Zweifel am Nutzen von Adrenalin-Injektionen bei Reanimation

AMB 2018, 52, 67 

Weiter Zweifel am Nutzen von Adrenalin-Injektionen bei Reanimation

Fazit: In einer randomisierten kontrollierten Studie mit > 8.000 Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses fand sich eine sehr niedrige Überlebensrate (im Mittel 2,8% nach 30 Tagen). Die Injektion von Adrenalin – im Mittel 22 Minuten nach dem Notruf – führte zu einer signifikant höheren Überlebensrate nach 30 Tagen verglichen mit Plazebo (3,2% vs. 2,4%). Allerdings hatten mehr Überlebende in der Adrenalin-Gruppe schwere neurologische Beeinträchtigungen (31% vs. 17,8%). Diese Ergebnisse unterstreichen, dass die Injektion von Adrenalin sehr wahrscheinlich keine Maßnahme mit hoher Priorität ist und eine kardiopulmonale Wiederbelebung und zeitgerechte Defibrillation keinesfalls verzögern sollte. Wir empfehlen, den aktuellen ALS-Leitlinien zurzeit weiter zu folgen und die nächste Überarbeitung abzuwarten. Möglicherweise ist bis dahin bereits klarer, welche Untergruppen von Adrenalin nicht profitieren. Bitte Artikel abonnieren==>

 

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