{"id":5011,"date":"2020-05-09T09:09:45","date_gmt":"2020-05-09T09:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/?p=5011"},"modified":"2020-05-09T09:09:47","modified_gmt":"2020-05-09T09:09:47","slug":"aus-dem-archiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/nachrichten\/aus-dem-archiv\/","title":{"rendered":"Aus dem Archiv"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"mce_2\"><\/h4>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Antidepressiva und Antipsychotika: Auswirkungen auf K\u00f6rpergewicht und Metabolismus<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Antidepressiva f\u00fchren zu Gewichtzunahmen um durchschnittlich 2-3kg und einzelne Antipsychotika bis zu 18kg bei l\u00e4ngerer Einnahme. Die Folgen sind metabolische Verwerfungen mit vielfachen gesundheitlichen Folgeproblemen.&nbsp;Bei der Indizierung und Auswahl der Wirkstoffe sollte daher auch der metabolische Status der Patienten mitber\u00fccksichtigt werden. Zu Beginn und w\u00e4hrend der Therapie sollten regelm\u00e4\u00dfig der Body-Mass-Index, sowie der Blutzucker und das Lipidprofil kontrolliert werden. Bei sehr ung\u00fcnstigen Ver\u00e4nderungen dieser Parameter sollte die Therapie nach M\u00f6glichkeit modifiziert werden. Alle Patienten m\u00fcssen \u00fcber diese bedeutsamen Nebenwirkungen der Psychopharmaka aufgekl\u00e4rt werden.<br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Memorandum f\u00fcr mehr Transparenz und mehr Unabh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Einfl\u00fcssen in der Medizin<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Probleme im medizinischen Alltag ergeben sich h\u00e4ufig aus kommerziell motivierten Fehl- und Desinformationen sowie der Beeinflussung klinischer Studien und Leitlinien durch finanzielle Interessenkonflikte. Die Verbreitung von Erkenntnissen aus derartigen Quellen mit unsicherer oder mitunter auch fehlender Evidenz kann einen zu h\u00e4ufigen oder zu seltenen Einsatz medizinischer Ma\u00dfnahmen veranlassen, vermeidbare unerw\u00fcnschte Wirkungen bei Patienten ausl\u00f6sen und den Einsatz vorhandener therapeutischer Optionen f\u00fcr eine gute medizinische Versorgung verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter dem Titel \u201ePathways to independence: towards producing and using trustworthy evidence\u201c ist 2019 im British Medical Journal ein sehr lesenswertes Memorandum erschienen, in dem von renommierten Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachgebieten L\u00f6sungen f\u00fcr dieses eminent wichtige Problem eingefordert werden&nbsp;(&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/367\/bmj.l6576\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Link zum Artikel&nbsp;<\/a>). Die diskutierten L\u00f6sungsans\u00e4tze sind gr\u00f6\u00dftenteils nicht neu, jedoch als Denkanst\u00f6\u00dfe gut geeignet, um in den bevorstehenden Jahren eine intensive Debatte zu f\u00fchren, wie wir zu mehr Unabh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Einfl\u00fcssen in der Medizin kommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DER ARZNEIMITTELBRIEF hat im Dezember 2019 hier\u00fcber berichtet&nbsp;(&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?J=2019&amp;S=96DB01\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Link zum Artikel<\/a>&nbsp;) und unterst\u00fctzt die Kernaussagen dieses Memorandums uneingeschr\u00e4nkt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>&nbsp;Die weit verbreitete finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von der Industrie f\u00fchrt zu Verzerrungen der in der Forschung erhobenen Evidenz, der medizinischen Fort- und Weiterbildung sowie den Entscheidungen im klinischen Alltag.<\/li><li>Derartige Verzerrungen bewirken, dass der Nutzen von Ma\u00dfnahmen in der Gesundheitsversorgung \u00fcbertrieben positiv dargestellt wird und deren Nachteile bzw. Schaden verharmlost werden.&nbsp;<\/li><li>Eine gr\u00f6\u00dfere finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit von der Industrie ist w\u00fcnschenswert und auch m\u00f6glich, sofern empfohlene Reformen in Forschung, Fort- und Weiterbildung und klinischer Praxis umgesetzt werden.&nbsp;<\/li><li>Alle vorgeschlagenen Schritte hin zu mehr finanzieller Unabh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Interessen erfordern Ver\u00e4nderungen in der Unternehmenskultur.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vorgeschlagenen Schritte hin zu mehr finanzieller Unabh\u00e4ngigkeit von kommerziellen Interessen erfordern Ver\u00e4nderungen in der Unternehmenskultur. Wir ben\u00f6tigen vertrauensw\u00fcrdige Evidenz, um informierte Entscheidungen in der Gesundheitsversorgung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nutzen wir die kommenden Jahre, um gemeinsam f\u00fcr mehr Unabh\u00e4ngigkeit und mehr Transparenz in der Medizin zu streiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Wolf-Dieter Ludwig und Jochen Schuler (Herausgeber)<br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Neue europ\u00e4ische &#8222;Leitlinie&#8220; zur Lipidsenkung: As low as possible?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS) erweitern den Kreis der medikament\u00f6s behandlungsbed\u00fcrftigen Menschen mit Hyperlipid\u00e4mien erheblich. Die Grenze zwischen Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rpr\u00e4vention wird aufgehoben, und die LDL-Zielwerte werden in allen Risikoklassen nochmals stark herabgesetzt. Die Zielvorgabe &#8222;as low as possible&#8220; scheint aber nicht nur f\u00fcr das LDL-Cholesterin, sondern auch f\u00fcr das Niveau der Leitlinie zu gelten, denn diese ist in vielen formalen Punkten kritikw\u00fcrdig. Daher sollte sie nach unserer Einsch\u00e4tzung allenfalls als interessengeleitetes Positionspapier einer industrienahen Fachgesellschaft und nicht als evidenzbasierte Leitlinie gelesen werden.<br><a href=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?J=2019&amp;S=73\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Lesen Sie unseren Hauptartikel aus dem Oktober<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Abonnieren.aspx\">&#8222;Sch\u00e4tzen Sie unsere unabh\u00e4ngige und kritische Meinung? Dann abonnieren Sie den ARZNEIMITTELBRIEF hier&#8220;<\/a><br><br><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verursachen Arzneimittel mit anticholinerger Wirkung Demenz?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber 100 Arzneimittel aus verschiedenen Indikationsbereichen haben mehr oder weniger starke anticholinerge Wirkungen. Eine britische Fall-Kontroll-Studie best\u00e4tigt Hinweise aus fr\u00fcheren Untersuchungen, dass der l\u00e4ngerfristige Gebrauch von bestimmten Arzneimitteln mit anticholinergen Wirkungen mit einem um 29-70% h\u00f6heren Risiko f\u00fcr das Entstehen einer Demenz assoziiert ist.<br><a href=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?J=2019&amp;S=52\">weiterlesen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">SGLT2-Hemmer reduzieren Nierenkomplikationen beim Typ-2-Diabetes.<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der CREDENCE-Studie senkte der SGLT2-Inhibitor Canagliflozin in Kombination mit einem ACE-Hemmer bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und relevanter Proteinurie die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr renale Komplikationen (HR 0,70; NNT 55). Dieser Effekt trat unabh\u00e4ngig vom Ausma\u00df der Senkung von Blutzucker, Blutdruck und K\u00f6rpergewicht auf. Erneut war auch eine signifikante Senkung kardiovaskul\u00e4rer Ereignisse nachweisbar (HR 0,8; NNT 100). Gleichsinnige Ergebnisse gibt es auch f\u00fcr andere SGLT2-Hemmer (Dapagliflozin und Empagliflozin). Somit d\u00fcrfte es sich bei der Reduktion kardiorenaler Ereignisse um einen Klasseneffekt der SGLT2-Inhibitoren handeln. Auch in der CREDENCE-Studie wurden vermehrt euglyk\u00e4mische Ketoazidosen (2,2\/1000 Pat.-Jahre, NNH 500) und Genitalinfektionen (10\/1000 Pat.Jahre, NNH 142) beobachtet. W\u00e4hrend die Nutzen-Risiko-Relation unter Studienbedingungen g\u00fcnstig erscheint, d\u00fcrfte die breite Anwendung dieser Wirkstoffgruppe im &#8222;realen Leben&#8220; und im Kontext von Multimorbidit\u00e4t, Multimedikation und Einnahmefehler (sog. &#8222;Effectiveness&#8220;) jedoch wesentlich problematischer sein. Mehrere Hundert Meldungen von teilweise sogar t\u00f6dlichen Ketaoazidosen in der Eudravigilance-Datenbank der EMA sprechen f\u00fcr sich und mahnen zur gro\u00dfen Vorsicht.<br>(nach DER ARZNEIMITTELBRIEF Juni 2019)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Screening auf Vorhofflimmern mittels Smartwatch: Wann ist das klinisch relevant?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Screening auf Vorhofflimmern mittels Smartwatch: Wann ist das klinisch relevant? Beim diesj\u00e4hrigen Jahreskongress des American College of Cardiology wurde die Apple Heart Study vorgestellt, die wie so vieles von diesem Hersteller das Potenzial zu einem &#8222;Hype&#8220; hat. Insgesamt folgten ja knapp 420.000 US-Amerikaner der Einladung von Apple, an dieser als &#8222;Proof-of-Concept&#8220; angelegten, reinen Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe teilzunehmen. Lesen Sie unsere Einsch\u00e4tzung \u00fcber das unselektierte Screening auf Vorhofflimmern in der gesunden Bev\u00f6lkerung und den resultierenden Problemen mit dem sog. &#8222;device detected atrial fibrillation&#8220;. (freier Artikel aus: DER ARZNEIMITTELBRIEF Mai 2019)<br><a href=\"https:\/\/www.der-arzneimittelbrief.de\/de\/Artikel.aspx?J=2019&amp;S=33\">weiterlesen<\/a><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antidepressiva und Antipsychotika: Auswirkungen auf K\u00f6rpergewicht und Metabolismus Viele Antidepressiva f\u00fchren zu Gewichtzunahmen um durchschnittlich 2-3kg und einzelne Antipsychotika bis zu 18kg bei l\u00e4ngerer Einnahme. Die Folgen sind metabolische Verwerfungen mit vielfachen gesundheitlichen Folgeproblemen.&nbsp;Bei der Indizierung und Auswahl der Wirkstoffe sollte daher auch der metabolische Status der Patienten mitber\u00fccksichtigt werden. 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