{"id":375,"date":"1997-05-01T12:00:00","date_gmt":"1997-05-01T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/der-arzneimittelbrief.com\/artikel\/1997\/aussenseitermethoden-in-der-onkologie-eine-permanente-herausforderung"},"modified":"1997-05-01T12:00:00","modified_gmt":"1997-05-01T10:00:00","slug":"aussenseitermethoden-in-der-onkologie-eine-permanente-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/aussenseitermethoden-in-der-onkologie-eine-permanente-herausforderung\/","title":{"rendered":"Au\u00dfenseitermethoden in der Onkologie: Eine permanente Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p>Patienten, \u00c4rzte, Versicherungstr\u00e4ger und Gerichte m\u00fcssen sich seit der Entstehung einer naturwissenschaftlich fundierten Medizin mit Verfahren auseinandersetzen, die von den Vertretern der Schulmedizin mit negativ get\u00f6nten Begriffen wie paramedizinisch, unorthodox, unwissenschaftlich oder &#8222;unsound&#8220;, von Anh\u00e4ngern dieser Verfahren mit positiv belegten Termini wie biologisch, komplement\u00e4r oder ganzheitlich belegt werden, w\u00e4hrend Bezeichnungen wie &#8222;alternativ&#8220; oder &#8222;unkonventionell&#8220; von beiden Seiten verwendet werden (1, 4). Sie umfassen ein weites Spektrum von pharmakologisch begr\u00fcndbaren oder langzeitig verwendeten Medikamenten, deren therapeutischer Nutzen bei Krebspatienten jedoch nie ausreichend gepr\u00fcft wurde, bis hin zu abstrusen, auf paranoischen, pseudobiologischen, kosmologischen oder pseudoreligi\u00f6sen Vorstellungen beruhenden Verfahren. Au\u00dfenseiterverfahren werden vor allem bei solchen Erkrankungen angeboten und nachgefragt, f\u00fcr die die Schulmedizin noch keine \u00fcberzeugende L\u00f6sung gefunden hat, z.B. AIDS, rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose sowie Krebserkrankungen, die mit Chirurgie, Radiotherapie und Pharmakotherapie nicht geheilt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der in der \u00dcberschrift verwendete Terminus &#8222;Au\u00dfenseiter&#8220; ist nicht a priori abwertend gemeint. Au\u00dfenseiter waren z.B. auch die Natur\u00e4rzte der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, deren di\u00e4tetische und physiotherapeutische Empfehlungen meist wirksamer waren als die von der Schulmedizin praktizierten, z.B. die aus heutiger Sicht sch\u00e4dlichen Aderl\u00e4sse und andere &#8222;ausleitende Verfahren&#8220;. Interessanterweise werden diese heute zur Naturheilkunde gez\u00e4hlt (5) und auch zur Prophylaxe und Therapie von Krebskrankheiten empfohlen. \u00c4rzte, die Au\u00dfenseitertherapien verwenden und die an den Nutzen ihrer Verfahren glauben, ohne da\u00df ihre finanziellen Interessen im Vordergrund stehen, k\u00f6nnen mit einem positiven Beiklang auch als &#8222;Querdenker&#8220; bezeichnet werden. Sie zwingen die Schulmedizin zur \u00dcberpr\u00fcfung der pathophysiologischen Basis ihrer Therapien und zur kritischen Bewertung ihrer Erfolge und Mi\u00dferfolge. Gef\u00e4hrlich werden sie allerdings, wenn sie die wissenschaftliche Auseinandersetzung verweigern und ihre Ideen ohne R\u00fccksicht auf gesicherte Erfahrungen &#8211; und damit ohne R\u00fccksicht auf die betroffenen Kranken &#8211; verfolgen (1, 6).<\/p>\n<p>Es ist heute zu fordern, da\u00df sich alle Behandlungsverfahren den nicht zuletzt am Beispiel der Onkologie festgelegten Regeln der Erfahrungsgewinnung und Hypothesenpr\u00fcfung unterwerfen. Therapeutische Wirkungen in Einzelf\u00e4llen und kleinen Patientengruppen, wie sie von Vertretern alternativer Verfahren berichtet werden, k\u00f6nnen wie eine klinische Phase-II-Studie dazu dienen, Wirkungshypothesen aufzustellen. Der Beweis der therapeutischen Wirksamkeit und das Absch\u00e4tzen des Verh\u00e4ltnisses von Nutzen und Risiko ist dagegen allein durch kritische Vergleiche mit historischen Kontrollen, vorzugsweise aber durch prospektive, randomisierte Therapiestudien an gro\u00dfen Patientenzahlen zu f\u00fchren. Alle Behandlungsverfahren haben sich letztlich einem solchen Nachweis des therapeutischen Nutzens zu stellen.<\/p>\n<p><B>Begriffsbestimmung:<\/B> Von wissenschaftlich begr\u00fcndeten Therapieverfahren wird die Erf\u00fcllung zweier Bedingungen verlangt:<\/p>\n<p>1. Die pathophysiologische Begr\u00fcndung der Intervention mu\u00df mit dem derzeit akzeptierten biologischen Krankheitsmodell vereinbar sein.<br \/>2. Der therapeutische Nutzen mu\u00df durch geeignete Studien nachgewiesen sein.<\/p>\n<p>Dabei ist die erstgenannte Bedingung als &#8222;Startbedingung&#8220; zu verstehen, die eine weitere Bearbeitung des Verfahrens rechtfertigt Nach pr\u00e4klinischen, insbesondere toxikologischen Studien beginnt mit der ersten Anwendung am Menschen der Stufenproze\u00df der klinischen Hypothesenpr\u00fcfung, der dar\u00fcber entscheidet, ob ein neues oder neu gepr\u00fcftes Verfahren verworfen oder akzeptiert wird. W\u00fcrde man von Beginn an verlangen, da\u00df beide Bedingungen erf\u00fcllt sind, so w\u00e4re ein Fortschritt der therapeutischen Erkenntnis unm\u00f6glich. <I>Au\u00dfenseiterverfahren <\/I>sind solche, die keine der beiden Bedingungen erf\u00fcllen, nach dem ersten Einsatz bei Kranken nicht in der heute zu fordernden Sequenz klinisch gepr\u00fcft oder trotz negativer Pr\u00fcfungsergebnisse au\u00dferhalb kontrollierter klinischer Studien verwendet werden. Au\u00dfenseiterverfahren sind dar\u00fcber hinaus durch bestimmte, wenn auch nicht in jedem Fall vorhandene Merkmale gekennzeichnet (2, 3, 7, 8). Dazu geh\u00f6rt die fehlende Dokumentation in international anerkannten Zeitschriften, nicht zug\u00e4ngliche oder falsche Literaturangaben, fehlende Angaben \u00fcber Genehmigung der Anwendung durch Ethikkommissionen, wiederholte Beschreibung nicht eindeutig identifizierbarer Einzelf\u00e4lle und Erfolgsbeschreibungen bei nicht nach Tumorart, Malignit\u00e4tsgrad und Tumorstadium klassifizierten Patientengruppen. Im Gegensatz zu den schulmedizinischen Verfahren wird die Indikation meist weit gestellt. Sie umfa\u00dft oft alle Tumorarten und Tumorstadien, teilweise aber auch andere Erkrankungen. So werden f\u00fcr das f\u00fchrende deutsche Thymuspr\u00e4parat Thym-Uvocal (s. AMB 1993, <B>27<\/B>, 32) neben Pr\u00e4kanzerosen und Tumoren auch HIV-Infektion, entz\u00fcndliche rheumatische Erkrankungen und hohes Alter als Anwendungsgebiete genannt. Andere Thymuspr\u00e4parate sollen bei Multipler Sklerose und anderen chronischen Erkrankungen wirken (9, 10). \u00c4rztliche Au\u00dfenseiter und ihre Protagonisten sind h\u00e4ufiger praktische \u00c4rzte mit der Zusatzbezeichnung Naturheilkunde oder Fach\u00e4rzte nicht-onkologischer oder theoretisch-medizinischer F\u00e4cher, selten \u00c4rzte f\u00fcr Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Kinderheilkunde und praktisch nie Fach\u00e4rzte mit einer Schwerpunktbezeichnung aus dem Bereich der Onkologie.<\/p>\n<p><B>Die rechtliche Situation:<\/B> Bei den schwierigen und teilweise strittigen Rechtsfragen ist auf die Literatur zu verweisen (11, 13). Straf- und zivilrechtlich unterliegen Au\u00dfenseiterverfahren denselben Bedingungen wie schulmedizinische Behandlungsmethoden. Dies gilt f\u00fcr die Aufkl\u00e4rungspflicht, Behandlungsnebenwirkungen und die Unterlassung von Therapien mit erwiesenem Nutzen. Dagegen bestand bei der Zulassung und Nachzulassung in Deutschland insofern eine spezielle Situation, als das AMG die Hom\u00f6opathie, die anthroposophische Medizin und die Phytotherapie als besondere Therapierichtungen weitgehend vom Wirksamkeitsnachweis befreit hatte. Die 5. AMG-Novelle tr\u00e4gt dagegen eher den Vorstellungen der EG Rechnung, die eine einheitliche Zulassungsregelung f\u00fcr alle Arzneimittel f\u00fcr notwendig h\u00e4lt (12, 13). Keineswegs k\u00f6nnen alle als naturheilkundlich oder biologisch bezeichneten Fertigarzneimittel mit unbewiesener therapeutischer Wirksamkeit den besonderen Therapierichtungen zugeordnet werden. Zahlreiche Gerichtsverfahren der j\u00fcngeren Zeit besch\u00e4ftigen sich mit der Frage, welche Verfahren von der Solidargemeinschaft, also von der Sozialversicherung und von der Privatkrankenversicherung, zu tragen sind. Hier ist Bock (8) zuzustimmen, der es f\u00fcr unzumutbar ansieht, da\u00df die gro\u00dfe Zahl der Pflichtversicherten, welche die Au\u00dfenseitermethoden ablehnt, die speziellen W\u00fcnsche einer Minderheit nach einer teuren und nicht unbedingt erforderlichen Behandlung mitfinanziert. Die \u00e4ltere h\u00f6chst-richterliche Rechtsprechung hatte die Erstattungspflicht mit der Formulierung weit gefa\u00dft, n\u00e4mlich, da\u00df eine nicht schulmedizinisch anerkannte Behandlung nach Aussch\u00f6pfung anderer M\u00f6glichkeiten erstattungspflichtig ist, wenn eine &#8222;nicht nur geringe Erfolgsaussicht&#8220; auf Besserung besteht (11, 14). Da &#8222;gering&#8220; nicht exakt definiert werden kann, stellte sie Gutachter und Gerichte in Erstattungsverfahren vor schwierige Aufgaben. In neueren Urteilen des BSG (AZ 6 RKA 62\/94,1 RK 6\/95) wurden dagegen Leistungskriterien definiert, welche die Richtlinien des Bundesausschusses der \u00c4rzte und Krankenkassen (NUB-Richtlinien) ber\u00fccksichtigen. Damit w\u00e4re eine Erstattung der dort ausgeschlossenen Verfahren durch die GKV nicht mehr m\u00f6glich. Au\u00dfenseiterbehandlungen werden meist privat abgerechnet; dem Patienten wird bestenfalls Argumentationshilfe zur Durchsetzung seiner Forderungen gegen\u00fcber seiner Krankenkasse geleistet.<\/p>\n<p><B>Anwendungsbereiche:<\/B> Au\u00dfenseiterverfahren werden f\u00fcr alle Stadien maligner Tumoren empfohlen. Allerdings weisen viele Hersteller und \u00e4rztliche Vertreter der besonderen Therapierichtlinien korrekt darauf hin, da\u00df schulmedizinisch heilbare Krebserkrankungen schulmedizinisch behandelt werden sollen und da\u00df alternativen Verfahren in diesen F\u00e4llen eine komplement\u00e4re Rolle zukommt. Die behaupteten g\u00fcnstigen Wirkungen auf die Nebenwirkungen wurden allerdings nie eindeutig bewiesen; sie w\u00e4ren sonst l\u00e4ngst in den Kanon der Schulmedizin aufgenommen. Die besonders traurigen F\u00e4lle, in denen von einer potentiell kurativen onkologischen Behandlung abgeraten wurde, betreffen vor allem abstruse Verfahren wie die &#8222;Neue Medizin&#8220; des in Deutschland mit Berufsverbot belegten fr\u00fcheren Internisten Dr. Hamer (15) oder der selbsternannten Krebsheilerin Dr. rer. nat. Johanna Budwig (16), teilweise aber auch alternative Immuntherapien.<\/p>\n<p>Verbreitet ist die prophylaktische Behandlung sogenannter <I>Pr\u00e4kanzerosen, <\/I>die mit obskuren Methoden, z.B. besonderen Immunstaten oder durch Interpretation von Blutbildartefakten &#8211; wie bei der Aurasskopie -, diagnostiziert werden. Es ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df die rasch zunehmende Identifikation von Risikogruppen durch genetische Marker (17) eine neue Welle prophylaktischer Au\u00dfenseiterverfahren zur Folge haben wird. Sie werden ohne Studiendaten auch als <I>adjuvante Therapie <\/I>empfohlen, wobei Heilungen unkontrolliert nicht der Prim\u00e4rtherapie, sondern dem Au\u00dfenseiterverfahren zugeschrieben werden. Am h\u00e4ufigsten werden Au\u00dfenseiterverfahren angewendet bei Patienten, die mit den heute verf\u00fcgbaren schulmedizinischen Verfahren nicht oder nicht mehr geheilt werden k\u00f6nnen, d.h. bei Patienten mit metastasierten Karzinomen und Rezidiven h\u00e4matologischer Neoplasien, die einer kurativen Sekund\u00e4rtherapie nicht zug\u00e4nglich sind. Die Inanspruchnahme von seiten des Patienten ist ebenso verst\u00e4ndlich wie die Suche nach alternativen Behandlungsm\u00f6glichkeiten durch \u00c4rzte. Die aus dem Arzt-Patienten-Vertrag erwachsende ethische und juristische Verpflichtung zur wahrheitsgem\u00e4\u00dfen Information des Patienten \u00fcber seine Prognose sowie die h\u00e4ufig begrenzte oder nur als Erfolgswahrscheinlichkeit zu definierende Wirksamkeit einer Krebsbehandlung kann bei vielen Patienten den Konflikt zwischen der schicksalhaften Realit\u00e4t und dem Wunsch nach Heilung nicht l\u00f6sen; sie l\u00e4\u00dft kaum einen Raum f\u00fcr das Wunder, d.h. f\u00fcr die Hoffnung des Patienten, seine eigene Erkrankung m\u00f6ge prinzipiell anders verlaufen als nach den statistisch gewonnenen Erfahrungen zu erwarten ist.<\/p>\n<p><B>Aktuelle Verfahren:<\/B> Es ist hier nicht m\u00f6glich, auf alle derzeit angewandten Medikamente und Verfahren (1, 4, 12, 18, 19) einzugehen. Sehr hilfreich sind die hervorragend recherchierten Informationsbl\u00e4tter der Studiengruppe f\u00fcr Verfahren mit unbewiesener Wirksamkeit, die von der Schweizer Gesellschaft f\u00fcr Onkologie herausgegeben werden und die auch f\u00fcr die Weitergabe an Patienten geeignet sind (erh\u00e4ltlich durch die Schweizerische Krebsliga, Effingerstr. 40, PF 8219, CH-3008 Bern). W\u00e4hrend die Verfahren wechseln, vorzugsweise wenn sie mit vereinfachten und monoman interpretierten Konzepten der biologischen Grundlagenforschung begr\u00fcndet werden &#8211; gestern die Biochemie, heute die lmmunologie, morgen die Molekularbiologie &#8211; scheint die Inanspruchnahme im deutschen Sprachgebiet mit 40 bis 60% etwa konstant zu sein (20, 21), w\u00e4hrend aus den USA mit etwa 10% niedrigere Zahlen angegeben werden (3). Es ist unrichtig &#8211; im Gegensatz zu dem bei Au\u00dfenseitern beliebten Sprachgebrauch &#8211; die H\u00e4ufigkeit einer zeitweisen Inanspruchnahme unkonventioneller Therapieverfahren als &#8222;Akzeptanz&#8220; zu bezeichnen. Neben zufriedenen und durch Au\u00dfenseiter \u00e4rztlich-psychologisch gut betreuten Patienten gibt es viele andere, die nach Entt\u00e4uschungen und finanziellen Einbu\u00dfen durch nicht erstattete Arzneimittel in ihrer schwierigen pr\u00e4terminalen Phase von &#8222;schulmedizinischen&#8220; \u00c4rzten und Kliniken palliativ und supportiv behandelt werden. Das Spektrum der verschiedenen Verfahren ist sowohl in verschiedenen Perioden als auch zwischen den westlichen Industriel\u00e4ndern unterschiedlich (2, 3). Dies st\u00fctzt die Hypothese, da\u00df das Problem der Anwendung alternativer Verfahren prim\u00e4r kein Problem der Tumorbiologie oder der Pharmakologie, sondern der Kulturanthropologie, Soziologie und Psychologie ist. Ihr wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis wird daher durch Anwenden der Methoden dieser F\u00e4cher; besonders auch des Medizinhistorikers (7, 22) eher erreicht werden als durch In-vitro-Untersuchungen oder klinische Studien. Daf\u00fcr spricht z.B. die Tatsache, da\u00df bei keinem der auf dem Kongre\u00df in St. Gallen 1985 als unorthodox bezeichneten Verfahren (18) die behauptete und gew\u00fcnschte therapeutische Wirksamkeit best\u00e4tigt werden konnte (2, 19). Viele der mit gro\u00dfem Optimismus propagierten und auf scheinbar \u00fcberzeugende Einzelfallberichte gest\u00fctzten Verfahren (z.B. Bamfolin, Carnivora, CH 23, Laetril, Ballistol, Petroleum, \u00d6l\/Eiwei\u00df-Di\u00e4t nach Budwig, Beres-Tropfen, Krebsdi\u00e4t nach Preuss u.v.a.) sind heute bereits wieder vergessen. Die folgende Darstellung bezieht sich deswegen auf ausgew\u00e4hlte, derzeit besonders h\u00e4ufig angewandte oder besonders heftig umstrittene Medikamente.<\/p>\n<p>Die wohl am h\u00e4ufigsten angewandte Behandlung mit <I>Mistelpr\u00e4paraten <\/I>wird nicht einstimmig als Au\u00dfenseiterverfahren bezeichnet. Allerdings ist die Begr\u00fcndung durch Rudolf Steiner, den &#8211; nach seinen eigenen Worten &#8211; die &#8222;spirituelle Forschung&#8220; dazu gef\u00fchrt hat, den &#8222;Weg zu betreten, der an den astralischen Leib herangeht, um die Heilung des Karzinoms zu erreichen&#8220; (Anthroposophische Menschenkenntnis, zit. nach [7]), nur im biokosmologischen Weltbild der Anthroposophie verst\u00e4ndlich. Wenn heute aufgrund der Isolierung und immunbiologischen Charakterisierung der Mistellektine (23) der naturwissenschaftlich korrekte Weg einer Wirkungsforschung eingeschlagen wird, so ist die logische Konsequenz die Anwendung in klinischen Studien. Gabius hat darauf hingewiesen, da\u00df damit die Gefahr besteht (aus Sicht der Hersteller und Anwender), die Zuordnung zu den besonderen Therapierichtungen aufzuheben (24). Beweise f\u00fcr eine immuntherapeutische, zytoreduktive Wirkung oder lebensverl\u00e4ngernde Effekte stehen bei menschlichen Tumoren trotz \u00fcber 70j\u00e4hriger Anwendung (!) weiterhin aus; neue, methodisch einwandfreie Therapiestudien sind seit der letzten \u00dcbersicht (2) nicht publiziert worden. Ob die h\u00e4ufig berichteten positiven Wirkungen auf das Befinden von Tumorpatienten als Plazebowirkung, als Erfolg der besonders anzuerkennenden Zuwendung vieler anthroposophischer \u00c4rzte zu ihren Patienten oder doch als Folge einer unspezifischen lmmuntherapie zu werten ist (25), bleibt offen. Schwere unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen sind anscheinend sehr selten. Wegen der gut belegten unspezifischen Ver\u00e4nderungen von Immunparametern ist vor unkontrollierter Anwendung in der adjuvanten Behandlung sowie bei Leuk\u00e4mien oder Lymphomen zu warnen. Einige Beobachtungen weisen darauf hin, da\u00df z.B. bei chronischer lymphatischer Leuk\u00e4mie Sch\u00fcbe einer autoimmunh\u00e4molytischen An\u00e4mie durch Thymus- oder Mistelpr\u00e4parate ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die 1965 erstmals angegebene und unter Einschlu\u00df problematischer Immunstimulation zur <I>systemischen Krebsmehrschritttherapie <\/I>(Hyperthermie, Hyperoxygenierung, Hyperglyk\u00e4mie) weiterentwickelte Behandlung nach dem Physiker von Ardenne (26) wird von der Schulmedizin abgelehnt. Sie kritisiert nicht nur die theoretische Basis, sondern auch das Fehlen klinischer Studien trotz inzwischen 30j\u00e4hriger Anwendung. Nach einer 1994 ver\u00f6ffentlichten Phase-I\/II-Studie (27) soll die Anwendung auch bei fortgeschrittenen Tumorleiden nach zytostatischer oder radiotherapeutischer Vorbehandlung ohne schwerwiegende Nebenwirkungen m\u00f6glich sein. Gegen den therapeutischen Nutzen spricht die Tatsache, da\u00df zytoreduktive Wirkungen zwar angegeben, Verlaufsuntersuchungen der bereits 1991 behandelten Patienten aber nicht publiziert wurden.<\/p>\n<p><I>Immuntherapeutische antineoplastische Wirkungen <\/I>werden einer Vielzahl von Medikamenten oder Verfahren zugeschrieben. Ein &#8222;gutes Immunsystem&#8220;, das gegen Krebszellen aktiv wird, kommt der Vorstellungswelt vieler Menschen entgegen. Patienten aller obengenannten Krankheitsstadien sind deswegen leicht davon zu \u00fcberzeugen, da\u00df eine Stimulation des lmmunsystems Krebs verh\u00fcten und heilen kann. Fortschritte, nicht aber R\u00fcckschl\u00e4ge und Entt\u00e4uschungen wissenschaftlich fundierter und gepr\u00fcfter Immuntherapien, werden dabei flexibel in die Argumentation einbezogen, wobei dem oberfl\u00e4chlichen Leser von Firmenprospekten durch die in pseudowissenschaftlichen Zeitschriften (2) ver\u00f6ffentlichten Arbeiten wissenschaftliche Qualit\u00e4t suggeriert wird. Dabei zeigt sich der Wunsch vieler Au\u00dfenseiter, selbst ein Teil der heftig kritisierten Schulmedizin zu sein. Wer mit den Grundlagen des komplexen lmmunsystems der h\u00f6heren Organismen vertraut ist, kann ohne Schwierigkeit erkennen, da\u00df die Fachsprache der modernen Tumorimmunologie dazu verwendet wird, ein unzul\u00e4ssig vereinfachtes und von der biomedizinischen Realit\u00e4t weit entferntes Modell zu beschreiben, dessen Verwendung als Grundlage immuntherapeutischer Interventionen ungeeignet ist. Immuntherapeutische Au\u00dfenseiter vermeiden die Diskussion des Begriffs der immunologischen Spezifit\u00e4t oder schaffen eigene Spezifit\u00e4tsbegriffe, wie dies z.B. Klehr (28, s.a. AMB 1993, <B>27<\/B>, 64) f\u00fcr die Zytokine tut, die ja gerade die Epitop-unspezifische Endstrecke einer antigenspezifischen Immunreaktion darstellen. Dem Einwand, da\u00df die in den autologen Zytokinpr\u00e4parationen enthaltenen Dosen um Gr\u00f6\u00dfenordnungen unter den in Studien gepr\u00fcften und als Fertigarzneimittel zugelassenen Zytokinpr\u00e4paraten liegen, begegnen sie mit der unrichtigen Unterscheidung von &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; und &#8222;k\u00fcnstlichen&#8220; Zytokinen. H\u00e4ufig wird behauptet, da\u00df die bei h\u00f6her dosierter antineoplastischer Chemotherapie entstehende lmmunsuppression das Entstehen und das Wachsen von Metastasen f\u00f6rdere, und da\u00df deswegen anstelle oder nach Chemotherapie eine immunrestaurative Behandlung n\u00f6tig und antineoplastisch wirksam sei. Diese \u00dcberlegung hat zu zahlreichen, bisher allerdings \u00fcberwiegend erfolglosen Versuchen einer immuntherapeutischen Konsolidations- und Erhaltungstherapie Anla\u00df gegeben (29). F\u00fcr die bereits theoretisch sehr unwahrscheinliche Annahme, da\u00df die hier angesprochenen immuntherapeutischen Au\u00dfenseiterverfahren \u00fcber die genannten Mechanismen die Prognose von Krebskranken verbessern, gibt es keinen empirischen Anhalt. Eine bei Annahme einer karzinoprotektiven Funktion des lmmunsystems keineswegs a priori auszuschlie\u00dfende negative Wirkung auf die Immunregulation (30) wird nicht diskutiert und ist nicht untersucht. Zu den zahlreichen einzelnen Verfahren ist gegen\u00fcber der Darstellung in neueren \u00dcbersichten (2, 10) wenig Neues zu sagen. Nach wie vor werden die &#8222;Klassiker&#8220; <I>Ney-Tumorin <\/I>und <I>Faktor AF2 <\/I>beworben und h\u00e4ufig verwendet. Auf Seminaren \u00fcber biologische Krebstherapie werden von bekannten Rednern wechselnde naturwissenschaftliche Erkl\u00e4rungen des behaupteten therapeutischen Nutzens gegeben und Strategien diskutiert, mit denen die Erstattung durch die Kostentr\u00e4ger erreicht werden kann. Einwandfreie klinische Studien sind seit \u00e4lteren kritischen Analysen der Verfahren (31) nicht bekannt geworden. Dasselbe gilt f\u00fcr die <I>Thymuspr\u00e4parate, <\/I>wobei zwischen den mit schweren Nebenwirkungen belasteten, als Fertigarzneimittel verbotenen, aber immer noch als individuelle Zubereitung hergestellten Extrakten (z.B. <I>THX nach Sandberg) <\/I>und den weniger problematischen Thymuspeptidgemischen (z.B. <I>Thym-Uvocal) <\/I>zu unterscheiden ist (9). Ein therapeutischer Nutzen dieser Mittel, die nicht zu den besonderen Therapierichtungen geh\u00f6ren, ist bei Durchsicht der von den Protagonisten angef\u00fchrten Untersuchungen in keiner Weise belegt.<\/p>\n<p>Nach wie vor praktiziert der M\u00fcnchner Dermatologe Dr. N. Klehr sein zun\u00e4chst als <I>TITAI <\/I>(Tumor-ldentifikations-Training f\u00fcr Immunkompetente Zellen; 32), sp\u00e4ter <I>ACT <\/I>(Autologe Target Cytokine; 28) bezeichnetes Verfahren, bei dem nach einer f\u00fcr ihn registrierten Offenlegungsschrift Blutzellen kultiviert und ein angeblich zytokinhaltiger \u00dcberstand zur Injektion zubereitet wird. Gegen Nachnahme werden zum Preis um 3000 DM Ampullen zur Injektion zugesandt. Dieses nicht standes\u00fcbliche Verfahren, die unsinnige theoretische Begr\u00fcndung, das Fehlen auch nur einer einzigen Publikation zur klinischen Pr\u00fcfung sowie mehrere Analysen der Ampulleninhalte, die keine \u00fcber den normalen Serumkonzentrationen liegenden Zytokinkonzentrationen ergaben, haben zu Warnungen vor der Anwendung von ACT gef\u00fchrt. Versuche, die Anwendung von ACT zu unterbinden, waren bisher nicht erfolgreich. Bei keinem der von Onkologen beobachteten Patienten (33) konnte der t\u00f6dliche Verlauf einer therapieresistenten Krebskrankheit abgewendet werden. \u00c4hnliches d\u00fcrfte f\u00fcr die nach demselben Prinzip hergestellten Therapiekonzepte <I>ACTI-ceII <\/I>und <I>ACTI-kin <\/I>der Firma Cell Pharm und die in den USA praktizierte <I>Immunoaugmentative Therapie <\/I>(3) gelten. Ebensowenig gibt es Wirksamkeitsbeweise f\u00fcr aus Bakterienkulturen gewonnene Mittel wie <I>Eleuterokokk, Colobiogen <\/I>oder <I>Jomol <\/I>(34), f\u00fcr dessen Anwendung trotz fehlender klinischer Studien bezeichnenderweise ein Hochschullehrer der Physiologie eingetreten ist, der nie einen Krebspatienten behandelt haben d\u00fcrfte, und f\u00fcr das &#8211; wie auch f\u00fcr andere paramedizinische Verfahren &#8211; im Internet geworben wird (http:\/\/africa\/com\/-martin\/jomol\/).<\/p>\n<p>Auch in der Schulmedizin intensiv bearbeitete lmmuntherapien, wie die Behandlung mit Lymphokin-aktivierten Killerzellen (LAK) mit und ohne lnterleukin-2, werden zur Au\u00dfenseitertherapie, wenn sie aufgrund nicht gesicherter Verfahren der Krebsdiagnose, ohne Ber\u00fccksichtigung negativer Studienergebnisse und au\u00dferhalb kontrollierter Therapiestudien, f\u00fcr eine Vielzahl gesicherter oder angeblicher Krebserkrankungen verwendet werden. Dasselbe gilt f\u00fcr die von Hackethal verbreitete Empfehlung des beim \u00d6strogenrezeptor-positiven Mammakarzinoms hochaktiven LHRH-Agonisten Buserelin &#8211; ebenso griffig wie unsinnig als &#8222;Liebeshormon&#8220; bezeichnet &#8211; f\u00fcr alle Tumoren, z.B. h\u00e4matologische Neoplasien. Die Behandlung von tats\u00e4chlich oder angeblich Krebskranken durch <I>Psychotherapie, <\/I>das <I>&#8222;Life-care&#8220;-Konzept <\/I>(35) oder <I>Schutz vor Erdstrahlen <\/I>geh\u00f6ren nicht zu den pharmakotherapeutischen Methoden und werden deshalb nicht kommentiert. Dagegen enth\u00e4lt das seit zwei Jahrtausenden in Indien praktizierte System der <I>Ayurveda<\/I> neben di\u00e4tetischen, balneologischen und psychotherapeutischen Elementen auch pflanzliche und mineralische Pharmaka, die auch bei Krebskrankheiten wirksam sein sollen. Die Qualit\u00e4t der klinischen Erfahrung geht bisher \u00fcber die Pseudoerfahrung der europ\u00e4ischen Humoralpathologie nicht hinaus; die Behandlungskosten werden von der Krankenversicherung nicht erstattet. Da eine Erkl\u00e4rung nur innerhalb des kosmobiologischen Systems des Ayurveda m\u00f6glich ist, w\u00e4re die Zuordnung zu den besonderen Therapierichtungen konsequent, wird aber bei zunehmender Bedeutung der EG-Empfehlungen kaum gelingen. Da es sich teilweise um &#8222;ausleitende Verfahren&#8220; (Brech-, Nies- und Abf\u00fchrmittel) handelt, ist vor der Anwendung bei organisch Kranken dringend abzuraten.<\/p>\n<p>Methoden, die auf Interaktionen mit dem Stoffwechsel der Krebszelle abzielen, sind aus der Mode gekommen. Ausnahmen bilden die Methoden, die sich auf den von Warburg beschriebenen G\u00e4rungsstoffwechsel der Krebszelle berufen (s.o.) und das als Nachfolgepr\u00e4parat des verbotenen Recancostat in Spanien hergestellte und von einer Frankfurter Apotheke vertriebene, in Deutschland nicht verschreibungsf\u00e4hige <I>Recancostat comp. <\/I>(36), einer Kombination von reduziertem Glutathion mit anderen unsinnigen Wirkstoffen, das der Erfinder, ein Chemiker der Universit\u00e4t Frankfurt, in einer Fernsehsendung unkommentiert empfehlen durfte. <I>Hom\u00f6opathische Zubereitungen, Vitaminpr\u00e4parate, Enzympr\u00e4parate (z.B. Wobe-Mugos oder Polyerga)<\/I> und <I>Spurenelemente <\/I>(z.B. Selen, dessen Bedeutung f\u00fcr die Krebsinzidenz wohl gesichert ist), d\u00fcrften unterhalb toxischer Dosen pharmakologisch unwirksam und biologisch harmlos sein. Sie werden von vielen Patienten neben wissenschaftlich anerkannten onkologischen Therapien verwendet, von naturheilkundlich orientierten \u00c4rzten und Heilpraktikern allerdings oft in Kombination mit anderen onkologischen Au\u00dfenseiterverfahren angeraten.<\/p>\n<p><B>Verhalten des Arztes bei Wunsch nach Au\u00dfenseiterverfahren:<\/B> Jeder Arzt, der Krebspatienten behandelt oder ber\u00e4t, kennt Situationen, in denen Patienten und\/oder ihre Bezugspersonen (insbesondere Eltern und Ehepartner) versuchen, den Konflikt zwischen Realit\u00e4t und Wunsch nach Heilung durch Kontakte mit \u00e4rztlichen Au\u00dfenseitern oder Heilpraktikern zu l\u00f6sen. Derartige Bem\u00fchungen k\u00f6nnen tr\u00f6stlich und hilfreich sein. Man trifft jedoch auch auf Patienten, denen teure, belastende und potentiell gef\u00e4hrliche alternative Verfahren von Bezugspersonen aufgezwungen werden, und die &#8211; bei ablehnender Haltung &#8211; eine St\u00f6rung der gerade in dieser Situation lebensnotwendigen Beziehung bef\u00fcrchten. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Kranke, die nach \u00e4rztlichem Ermessen nicht mehr geheilt werden k\u00f6nnen. Die meisten Patienten behalten die Beziehung zu ihrem Hausarzt und dem behandelnden Onkologen bei, informieren diese aber aus Furcht vor Spott, Ablehnung oder Sanktionen nicht \u00fcber ihre alternativen Kontakte. Wie sollten sich \u00c4rzte in dieser Situation verhalten? Ein wichtiges Ziel der Beratung ist die Erhaltung der Compliance f\u00fcr wirksame onkologische Behandlungsma\u00dfnahmen. Dabei ist zu bedenken, da\u00df es bei Beratung des an Krebs erkrankten Patienten nicht nur auf die objektive Richtigkeit, sondern ebenso auf die damit erzielte Wirkung ankommt. Auch dem Arzt, der sich um die psychosoziale Problematik des Krebspatienten bem\u00fcht, ist die pers\u00f6nliche Situation und die Vorstellungswelt des Patienten nur teilweise bekannt. Undifferenziertes Abraten von der Eigeninitiative kann genauso ung\u00fcnstig sein wie undifferenziertes Nachgeben gegen\u00fcber unrealistischen und mit den prognostischen und therapeutischen Informationen nicht kompatiblen Vorstellungen des Patienten. Hinter dem scheinbaren Wunsch nach alternativen Therapieverfahren kann durchaus der Wunsch nach verst\u00e4rkter Zuwendung, erweiterter Information und nach Best\u00e4tigung der Wirksamkeit der von der Schulmedizin angebotenen Behandlungsm\u00f6glichkeiten verborgen sein. Konkret sollte sich der behandelnde oder beratende Arzt folgende Fragen vorlegen:<br \/>&#8211; Sind mit dem Verfahren biologische Risiken verbunden?<br \/>&#8211; Ist eine Beeintr\u00e4chtigung der &#8222;Lebensqualit\u00e4t&#8220; zu erwarten?<br \/>&#8211; Sind finanzielle Sch\u00e4den f\u00fcr den Patienten, seine Angeh\u00f6rigen, Hinterbliebenen oder f\u00fcr die Solidargemeinschaft abzusehen?<br \/>&#8211; Kann die Anwendung dazu f\u00fchren, da\u00df potentiell kurativ oder palliativ wirksame Behandlungsma\u00dfnahmen unterlassen werden?<br \/>&#8211; Sind psychische Nachteile zu erwarten?<\/p>\n<p>Sind diese Fragen zu verneinen, so sollten alternative Therapien nicht abgelehnt werden, wenn Patienten &#8211; nach intensiver Beratung \u00fcber palliative Behandlungsm\u00f6glichkeiten &#8211; dies w\u00fcnschen. Selbst wenn es sich aus onkologischer Sicht um abstruse Methoden handelt, sollten sie gegen\u00fcber den Betroffenen nicht l\u00e4cherlich gemacht werden. F\u00fcr Patienten handelt es sich immer um eine schwerwiegende und subjektiv unter Umst\u00e4nden lebenswichtige Entscheidung. Das einf\u00fchlsame Gespr\u00e4ch \u00fcber eine m\u00f6gliche Inanspruchnahme von Au\u00dfenseitermethoden l\u00e4\u00dft nicht selten \u00c4ngste, Bedr\u00e4ngnisse und W\u00fcnsche des Krebskranken sichtbar werden, die in der medizinischen und psychosozialen Betreuung nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt worden sind.<br \/><B><br \/>Literatur<\/p>\n<p><\/B>1. Drings, P., et al.: Onkologie 1995, <B>18<\/B>, 158.<br \/>2. Hauser, S.P.: Curr. Opin. Oncol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8364081&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1993, <B>5<\/B>, 646<\/a>.<br \/>3. Curt, G.A., De Vita, V.T., Hellmann, S., et al. (Hrsg.): Cancer principles and practice of oncology. Unsound methods of cancer treatment. J.B. Lippincott, Philadelphia 1993, S. 2734.<br \/>4. Nagel, G.A.: Onkologie 1995, <B>18<\/B>, 68.<br \/>5. Schimmel, K.-C. (Hrsg.): Lehrbuch der Naturheilverfahren. Ab- und ausleitende Heilmethoden. Hippokrates, Stuttgart 1997, S. 75.<br \/>6. Drings, P., et al.: Dtsch. \u00c4rztebl. 1996, <B>93<\/B>, A-973.<br \/>7. J\u00fctte, R.: Geschichte der alternativen Medizin. H.C. Beck, M\u00fcnchen 1996.<br \/>8. Bock, K.D.: Wissenschaftliche und alternative Medizin. Springer, Heidelberg 1993.<br \/>9. Mumenthaler, W.: Unkonventionelle Methoden in der lmmunologie. Universit\u00e4tsverlag, Ulm 1993.<br \/>10. de Weck A.L., Jungi, W.F., und Senn, H.J. (Hrsg.): Krebs und Alternativmedizin. Thymusfaktoren: Eine \u00dcbersicht. W. Zuckschwerdt, M\u00fcnchen 1985, S. 110.<br \/>11. Eicher, W.: Versicherungsmedizin <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8484199&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1993, <B>45<\/B>, 50<\/a>.<br \/>12. Bundes\u00e4rztekammer: Arzneibehandlung im Rahmen besonderer Therapierichtungen. Deutscher \u00c4rzteverlag, K\u00f6ln 1993.<br \/>13. Editorial: Gesundheitspolitische Umschau 1997, <B>45<\/B>, 265.<br \/>14. Bundesgerichtshof: Urteil vom 10. Juli 1996 &#8211; IV ZR 133\/95 (unver\u00f6ffentlicht).<br \/>15. Hamer, R.G.: Celler Dokumentation. Amici di Dirk Verlagsgesellschaft, K\u00f6ln 1984.<br \/>16. Budwig, J.: Der Tod des Tumors. Hyperion-Verlag, Horb 1977.<br \/>17. Beckmann, M.W., et al.: Dtsch. \u00c4rztebl. 1997, <B>94<\/B>, A-161.<br \/>18. Jungi, F.J., und Senn, H.J. (Hrsg.): Krebs und Alternativmedizin. Aktuelle Onkologle, Vol. 32. W. Zuckschwerdt, M\u00fcnchen 1985.<br \/>19. Stiftung Warentest: Die andere Medizin. 2. Aufl., Stiftung Warentest 1992.<br \/>20. Obrist, R., et al.: Dtsch. Med. Wschr <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=3081314&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1986, <B>111<\/B>, 283<\/a>.<br \/>21. Porzsolt, F., und Haug, U.: M\u00fcnch. Med. Wschr 1989, <B>131<\/B>, 130.<br \/>22. Schadewaldt, H.: Erfahrungsheilkunde 1989, <B>380<\/B>, 765.<br \/>23. Gabius, H.J., et al.: Planta Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8134410&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994, <B>60<\/B>, 2<\/a>.<br \/>24. Gabius, H.J., und Gabius, S.: Dtsch. \u00c4rztebl. 1996, <B>93<\/B>, B-637.<br \/>25. Heiny, B.M., und Beuth, J.: Anticancer Res. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8067703&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994, <B>14<\/B>, 1339<\/a>.<br \/>26. von Ardenne, M.: Strahlenther. Onkol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7974169&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994, <B>170<\/B>, 581<\/a>.<br \/>27. Steinhausen, D., et al.: Strahlenther. Onkol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8023241&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994, <B>170<\/B>, 322<\/a>.<br \/>28. Klehr, N., und Ahne, W.: Expression von autologen Target Cytokinen der peripheren kernhaltigen Zellen aus dem Blut von Krebspatienten &#8211; ACT (unver\u00f6ffentlicht) 1993.<br \/>29. Rosenberg, S.A.: Scientific American 1990, May, 34.<br \/>30. AMB 1993, <B>27<\/B>, 64.<br \/>31. Schreml, W.: M\u00fcnch. Med. Wschr. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=6425674&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1984, <B>126<\/B>, 234<\/a>.<br \/>32. Klehr, N.: \u00c4rztezeitschrift f\u00fcr Naturheilverfahren 1992, Heft 10.<br \/>33. Bayerische Krebsgesellschaft: Forum Deutsche Krebsgesellschaft 1993, <B>3\/93<\/B>, 118.<br \/>34. AMB 1994, <B>28<\/B>, 7.<br \/>35. Heimpel, H.: \u00c4rzteblatt Baden-W\u00fcrttemberg 1992, <B>47<\/B>, 71.AMB 1996, <B>30<\/B>, 15.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patienten, \u00c4rzte, Versicherungstr\u00e4ger und Gerichte m\u00fcssen sich seit der Entstehung einer naturwissenschaftlich fundierten Medizin mit Verfahren auseinandersetzen, die von den Vertretern der Schulmedizin mit negativ get\u00f6nten Begriffen wie paramedizinisch, unorthodox, unwissenschaftlich oder &#8222;unsound&#8220;, von Anh\u00e4ngern dieser Verfahren mit positiv belegten Termini wie biologisch, komplement\u00e4r oder ganzheitlich belegt werden, w\u00e4hrend Bezeichnungen wie &#8222;alternativ&#8220; oder &#8222;unkonventionell&#8220; von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_editorskit_title_hidden":false,"_editorskit_reading_time":0,"_editorskit_is_block_options_detached":false,"_editorskit_block_options_position":"{}","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3902,3906,3907,4002,4189,4206,4550,4807,4939,3337,5444,57,5531,5532,5825,5973,460,6271,6445,6859,6862,6887,7108],"class_list":["post-375","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-act","tag-acti-cell","tag-acti-kin","tag-alternative-behandlungsmethoden","tag-aussenseitermethoden","tag-ayurveda","tag-colobiogen","tag-eleuterokokk","tag-faktor-af2","tag-immuntherapie","tag-jomol","tag-karzinome","tag-krebs-mehrschritt-therapie","tag-krebstherapie","tag-mistelpraeparate","tag-ney-tumorin","tag-onkologie","tag-polyerga","tag-recancostat-compositum","tag-thym-uvocal","tag-thymus-praeparate","tag-titai","tag-wobe-mugos"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - 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