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	<title>Geriatrie Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>In eigener Sache</title>
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		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 08:11:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  AMB 2017, 51, 48b In eigener Sache Herr Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Mitherausgeber unserer Zeitschrift DER ARZNEIMITTELBRIEF und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, hat im Mai dieses Jahres die Ehrennadel des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) erhalten für besondere Verdienste um die Krankenhauspharmazie. Mit dieser Ehrung sollen die Leistungen von Prof. Ludwig für die Arzneimitteltherapiesicherheit [&#8230;]</p>
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<p><span id="ctl00_Content1_UCAnzeigeArtikel1_AnzeigeNr"></span> <span id="ctl00_Content1_UCAnzeigeArtikel1_AnzeigeNr"> AMB 2017, <strong>51</strong>, 48b </span></p>
<h2>In eigener Sache</h2>
<p>Herr Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Mitherausgeber unserer Zeitschrift DER ARZNEIMITTELBRIEF und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, hat im Mai dieses Jahres die Ehrennadel des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) erhalten für besondere Verdienste um die Krankenhauspharmazie. Mit dieser Ehrung sollen die Leistungen von Prof. Ludwig für die Arzneimitteltherapiesicherheit gewürdigt werden ebenso wie seine Unterstützung „der langjährigen zielführenden und professionellen Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenhausapothekern in vielen Gremien auf Bundesebene“. Wir, die Mitarbeiter des ARZNEIMITTELBRIEFS, freuen uns über diese Auszeichnung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
<div>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> erscheint als unabhängige Zeitschrift ohne Werbeanzeigen der Pharmaindustrie. Er wird ausschließlich durch seine Leserinnen und Leser, d. h. durch die Abonnenten, finanziert. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, dass wir aktuelle Artikel nur auszugsweise veröffentlichen können.</p>
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</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Zur Indikation für katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI)</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/katheterinterventionellen-aortenklappenersatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jul 2017 08:06:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aortenklappen-Ersatz]]></category>
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		<category><![CDATA[Geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[TAVI]]></category>
		<category><![CDATA[Transcatheter Aortic Valve Implantation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> AMB 2017, 51, 48a  Leserbrief: Zur Indikation für katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI) Frage: Frage von H.B. aus M.: &#62;&#62; Mit großem Interesse habe ich Ihre Einschätzung zum katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI) zur Kenntnis genommen. Dies trifft im Grunde auch meine Einschätzung. Ergänzend möchte ich jedoch fragen, inwiefern nicht zusätzlich zu einer Einschätzung nach Altersdekaden eine solche anhand geriatrischer [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><span id="ctl00_Content1_UCAnzeigeArtikel1_AnzeigeNr"></span> <span id="ctl00_Content1_UCAnzeigeArtikel1_AnzeigeNr"> AMB 2017, <strong>51</strong>, 48a </span></p>
<h2>Leserbrief: Zur Indikation für katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI)</h2>
<p><strong>Frage:</strong> <b>Frage</b> von H.B. aus M.: &gt;&gt; Mit großem Interesse habe ich Ihre Einschätzung zum katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI) zur Kenntnis genommen. Dies trifft im Grunde auch meine Einschätzung. Ergänzend möchte ich jedoch fragen, inwiefern nicht zusätzlich zu einer Einschätzung nach Altersdekaden eine solche anhand geriatrischer Kriterien, z.B. hinsichtlich der Kategorien „fit“ oder „frail“ hier helfen könnte. Nach meiner Einschätzung gibt es nur sehr zögerliche Bestrebungen, für die betagten Betroffenen eine entsprechende qualitative und quantitative Einschätzung durch ein geriatrisches Assessment einzuholen, und hier werden wichtige diagnostische Potenziale verpasst. &lt;&lt;<a href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2017&amp;S=48a"> <b><strong>Bitte abonnieren oder Kennlernartikel anfordern –&gt;</strong></b></a></p>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Alle Artikel zum Schlagwort: TAVI,</h2>
<p>Leserbrief: Zur Indikation für katheterinterventionellen Aortenklappenersatz (TAVI<a class="link1" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2017&amp;S=48a" target="_self">)</a> <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2017&amp;S=48a" target="_self">2017, <b>51</b>, 48a</a><br />
Katheterinterventioneller Aortenklappenersatz (TAVI) &#8211; eine Alternative auch für operable Patienten? <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2016&amp;S=81" target="_self">2016, <b>50</b>, 81</a><br />
Aortenklappenersatz mittels TAVI und nachfolgende Endokarditis &#8211; eine oft tödliche Komplikation <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2016&amp;S=78" target="_self">2016, <b>50</b>, 78</a><br />
Nochmals: Mängel bei der Zulassung medizintechnischer Produkte <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2014&amp;S=30b" target="_self">2014, <b>48</b>, 30b</a><br />
Katheterinterventionelle Aortenklappen-Implantation: spezielle Risiken und hohe Kosten <a class="link" href="https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2012&amp;S=89" target="_self">2012, <b>46</b>, 89</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
<div>
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			</item>
		<item>
		<title>Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/atypische-neuroleptika-bei-aelteren-patienten-wenig-wirksam-aber-gefaehrlich-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2015 09:33:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aripiprazol]]></category>
		<category><![CDATA[Geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Neuroleptika]]></category>
		<category><![CDATA[Olanzapin]]></category>
		<category><![CDATA[Quetiapin]]></category>
		<category><![CDATA[Risperidon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2013, 47, 07 Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich Dass atypische Neuroleptika Risiken haben, ist seit langem bekannt. Sie haben unerwünschte Wirkungen (UAW) im Bereich des Glukose- und Lipid-Stoffwechsels, was wiederum die Risiken für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht (1). Dennoch werden atypische Neuroleptika häufig verordnet, und zwar nicht nur bei den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2013, <strong>47</strong>, 07</p>
<h2>Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich</h2>
<p>Dass atypische Neuroleptika Risiken haben, ist seit langem bekannt. Sie haben unerwünschte Wirkungen (UAW) im Bereich des Glukose- und Lipid-Stoffwechsels, was wiederum die Risiken für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht (1). Dennoch werden atypische Neuroleptika häufig verordnet, und zwar nicht nur bei den zugelassenen Indikationen, sondern vor allem auch bei älteren Menschen und bei Patienten mit Demenz. In Deutschland erhalten über 50%, in Österreich sogar bis zu 75% aller Pflegeheim-Bewohner psychotrope Medikamente (2).</p>
<p>Eine aktuelle, relativ praxisnahe Studie aus dem J. Clin. Psychiatry weist nun eindringlich darauf hin, dass das Nutzen-Schaden-Verhältnis dieser Wirkstoffe bei älteren Patienten ungünstig sein kann. (3). In dieser randomisierten kontrollierten Studie wurden 332 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren und mit medikamentös behandlungsbedürftigen psychotischen Störungen im Rahmen eines sehr breiten Spektrums psychiatrischer Erkrankungen (Schizophrenie, schizoaffektive Syndrome, affektive Psychosen, Posttraumatisches Stresssyndrom und Demenz) in vier Gruppen randomisiert, die jeweils Aripiprazol (Abilify<sup>®</sup>), Olanzapin (Zyprexa<sup>®</sup>), Quetiapin (Seroquel<sup>®</sup>) oder Risperidon (Risperdal<sup>®</sup>) erhalten sollten. Die behandelnden Ärzte und die teilnehmenden Patienten durften allerdings vor der Randomisierung bis zu zwei der zu testenden Substanzen ausschließen. Hierdurch sollte verhindert werden, dass Patienten Wirkstoffe erhielten, die sie bereits früher nicht vertragen oder die sich schon früher als wirkungslos erwiesen hatten. In der Tat war z.B. bei 78% der Patienten die Furcht vor UAW der Grund, dass sie nicht zu Olanzapin randomisiert werden wollten. Durch diese die Arzt- und Patienten-Präferenz berücksichtigende Randomisierung (im Original als „equipoise-stratified“ bezeichnet) erhielten 95 Patienten Aripiprazol, 77 Olanzapin, 71 Quetiapin und 89 Risperidon.</p>
<p>Endpunkte waren: die Zeit bis zum Absetzen der Studienmedikation, die Veränderung der psychopathologischen Symptome (gemessen mit der BPRS = Brief Psychiatric Rating Scale und ihren Subskalen), die Häufigkeit schwerwiegender und nicht-schwerwiegender UAW, besonders die Entwicklung eines metabolischen Syndroms.</p>
<p>Nach einer Beobachtungszeit von durchschnittlich zwei Jahren zeigte sich, dass zwischen 78,6% (Quetiapin) und 81,5% (Aripiprazol) der Patienten die Studienmedikation vorzeitig abgesetzt hatten. Im Median dauerte es nur 26 Wochen bis zum Absetzen. Bei 51,6% der Patienten wurde die Medikation wegen UAW abgesetzt, bei 26,9% wegen fehlender Wirksamkeit. Abgesehen von einer signifikant längeren Einnahme von Olanzapin (vgl. auch 6) im Vergleich zu Aripiprazol fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen den vier getesteten Wirkstoffen.</p>
<p>Wegen der signifikant häufigeren schwerwiegenden UAW unter Quetiapin (38,5% vs. 19,0% unter den anderen drei Wirkstoffen) entschied das Safety Monitoring Board dreieinhalb Jahre nach Beginn der Studie, dass dieser Wirkstoff nicht mehr verordnet werden darf. Als schwerwiegende UAW galten hier Hospitalisierung aus nicht-psychiatrischen Gründen (24 unter Quetiapin), Hospitalisierung aus psychiatrischen Gründen (6 unter Quetiapin), Aufsuchen einer Notaufnahme wegen eines lebensbedrohlichen Zustands (3 unter Quetiapin) oder Tod (3 unter Quetiapin, davon ein Suizid; 4).</p>
<p>Fast ein Viertel der randomisierten Patienten entwickelte eine schwerwiegende UAW, einschließlich Tod, Krankenhausaufnahme bzw. Vorstellung in einer Rettungsstelle wegen lebensbedrohlicher Zustände. Bei etwa der Hälfte der Patienten wurden nicht-gravierende UAW beobachtet. Abgesehen von den signifikant häufigeren schwerwiegenden UAW unter Quetiapin, die zur Beendigung des Quetiapin-Arms führten, fanden sich keine relevanten Unterschiede zwischen den Substanzen. 36,5% aller Patienten, die bei der Ausgangsuntersuchung noch kein metabolisches Syndrom hatten, entwickelten dieses während des ersten Jahres der Studie. Zwischen den vier Substanzen ergaben sich diesbezüglich keine signifikanten Unterschiede außer im direkten Vergleich von Aripiprazol (86%) vs. Olanzapin (55%). Dies ist bemerkenswert, weil in anderen Studien das metabolische Syndrom unter Olanzapin besonders häufig aufgetreten ist. Die Teilnehmer, die für diese UAW besonders anfällig schienen, haben sich vor Randomisierung in dieser Studie offenbar gegen die Behandlung mit Olanzapin entschieden.</p>
<p>Während alle untersuchten Neuroleptika durch viele schwerwiegende und nicht-schwerwiegende UAW auffielen, zeigte sich hinsichtlich der psychischen Grunderkrankung im Vergleich prä-post keine Besserung, weder in der BPRS noch in einer der untersuchten Subskalen.</p>
<p>Die Studie bestätigt, dass geringe Adhärenz ein Hauptproblem bei längerer Behandlung mit Neuroleptika ist und dass atypische Neuroleptika mit einem erheblichen Sicherheitsrisiko, insbesondere Herz-Kreislauf-Zwischenfällen, verbunden sind. Auch höheres Alter ist ein wichtiger Risikofaktor für UAW. Wir hatten bereits 2009 über die Assoziation von atypischen Neuroleptika mit Plötzlichem Herztod berichtet (5). Hinsichtlich der klinischen Wirksamkeit haben die atypischen Neuroleptika in dieser Studie erneut enttäuscht. Bereits in der CATIE-Studie (6) hatte sich 2005 abgezeichnet, dass die atypischen Neuroleptika den älteren Standardsubstanzen nicht überlegen sind.</p>
<p>Die Daten können jedoch nur schwer bewertet und in die Praxis übernommen werden, denn es handelt sich um eine ungewöhnliche Stichprobe älterer Patienten mit sehr verschiedenen psychiatrischen Störungen. Wegen des Studiendesigns ist kein Vergleich zu anderen medikamentösen oder nicht-medikamentösen Therapien möglich. Außerdem wurde der Einfluss auf die psychiatrischen Grunderkrankungen nur im Prä-post-Vergleich beurteilt und nicht mit der Wirksamkeit von Plazebo oder typischen Neuroleptika verglichen. In der Regel ist davon auszugehen, dass Therapieeffekte im Prä-post-Vergleich eher überschätzt werden. Wenn also hier keine messbare positive Wirkung gefunden wurde, so ist zumindest eine langfristige positive Wirkung der untersuchten Neuroleptika bei älteren Patienten und in einer solchen Gruppe mit gemischten Diagnosen fraglich. Die schlechte Wirksamkeit von Neuroleptika bei Verhaltensstörungen dementer älterer Patienten ist auch in anderen Studien gezeigt worden. Verstärkt wird dieser Befund noch dadurch, dass die Ärzte und Patienten dieser Studie für jeden einzelnen Patienten bis zu zwei Wirkstoffe aus der Randomisierung ausschließen konnten. Positive Ergebnisse randomisierter Studien an jüngeren schizophrenen Patienten, die nach klaren diagnostischen Kriterien erhoben worden sind, werden durch diese Studie nicht in Frage gestellt.</p>
<p><b>Fazit:</b> Fasst man alle vorliegenden Daten zusammen, sollten atypische Neuroleptika mit Zurückhaltung und nur bei strikter Leitlinien-gerechter Indikation eingesetzt werden. Auch sollte &#8211; soweit wie möglich &#8211; der Wille des Patienten zur Akut- oder Langzeitherapie berücksichtigt werden (vgl. 7). In der besprochenen Studie an Patienten mit sehr verschiedenen psychischen Erkrankungen waren atypische Neuroleptika langfristig weder wirksam noch sicher. Der bestehende großzügige Off-label-Einsatz bei älteren Patienten mit Demenz und Unruhe-Symptomatik ist strikt abzulehnen. Hierzu hat die Arbeitsgruppe Psychiatrie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) soeben eine kritische Stellungnahme publiziert (8).</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Newcomer, J.W.: CNSDrugs 2005, <b>19 Suppl.1</b>, 1. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=15998156&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Richter, T., et al.:J. Am. Med. Dir.Assoc. 2012, <b>13</b>, 187. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21549645&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Jin, H.,et al.: J. Clin. Psychiatry 2012 (Epub ahead of print). <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=23218100&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Jeste, D.V., et al.:Am. J. Psychiatry 2009, <b>166</b>, 937. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=19651757&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>AMB 2009, <b>43</b>,13a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6942" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Lieberman, J.A., etal. (CATIE = <b>C</b>linical<b>A</b>ntipsychotic <b>T</b>rials of <b>I</b>ntervention <b>E</b>ffectiveness):N. Engl. J. Med. 2005, <b>353</b>, 1209  <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=16172203&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a> . Vgl. AMB 2005, <b>39</b>, 85. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6557" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>http://www.psychiatrie.de/… Broschuere_Neuroleptika_2012_web.pdf <a href="http://www.psychiatrie.de/fileadmin/redakteure/dgsp/Flyer__Infoblatt__KuFo-Programme_u._Broschueren_als_PDF/Broschuere_Neuroleptika_2012_web.pdf" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Gertz,H.J., et al.: Nervenarzt 2012 (Epub ahead of print). <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=23242013&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" alt="Link zur Quelle" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
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<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Aripiprazol," target="_self">Aripiprazol,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Geriatrie," target="_self">Geriatrie,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Neuroleptika," target="_self">Neuroleptika,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Olanzapin," target="_self">Olanzapin,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Quetiapin," target="_self">Quetiapin,</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Risperidon," target="_self">Risperidon,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Alle Artikel zum Schlagwort: Neuroleptika</strong></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=88" target="_self">Quetiapin – Herzmuskelschädigungen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=88" target="_self">2013, <b>47</b>, 88</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=78" target="_self">Diagnostik und Arzneimitteltherapie unter dem „Gender“-Aspekt</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=78" target="_self">2013, <b>47</b>, 78</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=08DB02" target="_self">Verordnungen und Preise einiger im AMB besprochenen Arzneimittel, basierend auf dem Arzneiverordnungs-Report 2012, Datenbasis des Jahres 2011: GKV-Arzneimittelindex im WIdO. Preisstand 1. Januar 2013.</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=08DB02" target="_self">2013, <b>47</b>, 08DB02</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=07" target="_self">Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=07" target="_self">2013, <b>47</b>, 07</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2012&amp;S=01" target="_self">Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen 2010</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2012&amp;S=01" target="_self">2012, <b>46</b>, 01</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=47b" target="_self">Leserbrief</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2011&amp;S=47b" target="_self">2011, <b>45</b>, 47b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2010&amp;S=10" target="_self">Arzneimittel können das Sturzrisiko bei älteren Menschen erhöhen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2010&amp;S=10" target="_self">2010, <b>44</b>, 10</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=21" target="_self">Typische und atypische Neuroleptika zur Behandlung der Schizophrenie. Ein Vergleich</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=21" target="_self">2009, <b>43</b>, 21</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=13a" target="_self">Neuroleptika und Plötzlicher Herztod</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2009&amp;S=13a" target="_self">2009, <b>43</b>, 13a</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2004&amp;S=49" target="_self">Medikamenten-induzierte abnorme QT-Zeit-Verlängerung und Torsade de Pointes</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2004&amp;S=49" target="_self">2004, <b>38</b>, 49</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2000&amp;S=87b" target="_self">Erhöhtes Risiko für Thromboembolien unter Therapie mit Neuroleptika</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2000&amp;S=87b" target="_self">2000, <b>34</b>, 87b</a></p>
<p><a class="link1" style="font-weight: bold; color: black;" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1998&amp;S=73" target="_self">Alkoholentzugssyndrom. Prävention von schweren Symptomen, Delirium tremens und Krampfanfällen</a> <a class="link" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=1998&amp;S=73" target="_self">1998, <b>32</b>, 73</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
<p><strong>DER ARZNEIMITTELBRIEF</strong> informiert seit 1967 Ärzte, Medizinstudenten, Apotheker und Angehörige anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln.</p>
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		<title>Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/atypische-neuroleptika-bei-aelteren-patienten-wenig-wirksam-aber-gefaehrlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Mar 2014 17:18:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2013 Band 47]]></category>
		<category><![CDATA[Monat 01]]></category>
		<category><![CDATA[Aripiprazol]]></category>
		<category><![CDATA[Geriatrie]]></category>
		<category><![CDATA[Neuroleptika]]></category>
		<category><![CDATA[Olanzapin]]></category>
		<category><![CDATA[Quetiapin]]></category>
		<category><![CDATA[Risperidon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2013, 47, 07 &#160; Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich &#160; Fazit:  Fasst man alle vorliegenden Daten zusammen, sollten atypische Neuroleptika mit Zurückhaltung und nur bei strikter Leitlinien-gerechter Indikation eingesetzt werden. Auch sollte &#8211; soweit wie möglich &#8211; der Wille des Patienten zur &#8230;  Bitte abonnieren oder Kennlernartikel anfordern &#8211;&#62; &#160; Schlagworte [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2013, <strong>47</strong>, 07</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fazit:</strong>  Fasst man alle vorliegenden Daten zusammen, sollten atypische Neuroleptika mit Zurückhaltung und nur bei strikter Leitlinien-gerechter Indikation eingesetzt werden. Auch sollte &#8211; soweit wie möglich &#8211; der Wille des Patienten zur &#8230;  <strong><a title="Atypische Neuroleptika – bei älteren Patienten wenig wirksam, aber gefährlich" href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?J=2013&amp;S=07" target="_blank">Bitte abonnieren oder Kennlernartikel anfordern &#8211;&gt;</a></strong></p>
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<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Aripiprazol, atypische Neuroleptika gefährlich und wenig wirksam bei älteren Patienten *Geriatrie, atypische Neuroleptika gefährlich und wenig wirksam bei älteren Patienten *Neuroleptika, atypische, wenig wirksam und gefährlich bei älteren Patienten *Olanzapin, atypische Neuroleptika gefährlich und wenig wirksam bei älteren Patienten *Quetiapin, atypische Neuroleptika gefährlich und wenig wirksam bei älteren Patienten *Risperidon, atypische Neuroleptika gefährlich und wenig wirksam bei älteren Patienten</p>
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		<item>
		<title>Behandlung älterer Patienten mit Antidepressiva &#8211; eine kritischere Beurteilung ist notwendig</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/behandlung-aelterer-patienten-mit-antidepressiva-eine-kritischere-beurteilung-ist-notwendig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2014 08:15:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2011 Band 45]]></category>
		<category><![CDATA[Monat 12]]></category>
		<category><![CDATA[Amitriptylin]]></category>
		<category><![CDATA[Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Citalopram]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
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		<category><![CDATA[Escitalopram]]></category>
		<category><![CDATA[Fluoxetin]]></category>
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		<category><![CDATA[Geriatrische Patienten]]></category>
		<category><![CDATA[Hyponatrieämie]]></category>
		<category><![CDATA[Lofepramin]]></category>
		<category><![CDATA[Mianserin]]></category>
		<category><![CDATA[Milnacipran]]></category>
		<category><![CDATA[Mirtazapin]]></category>
		<category><![CDATA[Nichtselektive Monoamino-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Paroxetin]]></category>
		<category><![CDATA[Schlagworte zum Artikel Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer]]></category>
		<category><![CDATA[Sertralin]]></category>
		<category><![CDATA[SSRI]]></category>
		<category><![CDATA[Stürze]]></category>
		<category><![CDATA[Suizidalität]]></category>
		<category><![CDATA[Suizidversuche]]></category>
		<category><![CDATA[Trazodon]]></category>
		<category><![CDATA[Trizyklische Antidepressiva]]></category>
		<category><![CDATA[Venlafaxin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2011, 45, 89 Behandlung älterer Patienten mit Antidepressiva &#8211; eine kritischere Beurteilung ist notwendig Zusammenfassung: Bei Analyse einer großen britischen Hausärzte-Datenbank mit mehr als 60.000 älteren Patienten mit Depression fand sich unter der Behandlung mit Antidepressiva (AD) statistisch eine deutliche Assoziation mit erhöhter Sterblichkeit sowie vermehrt Suizidversuchen, Stürzen, Frakturen und Hyponatriämie. Dabei schnitten die bei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2011, <strong>45</strong>, 89</p>
<h2>Behandlung älterer Patienten mit Antidepressiva &#8211; eine kritischere Beurteilung ist notwendig</h2>
<p><b>Zusammenfassung</b><b>: Bei Analyse einer großen britischen Hausärzte-Datenbank mit mehr als 60.000 älteren Patienten mit Depression fand sich unter der Behandlung mit Antidepressiva (AD) statistisch eine deutliche Assoziation mit erhöhter Sterblichkeit sowie vermehrt Suizidversuchen, Stürzen, Frakturen und Hyponatriämie. Dabei schnitten die bei älteren Menschen als sicherer geltenden selektiven </b><b>Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer</b><b> (SSRI) </b><b>und neueren anderen Antidepressiva (AAD) zum Teil erheblich schlechter ab als die im Alter als inadäquat geltenden </b><b>nichtselektiven Monoamino-Wiederaufnahme-Hemmer (NSMRI; früher: </b><b>trizyklische Antidepressiva), möglicherweise weil diese im Mittel relativ niedrig dosiert wurden. Die Ergebnisse dieser retrospektiven Kohortenstudie beweisen zwar keine Kausalität, sollten jedoch mahnen, AD speziell bei älteren Patienten immer kritisch und von gutem Monitoring begleitet zu verordnen, zumal ihre Wirkung bei leichten und mittelschweren Depressionen nicht größer ist als die von Plazebo. Primum nil nocere!</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Prävalenz von Depressionen im höheren Lebensalter wird auf 8-10% geschätzt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Komorbiditäten wie Schmerzen, Demenz, Schlaganfall und bestimmte soziale Umstände, wie z.B. Vereinsamung, erhöhen das Risiko für Depressionen. Bei Menschen in Pflegeheimen sollen depressive Symptome bei bis zu 50% und schwere Depressionen bei 15-20% vorkommen (1). Vor diesem Hintergrund gehören AD mittlerweile zu den am häufigsten verschriebenen Arzneimitteln bei älteren Menschen überhaupt. Neben depressiven Störungen werden AD aber auch bei Angst- und Zwangsstörungen, chronischen Schmerzen, Essstörungen und zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Sie sind offenbar das Allheilmittel der letzten 20 Jahre mit massiven jährlichen Verordnungssteigerungen. Die Verordnungen in Deutschland betrugen in Tagesdosen (DDD) 2001/2010: SSRI: 256/530 Mio. DDD, NSMRI: 256/294 Mio. DDD, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SNRI): 16/149 Mio. DDD (3). Die Autoren des diesjährigen Arzneiverordnungs-Reports fordern deshalb auch, dass geklärt werden muss, wer diese steigenden Antidepressiva-Mengen an wen und wofür verordnet (3).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die „Responderquote” der AD-Therapie liegt zwischen 50% und 70% &#8211; je stärker die Depression, desto größer der Effekt<a name="_GoBack"></a>. Aber auch durch Plazebo kann bei 30% bis 40% der Patienten eine Besserung erzielt werden. Klinisch relevante Unterschiede zwischen AD und Plazebo sind praktisch nur bei den schweren Formen der Depressionen nachgewiesen (2, 3, 8).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nach Zahlen der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse erfolgten 20% aller Neuverordnungen von AD im Jahre 2009 bei Menschen über 70 Jahren (4). Dabei wurden zu 61% SSRI, zu 5% NSMRI und zu 34% AAD verordnet, z.B. Mianserin, Trazodon, Mirtazapin, Venlafaxin, Milnacipran, Duloxetin. Über zwei Drittel der Erstverschreibungen stammen von Hausärzten und nicht von Psychiatern (5). Patienten, die wegen einer Depression in der Hausarztpraxis behandelt werden, leiden jedoch ganz überwiegend an leichteren Formen, bei denen in Studien kein Vorteil gegenüber Plazebo nachgewiesen ist (2, 3, 8).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da keine gravierenden Wirkunterschiede zwischen den über 50 zugelassenen AD nachgewiesen sind und wegen des hohen Plazebo-Effekts auch kaum nachweisbar sein dürften, sollte die Wahl eines AD, gerade bei älteren Patienten, vorzugsweise nach dem Nebenwirkungsprofil erfolgen. Über die unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) von AD bei älteren Menschen ist aber leider wenig bekannt. In den so genannten PIM-Listen (Potenziell inadäquate Medikamente; z.B. PRISCUS-Liste), in denen Arzneimittel benannt werden, die im höheren Lebensalter mehr Gefahren als Nutzen haben, werden von Experten die NSMRI („trizyklischen Antidepressiva”) wegen ihrer peripheren und zentral anticholinergen Eigenschaften als gefährlich eingeordnet und eher SSRI oder AAD empfohlen (6). Diese Empfehlungen basieren jedoch nur auf geringer Evidenz, da in den klinischen Studien zu AD ältere Patienten erheblich unterrepräsentiert oder gar nicht einbezogen sind. Zudem beträgt in Studien zu AD die Behandlung oft nur wenige Wochen, dagegen findet im realen Leben bei Älteren oft eine jahrelange Dauertherapie statt, die im Sinne einer Erhaltungstherapie bzw. Stabilisierung der Remission bei vielen Patienten auch durchaus leitliniengerecht sein kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Etwas Licht in diese Finsternis bringt nun eine große retrospektive Kohortenstudie aus Großbritannien. Die Arbeit wurde aus öffentlichen Geldern im Rahmen des „United Kingdom’s National Institute of Research Health Technology Assessment Program” finanziert (7).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei dieser Studie wurden aus der „QResearch primary care research database”, einer großen Hausärzte-Datenbank, mehr als 88.000 Patienten über 65 Jahre identifiziert, bei denen zwischen 1996 und 2007 die Diagnose „Depression” gestellt wurde (Indexdiagnose). 27.900 Patienten wurden ausgeschlossen, weil sie weitere psychiatrische Diagnosen hatten (Psychosen, Schizophrenie) oder weil sie schon lange an einer depressiven Erkrankung litten und mit AD vorbehandelt waren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>60.746 Patienten aus 570 Arztpraxen wurden so bis Ende 2008 über eine mediane Zeit von fünf Jahren ab Diagnosestellung in den Krankenakten (305.188 Personenjahre) retrospektiv verfolgt. Das mittlere Alter betrug 75 Jahre und 66,7% waren Frauen. Der Schweregrad der Depression war leider aus der Datenbank nicht ersichtlich, jedoch Komorbiditäten und Komedikation.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nach Diagnosestellung erhielten 89% der Patienten mindestens einmalig eine AD-Verordnung, nur 11% wurden nicht medikamentös behandelt. 11% erhielten einmalig ein AD und 11% mehr als 60 Verschreibungen. Die mediane AD-Exposition betrug 364 Tage. 55% erhielten einen SSRI, 32% einen NSMRI und 13% ein neueres AD. Die 11 am häufigsten verordneten Medikamente waren: Citalopram, Fluoxetin, Amitriptylin, Dosulepin, Paroxetin, Venlafaxin, Sertralin, Mirtazapin, Lofepramin, Escitalopram und Trazodon. Diese AD machten 96% aller Verordnungen aus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auffallend war, dass die AD, insbesondere die NSMRI, sehr häufig in niedrigerer Dosis als es den üblichen Empfehlungen für Erwachsene entspricht, verordnet wurden. 70% der NSMRI-Verordnungen unterschritten die empfohlene Tagesdosis um 50% und mehr. Eine relativ niedrige Dosierung fand sich auch bei 13,8% der SSRI und bei 19,2% der anders klassifizierten AD. Im Hinblick auf die oft reduzierte Leberfunktion bei älteren Patienten mag dies sinnvoll sein, jedoch könnte nur das regelmäßige Messen der Arzneimittelspiegel (Therapeutic Drug Monitoring = TDM) hier weitere Klarheit schaffen (9).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beim Vergleich der UAW (s. Tab. 1) mit und ohne AD-Exposition innerhalb der Kohorte zeigte sich, dass die Raten erheblich differierten. In den Behandlungsphasen nahmen die UAW teilweise erheblich zu. So stieg die Jahresletalität von 7% ohne AD auf teilweise über 11% mit AD an. Die Suizidrate vervierfachte sich, das Risiko für Schlaganfall, Sturz, Fraktur und Hyponatriämie erhöhte sich um 20-50%. Die meisten UAW traten innerhalb der ersten vier Wochen nach Beginn und in den ersten vier Wochen nach Ende der Behandlung auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwischen den verschiedenen AD-Gruppen gab es teilweise erhebliche Unterschiede bei den UAW. So hatten Patienten unter NSMRI wesentlich weniger klinische Ereignisse als die Patienten, die mit einem SSRI oder einem AAD behandelt wurden. Auch wurde bei den SSRI und den NSMRI eine positive Korrelation zwischen der gewählten Dosis und dem Auftreten einer UAW (Tod, Stürze, Krampfanfälle) gefunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es liegt der Verdacht nahe, dass der bessere bzw. schlechtere klinische Verlauf etwas mit den gewählten AD zu tun hat. Unter SSRI war das Risiko für Stürze und Hyponatriämie, bei den AAD das Risiko für Tod, Suizid, Myokardinfarkt, Frakturen und Krampfanfälle am höchsten. Die drei AD, unter denen es am häufigsten zu UAW kam, waren Trazodon, Mirtazapin und Venlafaxin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders überrascht hat der Befund, dass NSMRI scheinbar verträglicher waren als die anderen, neueren AD. Dass 70% der Patienten weniger als 50% der empfohlenen NSMRI-Tagesdosis erhielten, könnte hier das günstigere Abschneiden erklären.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist zu bedenken, dass es sich bei diesen Register-Ergebnissen lediglich um eine Assoziation zwischen dem Gebrauch bestimmter AD und klinischen Ereignissen handelt. Eine Kausalität ist damit nicht bewiesen. Andererseits sind randomisierte kontrollierte Studien, die verlässlich auch seltene UAW erfassen, praktisch nicht durchführbar. Es wäre z.B. denkbar, dass SSRI oder AAD besonders häufig solchen Patienten verordnet wurden, die bereits ein höheres Komplikationsrisiko hatten. Solch ein Behandlungsbias lässt sich nur im Rahmen einer prospektiven, randomisierten, kontrollierten Studie ausschalten. Die Risikoadjustierung in dieser Studie beseitigt diesen Bias nicht ganz. Auch könnte der leider nicht dokumentierte und daher auch nicht bekannte Schweregrad der Depressionen bei Behandlungsbeginn die unterschiedlichen Komplikationsraten bestimmter AD erklären. Möglicherweise sind Patienten mit schweren Depressionen bevorzugt und höher dosiert mit SSRI oder den AAD behandelt worden. Auch ist die Gruppe von Patienten, die keine AD verordnet bekommen hat, und als Kontrolle diente, vergleichsweise klein. Trotz dieser methodischen Bedenken ist aber festzuhalten, dass der Einsatz von AD im höheren Lebensalter wohlüberlegt sein muss, insbesondere bei leichten und mittelschweren Depressionen. Gerade bei älteren Menschen kommt dem regelmäßigen, sorgfältigen Monitoring der Therapie (inkl. TDM), die sich auf gute pharmakologische und klinische Kenntnisse stützen sollte, eine große Bedeutung zu. Auch die Beherzigung der alten Empfehlung, generell nur wenige und nur solche Arzneimittel zu verordnen, mit deren Eigenschaften man gut vertraut ist, trägt sicher zur Sicherheit der Therapie bei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Literatur</b></p>
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<li>Coupland, C., et al.: BMJ2011, <b>343</b>, d4551. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21810886&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/Archiv/20113.pdf <a href="http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/AVP/Archiv/20113.pdf" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Hiemke, C., et al.:Pharmacopsychiatry 2011, <b>44</b>, 195. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21969060&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img loading="lazy" decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
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<p>Behandlung älterer Patienten mit Antidepressiva</p>
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<p>*Alter, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Amitriptylin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Antidepressiva, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Citalopram, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Depression, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Dosulepin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Duloxetin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Escitalopram, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Fluoxetin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Frakturen, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Geriatrie, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Geriatrische Patienten, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Hyponatrieämie, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Lofepramin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Mianserin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Milnacipran, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Mirtazapin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Paroxetin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Sertralin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Stürze, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Suizidalität, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Suizidversuche, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Trazodon, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Trizyklische Antidepressiva, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen *Venlafaxin, Antidepressiva bei älteren Patienten zu häufig verordnet, Nebenwirkungen</p>
<p>&nbsp;</p>
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