{"id":40221,"date":"2000-02-01T12:00:00","date_gmt":"2000-02-01T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/der-arzneimittelbrief.com\/artikel\/2000\/medikamentoese-therapie-der-adipositas"},"modified":"2000-02-01T12:00:00","modified_gmt":"2000-02-01T11:00:00","slug":"medikamentoese-therapie-der-adipositas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/medikamentoese-therapie-der-adipositas\/","title":{"rendered":"Medikament\u00f6se Therapie der Adipositas?"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem antiken Griechenland ist bekannt, da\u00df \u00dcbergewichtige, die abnehmen wollten, angehalten wurden, nur einmal t\u00e4glich zu essen, harte Arbeit zu verrichten, keine B\u00e4der zu nehmen, auf harten Betten zu schlafen und so lange wie m\u00f6glich nackt umherzulaufen. Die Behandlung der Adipositas hat sich gl\u00fccklicherweise ver\u00e4ndert; aber wie wirksam sind die Angebote, die wir den Patienten heute anbieten k\u00f6nnen? Station\u00e4re Behandlungsmethoden sind seit Jahren etabliert, jedoch gibt es noch gro\u00dfe Defizite in der ambulanten Versorgung. Da \u00c4rzte in der Regel nicht in der Lage sind, das Gewicht adip\u00f6ser Patienten langfristig zu senken, sind sie &#8211; ebenso wie die Betroffenen &#8211; frustriert. Ob die neuen, mit viel Werbeaufwand pr\u00e4sentierten Medikamente aus dieser Zwickm\u00fchle helfen k\u00f6nnen, soll nachfolgend dargestellt werden.<\/p>\n<p><B>Diagnostik und Einteilung:<\/B> Mit klinischem Blick kann man selbstverst\u00e4ndlich eine Adipositas diagnostizieren und wahrscheinlich auch eine Behandlungsindikation stellen. Zur genaueren Klassifizierung (s. Tab. 1) wird der Body-Mass-Index (BMI) errechnet (K\u00f6rpergewicht : K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe<sub>2<\/sub> [kg\/m<sub>2<\/sub>]). Dieser Wert korreliert besser als der Broca-Index mit der Masse des K\u00f6rperfetts und kann ebenso leicht bestimmt werden. Da besonders das abdomielle Fett ein Pr\u00e4diktor f\u00fcr das kardiale Risiko ist &#8211; die bauchbetonte (androide) Adipositas wirkt sich im Vergleich mit der schenkelbetonten (gynoiden) nachteiliger aus &#8211; spielt das <I>Fettverteilungsmuster<\/I> eine entscheidende Rolle. Die Fettverteilung kann jedoch nur indirekt bestimmt werden (Messung der subkutanen Fettschicht mit Infrarot-Verfahren, bioelektrischer Impedanz, Densitometrie, nukleare oder radiographische Verfahren). In der Praxis und in der Klinik hat sich jedoch das Ma\u00dfband als einfaches, billiges und effektives Me\u00dfinstrument bew\u00e4hrt. Der Bauchumfang erweist sich, unabh\u00e4ngig von der K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe, als Richtwert f\u00fcr das kardiale Risiko (14). Es besteht ein erh\u00f6htes bzw. deutlich erh\u00f6htes kardiovaskul\u00e4res Risiko bei M\u00e4nnern ab einem Bauchumfang von 94 bzw. 102 cm und bei Frauen ab 80 bzw. 88 cm im Vergleich zu Normalgewichtigen. In wissenschaftlichen Studien werden leider verschiedene Klassifikationen des \u00dcbergewichts verwendet. International etabliert sich zunehmend die Einteilung nach der WHO.<\/p>\n<p><B>Epidemiologie<\/B>: Epidemiologische Studien zeigen, da\u00df bei steigender Pr\u00e4valenz derzeit ungef\u00e4hr jeder zweite erwachsene Bundesb\u00fcrger \u00fcbergewichtig und jeder f\u00fcnfte adip\u00f6s ist (1,2), wobei es deutliche regionale Unterschiede gibt. Im Rahmen der internationalen MONICA-Studie der WHO (&#8220;<B>MONI<\/B>toring trends and determinants in <B>CA<\/B>rdiovascular disease&#8221;) wurden Anfang der achtziger Jahre in mehreren Regionen Deutschlands 6213 M\u00e4nner und 6608 Frauen im Alter zwischen 35 und 64 Jahren hinsichtlich ihrer kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktoren untersucht. Die niedrigste Pr\u00e4valenz von Adipositas fand sich bei M\u00e4nnern und Frauen im Rhein-Neckar-Gebiet (13% bzw. 12%), die h\u00f6chste Pr\u00e4valenz bei M\u00e4nnern im Umland von Augsburg (20%) und bei Frauen in Halle\/Saale (27%; 3).<\/p>\n<p><B>Adipositas als Risikofaktor:<\/B> Im N. Engl. J. Med. wurde k\u00fcrzlich eine gro\u00dfe prospektive Studie ver\u00f6ffentlicht, die den Zusammenhang von BMI und Letalit\u00e4t bei M\u00e4nnern und Frauen zeigt (4; s.a. <a href=\"http:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?SN=6119\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMB 1999, <B>33<\/B>, 93b<\/a>). Das Relative Risiko (RR) zu sterben war bei M\u00e4nnern mit einem BMI < 22,0 und > 26,4 kg\/m\u00b2 und bei Frauen < 20,5 und > 24,9 kg\/m\u00b2 signifikant erh\u00f6ht. Das RR f\u00fcr einen Tod aller Ursachen oder einen kardiovaskul\u00e4r bedingten Tod war mit 2,58 bzw. 2,90 bei den wei\u00dfen M\u00e4nnern mit einem BMI > 35 kg\/m\u00b2 besonders hoch.<\/p>\n<p>Als Ursache f\u00fcr die erh\u00f6hte Letalit\u00e4t adip\u00f6ser Menschen kommen mehrere Erkrankungen in Betracht, die h\u00e4ufig mit deutlichem \u00dcbergewicht assoziiert sind: Koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Arthrose und einige Malignome. Die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, ist bei adip\u00f6sen M\u00e4nnern um das 40fache und bei adip\u00f6sen Frauen um das 90fache im Vergleich zu Normalgewichtigen erh\u00f6ht (5,6). J.C Seidell. errechnete aus gro\u00dfen prospektiven Studien, da\u00df 64% der m\u00e4nnlichen und 77% der weiblichen Typ-2-Diabetiker diese Diagnose erspart geblieben w\u00e4re, h\u00e4tten sie ihr Normalgewicht gehalten. Rechnerisch seien 15-30% der kardialen Todesf\u00e4lle zu verhindern, wenn der BMI nie \u00fcber 25 kg\/m\u00b2 gestiegen w\u00e4re (1). Eine im M\u00e4rz 1999 publizierte Fall-Kontroll-Studie untersuchte 268 Patientinnen und fand heraus, da\u00df das RR, Arthrosen an Hand, Knie oder H\u00fcfte zu bekommen, bei den Frauen im h\u00f6chsten BMI-Drittel bis zu 10fach erh\u00f6ht ist im Vergleich zum unteren Drittel (7).<\/p>\n<p>Da\u00df schon ein Gewichtsabnahme von 5-10% zu einer deutlichen Abnahme bekannter kardialer <I>Risikofaktoren<\/I> f\u00fchrt, ist gut belegt (8) und schon aus diesem Grunde theoretisch erstrebenswert. Generell aber ist eine Gewichtsabnahme und auch ein stark fluktuierendes K\u00f6rpergewicht nicht mit einer Senkung der Letalit\u00e4t verkn\u00fcpft (33). Viele Studien belegen sogar das Gegenteil. Eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr diesen auf den ersten Blick paradoxen Befund ist, da\u00df eine Gewichtsabnahme nicht selten durch Erkrankungen bedingt ist, die zu einem vorzeitigen Tod f\u00fchren k\u00f6nnen. Man mu\u00df also zwischen gewollter und ungewollter Gewichtsabnahme unterscheiden. Es ist jedoch schwer, epidemiologisch zwischen gewollter Gewichtsabnahme (in den USA m\u00f6chten 25% der M\u00e4nner und 40% der Frauen abnehmen; 9, 34) und der Gewichtsreduktion durch unerkannte konsumierende Erkrankungen mit erh\u00f6hter Letalit\u00e4t zu differenzieren. Williamson, D.F., et al. zeigten 1995 erstmals, da\u00df bei \u00fcbergewichtigen wei\u00dfen Frauen mit Adipositas-bedingten Begleiterkrankungen eine gewollte Gewichtsabnahme die Letalit\u00e4t um 20% senkt (10).<\/p>\n<p>Im Int. J. Obes. erschien 1999 eine interessante Studie, die zwischen dem Verlust von <I>K\u00f6rpergewicht<\/I> und <I>K\u00f6rperfett<\/I> unterscheidet (11). Unter diesem Aspekt wurden zwei prospektive Studien, die Tecumseh Community Health Study und die Framingham Heart Study, mit insgesamt 4621 Probanden analysiert, in denen neben dem K\u00f6rpergewicht auch das K\u00f6rperfett (Dicke des Unterhaut-Fettgewebes) gemessen wurde. Eine Gewichtsabnahme von 4,6 kg bzw. 6,7 kg <I>erh\u00f6hte<\/I> das relative Letalit\u00e4tsrisiko um 29% bzw. 39%; jede Verminderung der Hautfaltendicke um 10,0 mm bzw. 4,8 mm jedoch <I>reduzierte<\/I> das RR zu sterben um 15% bzw. 17%.<\/p>\n<p><B>Ursachen der Adipositas<\/B>: Leptin (ob-Protein) ist das Produkt des ob-Gens und wird \u00fcberwiegend im wei\u00dfen Fettgewebe gebildet. Die Leptin-Konzentration im Serum verh\u00e4lt sich proportional zum BMI. Leptin-Rezeptoren werden durch das db-Gen kodiert und steuern im Hypothalamus, dem Hunger- und S\u00e4ttigungszentrum, die Aussch\u00fcttung von Neuropeptiden, die unsere Nahrungsaufnahme stimulieren oder inhibieren.<\/p>\n<p>In experimentellen Studien wurde durch parenterale Applikation von Leptin die Nahrungsaufnahme vermindert und die Thermogenese gesteigert. Knock-out-M\u00e4use, bei denen das ob-Gen defekt ist, bilden kein Leptin und fallen durch Hyperphagie, Fettanlagerung, Wachstumsst\u00f6rungen, Hyperkortisolismus und Infertilit\u00e4t auf. Ein monogener, nicht-syndromaler Gendefekt wurde erstmalig 1997 auch beim Menschen als Ursache f\u00fcr Adipositas beschrieben. Elf weitere monogene Defekte wurden in j\u00fcngerer Zeit entdeckt (12). Insgesamt ist der Anteil der Adip\u00f6sen mit monogenen Mutationen aber sehr gering, ebenso wie Syndrome mit \u00dcbergewicht (z.B. das Prader-Willi-Syndrom). Es wird angenommen, da\u00df polymorphe Defekte sich zwar schw\u00e4cher auspr\u00e4gen, jedoch wesentlich h\u00e4ufiger vorkommen.<\/p>\n<p>Neben genetischen Faktoren spielt vor allem der Lebensstil eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Adipositas. Durch sitzende T\u00e4tigkeiten sinkt unser Energieverbrauch; andererseits verst\u00e4rkt energiereiche Nahrung die Fettanlagerung. In einigen Studien wurde auch der Effekt von l\u00e4ngerem Fernsehen auf die \u00dcbergewichtigkeit untersucht. Von 4063 untersuchten 8-16j\u00e4hrigen Kindern hatten diejenigen, die mehr als 4 Stunden am Tag fernsehen (immerhin 26% der Kinder), einen signifikant h\u00f6heren Fettanteil und BMI im Vergleich zu denen, die weniger als 2 Stunden am Tag schauen (13). In einem begleitenden Editorial wird der verminderte Energieverbrauch sowie der erh\u00f6hte Nahrungskonsum vor dem Fernseher und indirekt auch der Einflu\u00df der Werbung f\u00fcr Nahrungsmittel im Fernsehen als Ursache der Gewichtszunahme diskutiert.<\/p>\n<p><B>Behandlung der Adipositas:<\/B> Zwei neue Medikamente zur Behandlung der Adipositas sind auf den Markt gekommen. Die Strategie der Firmen, diesen Risikofaktor besonders herauszustellen, hat zum Erfolg gef\u00fchrt, denn \u00fcber die klinische Bedeutung des \u00dcbergewichts wird \u00fcberall diskutiert. Das er\u00f6ffnet aber auch die M\u00f6glichkeit, verhaltenstherapeutische M\u00f6glichkeiten ins Bewu\u00dftsein zu rufen. \u00dcbergewicht ist n\u00e4mlich keine schicksalhafte Situation, sondern durch eigenes Verhalten verursacht. \u00c4nderungen dieses Verhaltens sind aber m\u00f6glich, wenn sie in ein g\u00fcnstiges therapeutisches Umfeld eingebettet sind.<\/p>\n<p>Von Fachgesellschaften und Expertenkomitees wurden Evidenz-basierte Therapierichtlinien ver\u00f6ffentlicht (15, 16). Sie beinhalten ein multidisziplin\u00e4res Konzept unter Ber\u00fccksichtigung vom BMI, Bauchumfang und begleitenden Erkrankungen. Therapieziel ist eine langfristige Gewichtsabnahme von 5-10%, da dies schon zu einer deutlichen Abnahme von Risiken f\u00fchrt. Die Abb. 1 gibt ein vereinfachtes Therapieschema wieder. Die ausf\u00fchrlichen Richtlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind im Internet abzurufen (16).<\/p>\n<p>Ein auf mindestens zwei Jahre angelegtes Therapiekonzept sollte folgende f\u00fcnf Prinzipien ber\u00fccksichtigen: 1. Nahrungsumstellung, 2. Bewegungstherapie, 3. Verhaltenstraining, 4.Chirurgische Verfahren, 5. Medikament\u00f6se Therapie.<\/p>\n<p><B><I>1. Nahrungsumstellung:<\/I><\/B> Eine 1998 erschienene Metaanalyse belegt, da\u00df der Fettanteil in der Nahrung eine wichtige Rolle bei der Entstehung, aber auch bei der Behandlung der Adipositas spielt (17). Die Durchschnittsnahrung in Deutschland ist zu reich an Fetten und raffinierten Kohlenhydraten und zu arm an komplexen Kohlenhydraten (z.B. Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot) und Ballaststoffen. Empfohlen wird eine fettarme, kohlenhydratliberalisierte, ballaststoffreiche Mischkost. Die Fettzufuhr sollte 60-70 g\/d nicht \u00fcberschreiten; komplexe Kohlenhydrate, die auch einen guten S\u00e4ttigungseffekt haben, k\u00f6nnen dagegen reichlich zugef\u00fchrt werden. Der Energieanteil sollte sich folgenderma\u00dfen verteilen: 30% Fette, 20% Eiwei\u00dfe, 50% Kohlenhydrate. Es wird empfohlen, &#8220;Softdrinks&#8221; durch Mineralwasser oder &#8220;Light-Getr\u00e4nke&#8221; zu ersetzen. Alkohol hat einen hohen biologischen Brennwert und hemmt die Oxidation der Fetts\u00e4uren; er sollte aus diesen Gr\u00fcnden reduziert werden.<\/p>\n<p><B><I>2. Bewegungstherapie:<\/I><\/B> Bei einer Reduktion des K\u00f6rpergewichts von 10 kg nimmt neben dem Fett auch die Muskelmasse ab (3-4 kg) und damit sinkt auch der Grundumsatz. Um dem entgegenzuwirken und um den Energieverbrauch zu erh\u00f6hen, sollten 3 Sporteinheiten\/Woche von mindesten einer halben Stunde Dauer absolviert werden. Damit \u00fcberwiegend Depotfett mobilisiert wird, empfiehlt sich eine niedrige Belastungsintensit\u00e4t mit dem Ziel, eine Herzfrequenz von 180 minus Lebensalter zu erreichen. Besonders geeignet sind Wandern, Schwimmen und Radfahren. In jedem Falle sollte eine Sportart gew\u00e4hlt werden, die auch Spa\u00df macht. Vor einer solchen Bewegungstherapie mu\u00df eine relevante Koronare Herzerkrankung ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p><B><I>3. Verhaltenstraining:<\/I><\/B> Bei Adip\u00f6sen wird der Anteil derer, die schwere psychische oder psychosomatische Begleiterkrankungen haben, auf 30-40% gesch\u00e4tzt. Diese Patienten sollten exploriert und psychosomatisch betreut werden. Aber auch die \u00fcbrigen Patienten durchlaufen im Idealfall ein Trainingsprogramm mit Analyse des bisherigen Gewichtsverlaufs und des E\u00dfverhaltens sowie Evaluation der ausl\u00f6senden Situationen und der Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern vorausgegangener Versuche abzunehmen. Entspannungsverfahren sollten erlernt, Problemsituationen antizipiert und das Selbstwertgef\u00fchl gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p><B><I>4. Chirurgische Verfahren:<\/I><\/B> Wenn konservative Therapieversuche wiederholt fehlschlagen, kommen reversible chirurgische Verfahren, wie die vertikale Gastroplastik nach Mason oder das zunehmend angewandte &#8220;Gastric Banding&#8221; in Frage. Das Magenband wird in Vollnarkose laparoskopisch angelegt und schn\u00fcrt unterhalb der Kardia ein Magenreservoir von ungef\u00e4hr 20 ml ab. Schon nach geringer Nahrungszufuhr tritt ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl ein, das durch die verz\u00f6gerte Magenentleerung auch l\u00e4nger anh\u00e4lt. Postoperativ kommt es h\u00e4ufig zu Erbrechen; nach einigen Wochen aber hat sich der Patient an das neue Magenvolumen gew\u00f6hnt. Die Gewichtsabnahme ist meist gro\u00df. Kuzmak fand eine Abnahme des \u00dcbergewichtes um 50-83% nach einem Jahr (32); 20-40% der Patienten sind jedoch therapierefrakt\u00e4r, da sie hochkalorische, fl\u00fcssige Kost zu sich nehmen (&#8220;Sweet-eaters&#8221;). Die Komplikationsrate betr\u00e4gt 15% und die Letalit\u00e4t liegt bei 0,25-0,4%.<\/p>\n<p><B><I>5. Medikament\u00f6se Therapie:<\/I><\/B> Zur Adipositas-Therapie wurden und werden viele Medikamente angeboten. Doch nur zwei Substanzen, Orlistat (Xenical) und Sibutramin (Reductil) haben in gro\u00dfen klinischen Langzeitstudien ihre Wirksamkeit bewiesen. Schilddr\u00fcsenhormone, Amphetamin-Derivate, Dexfenfluramin und Diuretika sind wegen ihrer Wirkungslosigkeit oder wegen erheblicher unerw\u00fcnschter Arzneimittelwirkungen obsolet.<br \/><I>Orlistat:<\/I> Wir haben bereits \u00fcber diese Substanz berichtet (<a href=\"http:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?SN=5980\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMB 1998, <B>32<\/B>, 68<\/a>). Es handelt sich um ein synthetisches Derivat von Lipstatin, einem nat\u00fcrlichen Produkt von Streptomyces toxytricini. Orlistat wirkt \u00fcberwiegend intraluminal durch kovalente Inhibition der Magen- und Pankreaslipase und vermindert die Hydrolyse der Triglyzeride. Die Resorption von Monoglyzeriden und Fetts\u00e4uren wird herabgesetzt. Die Fettausscheidung im Stuhl erh\u00f6ht sich bei Normalkost von normalerweise 4% auf 30%.; dies f\u00fchrt zu einem Energieverlust von ungef\u00e4hr 300 kcal\/d.<\/p>\n<p>Orlistat ist im Serum selten nachweisbar, jedoch werden 1,5-4% der Substanz metabolisiert im Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit betr\u00e4gt 14-19 Stunden. In Dosisfindungs-Studien hat sich die Gabe von 3 mal 120 mg\/d zu den Hauptmahlzeiten mit gr\u00f6\u00dferem Fettanteil als optimal erwiesen. Die t\u00e4glichen Kosten der Behandlung mit Xenical liegen bei 6,86 DM und werden, ebenso wie die von Reductil, nicht von den Krankenkassen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Bisher sind 7 gr\u00f6\u00dfere randomisierte, plazebokontrollierte Langzeitstudien publiziert worden (18-24; s. Tab. 2). In allen Studien gab es eine Run-in-Phase von 4 Wochen bis 6 Monaten Dauer, in der die Compliance der Patienten gepr\u00fcft wurde. In 6 Studien erhielten alle Probanden initial Plazebo-Tabletten. Diejenigen, die weniger als 70-75% der Tabletten eingenommen hatten, wurden von der Studie ausgeschlossen; die \u00fcbrigen wurden anschlie\u00dfend randomisiert f\u00fcr Plazebo oder Orlistat. Die Studienteilnehmer wurden di\u00e4tetisch beraten. Nur in wenigen Studien wurde zus\u00e4tzlich ein Bewegungsprogramm oder ein Verhaltenstraining angeboten.<\/p>\n<p>Die Gewichtsabnahme lag nach einem Jahr in der Verum-Gruppe im Mittel bei 8,9% und in der Plazebo-Gruppe bei 5,8%. Die Differenz der Gewichtsabnahme war in allen Studien signifikant unterschiedlich. In den meisten Studien &#8220;besserten&#8221; sich auch Gesamtcholesterin, HDL und LDL.<\/p>\n<p>Die Abbruchrate schwankte von Studie zu Studie zwischen 25 und 85%. Bis zu 95% der Probanden in der Verum-Gruppe litten unter intestinalen Nebenwirkungen (s. Tab. 4). Die unerw\u00fcnschten Arzneimittelwirkungen waren meist vor\u00fcbergehend und traten besonders in den ersten 3 Wochen auf. Nach Einsch\u00e4tzung der Patienten waren sie vorwiegend mild bis m\u00e4\u00dfig. Auff\u00e4llig ist, da\u00df mehr Patienten in der Plazebo-Gruppe die Studien abbrachen, was wahrscheinlich auf die geringere Gewichtsabnahme zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die in der Verum-Gruppe aufgetretenen Beschwerden waren von der konsumierten Fettmenge abh\u00e4ngig: wer viel Fett a\u00df, hatte auch h\u00e4ufiger Beschwerden &#8211; ein nach Ansicht der Werbemanager von Roche ideales Biofeedback-Verfahren!<\/p>\n<p>Die Serumkonzentration von Beta-Karotin und den fettl\u00f6slichen Vitamine sank in fast allen Studien in der Verum-Gruppe. Bei einigen Patienten mu\u00dften fettl\u00f6sliche Vitamine oral substituiert werden, da die Vitaminkonzentrationen bei zwei aufeinander folgenden Messungen unterhalb des Normalbereichs lagen. Nach Gabe der Vitaminpr\u00e4parate stieg die Konzentrationen wieder in den Normalbereich. Deshalb wird empfohlen, w\u00e4hrend der Therapie mit Orlistat generell Multivitaminpr\u00e4parate einzunehmen.<\/p>\n<p>Eine Interaktion von Orlistat mit Digoxin, retardiertem Nifedipin, Phenytoin, Atenolol, Furosemid, Captopril und oralen Kontrazeptiva wurde nicht nachgewiesen. Die maximale Plasmakonzentration von R-Warfarin (Cumarin-Derivat) verz\u00f6gerte sich um eine Stunde; im \u00fcbrigen wurde aber die Pharmakokinetik unter Orlistat nicht ver\u00e4ndert (25).<\/p>\n<p>In einer Studie traten vermehrt Brustkrebserkrankungen unter Orlistat auf. Eine plausible Erkl\u00e4rung daf\u00fcr gibt es nicht. Eine genaue Analyse von mehreren unabh\u00e4ngigen Experten ergab, da\u00df die \u00fcberwiegende Zahl der Tumoren schon vor dem Studienbeginn existiert haben mu\u00df. Dennoch ist wegen dieser Studie die Entscheidung f\u00fcr die Zulassung von Orlistat durch die FDA in den USA nur knapp ausgefallen (26). Eine neue Studie, die Xendos Xenical Swedish Study, soll kl\u00e4ren, ob das Risiko f\u00fcr Mammakarzinom durch die Behandlung mit Orlistat erh\u00f6ht wird. In den bisherigen Studien gab es keinen Hinweis auf eine erh\u00f6hte Inzidenz gastrointestinaler Tumoren durch den erh\u00f6hten Fettanteil in den Faeces. Es liegen allerdings nur begrenzte Langzeiterfahrungen vor.<\/p>\n<p><I>Sibutramin:<\/I> Sibutramin ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Reuptake-Hemmer. Diese haben u.a. zwei Wirkungen, n\u00e4mlich verminderte Nahrungsaufnahme durch Hemmung des Appetits und erh\u00f6hten Energieverbrauch durch Steigerung der Beta<sub>3<\/sub>-Rezeptor-vermittelten Thermogenese. Sibutramin wird gut resorbiert und unterliegt einem ausgepr\u00e4gten First-pass-Effekt in der Leber. Es bilden sich Cytochrom-P-450 vermittelt zwei aktive Metabolite mit einer Halbwertszeit von 14-19 Stunden. Die Anfangsdosis betr\u00e4gt 10 mg\/d. Die Einnahme erfolgt nahrungsunabh\u00e4ngig. Ist die Gewichtsabnahme unzureichend, d.h. liegt das Gewicht nach vier Wochen nur 2% unter dem Ausgangsgewicht, kann die Dosis auf 15 mg\/d erh\u00f6ht werden. Treten unerw\u00fcnschte Arzneimittelwirkungen auf (s. Tab. 4), sollte die Dosis auf 5 mg\/d reduziert werden (27). Die Tagestherapiekosten betragen bei 10 mg-Dosierung 4,56 DM und bei 15 mg\/d 5,19 DM.<\/p>\n<p>Wegen m\u00f6glicher Nebenwirkungen empfiehlt sich eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle von Blutdruck und Puls. Die Koronare Herzerkrankung ist eine relative Kontraindikation f\u00fcr Sibutramin. Vorsicht ist auch bei der gleichzeitigen Gabe von QT-Zeit-verl\u00e4ngernden Substanzen geboten, sowie bei Komedikation von Medikamenten, die durch Zytochrom P-450 metabolisiert werden bzw. dieses Enzym induzieren.<\/p>\n<p>Bei bis zu 88% der behandelten Patienten traten Nebenwirkungen auf (s. Tab. 4); bei maximal 11% aller Probanden f\u00fchrten diese zum Studienabbruch. Herzklappenver\u00e4nderungen und pulmonale Hypertonie, die von dem vom Markt genommenen Dexfenfluramin (s.a. <a href=\"http:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?SN=5878\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMB 1997, <B>31<\/B>, 79b<\/a>) und von Amphetamin-Derivaten bekannt sind, wurden bis jetzt nicht \u00fcberzuf\u00e4llig h\u00e4ufig beobachtet. Ein Abh\u00e4ngigkeitspotential soll nicht bestehen.<\/p>\n<p>Im Jahre 1988 erschienen die ersten Studien zu Sibutramin &#8211; damals wurde allerdings die antidepressive Wirkung untersucht. Die Nebenwirkungen Anorexie und Gewichtsabnahme f\u00fchrten dann zu einer 1991 publizierten Dosisfindungs-Studie zur Erfassung der Wirkungen auf das K\u00f6rpergewicht. Bis heute sind leider nur zwei Langzeituntersuchungen von mindestens einem halben Jahr ver\u00f6ffentlicht (28, 29; s. Tab. 3). Einige Studien laufen noch zur Zeit; andere liegen bisher nur unvollst\u00e4ndig als Abstract vor.<\/p>\n<p>G.A. Bray et al. ver\u00f6ffentlichten 1999 eine multizentrische Dosisfindungs-Studie (28; s. Tab. 3). Auf eine Run-in-Phase von 2 Wochen folgte eine 24w\u00f6chige randomisierte Behandlung von 1047 Patienten mit Plazebo sowie mit 1, 5, 10, 15, 20 oder 30 mg Sibutramin. Nach Absetzen der Pr\u00e4parate wurden die Patienten weitere 6 Wochen lang beobachtet. Die Patienten erhielten zu Studienbeginn Beratungen bez\u00fcglich Di\u00e4t, Bewegungstraining und \u00c4nderung des Lebensstils. Die Gewichtsabnahme war dosisabh\u00e4ngig und am st\u00e4rksten in den ersten 12 Wochen. In der 5 mg-Gruppe stabilisierte sich das K\u00f6rpergewicht nach 12 Wochen, in den 10 und 15 mg-Gruppen sank das Gewicht in den folgenden Wochen langsam weiter ab. In der 10 mg- bzw. 15 mg-Gruppe wurde eine mittlere Gewichtsreduktionen von 6,1 bzw. 7,4%, in der Plazebo-Gruppe von 2,7% erreicht. Bauchumfang, Triglyzeride, HDL und Harns\u00e4ure &#8220;besserten&#8221; sich. Der diastolische Blutdrucks stieg um 2,5-3,8 mm Hg (maximal 38 mm Hg), die Herzfrequenz um 3-6\/Min. (maximal 29\/Min.). Die klinische Bedeutung dieser Nebenwirkung ist bisher unklar. In der Plazebo-Gruppe brachen 41% der Patienten die Studie ab, in der Verum-Gruppe lag diese Zahl zwischen 29 und 36%. Wegen unerw\u00fcnschter Arzneimittelwirkungen (s.a. Tab. 4) wurde bei 11% die Studie abgebrochen und bei 13% die Dosis reduziert.<\/p>\n<p>Im Am. J. Med. erschien im vergangenen Jahr eine franz\u00f6sische Multizenterstudie (29; s. Tab. 3), in der 159 Patienten nach einer 4w\u00f6chigen strengen kalorienarmen Di\u00e4t und einer minimalen Gewichtsabnahme von 6 kg randomisiert wurden. Die Probanden erhielten danach entweder Plazebo oder 10 mg Sibutramin\/d und wurden regelm\u00e4\u00dfig di\u00e4tetisch beraten. Insulinpflichtige Diabetiker waren ausgeschlossen. 38% der mit Plazebo und 27% der mit Sibutramin Behandelten brachen die Studie ab. 76% der Patienten litten unter Nebenwirkungen (s.a. Tab. 3), die bei 2% in der Sibutramin-Gruppe zum Studienabbruch f\u00fchrten. Die Gewichtsabnahme war am st\u00e4rksten nach 6 Monaten und stabilisierte sich dann in der Verum-Gruppe bis zum Studienende bei 12,5% des Anfangsgewichts. In der Plazebo-Gruppe hingegen nahm das Gewicht wieder leicht zu und lag bei Studienende um 6,6% unter dem Ausgangsgewicht. HDL, Triglyzeride und Bauchumfang &#8220;besserten&#8221; sich. Der diastolische Blutdruck stieg ebenso wie die Herzfrequenz signifikant an, im Mittel um 1,5 mm Hg bzw. 8\/Min.<\/p>\n<p><I>Andere Pharmaka:<\/I> Die Behandlung der Adipostas mit dem Hormon <I>Leptin<\/I> kommt nach jetzigen Erkenntnissen wahrscheinlich nur f\u00fcr wenige Adip\u00f6se in Frage. Im JAMA berichtete D.F. Phillips \u00fcber die s.c. Anwendung unphysiologisch hoher Leptin-Gaben bei Normal- und \u00dcbergewichtigen (30). Nach 6 Monaten betrug &#8211; unter zus\u00e4tzlicher hypokalorischer Kost &#8211; die Gewichtsabnahme bei der Maximaldosierung 7,2 kg. Als Nebenwirkung traten Hautr\u00f6tungen an der Injektionstelle auf.<\/p>\n<p>Im N. Engl. J. Med. wurde \u00fcber die Leptin-Behandlung einer massiv \u00fcbergewichtigen Neunj\u00e4hrigen mit angeborenem Leptin-Mangel bei ob\/ob-Defekt berichtet (31). Die Patientin erhielt 12 Monate lang rekombinantes Leptin in physiologischen Dosen und nahm darunter von 94,4 kg auf 78,0 kg ab. Obwohl sich nach 2 Monaten Antik\u00f6rper gegen Leptin bildeten, blieb seine Wirkung erhalten, und es zeigten sich keine lokalen Reaktionen.<\/p>\n<p><I>Kortikotropin Releasing Factor<\/I> und das verwandte <I>Urocortin<\/I> hemmen den Appetit und werden derzeit f\u00fcr den Einsatz am Menschen vorbereitet. <I>Neuropeptid-Y-Rezeptoren-Blocker<\/I> hemmen die Wirkung vom Neuropeptid Y, werden aber wegen ihrer schwachen Wirkung voraussichtlich keine Bedeutung in der medikament\u00f6sen Behandlung der Adipositas erlangen. <I>Beta<\/I><I><sub>3<\/sub><\/I><I>-Rezeptor-Agonisten<\/I> sind zur Zeit in der klinischen Erprobung. Im Tierversuch f\u00fchren sie durch Steigerung der Thermogenese zur Gewichtsabnahme. Unabh\u00e4ngig vom Gewichtsverlust sinken Insulin- und Glukosekonzentration. Herzfrequenz und Blutdruck bleiben unbeeinflu\u00dft, jedoch kommt es gelegentlich zu einem Tremor durch Stimulation der Beta<sub>2<\/sub>-Rezeptoren in der Skelettmuskulatur. Interessant sind auch Befunde zu Wirkungen der <I>Histamin-Rezeptoren<\/I> im Gehirn. Diese nehmen an der Regulation der Nahrungsaufnahme teil. Durch Stimulation des H<sub>1<\/sub>-Rezeptors wird die Nahrungsaufnahme gebremst; bei Stimulation des H<sub>3<\/sub>-Rezeptors verh\u00e4lt es sich umgekehrt. Diese Rezeptoren haben das Verst\u00e4ndnis der Appetitregulation erweitert; klinische Ergebnisse liegen zur Zeit jedoch noch nicht vor.<\/p>\n<p><B>Fazit<\/B>: \u00dcbergewicht ist vor allem das Resultat der starken Ver\u00e4nderungen in unserem Lebensstil w\u00e4hrend der letzten 10000 Jahre. Unsere Ahnen, einstmals Sammler und J\u00e4ger, wurden zu se\u00dfhaften Bauern und Viehz\u00fcchtern und sicherten damit die Verf\u00fcgbarkeit der Nahrung. Die Industrialisierung in den letzten zwei Jahrhunderten hat zudem die k\u00f6rperliche Arbeit heute erleichtert. Die genetische Vorgabe, speziell die F\u00e4higkeit, bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Nahrungsangebot Energie nahezu unbegrenzt als K\u00f6rperfett speichern zu k\u00f6nnen, war einst ein Selektionsvorteil w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Hungerperioden. In den industrialisierten L\u00e4ndern f\u00fchrt heute das Mi\u00dfverh\u00e4ltnis zwischen dieser genetischen Veranlagung, dem \u00fcppigen Nahrungsangebot und dem energiesparenden, teilweise auch zum Essen und Trinken verf\u00fchrenden Lebensstil zur Adipositas und zu mit ihr assoziierten Erkrankungen und damit zu Nachteilen.<\/p>\n<p>Eine \u00c4nderung der E\u00df- und Bewegungsgewohnheiten mu\u00df also einge\u00fcbt werden, um \u00dcbergewicht abzubauen. Das ist meist nur mit verhaltenstherapeutischer Begleitung m\u00f6glich. Ohne \u00c4nderung des Lebensstils gibt es dauerhaft keine gewollte Gewichtsreduktion. Medikamente haben in diesem Konzept eine direkt helfende, m\u00f6glicherweise auch motivierende Funktion. Sie wirken selbst aber nur so lange, wie sie eingesetzt werden und haben zudem eine Reihe von Nebenwirkungen.<\/p>\n<p><B>Literatur<\/p>\n<p><\/B>1. Seidell, J.C.: Horm. Metab. Res. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9178022&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1997, <B>29<\/B>, 155<\/a>.<br \/>2. Hense, H.W., et al.: CVD Prev 1998, <B>1<\/B>, 318.<br \/>3. Molarius, A., et al. (MONICA): J. Epidemiol. Community Health <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9229053&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1997, <B>51<\/B>, 252<\/a>.<br \/>4. Calle, E.E., et al.: N. Engl. J. Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10511607&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>341<\/B>, 1097<\/a>.<br \/>5. Chan, J., et al.: Diabetes Care <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7988316&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994, <B>17<\/B>, 961<\/a>.<br \/>6. Colditz, G., et al.: Ann. Intern. Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7872581&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1995, <B>122<\/B>, 481<\/a>.<br \/>7. Oliveria, S.A., et al.: Epidemiology <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10069252&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>10<\/B>, 161<\/a>.<br \/>8. Goldstein, D.J.: Int. J. Obes. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1322866&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1992,<B>16<\/B>, 397<\/a>.<br \/>9. Williamson, D.F., et al.: Am. J. Public Health <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=1503167&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1992, <B>82<\/B>, 1251<\/a>.<br \/>10. Williamson, D.F., et al.: Am. J. Epidemiol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7771451&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1995, <B>141<\/B>, 1128<\/a>.<br \/>11. Allison, D.B., et al.: Int. J. Obes. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10411233&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>23<\/B>, 603<\/a>.<br \/>12. P\u00e9russe, L., et al.: Obes. Res. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10023738&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>7<\/B>, 111<\/a>.<br \/>13. Andersen, R.E., et al.: JAMA <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9544768&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>279<\/B>, 938<\/a>.<br \/>14. Molarius, A., et al. (MONICA): Int. J. Obes. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10078844&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>23<\/B>, 116<\/a>.<br \/>15. Executive Summary of the clinical guidelines on the identification, evaluation, and treatment of overweight and obesity in adults: Arch. Intern. Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9759681&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>158<\/B>, 1855<\/a>.<br \/>16. Evidenz-basierte Leitlinie zur Behandlung der Adipositas in Deutschland: <U> <a href=\"http:\/\/www.adipositas-gesellschaft.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.adipositas-gesellschaft.de<\/a><\/U><br \/>17. Bray, G., und Popkin, B.M.: Am. J. Clin. Nutr. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9846842&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>68<\/B>, 1157<\/a>.<br \/>18. James, W.P.T., et al.: Int. J. Obes .<a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9225173&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1997, <B>21<\/B> Suppl 3, S24<\/a>.<br \/>19. Zavoral, J.H.: Hypertension <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9886891&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>16<\/B>, 2013<\/a>.<br \/>20. Van Gaal, L.F., et al.: Eur. J. Clin. Pharmacol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9626916&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>54<\/B>, 125<\/a>.<br \/>21. Sj\u00f6str\u00f6m, L., et al.: Lancet <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9683204&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>352<\/B>, 167<\/a>.<br \/>22. Hollander, P.A., et al.: Diab. Care <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9702435&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>21<\/B>, 1288<\/a>.<br \/>23. Davidson, M.H., et al.: JAMA <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9918478&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>281<\/B>, 235<\/a>.<br \/>24. Hill, J.O., et al.: Am. J. Clin. Nutr. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10357727&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>69<\/B>, 1108<\/a>.<br \/>25. McNeely, W., und Benfield, P.: Drugs <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9711448&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>56<\/B>, 241<\/a>.<br \/><U> 26. <a href=\"http:\/\/www.fda.gov\/cder\/foi\/uda\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.fda.gov\/cder\/foi\/uda\/index.htm<\/a><\/U><br \/>27. McNeely, W., und Goa, K.L.: Drugs <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9878996&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>56<\/B>, 1093<\/a>.<br \/>28. Bray, G.A., et al.: Obes. Res. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10102256&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>7<\/B>, 189<\/a>.<br \/>29. Apfelbaum, M., et al.: Am. J. Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10230747&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>106<\/B>, 179<\/a>.<br \/>30. Phillips, D.F.: JAMA <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9739953&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1998, <B>280<\/B>, 869<\/a>.<br \/>31. Farooqi, I.S., et al.: N. Engl. J. Med. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10486419&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999, <B>341<\/B>, 879<\/a>.<br \/>32. Kuzmak, L.I., et al.: Eur. J. Surg. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=7849159&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1994,<B>160<\/B>, 569<\/a>.<br \/>33. Williamson, D.F.: Int. J. Obes. Relat. Metab. Disord. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9130036&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1997, <B>21<\/B> Suppl.1, S14<\/a>.<br \/>34. Williamson, D.F., et al.: Am. J. Epidemiol. <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=10084238&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1999,<B>149<\/B>, 491<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/wp-content\/uploads\/2000\/02\/Abbildung-2000-9-4.gif\" alt=\"Abbildung 2000-9-4.gif\" class=\"table-figure\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem antiken Griechenland ist bekannt, da\u00df \u00dcbergewichtige, die abnehmen wollten, angehalten wurden, nur einmal t\u00e4glich zu essen, harte Arbeit zu verrichten, keine B\u00e4der zu nehmen, auf harten Betten zu schlafen und so lange wie m\u00f6glich nackt umherzulaufen. 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