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	<title>Vitamin A Archives - Der Arzneimittelbrief</title>
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	<description>Unabhängige Arzneimittelinformationen</description>
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		<title>Vitamin-A-Supplementation für alle Kinder in der Dritten Welt?</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/vitamin-a-supplementation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[henk-amb]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Feb 2014 10:55:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Jahr 2011 Band 45]]></category>
		<category><![CDATA[Monat 11]]></category>
		<category><![CDATA[Dritte Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Retinal]]></category>
		<category><![CDATA[Retinol]]></category>
		<category><![CDATA[Retinsäure]]></category>
		<category><![CDATA[Retinylpalmitat]]></category>
		<category><![CDATA[Vitamin A]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>AMB 2011, 45, 87a &#160; Vitamin-A-Supplementation für alle Kinder in der Dritten Welt? &#160; In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen sollten alle Kinder eine Nahrungsergänzung mit Vitamin A bekommen. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich im British Medical Journal publizierte Metaanalyse (1). Die Evidenz sei so eindeutig, dass weitere Studien zu dieser Frage „unethisch” wären, so die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>AMB 2011, <strong>45</strong>, 87a</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Vitamin-A-Supplementation für alle Kinder in der Dritten Welt?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen sollten alle Kinder eine Nahrungsergänzung mit Vitamin A bekommen. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich im British Medical Journal publizierte Metaanalyse (1). Die Evidenz sei so eindeutig, dass weitere Studien zu dieser Frage „unethisch” wären, so die britischen und pakistanischen Autoren, die in ihrer Arbeit von Entscheidungsträgern die rasche Umsetzung entsprechender Maßnahmen fordern. Ein Editorial in derselben Ausgabe des BMJ schließt sich dieser Auffassung an (2).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das fettlösliche Vitamin A (Retinoide: Retinal, Retinol, Retinsäure, Retinylpalmitat) wird entweder direkt über die Nahrung aufgenommen (Leber, Milch- und Eiprodukte) oder aus Karotinen (Karotten, Kohlarten) synthetisiert. Mangel führt zu einer Hypovitaminose mit folgenden Symptomen: erhöhte Infektionsanfälligkeit und -letalität (bei Kindern insbesondere respiratorische Infekte, Durchfallerkrankungen, Masern), Beeinträchtigung des Sehens (Nachtblindheit), des Tastsinns und des Appetits, Haut- und Augentrockenheit, Brüchigkeit von Haut, Haaren und Nägeln, Müdigkeit, Störungen des Knochenwachstums im Kindesalter. Aufgrund des erhöhten Bedarfs sind Kinder besonders anfällig. Die WHO schätzt, dass weltweit 190 Mio. Kinder in der Altersgruppe bis fünf Jahre unter einer Vitamin-A-Defizienz leiden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die vorliegende Metaanalyse (1) erfasste 43 Studien zur Vitamin-A-Supplementation mit mehr als 200.000 Kindern im Alter von fünf Monaten bis sechs Jahren. Überwiegend wurde die von der WHO empfohlene Einmaldosis von 100.000 IE für Kinder im ersten Lebensjahr bzw. 200.000 IE für Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren untersucht, zum Teil aber auch höhere Dosen (Wiederholung nach sechs Monaten) oder niedrigere (Dosierungsintervall länger als sechs Monate). Unterschiede in Design und Qualität der Studien wurden berücksichtigt, um einen möglichen Bias zu minimieren. In 37 der 43 Studien wurde die Vitamin-A-Supplementation gegen Plazebo untersucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Vitamin-A-Supplementation reduzierte die Gesamtletalität um 24% (RR: 0,76; CI: 0,69-0,83) in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen. Die Autoren postulieren, dass Letalität und Behinderungen zu einem großen Teil indirekt über die Prävention von Infektionen gesenkt werden (15% Reduktion der Inzidenz von Diarrhö, 50% Reduktion der Inzidenz von Masern). Die Forscher errechnen, dass durch eine adäquate Vitamin-A-Zufuhr jährlich die Leben von 600.000 Kindern gerettet und 20 Mio. „disability-adjusted” Lebensjahre (ein Maß für Lebensquantität und -qualität) gewonnen werden könnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fazit:</b> Eine Metaanalyse bestätigt die hohe Wirksamkeit einer Vitamin-A-Supplementation (z.B. wie von der WHO empfohlen: Einmalgabe von 100.000 IE für Kinder im ersten Lebensjahr; 200.000 IE für Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren) auf Letalität und Morbidität bei Kindern in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen. Dies unterstreicht unseres Erachtens die generelle Bedeutung einer ausreichenden Vitamin-A-Zufuhr im Kindesalter. Wünschenswerter als eine flächendeckende Verteilung von Vitamin-A-Präparaten wären aber eine nachhaltige Verbesserung sozioökonomischer Verhältnisse und Bildungsmaßnahmen, um die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und eine ausgewogene Ernährung für alle zu gewährleisten, sowie eine konsequente Umsetzung von Impfprogrammen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol>
<li>Mayo-Wilson, E., et al.:BMJ 2011, <b>343</b>,d5094. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21868478&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
<li>Thorne-Lyman, A., undFawzi, W.W.: BMJ2011, <b>343</b>, d5294. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=21868480&amp;dopt=Abstract" target="_blank"><img decoding="async" alt="Link zur Quelle" src="http://www.der-arzneimittelbrief.de/_images/link.jpeg" width="11" height="11" border="0" /></a></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Schlagworte zum Artikel:</b></p>
<p><a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Dritte%20Welt," target="_self">Dritte Welt,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Kinder," target="_self">Kinder,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Retinal," target="_self">Retinal,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Retinol," target="_self">Retinol,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Retins%C3%A4ure," target="_self">Retinsäure,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Retinylpalmitat," target="_self">Retinylpalmitat,</a> <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Schlagwort.aspx?S=Vitamin%20A," target="_self">Vitamin A,</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verlässliche Daten zu Arzneimitteln</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Dritte Welt, Supplementation mit Vitamin A senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Kinder, Supplementation mit Vitamin A senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Retinal, Supplementation senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Retinol, Supplementation senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Retinsäure, Supplementation senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Retinylpalmitat, Supplementation senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt *Vitamin A, Supplementation senkt Morbidität und Letalität bei Kindern in der Dritten Welt</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Antioxidanzien (Vitamine, Selen) zur Prävention gastrointestinaler Tumore: eher leichte Erhöhung der Letalität</title>
		<link>https://www.der-arzneimittelbrief.de/nachrichten/antioxidanzien-vitamine-selen-zur-praevention-gastrointestinaler-tumore-eher-leichte-erhoehung-der-letalitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dennis Hoppe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2004 11:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alpha-Tocopherol]]></category>
		<category><![CDATA[Antioxidanzien]]></category>
		<category><![CDATA[Betacaroten]]></category>
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		<category><![CDATA[Kolonkarzinom]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vitamine mit Antioxidans-Eigenschaften können theoretisch oxidative kanzerogene Mechanismen antagonisieren. Menschen, die viel Gemüse und Früchte essen, haben nach einigen Studien weniger Karzinome, auch im Gastrointestinal(GI)-Trakt, als solche, die viel tierische Proteine und Fette zu sich nehmen (1, 2). Die Hypothese, daß der positive Effekt vegetarischer Nahrung nur oder überwiegend auf den Vitamingehalt zurückzuführen sei, erscheint [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vitamine mit Antioxidans-Eigenschaften können theoretisch oxidative kanzerogene Mechanismen antagonisieren. Menschen, die viel Gemüse und Früchte essen, haben nach einigen Studien weniger Karzinome, auch im Gastrointestinal(GI)-Trakt, als solche, die viel tierische Proteine und Fette zu sich nehmen (1, 2). Die Hypothese, daß der positive Effekt vegetarischer Nahrung nur oder überwiegend auf den Vitamingehalt zurückzuführen sei, erscheint aber zu kurz gegriffen. Vitamin- und Antioxidans-Supplemente müssen nicht den gleichen protektiven Effekt haben. Eine Kombination aus Betacaroten und Vitamin A führte hinsichtlich Bronchialkarzinomen sogar zu erhöhter Inzidenz und Letalität im Vergleich mit Plazebo (3, 4).</p>
<p>G. Bjelakovic et al. aus Dänemark und Italien (5) überprüften jetzt in einem Review mit Metaanalysen den Effekt verschiedener Antioxidanzien bzw. deren Kombinationen auf Inzidenz von und Letalität durch GI-Karzinome. Von 197 bereits hinsichtlich Doppelpublikationen etc. bereinigten Referenzen eigneten sich am Ende nur 14 plazebokontrollierte Studien von 1-12 Jahren Interventionsdauer mit akzeptabler Methodologie nach den Cochrane-Kriterien zur Auswertung. Von diesen wiederum wurde nur die Hälfte für methodisch hochwertig gehalten. Die Studien betrafen zusammen 170525 Personen.</p>
<p>Die Metaanalysen wurden nach der Methode „Fixed effect” und „Random effect” durchgeführt. Weder die eine noch die andere Methode ergab für Betacaroten, Vitamine A, C, E und Selen allein oder in Kombination, einen signifikanten Effekt auf die Inzidenz von Ösophagus-, Magen-, Pankreas-, Leber- und kolorektalen Karzinomen. In den sieben Studien mit hoher methodischer Qualität und mit 131727 Probanden war nach einem statistischen Modell die Letalität an Karzinomen signifikant, wenn auch gering, erhöht (RR: 1,06; CI: 1,02-1,10), nicht aber nach einem anderen Modell (RR: 1,06; CI: 0,98-1,15). Kombinationen von Betacaroten mit Vitamin A oder Vitamin E erhöhten die Letalität, nicht aber Betacaroten allein. In vier Studien mit Selen als alleinigem Antioxidans (davon drei mit relativ schlechter Methodologie) und 6077 Teilnehmern senkte Selen im Vergleich mit Plazebo signifikant die Inzidenz von GI-Tumoren (RR: 0,49; CI: 0,36-0,67). In der Selen-Studie mit hoher Qualität und 1312 Teilnehmern war das RR = 0,46 (CI: 0,23-0,94). Die Berechnung beruht auf 12 versus 24 Karzinomen in den Selen- bzw. Plazebo-Gruppen. Dieser Effekt sollte in größeren randomisierten Studien untersucht werden.</p>
<p>Die Autoren weisen darauf hin, daß viele Studien mit sehr hohen Vitamindosen (dem Vielfachen der empfohlenen Menge pro Tag) durchgeführt wurden und daß manche Antioxidanzien in hoher Dosierung auch pro-oxidative und die Apoptose hemmende Eigenschaften (z.B. an Tumorzellen) haben können. Bei Interventionsstudien mit relativ kurzer Dauer bedürfe es einer sehr großen Teilnehmerzahl, um eine ausreichende statistische „Power” hinsichtlich möglicherweise unterschiedlicher Inzidenz von oder Letalität an Karzinomen zu erreichen.</p>
<p><b>Fazit:</b> Besonders die Kombination von Betacaroten mit Vitamin A oder E in hoher Dosierung könnte das Risiko für GI-Tumore erhöhen. Auf der Titelseite des Lancet-Heftes mit diesem Artikel steht: „The prospect that vitamin pills may not only do no good but also kill their consumers is a scary speculation given the vast quantities that are used in certain communities”.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<ol class="literatur">
<li>Michels, K.B., et al.: J. Natl. Cancer Inst. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=11058617&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2000, <b>92</b>, 1740</a>.</li>
<li>Botterweck, A.A., et al.: Am. J. Epidemiol. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=9801014&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1998, <b>148</b>, 842</a>.</li>
<li>Omenn, G.S., et al. (CARET = Beta-<b>C</b>arotene <b>A</b>nd <b>R</b>etinol <b>E</b>fficacy <b>T</b>rial): N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8602180&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1996, <b>334</b>, 1150</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6326" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 70b</a>.</li>
<li>ATBC = <b>A</b>lpha-<b>T</b>ocopherol, <b>B</b>eta <b>C</b>aroten cancer prevention study group: N. Engl. J. Med. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=8127329&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">1994, <b>330</b>, 1029</a>; s.a. <a href="http://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=6326" target="_blank" rel="noopener">AMB 2003, <b>37</b>, 70b</a> und 1996, <b>30</b>, 53.</li>
<li>Bjelakovic, G.: Lancet <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&#038;db=PubMed&#038;list_uids=15464182&#038;dopt=Abstract" target="_blank" rel="noopener">2004, <b>364</b>, 1219</a>.</li>
</ol>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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