Pharma-Wildwest in Indien

Chandra Gulhati, eine indische Kollegin, prangerte jüngst im British Medical Journal die Marketing-Praktiken der indischen Pharmaindustrie an (1). Seit den frühen 1970er Jahren wächst die indische Pharmaindustrie unaufhaltsam. Damals hatte die indische Regierung den Patentschutz für ausländische Medikamente aufgehoben, um die dringend notwendige Versorgung der armen Bevölkerung zu gewährleisten. Seither dürfen indische Firmen ohne Genehmigung […]

Neue Arzneimittel

Der Arzneiverordnungs-Report 2003 beleuchtet kritisch das Verordnungsverhalten, wie hier an einigen Beispielen dargestellt. Er stellt an sehr vielen Stellen ”Einsparpotenziale” fest. Dem möchte man zunächst zustimmen. Das Wort suggeriert aber, daß weniger Geld im Gesundheitswesen ausgegeben werden könnte. Dem kann man natürlich nicht generell zustimmen. Zu groß sind nämlich die Defizite in flächendeckender Prophylaxe und […]

Leserbrief: Informationen über das Verordnungsverhalten in Praxen

Dr. G.E. aus Bremen schreibt: >> Anbieter von Praxisprogrammen analysieren die Verordnungsdaten, wenn ihnen die entsprechenden Daten monatlich zugesandt werden, um vor Budgetüberschreitungen zu schützen. Dafür erstatten sie den beteiligten Ärzten jährlich 300 EUR. Es handelt sich oft um Unternehmen der Pharmaindustrie, die auf diesem Wege bereits Überblick über das Verordnungsverhalten von 15000 niedergelassenen Ärzten […]

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen in der Ambulanz

Bei etwa 5% der Krankenhauspatienten kommen zum Teil schwere, auch tödliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) vor. Das zeigte erst kürzlich wieder eine sehr sorgfältige Studie aus Rostock und Jena (1), aber auch eine Metaanalyse, die Arbeiten aus aller Welt berücksichtigte (2). Nun sind zwei Arbeiten veröffentlicht worden zur Häufigkeit von UAW in der ambulanten Praxis. Im […]

Leserbrief: Nochmals: Diskussion um die Kritik an der Arzneimittel-Positivliste

Prof. Dr. E.E. aus Köln schreibt (gekürzt) zu unserer Kleinen Mitteilung (AMB 2003, 37, 32a): >> Ich bin mit Ihrer Meinung absolut nicht einverstanden. Sie entspricht auch nicht Ihrer sonst so kritischen Art. Es ist nicht nur so, daß Ärzte und Pharmakologen wegen vieler Schweine-Innereien („Suis-Präparate“) und Merkwürdigkeiten aus der Schamanenmedizin diesen Gesetzentwurf der Gesundheitsministerin […]

Arzneimitttel-Positivlisten

In jedem Krankenhaus gibt es Arzneimittellisten. Sie werden meist von Kommissionen unter Vorsitz des Krankenhausapothekers verabschiedet. Die Ärzte auf den Stationen halten sich daran. In der Therapiefreiheit fühlen sie sich dadurch nicht ungebührlich eingeschränkt. Seit Jahrzehnten gibt es Versuche, eine ähnliche Regelung auch für die ambulante Medizin zu erreichen. Die Widerstände waren und sind riesengroß. […]

Leserbrief: Nochmals: Krankenhausaufnahmen wegen UAW

Der Mitbegründer des ARZNEIMITTELBRIEFS, Herr Prof. H. Kewitz, Berlin, schreibt uns: >> Der kleine Artikel in AMB 2002, 36, 94 ist sehr wichtig, aber was bringt er Neues zum Thema ”Krankenhausaufnahmen wegen UAW?” Was haben die Ärzte in den letzten 20 Jahren in dieser Hinsicht gelernt? Welche Konsequenzen werden sie aus diesem Artikel ziehen? Bereits […]

Neue Arzneimittel

Im Oktober ist der Arzneiverordnungs-Report 2002 erschienen (1). Er gibt wie immer einen in den Medien viel beachteten Überblick über das Verordnungsverhalten der deutschen Ärzte im Vorjahr. 3,5 Millionen kassenärztliche Rezepte des Jahres 2001 wurden ausgewertet. Der Anteil der umstrittenen Arzneimittel an den Verordnungen ist gesunken. Das Einsparpotential hier beträgt aber noch 1,2 Milliarden EUR. […]

Unerwünschte Arneimittelwirkungen als Grund für eine Krankenhausaufnahme

In Frankreich sind 3,2% der Krankenhauseinweisungen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) verursacht. Die Inzidenz schwankt zwischen 1,9% bei Patienten unter 15 Jahren und 4,1% bei solchen über 65 Jahren. Etwa 1 Mio. Pflegetage sind nach dieser Analyse auf UAW zurückzuführen. Die Letalität beträgt 0,5% (1). Aus Australien und den USA gibt es ähnliche Zahlen. In Australien […]

Irreführende Werbung in der Zweiten und Dritten Welt

Vom 19.-21. September 2002 trafen sich die Herausgeber der unabhängigen Arzneimittel-Informationsblätter in Dubrovnik. Sie sind seit 1986 in der International Society of Drug Bulletins (ISDB) zusammengeschlossen, der auch DER ARZNEIMITTELBRIEF angehört. Die Mitglieder sind in ihrer Informationspolitik nur der Gesundheit der Patienten verpflichtet und nicht dem Umsatz der Pharmaindustrie und nicht dem Wohlergehen der Versicherungen […]