{"id":40461,"date":"2003-01-01T12:04:00","date_gmt":"2003-01-01T11:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/der-arzneimittelbrief.com\/artikel\/2003\/wirksamkeit-und-toxizitaet-unterschiedlicher-konditionierungsbehandlungen-vor-autologer-peripherer-blutstammzell-transplantation-bei-neu-diagnostiziertem-plasmozytom"},"modified":"2003-01-01T12:04:00","modified_gmt":"2003-01-01T11:04:00","slug":"wirksamkeit-und-toxizitaet-unterschiedlicher-konditionierungsbehandlungen-vor-autologer-peripherer-blutstammzell-transplantation-bei-neu-diagnostiziertem-plasmozytom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/wirksamkeit-und-toxizitaet-unterschiedlicher-konditionierungsbehandlungen-vor-autologer-peripherer-blutstammzell-transplantation-bei-neu-diagnostiziertem-plasmozytom\/","title":{"rendered":"Wirksamkeit und Toxizit\u00e4t unterschiedlicher Konditionierungsbehandlungen vor autologer peripherer Blutstammzell-Transplantation bei neu diagnostiziertem Plasmozytom"},"content":{"rendered":"<p>Die Hochdosistherapie (Chemotherapie \u00b1 Ganzk\u00f6rperbestrahlung) gefolgt von autologer Blutstammzelltransplantation (ASCT) hat im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie (z.B. mit Melphalan) zu einer deutlichen Verbesserung der Ansprechraten, des ereignisfreien \u00dcberlebens und des Gesamt\u00fcberlebens bei Patienten mit Plasmozytom im Stadium II oder III gef\u00fchrt (vgl. <a href=\"http:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?SN=5926\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AMB 1998, <b>32<\/b>, 21a<\/a>). Randomisierte Studien, die den Stellenwert unterschiedlicher Konditionierungsbehandlungen vor ASCT untersucht haben, wurden bisher nicht durchgef\u00fchrt. Nicht-randomisierte Studien ergaben vergleichbare Ergebnisse f\u00fcr eine hochdosierte Chemotherapie mit Melphalan 200 mg\/m<sup>2<\/sup> (HDM200) oder mit Melphalan 140 mg\/m<sup>2<\/sup> und Ganzk\u00f6rperbestrahlung (HDM140 + \u201dtotal body irradiation\u201d, TBI). Ziel der Konditionierungsbehandlung ist ein maximales Tumoransprechen bei m\u00f6glichst geringer Toxizit\u00e4t. Die franz\u00f6sische \u201dIntergroupe Francophone du My\u00e9lome\u201d (IFM) hat jetzt die Ergebnisse einer 1995 begonnenen Studie ver\u00f6ffentlicht, in der eine TBI mit 8 Gray plus HDM140 mit einer alleinigen hochdosierten Chemotherapie (HDM200), jeweils gefolgt von ASCT, verglichen wurden (Moreau, P., et al.: Blood <a href=\"http:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/entrez\/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11806971&#038;dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2002, <b>99<\/b>, 731<\/a>). Eingeschlossen wurden Patienten bis 65 Jahre mit symptomatischem Plasmozytom, vorwiegend im Stadium III. Die Patienten erhielten zun\u00e4chst drei Zyklen einer konventionellen Chemotherapie mit Vincristin, Adriamycin und Dexamethason (VAD). Dann wurden bei fehlenden Hinweisen auf deutlichen Tumorprogre\u00df (d.h. Anstieg der Tumormasse um > 25%) und ad\u00e4quater kardiopulmonaler bzw. Leber- und Nierenfunktion Stammzellen aus dem peripheren Blut (im \u201dsteady-state\u201d nach Stimulation der Granulopoese mit G-CSF oder nach Gabe von hochdosiertem Cyclophosphamid plus G-CSF) gesammelt. Nach dem 4. Zyklus VAD wurden die Patienten randomisiert in den Arm A (TBI + HDM140) oder Arm B (HDM200). Nach Abschlu\u00df der Hochdosistherapie wurde eine Erhaltungstherapie mit rekombinantem Interferon alfa gegeben. Prim\u00e4rer Endpunkt der Studie war die Rate an kompletten Remissionen (CR) nach ASCT, sekund\u00e4re Endpunkte das Gesamt\u00fcberleben und das ereignisfreie \u00dcberleben. Insgesamt wurden 399 Patienten rekrutiert, von denen jedoch nur 298 randomisiert wurden und 282 tats\u00e4chlich eine Hochdosistherapie plus ASCT erhielten. Wegen schwerer Komplikationen oder Progre\u00df der Erkrankung w\u00e4hrend der Therapie mit VAD schieden 101 Patienten (25,3%) vor Randomisierung aus. CR-Rate und mediane Dauer des ereignisfreien \u00dcberlebens waren in den Armen A und B etwa gleich (29% vs. 35%, p = 0,41, bzw. 21 Monate vs. 20,5 Monate, p = 0,6), wohingegen das Gesamt\u00fcberleben nach 45 Monaten im Arm B signifikant (p = 0,05) besser war (65,8% vs. 45,5%). Dieser Vorteil im Gesamt\u00fcberleben wurde von den Autoren auf die wirksamere, jedoch nicht standardisierte Therapie im Rezidiv bzw. bei Progre\u00df der Erkrankung im Arm B zur\u00fcckgef\u00fchrt. Etwa 50% der Patienten im Arm B erhielten einen zweiten Zyklus der Hochdosistherapie plus ASCT im Vergleich zu etwa 25% im Arm A. Die h\u00e4matologische Regeneration erfolgte in Arm B signifikant (p < 0,001) schneller, und dementsprechend war der Bedarf an Erythrozyten- und Thrombozytenkonzentraten im Arm B signifikant (p < 0,001) geringer als in Arm A. Auch hinsichtlich Schweregrad der Mukositis, Dauer der intraven\u00f6sen antibiotischen Therapie und Dauer der Hospitalisierung waren die Ergebnisse im Arm B signifikant besser. Im Arm A traten insgesamt 5 Todesf\u00e4lle (3,6%) infolge Toxizit\u00e4t der Hochdosistherapie, in Arm B kein Todesfall auf.<\/p>\n<p><b>Fazit:<\/b> Bei Patienten bis 65 Jahre mit symptomatischem Plasmozytom ist die hochdosierte Chemotherapie mit Melphalan 200 mg\/m<sup>2<\/sup> bei deutlich besserer Vertr\u00e4glichkeit der kombinierten hochdosierten Chemotherapie mit Melphalan (140 mg\/m<sup>2<\/sup>) plus Ganzk\u00f6rperbestrahlung hinsichtlich Ansprechrate und ereignisfreiem \u00dcberleben gleichwertig und hinsichtlich Gesamt\u00fcberleben vermutlich \u00fcberlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hochdosistherapie (Chemotherapie \u00b1 Ganzk\u00f6rperbestrahlung) gefolgt von autologer Blutstammzelltransplantation (ASCT) hat im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie (z.B. mit Melphalan) zu einer deutlichen Verbesserung der Ansprechraten, des ereignisfreien \u00dcberlebens und des Gesamt\u00fcberlebens bei Patienten mit Plasmozytom im Stadium II oder III gef\u00fchrt (vgl. 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