auf die Bioverfügbarkeit, d.h. auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der der Arzneistoff resorbiert wird oder am Ort der Wirkung vorliegt, hängt von seiner chemischen Struktur, der Dosis, der Formulierung, der Menge und Zusammensetzung der Nahrung und dem zeitlichen Abstand zwischen Arzneimitteleinnahme und Nahrungsaufnahme ab. Gleichzeitige Nahrungsaufnahme kann die Resorption und die Elimination eines Arzneistoffs beeinflussen.</p>
<p><B>Nahrungseinfluß auf die Arzneistofft-Resorption:</B> Nahrung kann über folgende Mechanismen die Resorption eines Arzneistoffs beeinflussen:</p>
<p><UL></p>
<li>Verzögerung der Magenentleerung,</li>
<li>Erhöhung des Magen-pH-Wertes,</li>
<li>Wechselwirkung zwischen Arzneistoff und Nahrungsbestandteilen,</li>
<li>vermehrte Gallesekretion.</li>
<p></UL><br />Den größten Einfluß auf die Resorption hat die infolge der verringerten Magenmotilität bei Nahrungsaufnahme <I>verzögerte Magenentleerung. </I>Fettreiche sowie grobe Nahrung, heiße Mahlzeiten und hochvisköse Lösungen verzögern besonders stark; weniger verlangsamend wirken Eiweiße und Kohlenhydrate. Hierdurch gelangen Arzneistoffe langsamer zu den resorptionsaktiven Bereichen des Darms.</p>
<p>Nahrung bedingt in den ersten 60 bis 90 Minuten eine <I>Erhöhung des pH-Wertes </I>im Magen von nüchtern 1,5 bis 2,0 auf Werte zwischen 3 und 6. Eine solche pH-Erhöhung kann sich &#8211; in Abhängigkeit vom lonisationsgrad &#8211; unterschiedlich auf die Resorption, besonders von schwerlöslichen sauren oder basischen Arzneistoffen, auswirken.</p>
<p>Die physikalische oder chemische Stabilität mancher Arzneimittel kann durch einen Anstieg des Magen-pH verschlechtert werden. Insbesondere ist eine veränderte Arzneistoff-Freisetzung aus magensaftresistenten oder aus Retard-Arzneimitteln zu beachten. Die kontinuierliche Freisetzung aus vielen Retard-Zubereitungen während der Magen-Darm-Passage beruht auf dem pH-abhängigen Auflösungsprozeß der Hilfsstoffe, die dem Arzneimittel zugesetzt sind und die Retardierung bewirken.</p>
<p>Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme kann es zur<I> Adsorption </I>sowie zur <I>Komplex- oder Salzbildung </I>zwischen Arzneistoff und Nahrungsbestandteilen kommen. Meist vermindern diese Wechselwirkungen die Resorption. Das klassische Beispiel ist die Eigenschaft der meisten Tetracycline, mit mehrwertigen Kationen, z.B. den Kalziumionen der Milch, schwerlösliche Komplexe zu bilden. Ballaststoffe, wie Pektine in kohlenhydratreicher Nahrung, können Arzneistoffe adsorbieren. Eisenpräparate bilden mit den Gerbstoffen im Tee schwerlösliche Komplexe.</p>
<p>Vielfach wirken sich die beschriebenen Nahrungseinflüsse nur verzögernd auf die Resorption aus, wobei die insgesamt resorbierte Arzneistoffmenge jedoch häufig unverändert bleibt.</p>
<p>Besondere Verhältnisse können bei <I>fettreicher Nahrung </I>vorliegen. Gleichzeitige Aufnahme lipophiler, schwerlöslicher Arzneistoffe kann zu erhöhter Bioverfügbarkeit führen. Griseofulvin z.B. wird bei Nüchterneinnahme unvollständig resorbiert. Fettreiche Nahrung hemmt die Magen-Darm-Motilität. Dadurch kann sich bereits im Magen eine größere Menge des lipophilen Griseofulvins im Fett der Nahrung lösen. Außerdem stimuliert fettreiche Nahrung die Produktion von Galleflüssigkeit. Gallensäuren fördern durch ihre benetzende Wirkung zusätzlich die Löslichkeit schwerlöslicher Arzneistoffe und erhöhen damit deren Resorption und Bioverfügbarkeit (s. Tab. 1 C).</p>
<p><B>Nahrungseinflüsse auf die Arzneistoff-Elimination:</B> Die Eliminationskinetik kann durch Nahrung infolge pH-Änderung des Harns und Einfluß auf den Metabolismus des Arzneistoffs verändert werden.</p>
<p>Eiweißreiche Nahrung säuert den Urin an. Als Folge werden schwache Säuren &#8211; z.B. Nitrofurantoin, Salizylsäure und Sulfonamide &#8211; wegen verstärkter Reabsorption in den Tubuli der Niere langsamer ausgeschieden. Vorwiegend pflanzliche Nahrung ergibt einen mehr alkalischen Harn, und schwache Arzneistoffbasen &#8211; z.B. Amphetamin, Procain, Chinin und Chloroquin &#8211; werden in ihrer Ausscheidung gehemmt.</p>
<p>Über den Einfluß der Nahrung auf den <I>Arzneistoff-Metabolismus </I>liegen nur begrenzte Untersuchungen vor. Bei Arzneistoffen mit hohem &#8220;First pass&#8221;-Effekt ergibt sich teilweise eine erhöhte Bioverfügbarkeit, z.B. bei Propranolol, Metoprolol, Hydralazin. Die Leberenzyme werden durch die gleichzeitige Metabolisierung von Nahrungsbestandteilen so in Anspruch genommen, daß der Metabolismus des Arzneistoffs gehemmt wird.</p>
<p>Vereinzelt werden in der Literatur auch entgegengesetzte Effekte beschrieben, z.B. daß Nahrungsbestandteile die Aktivität von Leberenzymen steigern, was zu einer niedrigeren Bioverfügbarkeit führt.</p>
<p>Ein die Kinetik der <I>Arzneistoff-Verteilung </I>beeinflussender Effekt wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von eiweißreicher Nahrung mit Levodopa gefunden. Hier kommt es zu einer geringeren Wirksamkeit, da infolge der Kompetition des Levodopa mit Nahrungs-Aminosäuren um das für die Überwindung der Blut-Hirn-Schranke verantwortliche Transportsystem weniger Arzneistoff in das Gehirn gelangt.</p>
<p><B>Bedeutung der Einnahmeflüssigkeit:</B> Menge und Zusammensetzung der Einnahmeflüssigkeit können die Bioverfügbarkeit beeinflussen. Ein Arzneimittel sollte mit viel Flüssigkeit (150 bis 200 ml) eingenommen werden. Dies bedingt eine bessere Auflösung schwerlöslicher Arzneistoffe, einen schnelleren Transport in den Dünndarm und häufig eine bessere Verträglichkeit.</p>
<p>Die Zusammensetzung der Einnahmeflüssigkeit kann bedeutsam sein. Wasser ist indifferent. Bekannt sind die mit Milch und Milchprodukten auftretenden Probleme einiger Arzneistoffe. Die in Milch enthaltenen Kalziumionen bilden z.B. mit den meisten Tetracyclinen &#8211; außer Doxycyclin und Minocyclin &#8211; schwer resorbierbare Komplexe; daraus resultieren um 50 bis 80% niedrigere Serumspiegel. Zuckerreiche, osmotisch wirksame Getränke verzögern die Magenentleerung. Keinesfalls sollten säureinstabile Arzneistoffe, wie Ampicillin, Cloxacillin oder Erythromycin-Base mit Fruchtsäften eingenommen werden.</p>
<p>Für mehrere Arzneistoffe, wie Terfenadin, Triazolam, Ciclosporin, werden z.T. beträchtliche Erhöhungen der Bioverfügbarkeit bei Einnahme mit Grapefruitsaft gefunden. Hier muß vor unfreiwilligen Überdosierungen gewarnt werden. Mit Coca-Cola wurde eine erhöhte Bioverfügbarkeit z.B. von Ketoconazol und Riboflavin gefunden.</p>
<p>Die Vermeidung alkoholhaltiger Einnahmeflüssigkeiten sollte insbesondere wegen der vielfachen Wechselwirkungen mit Arzneistoffen selbstverständlich sein.</p>
<p><B>Folgerungen:</B> Den schnellsten Wirkungseintritt und für den Patienten die beste Voraussetzung für eine standardisierte Einnahme und Wirkung bei chronischer Verabreichung ermöglicht die <I>Nüchtern-Einnahme. </I>Sie ist auch bei Arzneistoffen angezeigt, bei denen die Bioverfügbarkeit unter Nahrungsaufnahme abnimmt. In Tab. 1 A sind einige Arzneistoffe als Beispiele aufgeführt.</p>
<p>Eine nicht unerhebliche Zahl von Arzneistoffen kann &#8211; besonders bei chronischer Verabreichung &#8211; Magen-Darm-Unverträglichkeit, Erbrechen, Übelkeit oder unerwünschte Plasma-Spitzenkonzentrationen verursachen. Hier ist eine <I>Einnahme während </I>oder <I>unmittelbar nach der Mahlzeit </I>angezeigt. Dabei muß unter Umständen auch eine verringerte Bioverfügbarkeit in Kauf genommen werden (s. Tab. 1 B).</p>
<p><I>Einnahme einer besonders fettreichen Mahlzeit </I>kann bei den in Tab. 1 C aufgeführten Arzneistoffen zu einer deutlich erhöhten Bioverfügbarkeit führen.</p>
<p>Viele Arzneistoffe können <I>unabhängig von der Nahrungsaufnahme </I>eingenommen werden (s. Tab. 1 D).</p>
<p>Um den noch vielfach mangelhaften Kenntnissen Rechnung zu tragen, aber den Nahrungseinfluß dennoch bei chronischer Verabreichung von Medikamenten so gering wie möglich zu halten, sollten Patienten angewiesen werden, Arzneimittel jeweils unter gleichen Bedingungen einzunehmen. Dazu gehören:</p>
<p><UL></p>
<li>je nach Vorschrift Nüchtern-Einnahme bzw. Einnahme mit/unmittelbar nach einer Mahlzeit,</li>
<li>bei Nüchtern-Einnahme jeweils gleicher zeitlicher Abstand zur vorangegangenen oder nächsten Mahlzeit,</li>
<li>sofern bekannt ist, daß Nahrung einer bestimmten Zusammensetzung die Arzneistoffkinetik erheblich beeinflussen kann, muß dies beachtet werden,</li>
<li>es sollten jeweils die gleiche Einnahmeflüssigkeit und -menge (in der Regel Wasser) verwendet werden.</li>
<p></UL><br />Die hierfür erforderlichen Hinweise sollten vermehrt und gut verständlich in den Gebrauchsinformationen bzw. Beipackzetteln aufgeführt sein.<br /><B><br />Lesenswerte Literatur</p>
<p></B>1. Merkus, F.W.H.M.: Arzneimittel vor; während oder nach der Mahlzeit? Ein Leitfaden für Ärzte und Apotheker Wissenschaftl. Verlagsges. mbH, Stuttgart 1984.<br />2. Pfeifer, S.; Einfluß von Nahrung auf die Pharmakokinetik von Arzneistoffen. Pharmazie <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8460173&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1993, <B>48</B>, 3</a>.<br />3. Williams, L., et al.: The influence of food on the absorption and metabolism of drugs: an update. Eur. J. Drug Metab. Pharmacokin. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8980916&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>21</B>, 201</a>.<br />4. Ameer, B., und Weintraub, R.A.: Drug lnteractions with Grapefruit Juice. Clin. Pharmacokinet. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9260034&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>33</B>, 103</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/wp-content/uploads/1997/12/Abbildung-1997-89-1.gif" alt="Abbildung 1997-89-1.gif" class="table-figure"></p>
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