{"id":1601,"date":"2002-03-01T12:08:00","date_gmt":"2002-03-01T11:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/der-arzneimittelbrief.com\/artikel\/2002\/einsparpotentiale-bei-arzneimitteln"},"modified":"2002-03-01T12:08:00","modified_gmt":"2002-03-01T11:08:00","slug":"einsparpotentiale-bei-arzneimitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/einsparpotentiale-bei-arzneimitteln\/","title":{"rendered":"Einsparpotentiale bei Arzneimitteln"},"content":{"rendered":"<p>Im Arzneiverordnungs-Report 2001 (Hrsgb.: U. Schwabe, D. Paffrath. Springer-Verlag Berlin-Heidelberg, 2001) wird in einem Kapitel dargestellt, wie bei den kassen\u00e4rztlichen Arzneiverordnungen durch Umstellung von Originalpr\u00e4paraten auf preisg\u00fcnstige Generika, Verzicht auf teure Innovationen ohne zus\u00e4tzliche Wirkungen (Analogpr\u00e4parate, Me-too-Pr\u00e4parate) und Einschr\u00e4nkung der Verordnung umstrittener Arzneimittel auch heute noch Kosten gesenkt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Insgesamt ist der Anteil der Generika am Gesamtumsatz von 1981 bis zum Jahre 2000 von 10% auf 30% gestiegen, der Anteil von Verordnungen von 10% auf 50%. Die M\u00f6glichkeiten, noch effektiver zu verordnen, sind aber noch nicht ausgesch\u00f6pft. So machen die 20 meist verordneten Generika-f\u00e4higen Wirkstoffe aktuell einen Umsatz von 2,45 Mrd. EUR aus; w\u00fcrden diese Wirkstoffe in der preisg\u00fcnstigsten Form verordnet, k\u00f6nnten 0,72 Mrd. EUR gespart werden. Die gr\u00f6\u00dften Effekte sind bei den folgenden f\u00fcnf Wirkstoffen m\u00f6glich (in Mio. EUR): Theophyllin 63,81; Omeprazol 62,99; Metoprolol 58,87; Nifedipin 59,16; Isosorbidmononitrat 56,29. Die Tab. 1 zeigt die Einsparpotentiale in den einzelnen Wirkstoffgruppen bei \u00dcbergang auf das Standardpr\u00e4parat. Der Autor des genannten Kapitels (U. Schwabe) geht davon aus, da\u00df diese \u00dcberg\u00e4nge auf Generika in der Regel m\u00f6glich sind. Die Unterschiede der Wirkungen und die Unterschiede der Nebenwirkungsprofile sind gering und in den meisten F\u00e4llen klinisch bedeutungslos.<\/p>\n<p>Effektive Verordnungsweise setzt sich unter dem Zwang der knappen Mittel immer mehr durch. Die Umsatzsteigerung bei den Arzneimitteln zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen um 2,8% auf 19,33 Mrd. EUR kommt aber nicht durch Umsatzzuw\u00e4chse in diesem Segment zu Stande, sondern in dem Segment der neuen Arzneimittel (Umsatzzuwachs in Mio. EUR): Cholesterinsynthese-Hemmer (102), Opioid-Analgetika (119), COX-2-Inhibitoren (74), Immuntherapeutika (71), atypische Neuroleptika (35), selektive Antidepressiva (31), AT-II-Rezeptor-Antagonisten (74), ADP-Rezeptor-Antagonisten (26), Insulinanaloga (53), neue insulinotrope Antidiabetika (19). Hier gibt es eine ganze Reihe von umstrittenen Indikationen, die sich nur durchsetzen sollten, wenn sich die Evidenz f\u00fcr zus\u00e4tzlichen relevanten klinischen Nutzen erh\u00e4rtet.<\/p>\n<p>Die Berliner Krankenkassen haben ein Projekt gestartet, das \u00c4rzte unterst\u00fctzen soll, effektiver zu behandeln. Die Arzneimittelverordnungen bestimmter Praxen werden analysiert und die Preisstruktur, geordnet nach Wirkstoffgruppen, abgebildet. Es wird eine Referenzsubstanz genannt und dadurch eine \u00dcbersicht gegeben, welche Einsparpotentiale in der individuell angesprochenen Praxis genutzt werden k\u00f6nnten. Die Analysen werden dem Praxisinhaber zugesandt. Die Reaktion auf ein solches Schreiben ist in der Regel Abwehr und Aggressivit\u00e4t. Erst wenn ein Besuchsdienst (Arzt oder Apotheker) die Situation in aller Ruhe erl\u00e4utert, wandelt sich nicht selten die Ablehnung in Kooperationswilligkeit. Die Tab. 2 zeigt das Verordnungsverhalten in einer speziellen Berliner Praxis und die Einsparpotentiale in den einzelnen Wirkstoffgruppen. Sowohl das Umsatzvolumen als auch die Anzahl der verordneten Wirkstoffe pro Wirkstoffgruppe als auch das Einsparpotential insgesamt d\u00fcrften eine Ausnahme sein. Wir wollten diese Ausnahme unseren Lesern aber doch demonstrieren, um darauf hinzuweisen, da\u00df die Bem\u00fchungen der Kassen um eine kosteng\u00fcnstige Pharmakotherapie Ansatzpunkte findet, die bearbeitet werden m\u00fcssen, um an anderer Stelle den wirklichen pharmakologischen Fortschritt voll aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/wp-content\/uploads\/2002\/03\/Abbildung-2002-23-2.gif\" alt=\"Abbildung 2002-23-2.gif\" class=\"table-figure\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Arzneiverordnungs-Report 2001 (Hrsgb.: U. Schwabe, D. Paffrath. 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