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	<title>Nierentransplantation Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Mycophenolat Mofetil versus Azathioprin zur Prävention akuter Abstoßungsepisoden nach Nierentransplantation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2004 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mycophenolat Mofetil]]></category>
		<category><![CDATA[Nierentransplantation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mycophenolat Mofetil (MMF) war Mitte der neunziger Jahre vor Einführung auf den internationalen Markt in drei großen Studien zur Prävention akuter Abstoßungsepisoden nach Nierentransplantation gegen Azathioprin (1, 2) bzw. Plazebo (3) bei Patienten untersucht worden, die bereits Ciclosporin (CIC) erhielten. Die Ergebnisse dieser Studien wurden von Halloran et al. (4) noch einmal in einer gemeinsamen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mycophenolat Mofetil (MMF) war Mitte der neunziger Jahre vor Einführung auf den internationalen Markt in drei großen Studien zur Prävention akuter Abstoßungsepisoden nach Nierentransplantation gegen Azathioprin (1, 2) bzw. Plazebo (3) bei Patienten untersucht worden, die bereits Ciclosporin (CIC) erhielten. Die Ergebnisse dieser Studien wurden von Halloran et al. (4) noch einmal in einer gemeinsamen Analyse zusammengefaßt: Damals wurde eine signifikant stärkere Reduktion der Zahl und Schwere akuter Transplantatrejektionen durch MMF in den ersten 12 Monaten gefunden, verglichen mit Azathioprin. In dieser Zeit wurde das stark hydrophobe CIC allerdings noch in einer öligen Lösung verabreicht. Gegen Ende der neunziger Jahre setzte sich weltweit die CIC-Mikroemulsion durch, die eine konstantere Bioverfügbarkeit dieses Immunsuppressivums gewährleistet und allein dadurch die Zahl akuter Transplantatrejektionen vermindert (5). Remuzzi et al. haben nun geprüft, ob sich auch in der Kombination mit der jetzt verwendeten CIC-Mikroemulsion noch ein signifikanter Vorteil von MMF gegenüber Azathioprin zur Prävention akuter Abstoßungsepisoden nach Nierentransplantation nachweisen läßt (6).</p>
<p>Die Studie wurde in zwei Phasen durchgeführt. Phase A erstreckte sich über die ersten sechs Monate nach der Transplantation. Während dieser Zeit entwickelten unter MMF 56 von 168 Patienten (34%) und unter Azathioprin 58 von 168 Patienten (35%) eine akute Transplantatrejektion. Auch in Phase B (7.-21. Monat) fand sich kein Unterschied zwischen den mit MMF bzw. mit Azathioprin behandelten Patienten. Mit MMF erlebten 14 von 88 Patienten (16%) eine akute Rejektion und mit Azathioprin 11 von 89 (12%). Das Infektionsrisiko und die Rate der Nebenwirkungen waren unter beiden Immunsuppressiva gleich. Die geschätzten Kosten für MMF lagen in beiden Phasen um mehr als das Zehnfache höher als für Azathioprin.</p>
<p>Der naheliegende Schluß, daß nach den Ergebnissen dieser Studie das kostenintensive MMF wieder verlassen werden könnte, ist allerdings mit Vorsicht zu ziehen, denn die Verwendung der CIC-Microemulsion ist nicht der einzige Unterschied zu den MMF-Einführungsstudien. Das Remuzzi-Protokoll zeichnet sich nämlich durch sehr hohe CIC-Zielkonzentrationen im Blut aus, sowohl in der Induktionsphase (250-440 ng/ml) als auch in der Erhaltungstherapie (150-250 ng/ml). Diese Zielspiegel wurden kontrolliert und auch in einem hohen Prozentsatz erreicht. In den Einführungsstudien war die CIC-Dosierung dagegen den teilnehmenden Zentren überlassen worden und wurde nicht dokumentiert. Es kann davon ausgegangen werden, daß die CIC-Konzentrationen in diesen früheren Studien erheblich niedriger lagen. Im Grunde ist die Remuzzi-Studie eher eine Demonstration des rationalen Umgangs mit Calcineurin-Inhibitoren (CIC, Tacrolimus). Der Haupteffekt der Calcineurin-Inhibitoren besteht darin, das Erkennen von Antigenen zu verhindern, und nicht so sehr darin, die Immunantwort zu unterdrücken, nachdem der Erkennungsvorgang bereits stattgefunden hat. Es wurden konsequenterweise bei der Transplantation sehr schnell die wirksamen CIC-Blutspiegel angestrebt und später auf einem relativ hohen Niveau belassen. Es muß daher offen bleiben, ob unter diesen Bedingungen der Effekt, wie er mit MMF oder Azathioprin erreicht wurde, nicht auch mit Plazebo erzielt worden wäre. Erstaunlich ist in der Studie die gute Nierenfunktion, da bei den erzielten CIC-Konzentrationen mit deutlicher Reduktion der renalen Clearance gerechnet werden muß. Über die Spender der Nieren enthält die Publikation keine Informationen. Unter heute in Deutschland üblichen Verhältnissen bei postmortaler Organspende wären CIC-Spiegel in der angegebenen Höhe wegen des Risikos, die Nierenfunktion zu beeinträchtigen, kaum durchzuhalten.</p>
<p>Bei der Immunsuppression nach Nierentransplantation gibt es zur Zeit recht unterschiedliche Entwicklungen. Zum einen wird versucht, sich durch Einsatz neuer Substanzen (z.B. Rapamycin) ganz oder teilweise von den Calcineurin-Inhibitoren zu trennen, zum anderen werden Kombinationen mit Calcineurin-Inhibitoren ohne Kortikosteroide untersucht. Offenbar müssen die Calcineurin-Inhibitoren ausreichend hoch dosiert werden, wenn man sich von Steroiden oder MMF trennen will.</p>
<p><b>Fazit:</b> Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß bei nierentransplantierten Patienten, die CIC in Microemulsion erhalten (und die relativ hohe CIC-Blutkonzentrationen haben), die zusätzliche Gabe von MMF nicht wirksamer akute Abstoßungsepisoden verhindert als die zusätzliche Gabe von Azathioprin. Zudem sind die Kosten für MMF mehr als zehnmal höher.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Sollinger, H.W., for the US Renal Transplant Mycophenolate Mofetil Study Group: Transplantation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7645033&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>60</b>, 225</a>.</li>
<li>The Tricontinental Mycophenolate Mofetil Renal Transplantation Study Group: Transplantation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8623181&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>61</b>, 1029</a>.</li>
<li>European Mycophenolate Mofetil Cooperative Study Group: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7752752&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1995, <b>345</b>, 1321</a>.</li>
<li>Halloran, P., et al., for the International Mycophenolate Mofetil Renal Transplant Study Groups: Transplantation <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9000658&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <b>63</b>, 39</a>.</li>
<li>Keown, P., und Niese, D., on behalf of the International Sandimmun Neoral Study Group: Kidney Int. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9734620&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>54</b>, 938</a>.</li>
<li>Remuzzi, G., et al. (MYSS = <b>MY</b>cophenolate <b>S</b>teroids <b>S</b>paring Study): Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15302193&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>364</b>, 503</a>.</li>
</ol>
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		<title>Kombinierte Nieren- und Pankreas-Transplantation</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/kombinierte-nieren-und-pankreas-transplantation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2000 11:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Mycophenolat Mofetil]]></category>
		<category><![CDATA[Nierentransplantation]]></category>
		<category><![CDATA[Pankreas-Transplantation]]></category>
		<category><![CDATA[Tacrolimus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Brit. Med. J. (1999, 318, 886) findet sich ein kurzer Übersichtsartikel von A. Kumar et al. aus Leeds, UK, in dem über den derzeitigen Stand der kombinierten Nieren- und Pankreas-Transpiantation bei terminal niereninsuffizienten Typ-1-Diabetikern berichtet wird. Der Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) ist heutzutage diejenige Krankheit, die am häufigsten zum terminalen Nierenversagen und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Brit. Med. J. (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10102829&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>318</B>, 886</a>) findet sich ein kurzer Übersichtsartikel von A. Kumar et al. aus Leeds, UK, in dem über den derzeitigen Stand der kombinierten Nieren- und Pankreas-Transpiantation bei terminal niereninsuffizienten Typ-1-Diabetikern berichtet wird. Der Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) ist heutzutage diejenige Krankheit, die am häufigsten zum terminalen Nierenversagen und zur Dialyse- bzw. Nierentransplantations-Indikation führt. Obwohl das Einjahresüberleben eines Nierentransplantats bei Diabetikern ähnlich ist wie bei Nichtdiabetikern, ist die Letalität bei Diabetikern etwa dreimal höher als bei nichtdiabetischen Nierentransplantat-Empfängern. Das hängt mit der fortgeschrittenen Koronarsklerose, mit häufigerem plötzlichem Herztod infolge autonomer Neuropathie und mit vermehrter Infektanfälligkeit der Diabetiker zusammen. Auch strikte Blutzuckerkontrolle kann dieses Exzeß-Risiko nicht eliminieren. Eine Option, besondes bei jüngeren Typ-1-Diabetikern mit terminalem Nierenversagen, ist die kombinierte Nieren- und Pankreas-Transplantation. Insgesamt wurden weltweit seit 1980 etwa 9000 kombinierte Transplantationen durchgeführt, die meisten davon in den USA. Die Zahl der kombinierten Transplantationen beträgt in den USA zur Zeit etwa 1500 pro Jahr. In Großbritannien war man bisher; wahrscheinlich auch aus Kostengründen, gegenüber dieser Methode extrem reserviert, so daß insgesamt im UK kaum 200 kombinierte Transpantationen durchgeführt wurden. In Deutschland beträgt die Zahl insgesamt etwa 500 und z.Z. etwa 150/Jahr. Verbesserte Möglichkeiten zur Verhinderung der Transplantatabstoßung, z.B. durch Einsatz der neueren Immunsuppressiva Tacrolimus (Prograf; s.a. AMB 1993, <B>27</B>, 57; 1994, <B>28</B>, 69; 1995, 29, 64; Knoll, G.A., und Beil, R.C.: Brit. Med. J. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10213717&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>318</B>, 1104</a>) und Mycophenolat-Mofetil (CeII Cept) haben die Prognose des Transplantat-Überlebens jedoch verbessert. Während Nierentransplantate bei weiterhin mit Insulin behandelten Diabetikern nach einigen Jahren wiederum eine diabetische Nephropathie entwickeln und nach 10 Jahren aus diesem Grund nur noch selten funktionieren, ist die kombinierte Transplantation bei guter Funktion des Pankreas-Transplantats besonders günstig für die Funktion der transplantierten Niere. Die &#8222;Lebensqualität&#8220; des erfolgreich kombiniert transplantierten Diabetikers verbessert sich entscheidend, da er wieder normal essen kann und Blutzuckerkontrollen und Insulininjektionen entfallen. Früher wurde der Ductus pankreaticus des Pankreastransplantats in die Blase implantiert, was häufig zu Miktionsbeschwerden und Zystitiden führte. Heute wird der Ductus pancreaticus meist in den Darm abgeleitet. Ein besonderer Fortschritt war die Ableitung der Pankreasvene in eine Vene des Pfortadersystems, nicht mehr in die V. cava oder V. iliaca. Der venöse Abfluß des orthotopen Pankreas mündet über die Vena lienalis in das Pfortadersystem, so daß das Insulin seine wichtige intrahepatische Wirkung (Suppression der Glukoneogenese usw.) entfalten kann. Bei Drainage des Pankreasvenenbluts in das periphere Venensystem kam es früher häufig zu Hypoglykämien wegen der hieraus resultierenden Hyperinsulinämie (die auch bei gut mit Insulin eingestellten Typ-1-Diabetikern besteht).</p>
<p>Grundsätzlich sollte heute bei jüngeren terminal niereninsuffizienten Diabetikern an die Möglichkeit der kombinierten Transplantation gedacht werden. Kontraindikationen sind fortgeschrittene makroangiopathische Veränderungen am Herzen, im Gehirn, an der Aorta und in den Extremitäten. Die Möglichkeit, eine solche aufwendige und teure Doppeltranspantation durchzuführen, sollte jedoch nicht von den wichtigsten Zielen in der Therapie des Diabetes mellitus ablenken: die sorgfältige, möglichst euglykämische Blutzuckereinstellung und die konsequente antihypertensive Behandlung, um Folgeerkrankungen zu verhindern.</p>
<p><B>Fazit:</B> Die kombinierte Nieren- und Pankreastransplantation ist durch Fortschritte in der Transplantationschirurgie und durch verbesserte Möglichkeiten der Immunsuppression bei jüngeren terminal niereninsuffizienten Diabetikern heute eine Option, an die vor Durchführung einer isolierten Nierentransplantation in jedem Fall gedacht werden sollte (s.a. Smets, Y.F.C., et al.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10371569&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>353</B>, 1915</a>). </p>
<p>The post <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/kombinierte-nieren-und-pankreas-transplantation/">Kombinierte Nieren- und Pankreas-Transplantation</a> appeared first on <a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten">Der Arzneimittelbrief</a>.</p>
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