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	<title>Östradiol Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Nochmals: Östrogene nach der Menopause und kardiovaskuläre Protektion</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/nochmals-oestrogene-nach-der-menopause-und-kardiovaskulaere-protektion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Feb 2003 11:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im vergangenen Jahr haben wir über die HERS-II-Studie zur Sekundärprävention der KHK und über die WHI-Studie zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bei postmenopausalen Frauen berichtet (1). In beiden Studien wurde kein protektiver Effekt durch kontinuierlich eingenommene konjugierte equine Östrogene (CEE) plus Medroxyprogesteron-Azetat (MPA) als Gestagen gesehen. Im Lancet wurden jetzt Ergebnisse der ESPRIT-Studie veröffentlicht und kommentiert [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen Jahr haben wir über die HERS-II-Studie zur Sekundärprävention der KHK und über die WHI-Studie zur Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bei postmenopausalen Frauen berichtet (1). In beiden Studien wurde kein protektiver Effekt durch kontinuierlich eingenommene konjugierte equine Östrogene (CEE) plus Medroxyprogesteron-Azetat (MPA) als Gestagen gesehen. Im Lancet wurden jetzt Ergebnisse der ESPRIT-Studie veröffentlicht und kommentiert (2, 3). Es wurde der sekundär-präventive Effekt von 2 mg Östradiol-Valerat/d ohne Gestagen bei 1017 Frauen (Alter 50-69 Jahre), die kurz zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatten, zwei Jahre lang doppeltblind und randomisiert gegen Plazebo getestet. Endpunkte waren Reinfarkte, kardiale und alle Todesfälle. Auch Frauen mit Uterus konnten eingeschlossen werden, was besonders wegen der unregelmäßigen Blutungen zu einer kumulativen ”Non-Compliance” von 57% in der Verum-Gruppe führte. Aber auch in der Plazebo-Gruppe war die kumulative Non-Compliance hoch (37%).</p>
<p>Am Ende war die Zahl der Reinfarkte in beiden Gruppen gleich und auch die Zahl der kardialen Todesfälle in der Verum-Gruppe nicht signifikant niedriger. Auch bei den sekundären Endpunkten Schlaganfall, TIA, Thrombosen, Lungenembolien, Mamma- und Uterus-Karzinome sowie Frakturen ergaben sich in dieser Zwei-Jahres-Studie keine Unterschiede zwischen den Gruppen, was angesichts der zu kleinen Patientinnenzahl nicht wundert. Insgesamt war die ”statistische Power” dieser Studie zu gering, um in zwei Jahren zu verläßlichen Aussagen zu kommen. Das Besondere an ESPRIT ist aber die Tatsache, daß Östradiol und nicht CEE eingesetzt wurden und daß zusätzlich kein Gestagen (z.B. MPA) gegeben wurde, das eventuelle günstige kardiovaskuläre Effekte des Östrogens hätte antagonisieren können. Viele Kritiker der HERS- und WHI-Studien vermuten nämlich, daß die ungünstigen Ergebnisse durch die spezielle Östrogen-Mischung der CEE und das zusätzliche Gestagen MPA mitbedingt sind. Aber auch in der ESPRIT-Studie gab es keine Unterschiede: 62 Reinfarkte in der Verum- und 61 in der Plazebo-Gruppe. Damit ist wegen der geringen statistischen Power von ESPRIT die Hypothese, daß Östradiol besser für die Gefäße ist als CEE zwar nicht völlig vom Tisch; die Verschreibung von CEE zur Kardioprotektion ist aber dennoch nicht indiziert und schon gar nicht ohne Gestagen bei Frauen mit Uterus, die sich durch diese ”Therapie” nur Unannehmlichkeiten einhandeln.</p>
<p><b>Fazit:</b> In der ESPRIT-Studie (mit geringer ”statistischer Power”) erwies sich Östradiol-Valerat als ungeeignet für die Sekundärprophylaxe von Herzinfarkten bei Frauen nach der Menopause.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6193" target="_blank" rel="noopener">AMB 2002, <b>36</b>, 67</a> und <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6194" target="_blank" rel="noopener">68</a>.</li>
<li>The ESPRIT (O<b>ES</b>trogen in the <b>P</b>revention of <b>R</b>e<b>I</b>nfarction <b>T</b>rial) team: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12504395&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>360</b>, 2001</a>.</li>
<li>Rossouw, J.E.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=12504389&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2002, <b>360</b>, 1996</a>.</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Sekundärprävention des Schlaganfalls mit Östradiol?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/sekundaerpraevention-des-schlaganfalls-mit-oestradiol/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2001 11:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Apoplektischer Insult]]></category>
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		<category><![CDATA[Estrogene]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manche epidemiologische Studien sprechen für einen protektiven Effekt von Östrogenen gegen Schlaganfälle, andere sprechen dagegen. Diese unklare Datenlage veranlaßte C.M. Viscoli et al. aus den USA im Jahr 1993 eine prospektive Studie über den Effekt von Östradiol-17-beta (E2) zur Sekundärprävention des Schlaganfalls bei älteren Frauen zu beginnen. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht (N. Engl. J. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Manche epidemiologische Studien sprechen für einen protektiven Effekt von Östrogenen gegen Schlaganfälle, andere sprechen dagegen. Diese unklare Datenlage veranlaßte C.M. Viscoli et al. aus den USA im Jahr 1993 eine prospektive Studie über den Effekt von Östradiol-17-beta (E2) zur <I>Sekundärprävention</I> des Schlaganfalls bei älteren Frauen zu beginnen. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht (N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11680444&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2001, <B>345</B>, 1243</a>). Von 1993 bis 1998 wurden 664 postmenopausale Frauen, die einen Schlaganfall ohne großes bleibendes neurologisches Defizit oder eine TIA erlitten hatten und die in letzter Zeit keine Östrogene eingenommen hatten, in eine E2- bzw. Plazebo-Behandlungsgruppe randomisiert. Das Mindestalter war 44 Jahre. Das mittlere Alter betrug 72 bzw. 71 Jahre in den beiden Gruppen. 44% bzw. 45% der Frauen waren hysterektomiert. Alle Frauen nahmen ohne Pause täglich 1 mg E2 oder Plazebo ein. Bei Frauen mit Uterus wurde regelmäßig mit Ultraschall die Dicke des Endometriums gemessen (und bei Überschreiten einer bestimmten Dicke eine Biopsie durchgeführt), oder sie nahmen einmal pro Jahr je 12 Tage lang 5 mg Medroxyprogesteron ein, um eine Schleimhaut-Transformation mit anschließender Blutung zu induzieren. Untersuchende Gynäkologen waren nicht über die jeweilige Behandlungsgruppe informiert.</p>
<p>Zunächst zu den gynäkologischen Gruppenunterschieden: 115 von 337 Frauen in der E2-Gruppe und 33 von 327 in der Plazebo-Gruppe hatten irgendwann einmal vaginale Blutungen. 34 bzw. 3 Frauen hatten eine Endometriumhyperplasie. Bei 2 Frauen der E2-Gruppe wurde nach 3 bzw. 6 Monaten langer Behandlung ein Endometriumkarzinom diagnostiziert. 6 bzw. eine Frau in den beiden Gruppen wurden hysterektomiert.</p>
<p>99 Frauen in der E2- und 93 in der Plazebo-Gruppe starben im Beobachtungszeitraum oder erlitten ein Schlaganfall-Rezidiv. Das Relative Risiko (RR) in der E2-Gruppe für Tod oder nicht-tödlichen Schlaganfall war 1,2 bzw. 1,0. Das RR hinsichtlich tödlichem Schlaganfall war 2,9 (Vertrauensintervall: 0,9-9,0), und das neurologische Defizit bei Frauen mit nicht-tödlichem Schlaganfall in der E2-Gruppe war im Mittel etwas gravierender als in der Plazebo-Gruppe. Deutliche Unterschiede hinsichtlich venöser Thromboembolien, Brustkrebs und Knochenbrüchen fanden sich nicht.</p>
<p>In dieser Studie ist die alleinige Gabe von E2 an Frauen mit Uterus ungewöhnlich. Sie gilt heute als kontraindiziert, wurde aber hier angewandt, um störende Einflüsse des Gestagens hinsichtlich des eigentlichen Zielparameters (Schlaganfall) auszuschalten. Zwecks Risikoreduzierung wurden die Frauen regelmäßig gynäkologisch untersucht. In der von uns mehrfach besprochenen HERS-Studie zur <I>Sekundärprävention</I> des Herzinfarkts (s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6011" target="_blank" rel="noopener">AMB 1998, <B>32</B>, 93</a>; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6058" target="_blank" rel="noopener">1999, <B>33</B>, 32b</a>; <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">2001, <B>35</B>, 17</a>), die ebenfalls keine Schutzwirkung von Östrogenen ergab, nahmen Frauen mit Uterus kontinuierlich Stutenharn-Östrogene plus Gestagene ein, wodurch meist keine uterinen Blutungen mehr auftreten. Von manchen Kritikern wurde dieses Therapieregime (nicht reines E2 und zusätzlich Gestagen) für den ungünstigen Ausgang der HERS-Studie verantwortlich gemacht. In der vorliegenden Schlaganfall-Studie war aber auch die Einnahme von reinem E2 nicht protektiv, und die mit E2 behandelten Frauen hatten eher schlechtere Ergebnisse als die der Plazebo-Gruppe.</p>
<p><B>Fazit:</B> Relativ niedrig dosiertes Östradiol bei älteren postmenopausalen Frauen ist nicht für die Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls geeignet. Östradiol erhöht (grenzwertig signifikant) sogar die Häufigkeit tödlicher Schlaganfälle und die Zahl notwendiger gynäkologischer Interventionen. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Leserbrief: Zur Östrogen-Therapie in der Postmenopause</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/leserbrief-zur-oestrogen-therapie-in-der-postmenopause/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2001 10:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Prof. Dr. T.H.L. und Dr. A.O.L. aus Tübingen schreiben: >> Bei einer Abhandlung über die Zielsetzung der Östrogen-Therapie in der Postmenopause mit Diskussion über Pro und Contra kann nicht darauf verzichtet werden, auf die Präparate, die bei der Hormontherapie eingesetzt werden, näher einzugehen. Mit Östrogenen werden sehr unterschiedliche Substanzen mit unterschiedlichen Wirkprofilen in einer Hormonklasse [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. T.H.L. und Dr. A.O.L. aus Tübingen schreiben: >> Bei einer Abhandlung über die Zielsetzung der Östrogen-Therapie in der Postmenopause mit Diskussion über Pro und Contra kann nicht darauf verzichtet werden, auf die Präparate, die bei der Hormontherapie eingesetzt werden, näher einzugehen. Mit Östrogenen werden sehr unterschiedliche Substanzen mit unterschiedlichen Wirkprofilen in einer Hormonklasse zusammengefaßt; definitionsgemäß ist die Zugehörigkeit zu dieser Substanzklasse nur durch ihre Aktivität auf den Genitaltrakt gegeben. Von den derzeit angewandten Präparaten ist nur Östradiol, ein körpereigenes Östrogen, geeignet für eine physiologische Hormonsubstitution&#8230; So muß konstatiert werden, daß der Abfall der menschlichen Östrogenproduktion nach Abschluß der reproduktiven Phase, der bei mehr als der Hälfte aller postmenopausalen Frauen zu Mangelerscheinungen führt (1), nicht nur mit menschlichem Östradiol, sondern auch alternativ mit anderen Östrogenen mit Erfolg behandelt werden kann. Dies bedeutet jedoch nicht, daß deren Wirkungsspektren kongruent sein müssen, d.h. daß auch die Nebenwirkungen dieselben sein müssen. In nahezu allen Studien, die in dem vorliegenden Artikel aufgeführt werden, wurden statt Östradiol sogenannte konjugierte equine Östrogene eingesetzt, da bis vor kurzem in vielen Ländern, unter anderem auch in den USA, keine physiologischen Östrogene zur Hormonsubstitution verfügbar waren. Bei den equinen Östrogenenhandelt es sich um einen Extrakt aus Stutenharn mit primär ausgewiesenen 5-10, neuerdings aber über 200 Steroidkomponenten mit zum Großteil noch unerforschten, im menschlichen Organismus nicht vorkommenden Östrogenen (2).</p>
<p>Durch die Postmenopausenforschung wurde erstmals aufgezeigt, daß Östrogene nicht nur reproduktive Aufgaben, sondern auch zahlreiche extragenitale Funktionen besitzen (3)&#8230;</p>
<p>Die Ziele einer Östrogensubstitution können heute, da zahlreiche Daten über die Wirkmechanismen von Östradiol vorliegen, kaum mehr in Frage gestellt werden. Es ist vielmehr zu fragen, inwieweit Fremdöstrogene geeignet sind, mit den körpereigenen zu konkurrieren.</p>
<p>Unerwünschte Nebenwirkungen sind die wichtigsten Argumente gegen eine Östrogensubstitution in der Menopause. Epidemiologische Studien zur Erfassung der Nebenwirkungen sind bereits in zahlreichem Umfang durchgeführt worden. Selbst große Metaanalysen waren jedoch bisher nicht in der Lage, eindeutige Aussagen über ernsthafte Nebenwirkungen, wie das Auftreten von Mammakarzinomen, zu liefern. Risikofaktoren von 2 und höher, die in der Lage wären, einen engen Zusammenhang der Brustkrebsentstehung mit der Östrogen-Therapie aufzuzeigen, wurden in Metaanalysen nie erreicht (4)&#8230;</p>
<p>Die Datenlage spricht jedenfalls nicht, wie im Artikel angegeben, gegen eine physiologische Hormonsubstitution&#8230; Es sollte auch darauf hingewiesen werden, daß aussagekräftige Vergleichsstudien zwischen equinen Östrogenen und physiologischem Östradiol nicht existieren. Die derzeitigen Schlußfolgerungen basieren weitgehend auf der Annahme, daß alle Östrogenpräparate dieselben Eigenschaften aufweisen. Es gibt aber keine Beweise dafür, daß das körpereigene Östradiol in physiologischer Dosierung karzinogen wirkt. Die Feststellung des Östrogenforschers Liehr, der sich seit vielen Jahren mit der Tumorentstehung durch Östrogene befaßt, dürfte einem gesunden Menschenverstand entsprechen: &#8222;If any endogenous compound was a strong carcinogen we would all be dead&#8220; (5).</p>
<p>&#8230;Nicht jede Frau bedarf einer Östrogensubstitution. Die Indikation dazu braucht jedoch nicht restriktiv gestellt werden, da bei physiologisch niedrig-dosierter Östradiolsubstitution nur zwei Kontraindikationen bestehen &#8211; akute tiefe venöse Thrombose und Rezeptor-positives Mammakarzinom (6). <<

<B>Literatur<br /></B><br />1. Jakobs, S., und Hillard, T.C.: Drugs Aging <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8720745&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <B>8</B>, 193</a>.<br />2. Klein, R.: Int. J. Fertil. 1998, <B>43</B>, 223.<br />3. Lippert, T.H., et al.: Metabolism of endogenous estrogens. In: Oettel, M., und Schillinger, E. (Hrsgb.): Estrogens and Antiestrogens I. Springer, Berlin 1999, S. 243.<br />4. Thornecroft, I.H.: Breast cancer and estrogen replacement therapy. In: Eskin, B.A. (Hrsgb.): The Menopause, comprehensive Management. The Parthenon Publishing Group. New York 2000, S. 287.<br />5. Service, R.F.: Science <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9518374&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>279</B>, 1631</a>.<br />6. Mueck, A.O., und Lippert, T.H.: Münch. Med. Wschr. 1997, <B>139</B>, 495.</p>
<p><B>Antwort:</B> >> Sie werden erkannt haben, daß es unser Anliegen war, die übermäßige Propagierung einer Langzeittherapie mit Östrogenen/Gestagenen (über 5 Jahre hinaus) ohne gegebene Indikation einzudämmen (<a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5613" target="_blank" rel="noopener">AMB 2001, <B>35</B>, 17</a>). Gegen eine niedrig dosierte Östrogensubstitution/-therapie in der frühen Postmenopause ist, wie in unserem Artikel ausgeführt wurde, selbstverständlich bei entsprechenden Beschwerden und Therapiewunsch der Frau nichts einzuwenden.</p>
<p>Auf die wahrscheinlich vorhandenen Unterschiede im Nebenwirkungsspektrum von Östradiol selbst und konjugierten Östrogenen wurde deshalb nicht eingegangen, weil &#8211; wie Sie selbst bemerken &#8211; hierüber keine gesicherten Daten vorliegen. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn Sie eine solche Vergleichsstudie initiieren würden, da Sie ja offenbar über eine Sektion für Klinische Pharmakologie in Gynäkologie und Geburtshilfe verfügen.</p>
<p>Zum Mammakarzinom nach Langzeittherapie mit Östrogenen muß allerdings folgendes bemerkt werden: In der Veröffentlichung der Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer (Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10213546&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1997, <B>350</B>, 1047</a>) ist gezeigt worden, daß sowohl eine lange reproduktive Periode der Frau (Zeitabstand zwischen Menarche und Menopause) als auch die Dauer einer Östrogen-Therapie (meist mit konjugierten Östrogenen) das Relative Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, erhöhen. Da während der reproduktiven Phase der Frau das Mammagewebe nicht den Östrogenen aus Stutenharn, sondern den endogenen Östrogenen (überwiegend Östradiol) ausgesetzt ist, scheint zumindest in dieser Hinsicht kein fundamentaler Unterschied zwischen diesen Wirkstoffgruppen zu existieren.</p>
<p>Die Aussage von Liehr: &#8222;If any endogenous compound was a strong carcinogen we would all be dead&#8220; finden wir ziemlich naiv, da vieles in der Biologie eine Frage der Dosis ist. So gibt es z.B. keinen Zweifel, daß Wachstumshormon das Wachstum verschiedener Tumore fördern kann. Ohne endogene Androgene gibt es kein Prostatakarzinom, und die von Ihnen bestätigte Kontraindikation für eine Östrogen-Therapie (Östrogenrezeptor-positives Mammakarzinom) beruht auf der Erfahrung, daß Östrogene zumindest wachstumsfördernd auf dieses Karzinom wirken.</p>
<p>Ihr Hinweis, daß für keine der Nebenwirkungen von Östrogenen Risikofaktoren von 2 oder höher bekannt sind, ist unseres Erachtens irrelevant für ein so häufiges Karzinom wie das Mammakarzinom, von dem etwa jede 10 Frau betroffen wird. Würden Sie als Verantwortliche für die Aufklärung Ihrer Patientinnen tatsächlich warten bis eine Lebenszeit-Inzidenz des Mammakarzinoms unter Östrogen-Therapie bei jeder 5. Frau erwiesen ist, bevor Sie auf das erhöhte Risiko hinweisen? << 
</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pathogenetische Bedeutung von Östradiol und Progesteron beim Prämenstruellen Syndrom</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/pathogenetische-bedeutung-von-oestradiol-und-progesteron-beim-praemenstruellen-syndrom/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 1998 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Estradiol]]></category>
		<category><![CDATA[Östradiol]]></category>
		<category><![CDATA[Prämenstruelles Syndrom]]></category>
		<category><![CDATA[Progesteron]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://der-arzneimittelbrief.com/artikel/1998/pathogenetische-bedeutung-von-oestradiol-und-progesteron-beim-praemenstruellen-syndrom</guid>

					<description><![CDATA[<p>Viele Frauen leiden in unterschiedlichem Maße einige Tage vor der Menstruation unter Stimmungsschwankungen und unter somatischen Symptomen wie Brustschmerz, Blähbauch, extrem gesteigertem Appetit usw. Dieser Symptomenkomplex wird &#8222;Prämenstruelles Syndrom&#8220; (PMS) genannt (s.a. AMB 1993, 27, 7 u. 72). Die Ursache ist unklar. Der im Blut gemessene zyklische Verlauf der Konzentrationen von Gonadotropinen, Östradiol und Progesteron [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Frauen leiden in unterschiedlichem Maße einige Tage vor der Menstruation unter Stimmungsschwankungen und unter somatischen Symptomen wie Brustschmerz, Blähbauch, extrem gesteigertem Appetit usw. Dieser Symptomenkomplex wird &#8222;Prämenstruelles Syndrom&#8220; (PMS) genannt (s.a. AMB 1993, <B>27</B>, 7 u. 72). Die Ursache ist unklar. Der im Blut gemessene zyklische Verlauf der Konzentrationen von Gonadotropinen, Östradiol und Progesteron ist bei Frauen mit PMS nicht anders als bei Frauen ohne diese Beschwerden. Zumindest die vermehrte Irritabilität und Depressionsneigung könnte dadurch bedingt sein, daß Progesteron als lipophiles Hormon sehr leicht in das Gehirn eindringt, dort metabolisiert wird und an GABA-Rezeptoren binden kann, wo es ähnlich wie Benzodiazepine zur Sedation und Beruhigung führt. Der plötzliche Progesteron-Abfall wenige Tage vor der Menstruation könnte Symptome ähnlich wie ein Benzodiazepin-Entzug auslösen, wobei dies jedoch offenbar von Frauen mit und ohne PMS sehr unterschiedlich empfunden wird. Seit einigen Jahren ist bekannt, daß sogenannte Gonadotropin-Releasing-Hormon(GnRH)-Agonisten, die durch Dauerstimulation der Hypophyse zu einem Abfall der Gonadotropine und zur Anovulation führen, die Symptome eines PMS wesentlich bessern. Aus diesem Befund kann aber noch nicht abgeleitet werden, daß es die Sexualhormone selbst sind, welche die Symptome des PMS verursachen, da GnRH auch auf andere Funktionen des Gehirns und der Körperperipherie einwirken könnte. P.J. Schmidt et al. vom National Institute of Health (USA) berichten im N. Engl. J. Med. (<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9435325&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>338</B>, 209</a>) über eine Studie, in der Frauen mit PMS (Ermittlung des Schweregrades über eine sogenannte Analog-Beschwerdeskala) und Frauen ohne PMS zunächst 3 Monate lang mit dem GnRH-Agonisten Leuprolid-Azetat oder mit Plazebo behandelt wurden. Das Befinden der gesunden Frauen änderte sich hierdurch nicht. Bei Frauen mit PMS nahm das Beschwerdebild deutlich und hochsignifikant ab. Im Anschluß daran erhielten beide Gruppen für die nächsten Zyklen weiterhin Leuprolid (zur Ovulationssuppression) und zusätzlich entweder Östradiol-Pflaster oder Progesteron-Zäpfchen für jeweils 4 bis 5 Wochen. Die Plasma-Östradiol- bzw. Progesteron-Spiegel, die hierdurch erzeugt wurden, entsprachen etwa denen von Frauen mit einem spontanen Zyklus.</p>
<p>Während sich bei den gesunden Frauen an ihrem Befinden nichts änderte, kam es sowohl nach Gabe von Östradiol (plus Leuprolid) als auch von Progesteron (plus Leuprolid) zu einer deutlichen Zunahme der PMS-Symptome mit einem Maximum in der zweiten bis dritten Therapiewoche. Diese Befunde sprechen dagegen, daß es allein die Effekte von Progesteron bzw. seiner Metabolite auf das Gehirn sind, die die psychischen Symptome auslösen. Östradiol scheint eine gleichwertige Rolle zu spielen. Der Befund erklärt auch, warum eine Anovulation, die durch einen GnRH-Agonisten erzielt wird (mit niedrigen Östradiol- und Progesteron-Konzentrationen), zur Beschwerdebesserung führt, während orale Kontrazeptiva (Ovulationsunterdrückung durch hohe exogene Östrogene und Gestagene) keine geeignete Therapie für das PMS ist (s.a. Editorial von J.F. Mortola: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9435333&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <B>338</B>, 256</a>).</p>
<p><B>Fazit:</B> Die Symptome des Prämenstruellen Syndroms sind eine abnorme Reaktion auf normale hormonelle Veränderungen im Menstruationszyklus. Es muß hinzugefügt werden, daß diese teure Therapie mit GnRH-Agonisten nur in sehr schweren Fällen indiziert ist und langfristig negative Wirkungen haben kann, da das prolongierte Östradiol-Defizit zur Osteoporose und anderen unerwünschten metabolischen Wirkungen führen kann.</p>
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